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Hausarbeit, 2009, 14 Seiten
Autor: Eva Meyer
Fach: Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
Details
Tags: Phonetik, Deutsch, Finnisch, kontrastive Phonetik, finnische Sprache
Jahr: 2009
Seiten: 14
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-45998-8
ISBN (Buch): 978-3-640-45984-1
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Zusammenfassung / Abstract
<School> (engl.), <escola> (portug.), <scuola> (ital.), <escuela> (span.), <skola> (schwed.) und <szkola> (poln.) - all diese Wörter stammen aus verschiedenen europäischen Sprachen und deren Übersetzung lässt sich im Deutschen aufgrund ihrer ähnlichen Phonetik einfach herleiten: „Schule“. Der finnische Ausdruck für dieses Wort lautet <koulu>. Wie an diesem einfachen Sprachvergleich zu erkennen ist, unterscheidet sich das Finnische in der Grammatik sehr von anderen Sprachen in Europa, daher wird es oft als ein wenig exotisch empfunden und stellt für einen deutschen Muttersprachler eine große Herausforderung dar, da beide Sprachen weder genetisch noch typologisch verwandt sind. (Hyvärinen 2001: 429) In der deutschsprachigen Forschungsliteratur wurde der finnischen Phonetik und Phonologie bisher wenig Beachtung geschenkt und kontrastive Analysen mit dem Deutschen sind erst seit den 1960er Jahren von wissenschaftlichem Interesse. (Hyvärinen 2001: 429) (...) Da Hirschfeld in ihrem Werk jedoch mehrere Sprachen abhandelt, befasst sie sich lediglich mit den wichtigsten Besonderheiten der jeweiligen Sprachen, so auch des Finnischen. Dieses Werk kann demnach nicht maßgebend sein, da der Vergleich mit der deutschen Sprache nicht umfassend behandelt wird. Aus diesem Grund soll sich die vorliegende Arbeit mit einem Vergleich der deutschen und der finnischen Phonologie auseinandersetzen, wobei das Hauptaugenmerk auf die uns fremde Sprache, das Finnische, gerichtet werden soll. Des Weiteren sollen nur phonetische und phonologische Besonderheiten der beiden europäischen Sprachen berücksichtigt werden. Auf eine Einführung in die Begrifflichkeiten der kontrastiven Phonologie soll ebenso wenig eingegangen werden wie auf die einzelsprachlichen Phänomene im Bezug auf Lexik oder Grammatik der beiden Sprachen. Um einen Zugang zur Phonetik der Sprache zu finden, werden im zweiten Kapitel zunächst einige allgemeine Fakten zum Finnischen zusammengetragen, bevor im darauffolgenden Abschnitt das Vokalsystem des Finnischen untersucht wird. Anschließend soll auf das Konsonantensystem der finnischen Sprache eingegangen werden sowie abschließend auf die Probleme, die beim Finnisch-Lernen auftreten können.
Textauszug (computergeneriert)
Inhalt
1. Einleitung 2
2. Allgemeines zum Finnischen 3
3. Das Vokalsystem des Finnischen 4
4. Das Konsonantensystem des Finnischen 8
5. Probleme beim Erlernen des Finnischen 10
Literatur 13
1
1. Einleitung
<School> (engl.), <escola> (portug.), <scuola> (ital.), <escuela> (span.), <skola> (schwed.)
und <szkola> (poln.) - all diese Wörter stammen aus verschiedenen europäischen Sprachen
und deren Übersetzung lässt sich im Deutschen aufgrund ihrer ähnlichen Phonetik einfach
herleiten: ,,Schule". Der finnische Ausdruck für dieses Wort lautet <koulu>. Wie an diesem
einfachen Sprachvergleich zu erkennen ist, unterscheidet sich das Finnische in der Grammatik
sehr von anderen Sprachen in Europa, daher wird es oft als ein wenig exotisch empfunden
und stellt für einen deutschen Muttersprachler eine große Herausforderung dar, da beide
Sprachen weder genetisch noch typologisch verwandt sind. (Hyvärinen 2001: 429)
In der deutschsprachigen Forschungsliteratur wurde der finnischen Phonetik und Phonologie
bisher wenig Beachtung geschenkt und kontrastive Analysen mit dem Deutschen sind erst seit
den 1960er Jahren von wissenschaftlichem Interesse. (Hyvärinen 2001: 429) Lediglich die
Professorin Ursula Hirschfeld der Universität Wien bietet in ihrem Werk ,,Phonetik
international: von Afrikaan bis Zulu" eine kompakte Zusammenfassung der finnischen
Phonetik sowie einige vergleichende Aspekte mit der deutschen Sprache. Da Hirschfeld in
ihrem Werk jedoch mehrere Sprachen abhandelt, befasst sie sich lediglich mit den wichtigsten
Besonderheiten der jeweiligen Sprachen, so auch des Finnischen. Dieses Werk kann demnach
nicht maßgebend sein, da der Vergleich mit der deutschen Sprache nicht umfassend behandelt
wird.
