Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Das buddhistische Konzept Achtsamkeit im Netzwerk der Copingstile close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Das buddhistische Konzept Achtsamkeit im Netzwerk der Copingstile

Diploma Thesis, 2008, 127 Pages
Author: Franziska Thieme
Subject: Psychology - Psychology of Religion

Details

Institution/College: University of Leipzig
Category: Diploma Thesis
Year: 2008
Pages: 127
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V137644
ISBN (E-book): 978-3-640-46403-6
ISBN (Book): 978-3-640-46120-2

Abstract

Das Konzept der Achtsamkeit ist in den letzten Jahren zunehmend in das Interesse klinisch-psychologischer Forschung gerückt. Es hat seine Ursprünge im Buddhismus und beschreibt eine Haltung, in der die Aufmerksamkeit konsequent auf die Erfahrung des Augenblicks gerichtet ist. Jeder Moment wird möglichst vollständig, mit all seinen Facetten wahrgenommen. Die aktuellen Gedanken, Gefühle oder körperlichen Empfindungen werden nicht weiter verarbeitet, sondern lediglich zur Kenntnis genommen. Im Buddhismus wird es als Weg gelehrt, der zu Wohlbefinden und einem von Leid befreiten Leben führt. Auch in der empirischen Erforschung findet sich eine Vielzahl von Belegen, die für die Wirksamkeit von Interventionen sprechen, in denen das Achtsamkeitskonzept vermittelt wird. In der vorliegenden Diplomarbeit wird der Frage nachgegangen, wie sich die Forderung nach Innehalten und bloßem Wahrnehmen mit den Ergebnissen der Copingforschung, die ein aktives und problemfokussiertes Vorgehen im Umgang mit Stress empfehlen, vereinbaren lässt. Leitend ist dabei die Frage, mit welchen Bewältigungsstrategien Achtsamkeit einhergeht und ob sich Achtsame in Stresssituationen eher aktivproblemlösender oder passiv-vermeidender Strategien bedienen. Darüber hinaus wird anhand der Bewältigungskonstrukte Vigilanz und Kognitive Vermeidung untersucht, welche Aufmerksamkeitssteuerung Achtsame in Stresssituationen aufweisen und ob sie gegenüber Bedrohungsreizen eher zu einer Aufmerksamkeitshin- oder -abwendung neigen. Außerdem wird geprüft, ob Achtsamkeit mit psychischer Gesundheit einhergeht. Regressions- und faktoranalytische Modelle geben Aufschluss darüber, wie das Achtsamkeitskonzepts auf der Ebene psychologischer Konstrukte verstanden werden kann. In der Untersuchung wird angenommen, dass Achtsamkeit ein Persönlichkeitsmerkmal ist, das bei jeder Person zu einem bestimmten Grad vorliegt, unabhängig davon ob die Person spezielle Kenntnisse über das Achtsamkeitskonzept besitzt oder nicht. Die Erhebung der Daten erfolgte anhand einer Stichprobe von Studierenden der Medizin, Psychologie und Theologie (N= 143). Der Fragebogen, der im Rahmen von Lehrveranstaltungen von diesen bearbeitet wurde, enthielt psychometrische Skalen zur Erfassung der Achtsamkeit (FFA), spezifischer Bewältigungsstrategien (COPE), der Aufmerksamkeitssteuerung in Bedrohungssituationen (ABI-R) und der individuellen psychischen Symptombelastung (SCL).


Excerpt (computer-generated)





Das buddhistische Konzept Achtsamkeit


im Netzwerk der Copingstile




- Diplomarbeit -








eingereicht am

Institut für Psychologie II

Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie

Universität Leipzig



im Juli 2008



von Franziska Thieme




































































Zum Gelingen dieser Arbeit haben viele Menschen beigetragen. Ganz besonders danke ich

Steffi, Berit, Cathrin und Nicole für die Unterstützung während des Schreibens, die vielen kraftspendenden

Stunden und die anregenden Gespräche über, für und gegen Achtsamkeit,

Katja und Lydi fürs Durchackern, Dranbleiben und Dasein,

Dragutin und Michael für die nie ausgehenden Gelegenheiten, euch, anderen und mir selbst wirklich zu

begegnen,

dem Raum der Stille in der Hainstraße, in dem ich jede Woche ,,sitzen" konnte,

Marcus Roth für das Vertrauen, die Verbindlichkeit und die angenehme, stets neugierig-interessierte

Betreuung,

Gunnar Ströhle für die Telefongespräche über Inhaltliches und Methodisches, die bereichernd und

bestärkend waren,

Bernadette Sowa für die regelmäßigen Arbeitseinsätze, die Pausenzeiten (Stichwort: Espresso) und die

inhaltliche Mitwirkung,

allen, die unerwähnt bleiben, sei es aus Platzmangel oder unbekannterweise,

meiner Familie, ohne die alles nichts wäre,

und dem Leben selbst, das mir immer wieder Anlass gibt, den Blick zu schärfen, für das, was ist.



