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Title: Wer war Gunter Otto?  - Auslegen von Bildern ()
Wer war Gunter Otto? - Auslegen von Bildern

Presentation (Elaboration), 2009, 20 Pages
Author: Sophie Peper
Subject: Art - Pedagogy

Details

Institution/College: Leuphana Universität Lüneburg
Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2009
Pages: 20
Grade: "-"
Language: German
Archive No.: V138035
ISBN (E-book): 978-3-640-46623-8
ISBN (Book): 978-3-640-46605-4

Abstract

Otto beschreibt den Auslegungsprozess in seinem zweiteiligen Buch „Auslegen. Ästhetische Erziehung als Praxis des Auslegens in Bildern und des Auslegens von Bildern“, dass 1987 veröffentlich wurde. Wie schon im Titel angedeutet, ist Gunter Otto ein nicht ganz unwichtiger Teil dieser Arbeit, daher wird er und sein kunstpädagogischer Werdegang vorweg kurz vorgestellt. Nach dem Lebenslauf, der nur einige Eckdaten und Ereignisse Ottos Leben aufzeigen soll, wird durch die Beschreibung Ottos Weg als Kunstpädagoge eine Überleitung zu der Erläuterung seiner Methode „Auslegen“ geschaffen. Der Auslegungsprozess ist in verschiedene Abschnitte gegliedert. Neben der Perceptbildung, durch Machen, Sammeln und Sprechen, steht vor allem die Konzeptentwicklung im Vorder-grund. Dieses Konzept entsteht mit Hilfe des Perceptes in Verbindung mit einem Kontext und Allocationen. Mit dieser Methode sollen die Schüler etwas an die Hand bekommen, was es ihnen ermög-licht, sich konstruktiv einem Bild anzunähern. Gensbauer formulierte dazu im Rahmen eines Seminares für Kusnterziehung auf Ottos Kunstdidaktik bezogen: „Der Kunstpädagoge müsse im Unterricht “Anschlußstellen” suchen, über die er die Schüler zur modernen Kunst führen könne. So kann der Weg in die Kunst sowohl über die Faszination des Machens, als auch über das Wissen und die theoretische Information führen. Gegenwartskunst, so schließt Otto etwas pathetisch dieses Kapitel seiner Betrachtung, sei ein “Übungsfeld der Toleranz” und trage somit zur “Demokratisierung der Kultur” bei. Kunst müsse demnach gelehrt werden. Wer sich mit ihr beschäftige, übe sich in die Grundhaltung des Integrierens, des Tolerierens, des Experimentierens und Kritisierens ein.“ [...]


Excerpt (computer-generated)

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Wer war Gunter Otto? 3

2.1 Lebenslauf von Gunter Otto 3

2.2 Ottos Weg seiner kunstdidaktischen Ansätze 4

3. Bildinterpretation: Auslegen in und von Bildern 6

3.1 Gunter Otto: Auslegen 6

3.1.1 Machen 8

3.1.2 Sprechen 8

3.1.3 Sammeln 8

3.1.4 Kontext 9

3.1.5 Konzept 10

3.1.5.1 Assoziationsphase 10

3.1.5.2 Konzeptphase 11

3.1.5.3 Historische, gesellschaftliche, soziale Allocation 11

3.2 Zusammenfassung 11

4. Fazit 12

5. Anhang 13

5.1 Abbildungen: Ottos frühe Werke 13

5.2 Berliner Modell 14

5. Literaturverzeichnis 19


1. Einleitung

Diese Ausarbeitung bezieht sich auf das Referat zum ,,Auslegungsprozess von Bildern" nach

Gunter Otto im Rahmen des Seminares ,,Bildkompetenz" im SS09 bei Herrn Prof., Dr. Pie-

rangelo Maset. Ein zentraler Aspekt soll eine kurze aber dennoch prägnante Darstellung der

Bildinterpretationsmethode von Otto sein. Otto beschreibt den Auslegungsprozess in seinem

zweiteiligen Buch ,,Auslegen. Ästhetische Erziehung als Praxis des Auslegens in Bildern und

des Auslegens von Bildern", dass 1987 veröffentlich wurde.

Wie schon im Titel angedeutet, ist Gunter Otto ein nicht ganz unwichtiger Teil dieser Arbeit,

daher wird er und sein kunstpädagogischer Werdegang vorweg kurz vorgestellt. Nach dem

Lebenslauf, der nur einige Eckdaten und Ereignisse Ottos Leben aufzeigen soll, wird durch

die Beschreibung Ottos Weg als Kunstpädagoge eine Überleitung zu der Erläuterung seiner

Methode ,,Auslegen" geschaffen.

Der Auslegungsprozess ist in verschiedene Abschnitte gegliedert. Neben der Perceptbildung,

durch Machen, Sammeln und Sprechen, steht vor allem die Konzeptentwicklung im Vorder-

grund. Dieses Konzept entsteht mit Hilfe des Perceptes in Verbindung mit einem Kontext und

Allocationen. Dieser Vorgang findet in Kapitel 3 genauere Erläuterung.