Aus diesem Grund soll sich die vorliegende Arbeit mit einem Vergleich der deutschen und
der finnischen Phonologie auseinandersetzen, wobei das Hauptaugenmerk auf die uns fremde
Sprache, das Finnische, gerichtet werden soll. Des Weiteren sollen nur phonetische und
phonologische Besonderheiten der beiden europäischen Sprachen berücksichtigt werden. Auf
eine Einführung in die Begrifflichkeiten der kontrastiven Phonologie soll ebenso wenig
eingegangen werden wie auf die einzelsprachlichen Phänomene im Bezug auf Lexik oder
Grammatik der beiden Sprachen. Um einen Zugang zur Phonetik der Sprache zu finden,
werden im zweiten Kapitel zunächst einige allgemeine Fakten zum Finnischen
zusammengetragen, bevor im darauffolgenden Abschnitt das Vokalsystem des Finnischen
untersucht wird. Anschließend soll auf das Konsonantensystem der finnischen Sprache
eingegangen werden sowie abschließend auf die Probleme, die beim Finnisch-Lernen
auftreten können.
2
2. Allgemeines zum Finnischen
Finnisch gehört zu den Ostsee-finnischen Sprachen, die wiederum Teil der finnougrischen
Sprachfamilie sind. Zur Ostsee-finnischen Gruppe gehören beispielsweise auch das Estnische
und andere von Minderheiten gesprochene Sprachen rund um die Ostsee. (Hirschfeld 2003: 2)
Mit 5,1 Mio. Sprechern gehört das Finnische zusammen mit dem Estnischen, das von 1,25
Mio. Menschen gesprochen wird, zu den größten Sprachen der finnougrischen Sprachfamilie.
Da Finnisch demnach nicht zur germanischen Sprachfamilie gehört, unterscheidet es sich
drastisch von den Sprachen der Nachbarländer Finnlands wie Norwegisch, Schwedisch und
Dänisch. Sprachliche Verwandte haben die Finnen hingegen in Estland, Lettland, Litauen und
Ungarn. Lediglich die estnische Sprache ist jedoch für die Finnisch-Sprechenden etwas
verständlich. (Goethe-Institut 09.04.09) Es muss an dieser Stelle jedoch eingewandt werden,
dass der jahrhundertelange Sprachkontakt mit benachbarten Sprachen etwa im Gebiet der
Syntax und des Wortschatzes zu einer gewissen Annäherung des Finnischen an die
umliegenden indogermanischen Sprachen geführt hat.
,,Suomi", wie es von den Einheimischen genannt wird, ist neben Schwedisch seit 1892 die
Amtssprache der Republik Finnland sowie offizielle Sprache einer Minderheit in Schweden.
Es gibt zahlreiche Dialekte, von denen das Westfinnische und das Ostfinnische am
bedeutendsten sind. Hirschfeld (2003: 2) merkt an, dass diese sich durch eine Reihe von
eigenständigen Entwicklungen aus dem Urfinnischen auszeichnen, vor allem in Grammatik
und Lexik, aber auch in der Phonetik. Die Vokale und Konsonanten des Finnischen können
lang oder kurz gesprochen werden. Darauf soll jedoch später noch einmal explizit
eingegangen werde.
Das Finnische ist außerdem eine vokalreiche Sprache, was dem Sprecher ermöglicht, mit
einem geringen artikulatorischen Aufwand eine gute Verständlichkeit zu erreichen. Nach
Hirschfeld (2003: 2) erscheint dem deutschen Muttersprachler das Finnische in einer relativ
tiefen Tonlage, ähnlich wie im Ungarischen.
Wie in allen finnougrischen Sprachen ist die Silbenstruktur sehr einfach, da weder anlautend
noch auslautend Konsonantenkombinationen auftreten. (Wendt 1987: 93) Ausnahmen bilden
hierbei Lehn- und Fremdwörter, bei denen Verbindungen von zwei Konsonanten auftreten
können. Das Verhältnis von Vokalen und Konsonanten im fortlaufenden Text ist nahezu 1:1.
Des Weiteren kommt dem Wortakzent keine bedeutungsunterscheidende Funktion zu, denn er
liegt immer auf der ersten Silbe eines nicht zusammengesetzten Wortes. Dieser festgesetzte
Akzent hat u.a. die Funktion Wortgrenzen zu signalisieren. (Hirschfeld 2003: 3)
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