Zusammenfassung

Das Konzept der Achtsamkeit ist in den letzten Jahren zunehmend in das Interesse klinisch-psychologischer

Forschung gerückt. Es hat seine Ursprünge im Buddhismus und beschreibt eine Haltung, in der die

Aufmerksamkeit konsequent auf die Erfahrung des Augenblicks gerichtet ist. Jeder Moment wird möglichst

vollständig, mit all seinen Facetten wahrgenommen. Die aktuellen Gedanken, Gefühle oder körperlichen

Empfindungen werden nicht weiter verarbeitet, sondern lediglich zur Kenntnis genommen. Im Buddhismus wird

es als Weg gelehrt, der zu Wohlbefinden und einem von Leid befreiten Leben führt. Auch in der empirischen

Erforschung findet sich eine Vielzahl von Belegen, die für die Wirksamkeit von Interventionen sprechen, in denen

das Achtsamkeitskonzept vermittelt wird.

In der vorliegenden Diplomarbeit wird der Frage nachgegangen, wie sich die Forderung nach Innehalten und

bloßem Wahrnehmen mit den Ergebnissen der Copingforschung, die ein aktives und problemfokussiertes

Vorgehen im Umgang mit Stress empfehlen, vereinbaren lässt. Leitend ist dabei die Frage, mit welchen

Bewältigungsstrategien Achtsamkeit einhergeht und ob sich Achtsame in Stresssituationen eher aktiv-

problemlösender oder passiv-vermeidender Strategien bedienen. Darüber hinaus wird anhand der

Bewältigungskonstrukte Vigilanz und Kognitive Vermeidung untersucht, welche Aufmerksamkeitssteuerung

Achtsame in Stresssituationen aufweisen und ob sie gegenüber Bedrohungsreizen eher zu einer

Aufmerksamkeitshin- oder -abwendung neigen. Außerdem wird geprüft, ob Achtsamkeit mit psychischer

Gesundheit einhergeht. Regressions- und faktoranalytische Modelle geben Aufschluss darüber, wie das

Achtsamkeitskonzepts auf der Ebene psychologischer Konstrukte verstanden werden kann. In der Untersuchung

wird angenommen, dass Achtsamkeit ein Persönlichkeitsmerkmal ist, das bei jeder Person zu einem bestimmten

Grad vorliegt, unabhängig davon ob die Person spezielle Kenntnisse über das Achtsamkeitskonzept besitzt oder

nicht.

Die Erhebung der Daten erfolgte anhand einer Stichprobe von Studierenden der Medizin, Psychologie und

Theologie (N= 143). Der Fragebogen, der im Rahmen von Lehrveranstaltungen von diesen bearbeitet wurde,

enthielt psychometrische Skalen zur Erfassung der Achtsamkeit (FFA), spezifischer Bewältigungsstrategien

(COPE), der Aufmerksamkeitssteuerung in Bedrohungssituationen (ABI-R) und der individuellen psychischen

Symptombelastung (SCL).

Die Ergebnisse zeigen, dass Achtsamkeit mit aktiv-problemlösenden Strategien einhergeht, während zu passiv-

vermeidenden Strategien kein Zusammenhang besteht. Es finden sich bedeutsame Unterschiede zwischen

Hoch- und Niedrigachtsamen in der Wahl der Bewältigungsstrategien. Dabei sind Hochachtsame charakterisiert

durch einen aktiven und zugleich akzeptierenden Umgang mit Stresssituationen. Sie zeigen ein

problemfokussiertes Herangehen und planen konkrete Handlungsschritte. Situationen, die zunächst nicht zu

ändern sind, nehmen sie hin oder sie lenken den Blick auf das Positive. Sie geben Ziele weniger schnell auf und

agieren Angst, Ärger und Frustration in Stresssituationen seltener ungesteuert aus, was für eine konsequente

