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Kreativität und Intelligenz

Termpaper, 2009, 24 Pages
Author: Maria Christ
Subject: Psychology - Personality Psychology

Details

Institution/College: University of Cologne
Category: Termpaper
Year: 2009
Pages: 24
Grade: 1.3
Language: German
Archive No.: V137612
ISBN (E-book): 978-3-640-45535-5
ISBN (Book): 978-3-640-45549-2

Abstract

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der akademischen Debatte über die Gemeinsamkeiten und Eigenheiten der Konstrukte Kreativität und Intelligenz. Zu Beginn der Arbeit wurde ein kurzer Überblick über die jeweilige Begriffsbestimmung und Erfassungsmethoden gegeben. Dabei wird relativ schnell deutlich, dass sich weder für Kreativität noch für Intelligenz eine einheitliche Definition finden lässt. Nicht zuletzt deswegen entfachte in den letzten Jahrzehnten eine heftige Diskussion über die Abgrenzbarkeit beider Konstrukte. Neben dem Einfluss der Intelligenz werden vorallem Persönlichkeitsmerkmale untersucht. Zum Ender der Arbeit wird ein Forschungsausblick gegeben.


Excerpt (computer-generated)

UNIVERSITÄT ZU KÖLN, SOMMERSEMESTER 2009

Kreativität und Intelligenz

Hausarbeit

Differentielle Psychologie


Inhaltsverzeichnis

1 Vorbemerkung

3

2 Einleitung

3

3 Kreativität

3

3.1 Begriffsbestimmung 4

3.2 Erfassung von Kreativität 4

4 Intelligenz

6

4.1 Begriffsbestimmung 6

4.2 Erfassung von Intelligenz 7

5 Kreativität und Intelligenz

7

5.1 Kreativität und Intelligenz als zwei eigene Konstrukte 8

5.2 Kreativität als Korrelat der Intelligenz 17

6 Diskussion und Fazit

19

Literatur

22

2


1

Vorbemerkung

Die vorliegende Arbeit ,,Kreativität und Intelligenz" befasst sich mit den

Gemeinsamkeiten und Eigenheiten der Konstrukte Kreativität und Intelligenz.

Verfasst wurde diese Arbeit im Rahmen des Seminars ,,Neurobiologische

Grundlagen der differenziellen Psychologie" an der Universität zu Köln im

Sommersemester 2009.

Gewählt habe ich dieses Thema, da meiner Meinung nach kein einheitlicher

Konsens darüber besteht, inwieweit beide Konstrukte miteinander

zusammenhängen und die Meinungen in diesem Bereich weit auseinander

gehen.

2 Einleitung

Amelang, Bartussek, Stemmler und Hagemann (2006) weisen darauf hin, dass

Kreativität wie kaum eine andere psychologische Teildisziplin eine enorme Zunahme

der publizierten Forschungsarbeiten seit Anfang des letzten Jahrhunderts zu

verzeichnen hat.

Hierbei trat oft die Frage auf, inwieweit Kreativität mit Intelligenz korreliert.

Bis zum heutigen Zeitpunkt scheiden sich die Geister über die Gemeinsamkeiten und

Eigenheiten beider Konstrukte.

Im Laufe der vorliegenden Arbeit soll ein Überblick über den aktuellen Stand der

akademischen Debatte gegeben werden.

3 Kreativität

Neben dem akademischen Beitrag zur Kreativitätsforschung lässt sich häufig ein

alltagspsychologisches Konzept finden. Unklar ist, inwiefern Kreativität als

psychologisches Konstrukt geeignet ist, oder ob es nicht eher ein

Eigenschaftsbereich ist, der viele unabhängige Eigenschaften beinhaltet (Asendorpf,

1996). In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, dass in vielen

gängigen Intelligenzmodellen Kreativität als Teilfähigkeit intelligenten Verhaltens

3


angesehen wird. Nicht zuletzt deswegen, wird eine leidenschaftliche Debatte über

die Abgrenzbarkeit beider Konstrukte geführt (Bröcher, 1989).

3.1 Begriffsbestimmung

Die wohl prägnanteste Begriffsbestimmung der Kreativität stammt von Baron (1965, zitiert

nach Amelang et al., 2006), der sie als Fähigkeit, etwas Neues zu schaffen definiert.

