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Robert Nozicks Skeptizismuskritik

Termpaper, 2006, 19 Pages
Author: Bantam Brommont
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present

Details

Institution/College: LMU Munich
Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 19
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V137495
ISBN (E-book): 978-3-640-45907-0
ISBN (Book): 978-3-640-45921-6

Abstract

Diese Arbeit untersucht Robert Nozicks Wissenskonzept im Hinblick auf die Frage, inwiefern es geeignet ist, die skeptische Behauptung, Wissen um die Außenwelt und die eigene epistemische Situation betreffende Propositionen sei unmöglich, zu entkräften. Die Darstellung schließt mit einer klaren Stellungnahme: Nozicks Ansatz kann nicht als überzeugende Entgegnung auf den Skeptizismus gelten; sein Ausgangspunkt, seine Argumentation sowie sein Ergebnis sind mit zu vielen Problemen behaftet.


Excerpt (computer-generated)

Einleitung 2

1. Der Skeptizismus 2

2. Die Antwort des Externalismus 5

3. Robert Nozicks Wissensdefinition 6

4. Nozicks Entgegnung auf die Herausforderung des Skeptizismus 7

5. Kritikpunkte 10

Schlussbemerkungen 17

Literaturverzeichnis 18

1


Einleitung

Diese Arbeit untersucht Robert Nozicks Wissenskonzept im Hinblick auf die Frage,

inwiefern es geeignet ist, die skeptische Behauptung, Wissen um die Außenwelt und die

eigene epistemische Situation betreffende Propositionen sei unmöglich, zu entkräften.

Dabei soll zunächst kurz der Skeptizismus anhand seiner wichtigsten Argumente

charakterisiert werden. Im zweiten Kapitel folgt eine knappe Darstellung des Externalismus

als einer antiskeptischen Strategie sowie als der Gruppe von Wissenstheorien, der auch

Nozicks Ansatz zuzurechnen ist. Damit seien die Grundlagen von Nozicks Wissensbegriff

geklärt und zudem die Möglichkeit eröffnet, Nozicks Antwort auf den Skeptizismus von

anderen externalistischen Entgegnungen zu unterscheiden. Die Kapitel 3 und 4 befassen

sich dann mit Nozicks eigener Wissensdefinition sowie seiner Entgegnung auf die

Herausforderung des Skeptizismus. Im letzten Abschnitt soll Nozicks Ansatz schließlich

kritisch geprüft werden, um so seine Schwachstellen aufzuzeigen. Kapitel 5 konzentriert

sich dabei auf die wichtigsten Kritikpunkte, soll aber nicht völlig einseitig sein und

gegebenenfalls auch mögliche Einwände gegen die Kritikpunkte zumindest andeuten. Dies

scheint legitim, da die Darstellung dennoch mit einer klaren Stellungnahme schließt:

Nozicks Ansatz kann nicht als überzeugende Entgegnung auf den Skeptizismus gelten, da

sein Ausgangspunkt, seine Argumentation sowie sein Ergebnis mit zu vielen Problemen

behaftet sind.

Als Literatur standen ein Werk von Peter Baumann sowie Aufsätze von Fred Dretske und

Alvin I. Goldman aus dem kommentieren Sammelband von Sven Bernecker, Aufsätze von

Robert Nozick und Peter Unger aus dem Sammelband von Sven Bernecker/Fred Dretske

und Aufsätze von Laurence Bonjour, Peter Klein und Ernest Sosa aus dem Sammelband

von Stephen Luper-Foy zur Verfügung.