Verfolgung persönlicher Ziele und für die Fähigkeit zur Emotionsregulation spricht. Das Achtsamkeitskonzept ist

mit dem Konstrukt der Kognitiven Vermeidung positiv, dem der Vigilanz negativ assoziiert. Demnach tendieren

Achtsame gegenüber Bedrohungsreizen zur Abwendung der Aufmerksamkeit. Mit psychischer Gesundheit

korreliert Achtsamkeit positiv. Die faktoranalytischen Berechnungen legen nahe, dass sich Achtsamkeit in das

Netzwerk der übrigen Copingstile einreiht und keine eigenständige Dimension abbildet. Die Prüfung der

Moderator- und Mediatormodelle spricht dafür, dass es sich bei Achtsamkeit - auf der Ebene psychologischer

Konstrukte - um ein Persönlichkeitsmerkmal handelt, das seine Wirkung zum einen über die Copingstrategien

entfaltet, zum anderen selbst die Funktion einer Bewältigungsstrategie übernimmt.


Inhaltsverzeichnis

6


Inhaltsverzeichnis

7

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 11


2 Achtsamkeit 13

2.1 Definitionsansätze der Achtsamkeitskonzepts 13

2.1.1 Achtsamkeit im Buddhismus 13

2.1.2 Achtsamkeit in der Psychotherapie 14

2.1.3 Achtsamkeit als psychologischer Prozess 16

2.1.4 Achtsamkeit auf der Ebene psychologischer Konstrukte 18

2.2 Operationalisierungsansätze der Achtsamkeit 19

2.2.1 Der Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit 20

2.2.2 Konvergente und divergente Konstruktvalidität 21

2.2.3 Faktoranalytische Untersuchung des Achtsamkeitskonzepts 21

2.2.4 Vergleich der deutschsprachigen Achtsamkeitsskalen 23

2.3 Empirische Befunde zur Wirksamkeit von Achtsamkeit 24

2.3.1 Ergebnisse kontrolliert-randomisierter Untersuchungen 24

2.3.2 Ergebnisse nicht-kontrollierter Untersuchungen 25

2.4 Vorschlag einer Klassifikation vermuteter Wirkfaktoren der Achtsamkeit 26

2.4.1 Befundlage und Hemmnisse 26

2.4.2 Distanz gegenüber innerpsychischen Prozessen 29

2.4.3. Neubewertung von Gedanken 30

2.4.4 Reduktion der Grübelneigung 30

2.4.5 Identifizieren verzerrter Kognitionen 31

2.4.6 Emotionsregulation 34

2.4.7 Entkoppelung der Kognitions-Emotions-Verhaltensverknüpfung 35

2.4.8 Erweiterung des Handlungsspielraums durch Akzeptanz 36

2.4.9 Subjektives Kontrollerleben 37

2.4.10 Selbstwertgefühl und Selbstkonzept 38

2.4.11 Sensorische Sensibilisierung 40

2.4.12 Klassische und Operante Konditionierungseffekte 40



3 Stressbewältigung 43

3.1 Annahmen psychologischer Stressmodelle 43

3.1.1 Erklärungsansätze zur Entstehung von Stress 43

3.1.2 Bewältigung nach Lazarus und Folkman 44

3.2 Klassifikationen von Bewältigungsstrategien 45

3.2.1 Problemorientiertes und Emotionsorientiertes Coping 45

3.2.2 Funktionales und Dysfunktionales Coping 46


Inhaltsverzeichnis

8

3.2.3 Bewältigung durch Aufmerksamkeitssteuerung: Vigilanz und Kognitive

Vermeidung 48

3.3 Wirksamkeit spezieller Bewältigungsstrategien 51



4 Fragestellungen der Untersuchung 53



5 Methodik und Hypothesen der Untersuchung 57

5.1 Untersuchungsdesign 57

5.2 Stichprobe 57

5.3 Messinstrumente 58

5.3.1 Soziodemografischer Teil 58

5.3.2 Der Freiburger Fragebogen zur Achtsamkeit 59

5.3.3 Das Angstbewältigungs-Inventar 59

5.3.4 Das COPE-Inventar 60

5.3.5 Die Symptom-Checkliste 62

5.4 Statistische Hypothesen 62

5.5 Statistische Verfahren 64

5.5.1 Zur Prüfung der Zusammenhangshypothesen 64

5.5.2 Zur Prüfung der Unterschiedshypothesen 65

5.5.3 Zur Prüfung der Dimensionalität 66

5.5.4 Zur Prüfung von Mediatormodellen 67

