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Subtitle: Wie sich der Seitensprung verhindern lässt
Bachelor Thesis, 2009, 155 Pages
Author: Eyk Kluge
Subject: Economics / Business: Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Details
Tags: Markenbindung, Markentreue, Konsumverhalten, Konsumentenverhalten, FCB, Markenloyalität, Kundenbindung, Kaufreihenfolge-Konzept, FirstChoiceBuyer Analyse, Marktanteils Konzept, Beziehungsqualitäts Konzept, Markenpräferenz Konzept, Wiederkaufsabsichts Konzept, Substitutionsbereitschafts Konzept, Involvement, Differenzierung der Marke, Positionierung der Marke, Emotionaler Zusatznutzen, Marketing-Mix, Produktpolitik, Kommunikationspolitik, Preispolitik, Distributionspolitik, Beziehungsmarketing, Coca-Cola und Goethe als Beispiele für erfolgreiches Marketing, Vertrauen und Prägung in der Jugend als wesentlichste Einflussfaktor auf die Markenbindung, Prägung in der Jugend, Vertrauen, Zeitgeist, Lebenswelten, biologische Alterung, Marke, Marken, Seitensprung, First Choice Buyer
Year: 2009
Pages: 155
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-45846-2
ISBN (Book): 978-3-640-45891-2
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Abstract
Das Ziel dieser Arbeit ist es, eine ausführliche Betrachtung der Thematik der Markenbindung zu liefern. Mithilfe theoretischer Erklärungsansätze aus der Konsumverhaltensforschung, der Marketingtheorie, sowie einem kurzen Einblick in die Psychologie als interdisziplinärer Teil, soll das Phänomen der Markenbindung näher analysiert werden. Desweiteren sind die ausschlaggebenden Einflussgrößen und Umstände, welche die Markenbindung entscheidend beeinflussen, herauszustellen und ihre Wirkungen näher zu erläutern. Es sind die Fragen zu klären: „Wie die Markenbindung entsteht, wie sie aufrechterhalten werden kann und wie sie sich entwickeln lässt?“, „Was beeinflusst die Markenbindung und was sind ihre Stützen bzw. Bruchstellen?“, „Welche Bedeutung hat die Markenbindung?“ und „Wie hat sich die Markenbindung in den letzten Jahren entwickelt?“. Zur Klärung dieser Fragen und zwecks der Veranschaulichung der Thematik Markenbindung werden sowohl theoretische Ansätze als auch aktuelle Entwicklungen und Untersuchungen aus der Praxis aufgegriffen. Zudem sollen aus den vorgestellten Erklärungsansätzen und mit Hilfe aller gesammelten Erkenntnisse Handlungsempfehlungen für die Marketing-Praxis gegeben werden, welche die Markenbindung beim Verbraucher stärken sollen. Hierbei spielt u.a. die Übertragung der Erkenntnisse aus der Konsumverhaltensforschung und der Psychologie auf das Marketing eine entscheidende Rolle.
Excerpt (computer-generated)
Eyk Kluge
Markenbindung - ,,R
ealität oder Illusion?"
Wie sich der Seitensprung verhindern lässt!
B A C H E L O R T H E S I S
Markenbindung ,,Realität oder Illusion?"
Wie sich der Seitensprung verhindern lässt!
Vorgelegt von:
Eyk Kluge
Bearbeitungszeitraum:
Abgabetermin:
15.06.2009 15.08.2009
14.08.2009
Studiengang:
Betriebswirtschaftslehre (Bachelor), 7. Semester
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
- I -
Abkürzungsverzeichnis
IV
A. EINLEITUNG
1
1.
Hintergrund der Arbeit
1
2.
Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
4
3.
Bedeutung der Markenbindung als Ziel im Marketing
6
B. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
10
1.
Markenbindung
10
1.1. Herleitung der Definition für Markenbindung
10
1.1.1. ,,Marken... "
10
1.1.2. ,, ...Bindung"
15
1.1.3. Definition der Markenbindung in Abgrenzung zur Markenloyalität
und Markentreue
18
1.1.4. Markenbindung vs. Kundenbindung
20
1.2.
Methoden zur Messung der Markenbindung
21
1.2.1. Verhaltensorientierte Ansätze
22
1.2.1.1. Kaufreihenfolge-Konzept
22
1.2.1.2. Marktanteils-Konzept (FirstChoiceBuyer-Analyse)
23
1.2.2. Einstellungsorientierte Ansätze
24
1.2.2.1. Beziehungsqualitäts-Konzept
24
1.2.2.2. Markenpräferenz, Wiederkaufsabsichts- und Substitutions-
bereitschafts-Konzept
25
1.2.3. Zusammenfassende Beurteilung der Ansätze zur Messung
der Markenbindung
26
1.3. Einfluss unterschiedlicher Warengruppen und
das Involvement auf die Markenbindung
27
Inhaltsverzeichnis
2.
Das Konsumentenverhalten als Grundlage
- II -
der Markenbindung
29
2.1. Einführung in das Konsumentenverhalten
29
2.2. Ausgewählte Einflussgrößen auf das Konsumentenver-
halten und ihre Wirkung auf die Markenbindung
32
2.2.1. Einfluss soziologischer Faktoren auf das Konsumentenverhalten
32
2.2.2. Einfluss demografischer Faktoren auf da Konsumentenverhalten
34
2.2.3. Einfluss sozio-ökonomischer Faktoren auf das Konsumentenverhalten
35
2.2.4. Einfluss psychologischer Faktor auf das Konsumverhalten
36
2.3.