Laut Guilford (1950, zitiert nach Asendorpf, 1996) zählen neben dieser Fähigkeit

außerdem Sensitivität gegenüber Problemen, Flüssigkeit des Denkens, Originalität

der Ideen und Flexibilität im Denken dazu.

Hinzukommend wird in diesem Zusammenhang auch oft die Nützlichkeit eines

Produktes als charakteristisch angesehen (Amelang et al., 2006).

Dennoch sollte beachtet werden, dass über 60 verschiedene Definitionen von

Kreativität existieren und bis zum heutigen Zeitpunkt keine einheitliche

Begriffsbestimmung verwendet wird. Allen gemeinsam ist dabei jedoch der Aspekt

der Neuigkeit und Nützlichkeit eines Produkts (Furnham & Bachtiar, 2008).

Im nächsten Abschnitt wird erläutert, wie kreative Leistung erfasst werden kann.

3.2

Erfassung von Kreativität

Kreativität wird meist anhand biographischer Methoden, Selbstbeurteilungsverfahren,

Fremdbeurteilungsverfahren und psychometrischer

Tests

erfasst.

Meist umfassen Kreativitätstests offene Formen der Beantwortung, da sich von

diesem Vorgehen erhofft wird, Kreativität nicht nur in der Untersuchungssituation zu

messen, sondern auch außerhalb dessen nachzuvollziehen (Amelang et al., 2006).

Da eine Vielzahl von Kreativitätstests existiert, kann hier nur auf einzelne

eingegangen werden.

Im Mittelpunkt steht die Erfassung durch psychometrische Tests.

Einer der bekanntesten Ansätze geht auf Guilford (1967, zitiert nach Sarris, 1995)

zurück. Er klassifiziert Kreativität als zeitstabiles Merkmal

und

differenziert dabei zwischen konvergentem und divergentem Denken. Konvergentes

Denken dient zum Problemlösen und tritt häufig als Aufgabentyp in Intelligenztests

auf.

Zur Erfassung der Kreativität steht das divergente Denken im Mittelpunkt.

Divergentes Denken ist erforderlich um Aufgaben zu lösen, die nicht nur eine richtige

4


Lösung haben, sondern mehrere Möglichkeiten zulassen. Determinanten des

divergenten Denkens sind Ideenflüssigkeit, spontane Flexibilität und Originalität.

Ausgewertet werden solche Tests durch geschulte Beurteiler und das Ausmaß der

statistischen Seltenheit einer Antwort, dabei kommt es auf die Anzahl und Qualität

der Lösungen an (Asendorpf, 1996).

Ein ebenso bekannter Kreativitätstest stammt von Wallach und Kogan (1965, zitiert

nach Amelang et al., 2006). Sie griffen einen Kreativitätstest von Mednick (1962,

zitiert nach Amelang et al., 2006) auf in dessen Mittelpunkt Assoziationen stehen.

Die Probandinnen und Probanden haben die Aufgabe, zu drei vorgegeben Wörtern,

die untereinander keine Verbindung haben, aber alle in assoziativer Beziehung zu

einem Begriff stehen, diese vermittelnde Assoziation aufzudecken. Laut Wallach und

Kogan unterscheiden sich die weniger Kreativen von den Hochkreativen durch

eingangs große Geschwindigkeit beim Produzieren von Assoziationen aber einer

schnellen Abnahme. Hochkreative dagegen

benötigen anfangs mehr Zeit, kreieren dafür jedoch länger Assoziationen und

originellere Ideen.

Laut Amelang et al. (2006) bleibt dabei die Frage unklar, ob ein Mensch als kreativ

gilt, wenn er hin und wieder überragende kreative Leistungen erbringt oder eher

wenn er sein Leben lang passable aber dafür häufig kreative Leistungen erbringt.

Aufgrund solcher Unklarheiten kritisiert Nicholls (1972, zitiert nach Amelang et al.,

2006) den Trait-Ansatz im Bereich Kreativität. Er fordert stattdessen die

Beschäftigung mit kreativen Produkten und den Bedingungen für kreatives Verhalten.

An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass nicht in jedem Fall davon

ausgegangen werden kann, dass hohe Werte in einem Kreativitätstest auch

zwangsläufig überdurchschnittlich schöpferische Leistung determinieren. Hierzu sind

weitere Persönlichkeitsmerkmale und situative Bedingungen erforderlich (Amelang et

al.,2006).

5



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