5.5.5 Zur Prüfung von Moderatormodellen 68



6. Ergebnisse 71

6.1 Zum Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und Bewältigungsstrategien 71

6.1.1 Geht Achtsamkeit mit aktiv-problemlösenden Strategien einher? 71

6.1.2 Geht Achtsamkeit mit passiv-vermeidenden Bewältigungsstrategien einher? 72

6.1.3. Unterscheiden sich Hoch- und Niedrigachtsame in ihrem Bewältigungs-verhalten?

74

6.1.4 Unterscheiden sich Hoch- und Niedrigachtsame hinsichtlich der

Aufmerksamkeitssteuerung in Belastungssituationen? 76

6.2 Zum Zusammenhang von Psychischer Gesundheit und Achtsamkeit 77

6.2.1 Besteht ein Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und psychischer Gesundheit?

77

6.2.2 Wird der Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und Psychischer Gesundheit

über die Bewältigungsstrategien vermittelt? 77

6.2.3 Verändert Achtsamkeit den Einfluss der Bewältigungsstategien auf die Psychische

Gesundheit? 79

6.2.4 Bildet Achtsamkeit unter den Copingstilen eine eigenständige Dimension? 80

6.2.5 Wo positioniert sich Achtsamkeit im Netzwerk der Copingstile? 81




Inhaltsverzeichnis

9

7. Diskussion 83

7.1 Methodische Einschränkungen 83

7.1.1 Interne Validität 83

7.1.2 Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge 84

7.1.3 Generalisierbarkeit 85

7.2. Diskussion der Untersuchungsergebnisse 85

7.2.1 Achtsamkeit geht mit aktiv-problemlösenden Bewältigungsstrategien einher 85

7.2.2 Achtsamkeit geht nicht mit passiv-vermeidenden Bewältigungsstrategien einher 86

7.2.3 Hochachtsame unterscheiden sich von Niedrigachtsamen in der Wahl der

Bewältigungsstrategien 86

7.2.4 Achtsame entsprechen nicht der Gruppe der Nicht-Defensiven nach Krohne &

Egloff 87

7.2.5 Achtsamkeit geht mit psychischer Gesundheit einher 89

7.2.6 Coping vermittelt partiell den Zusammenhang zwischen Achtsamkeit und

Psychischer Gesundheit 90

7.2.7 Achtsamkeit wirkt nicht als Moderator 90

7.2.8 Achtsamkeit im Netzwerk der Copingstile 91

7.2.9 Achtsamkeit - Copingstil oder übergeordnete Einstellung? 91

7.3 Schlussfolgerungen 92

Literaturverzeichnis 95

Tabellenanhang

Fragebogen


Abbildungsverzeichnis und Tabellenverzeichnis

10

Abbildungsverzeichnis

Abb. 2.1: Achtsamkeit in der Lehrreden des Buddha 14

Abb. 2.2: Achtsamkeitsverständnis nach J. Kabat-Zinn 15

Abb. 2.3: Achtsamkeitskomponenten nach S. R. Bishop 17

Abb. 2.4: Korrelation mit anderen Konstrukten 21

Abb. 3.1: Klassifikation der Stresstheorien 43

Abb. 3.2: Modell der Bewältigungsmodi 49

Abb. 5.1: Häufigkeitsverteilung der Studienfächer 58

Abb. 5.2: Mediatormodell 67

Abb. 5.3: Moderatormodell 69

Abb. 6.1: Mittelwertunterschiede zwischen Hoch- und Niedrigachtsamen 74

Abb. 6.2: Mittelwertunterschiede zwischen den Bewältigungsmodi 76

Abb. 6.3: Mediatoreffekte 78

Abb. 6.4: Ladungsdiagramm der Zwei-Faktorlösung 82

Tabellenverzeichnis

Tab. 2.1. Facetten der Achtsamkeit 22

Tab. 2.2. Vermutete Wirkfaktoren der Achtsamkeit 28

Tab. 4.1. Erwartete Zusammenhänge zwischen Achtsamkeit und Bewältigungsstrategien ..54

Tab. 5.1. Klassifikation der Bewältigungsstrategien 61

Tab. 5.2. Fragestellungen und statistische Hypothese 62

Tab. 6.1. Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung 73

Tab. 6.2. Unterschiede im Bewäligungsverhalten 75

Tab. 6.3. Rotiertes Drei-Faktorenmodell 81



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/137644/das-buddhistische-konzept-achtsamkeit-im-netzwerk-der-copingstile
please wait Please wait