Mit dieser Methode sollen die Schüler1 etwas an die Hand bekommen, was es ihnen ermög-

licht, sich konstruktiv einem Bild anzunähern. Gensbauer formulierte dazu im Rahmen eines

Seminares für Kusnterziehung auf Ottos Kunstdidaktik bezogen: ,,Der Kunstpädagoge müsse

im Unterricht "Anschlußstellen" suchen, über die er die Schüler zur modernen Kunst führen

könne. So kann der Weg in die Kunst sowohl über die Faszination des Machens, als auch über

das Wissen und die theoretische Information führen. Gegenwartskunst, so schließt Otto etwas

pathetisch dieses Kapitel seiner Betrachtung, sei ein "Übungsfeld der Toleranz" und trage

somit zur "Demokratisierung der Kultur" bei. Kunst müsse demnach gelehrt werden. Wer sich

mit ihr beschäftige, übe sich in die Grundhaltung des Integrierens, des Tolerierens, des Expe-

rimentierens und Kritisierens ein."2

Ein kurzes Fazit in Bezug auf die Umsetzung in der Schule schließt die Arbeit ab.

1 Der Leserlichkeit halber verwende ich nur die männliche Form, gemeint sind aber jeweils Schüler sowie Schü-

lerinnen.

2 Gensbauer, (2000), S. 2

2


2. Wer war Gunter Otto?

Gunter Otto war einer der führenden Kunstdidaktiker der Nachkriegszeit und hatte prägenden

Anteil an der modernen Didaktik des Kunstunterrichtes. Auch seine Modelle und Methoden

zur Ästhetischen Erziehung hatten und haben nachwievor großen Einfluss, bei der Gestaltung

und Planung des Kunstunterrichtes. Eines dieser Modelle zur Ästhetischen Erziehung ist der

Ausgangspunkt dieser Arbeit. Otto veröffentlich dazu 1987 in Zusammenarbeit mit seiner

Frau Maria Otto folgendes Buch: Ästhetische Erziehung als Praxis des Auslegens in Bildern

und des Auslegens von Bildern. In diesem Kapitel soll es vordergründig erst einmal um das

Leben Ottos gehen. Nach einer kurzen Biographie mit wichtigen Eckdaten, folgt die Be-

schreibung wie Gunter Otto zur Kunstdidaktik bzw. Kunsterziehung kam.

2.1 Lebenslauf von Gunter Otto3

Geboren am 10.01.1927 in Berlin

Gestorben am 28.01.1999 in Bad Bevensen

Abb. 1 Gunter Otto4

Seine gesamte Schulzeit fiel in die Zeit des Nationalsozialismus.

1944 wurde er zum Arbeitsdienst einzogen. Hier entstanden einiger seiner ersten Bilde, in

denen der Krieg häufig thematisiert wurde (siehe Anhang Abb.4, 5 und 6)5. Otto stand dem

Naziregime gespalten gegenüber.

Im WS 45/46 begann er sein Studium an der Hochschule für Kunsterziehung in Berlin.

1949 heiratete Otto das erste Mal und 1950 kam sein erstes Kind zur Welt.

1951 schloss er sein Studium mit der Zweiten Staatsprüfung ab und beendete seinen Schul-

dienst 1956. In diesem Jahr wurde Otto an Pädagogische Hochschule Berlin berufen und wur-

de dort Studienrat.

3 Die Eckdaten seines Lebenslaufes wurden auf http://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Otto_(P%C3%A4dagoge)

(Zugriff: 09.08.2009) entnommen.

4 Quelle Abbildung: http://www.kunstlinks.de/img/img10/otto.jpg (Zugriff: 09.08.2009)

5 Abb. 4,5 und 6: Legler (2002), S. 2-3

3


1956 entwickelte er in Zusammenarbeit mit Wolfgang Schulz das ,,Berliner Modell der Di-

daktik".

Um 1958, mit seinem ungefähren Beginn der Publikationstätigkeit hörte Otto, um seinen

eigenen Anforderung als Didaktiker gerecht zu werden, mit dem Malen auf.

1964 veröffentlichte Otto seinen ersten eigenen Entwürf zur Kunstdidaktik unter dem Titel

,,Kunst als Prozeß im Unterricht".

Ab 1968 gab Gunter Otto die Zeitschrift ,,Kunst und Unterricht" heraus.

In den 70er Jahren verlagerte sich Ottos Interesse hin zur Ästhetischen Bildung/Erziehung

des Menschen. 1971 wechselte er an die Universität Hamburg und arbeitete dort als Professor

für Erziehungswissenschaften. 1974 erschien sein programmatisches Werk ,,Didaktik der äs-

thetischen Erziehung". Er veröffentlichte seit den 1970ern mehrere fachdidaktische Schriften

in Form von Büchern und Aufsätzen.

1992 wurde Gunter Otto emeritiert und blieb bis zu seinem Tode 1999 produktiv.