1. Der Skeptizismus

Der Skeptiker bestreitet, dass wir Wissen haben können. Dabei gibt es verschiedene

Argumente, auf die sich der Skeptiker stützen kann. Zum einen kann er Wissen und

Gewissheit gleichsetzen, also behaupten, S wisse p nur dann, wenn S in seiner

Überzeugung, dass p, völlig sicher sei. Gewissheit (,,certainty") ist ein ,,absolute term"1, und

insofern Wissen Gewissheit erfordert, ist auch Wissen ,,absolut". Da wir uns aber nie einer

Sache absolut sicher sind, können wir auch kein Wissen haben. Man kann dieses skeptische

1 Unger, 2000, S. 336

2


Argument noch relativ leicht zurückweisen, indem man feststellt, dass diese Anforderung

an Wissen schlicht zu hoch ist, so hoch, dass sie für einen Menschen unmöglich zu erfüllen

ist und zwangsläufig zum Skeptizismus führt, tatsächlich absolute Gewissheit für Wissen

aber nicht nötig ist, sondern lediglich eine gewisse Stärke der Überzeugung.

Andere skeptische Argumente scheinen dagegen deutlich schwerer zu entkräften zu sein,

etwa die beiden miteinander verwandten Prinzipien der Diskrimination und der

Geschlossenheit. Das Diskriminationsprinzip besagt folgendes: Wenn eine Person S weiß,

dass p, dann ist sie in der Lage auszuschließen, dass mögliche Umstände vorliegen, die mit

einem solchen Wissen unvereinbar sind. 2 Der Skeptiker macht sich dieses intuitiv plausibel

wirkende Argument zu Nutze, um zu zeigen, dass S kein Wissen haben könne, weil sie

grundsätzlich nicht in der Lage sei, skeptische Alternativen wie die des Traumes, der

Existenz als Gehirn in der Nährlösung oder der dämonischen Scheinwelt auszuschließen:

wenn eine Person nur dann weiß, dass sie vor einem Baum steht, wenn sie ausschließen

kann, dass sie nicht lediglich träumt oder ihr von Dämonen oder übel wollenden

Wissenschaftlern die Existenz eines Baumes nur vorgetäuscht wird, dann weiß die Person

niemals, dass sie vor einem Baum steht. Schließlich scheint es tatsächlich prinzipiell nicht

möglich zu sein, zu wissen, dass die genannten skeptischen Szenarien nicht bestehen. Der

Skeptiker behauptet also zum einen, dass S nie weiß, ob sie sich in einem skeptischen

Szenario befindet, und zum anderen (als Folge dessen), dass sie auch kein Wissen auf der

Objektebene, kein Einzelwissen über die Dinge der Welt haben kann. Zu demselben

Ergebnis kommt der Skeptiker mithilfe des Prinzips der Geschlossenheit. Es besagt: wenn

S weiß, dass p q zur Folge hat und zudem p weiß, dann weiß S auch, dass q. Wenn eine

Person weiß, dass die Tatsache, dass sie vor einem Baum steht, impliziert, dass sie kein

Gehirn in einer Nährlösung ist, und weiß, dass sie vor einem Baum steht, dann weiß sie

auch, dass sie kein Gehirn in einer Nährlösung ist. Der Skeptiker dreht nun die

Argumentationsrichtung um und behauptet: da S nie wissen kann, dass q (=dass sie kein

Gehirn in einer Nährlösung ist), kann auch das Wissen, dass p, nicht zu Grunde liegen.

Für das Geschlossenheitsprinzip spricht, dass es intuitiv schlüssig ist, es scheint geradezu

unbestreitbar zu sein. Tatsächlich bestreitet Robert Nozick aber die Gültigkeit gerade

dieses Prinzips. In diesem Zusammenhang ist zudem die hier getroffene Unterscheidung

von Wissen über Objekte der Außenwelt einerseits und Wissen um das Vorliegen bzw.

nicht Vorliegen skeptischer Szenarien andererseits von besonderer Bedeutung, da sie den

Ansatzpunkt für die Entgegnung Nozicks auf die Herausforderung des Skeptizismus bildet.

2 Baumann, 2002, S. 17

3


Darauf ist im Folgenden ausgehend von der Wissenstheorie des Externalismus und seiner

antiskeptischen Strategie näher einzugehen.

4



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