2.2 Ottos Weg seiner kunstdidaktischen Ansätze

Wie im Lebenslauf erwähnt, hat Otto während seiner Jungend und des Studiums selbst gemalt

und sich zu diesem Zeitpinkt, wie Wolfgang Legler (2002) in einer Vorlesung zur ,,Kunstpä-

dagogischen Position" an der Uni Hamburg vermutete, noch nicht für die Fragen der Kunstdi-

daktik interessiert. Um das Jahr 1955 hat Otto eine wichtige künstlerische Richtungsänderung

getroffen. Von der ,,Diktatur des Abstraktismus" hin zur Moderne. Wichtige Impulse für diese

Umorientierung soll der Maler und Theoretiker Willi Baumeister gegeben haben.6

Als er 1956 an der Pädagogischen Hochschule in Berlin zum Oberstudienrat ernannt wurde,

entwickelte er zusammen mit Wolfgang Schulz das sogenannte ,,Berliner Modell der Didak-

tik" (Erläuterung siehe Anhang S. 14-18) . Schulz war Schüler Paul Heimanns, dessen Didak-

tik das Modell mit prägte. Heimanns Strukturanalyse des Unterrichts korrespondiert mit Gun-

ter Ottos Strukturanalyse der Gegenwartskunst und aus dieser Übereinstimmung resultiert

eine erste allgemein didaktisch begründete und erziehungswissenschaftlich orientierte Fach-

didaktik.7

6 Vgl. Legler (2002), S. 6

7 Vgl. Legler (2002), S. 8

4


Der 1964 erschiene fachdidaktische Entwurf Ottos ,,Kunst als Prozeß im Unterricht", ist eine

seiner ersten und einflussreichsten Veröffentlichungen. Otto hebt den Zusammenhang zwi-

schen institutionellen, soziokulturellen und anthropologisch-psychologischen Voraussetzun-

gen des Handelns im Unterricht und allen Entscheidungsfeldern, so strukturiert und reflektiert

wie möglich vor. Als Leitbegriffe dienen Otto Material, Experimentieren und Montage, die er

als die entscheidenden Strukturmerkmale der Gegenwartskunst herausstellt. Seine Entschei-

dung für die Moderne, bildet eine wichtige Voraussetzung für die kunstpädagogische

Ent-

scheidung, die bildende Kunst der Gegenwart zum zentralen Inhalt des Kunstunterrichts zu

machen. Legler verdeutlicht dies durch einen Ausschnitt aus einem Aufsatz Ottos (1959) mit

dem Titel ,,Didaktische Probleme des Unterrichtsfaches ´Bildende Kunst`. ,,...ausgehend von

der Interpretation einer Äußerung Baumeisters: ,,Kunst soll helfen, eine Anschauung von der

Wirklichkeit

heute

zu gewinnen. In diese Funktion muß die kontrollierte, in strenge Gesetz-

mäßigkeiten der Gestaltungslehre gebundene, vom Kunstverstand reflektierte Aussageweise

gegenwärtiger

Kunst hineingenommen werden" ([Otto] 1959, S.514). ,,Die differenzierten

Kulturmuster der Gegenwart", schreibt Otto etwas später, ,,sind ohne rationale Durchdringung

nicht mehr zu assimilieren", dadurch habe sich der Umfang dessen, was an der Kunst lehrbar

ist, erheblich erweitert. ,,Diese Einweisung in den künstlerischen Prozeß", heißt es gegen En-

de des Textes im Blick auf die Gestaltungslehren von Klee bis Burchartz, ,,kommt einer

,Entmythologisierung′ der Kunst gleich, die neue Chancen für bewußtes unterrichtliches

Handeln aufzeigt (S.519)."8

Weiterhin erwähnt Legler in seiner Vorlesung, einen Wandel der fachdidaktischen Orientie-

rung. Immer mehr Aufmerksamkeit gewinnt für Otto die Betrachtungsweise von ,,Kunst als

sozialer Prozess" und somit weg von dem Blickwinkel ,,Kunst als Struktur", welchen er in

seinem oben angesprochenem Buch ausführlich darlegt hat. In seiner folgenden Publikation

,,Didaktik der Ästhetischen Erziehung" erklärt Otto dann, dass prinzipiell alle ästhetischen

Objekte mit oder ohne Kunstanspruch Gegenstand des Kunstunterrichts sein können. Die

Auswahl muss nur entsprechend begründet werden. ,,Von der weitgehenden Beliebigkeit der

Inhalte eines Kunstunterrichts, der unter der Perspektive ,,Ästhetische Erziehung" geplant

wurde, markiert das 1987 erschienene Buch ,,Auslegen - Ästhetische Erziehung als Praxis des

Auslegens in Bildern und des Auslegens von Bildern" zumindest insofern eine Abkehr, als die

Bilder selbst wieder wichtiger und nun auch ganz explizit mit der Lebenswelt, den Erfahrun-

gen und Erinnerungen derer in Beziehung gebracht werden, die sich mit ihnen auseinander-

8 Legler (2002), S. 7. Zitiert nach Otto (1959), S. 514, 519

5



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