Theoretische Ansätze zur Erklärung des Konsumentenver-
haltens und ihr Beitrag zur Begründung von Markenloyalität
37
2.3.1. Theorie des wahrgenommenen Risikos
37
2.3.2. Theorie der kognitiven Dissonanz
38
2.3.3. Lerntheorie
39
C. PRAXISBEZOGENE ERKLÄRUNGSANSÄTZE
41
1.
Aktuelle wirtschaftliche Rahmenbedingungen
41
2.
Markenbindung aus Sicht des Marketings
48
2.1. Marketing-Mix als Ursache für Markenbindung
49
2.1.1. Differenzierung der Marke mit Hilfe relevanter Unique Selling Proposition
oder Unique Advertising Proposition
49
2.1.2. Die Positionierung der Marke
52
2.1.3. Emotionaler Zusatznutzen durch die Marke
56
2.1.4. Elemente des Marketing-Mix und ihre Bedeutung für die Markenbindung
58
2.1.4.1. Produktpolitik
59
2.1.4.2. Kommunikationspolitik
65
2.1.4.3. Preispolitik
68
2.1.4.4. Distributionspolitik
70
2.2.
Bedeutung des Beziehungsmarketing für Aufbau und Erhalt
der Markenbindung
71
2.3.
Coca-Cola und Goethe als Beispiele für erfolgreiches Marketing
75
2.3.1. Coca-Cola
75
2.3.2. Goethe
78
Inhaltsverzeichnis
3.
Ausgewählte Themenkomplexe mit besonderer
- III -
Bedeutung für die Markenbindung
79
3.1. `Vertrauen` und `Prägung in der Jugend` als wesentlichste
Einflussfaktoren auf die Markenbindung
79
3.2. Stammkäufer-Erosion und ihre Ursachen
82
3.3. Markenbindung in Abhängigkeit von Zeitgeist, Lebenswelten
und biologische Alterung
85
D. SCHLUSSBETRACHTUNG
92
Abbildungsverzeichnis
94
Tabellenverzeichnis
95
Verzeichnis der Anhänge
96
Anhang
99
Literaturverzeichnis
132
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
- IV -
Abb.
Abbildung
AC Nielsen
Arthur Charles Nielsen
Aufl.
Auflage
BIP
Bruttoinlandsprodukt
Bsp.
Beispiel
bspw.
beispielsweise
ca.
circa
d.h.
das heißt
ebd.
ebendort
et al.
et alterii (und andere)
etc.
et cetera (und so weiter)
FMCG
Fast Moving Consumer Goods (Konsumgüter)
GEM
Gesellschaft zur Erforschung des Markenwesens e.V.
GfK
Gesellschaft für Konsumforschung e.V.
Hrsg.
Herausgeber
i.d.R
in der Regel
inkl.
inklusive
Jg.
Jahrgang
Kap.
Kapitel
LEH
Lebensmitteleinzelhandel
o.V.
ohne Verfasser
S.
Seite
sog.
sogenannte
u.a.
unter anderem
usw.
und so weiter
vgl.
vergleiche
z.B.
zum Beispiel
A. EINLEITUNG
- 1 -
A. EINLEITUNG
1. Hintergrund der Arbeit
In einer funktionierenden Beziehung, bei tief empfundener Zuneigung, stellt sich die Frage
der Treue nicht. Vielen Paaren gelingt es, jahrzehntelang einander treu zu sein. Einzigartige
physische Merkmale, starke emotionale Gefühle und besondere Eigenarten, die ein anderer
womöglich nicht einmal bemerken würde, sind die Säulen dieser lang währenden Verbun-
denheit. Das Wirken dieser Naturkräfte läuft oft unbewusst ab und wird durch kognitive
Prozesse (= im Gehirn ablaufende, geistige Vorgänge) und physische Elemente beeinflusst.
Ist am Anfang die physische Attraktivität von wesentlicher Bedeutung, werden dem folgend
die qualitativen Eigenschaften immer wichtiger. Nach einigen Jahren kommen das Vertrau-
en und das sich Lieben lernen auch in Kenntnis der Schwäche des anderen hinzu. Um die
gegenseitigen, bindenden Neigungen aufrechtzuerhalten, ist es notwendig, die Beziehung
zu pflegen und auf die sich im Laufe der Zeit ändern könnenden Wünsche, sowie Bedürfnis-
se einzugehen, um weiter attraktiv für den Partner zu bleiben und ihn schließlich fürs Leben
an sich zu binden. Doch oft sind alle Anstrengungen umsonst und vor allem in längeren
Beziehungen, zeigen sich nach einiger Zeit die ersten Abnutzungserscheinungen. So führt
die fehlende Eigeninitiative, um dem Partner die Zuneigung zu geben, die er benötigt, oft
dazu, dass er sich die Bestätigung woanders holt. Und ist das Vertrauen erst einmal ver-
schenkt, lässt es sich nur mit sehr viel Zeit und Mühe wiedergewinnen. Aber selbst dann
gibt es keine Garantie, eine zweite Chance zu erhalten. Einer repräsentativen Studie von
FirstAffair.de zur Folge, sind 30 % der Deutschen schon mal Fremdgegangen.1 Die Men-
schen sind empfänglich für Komplimente, Zuneigungen, Bewunderungen und einem kleinen
Flirt nicht abgeneigt. Oft liegt der Schlüssel zum Fremdgehen bereits in der Kindheit. Dokto-
rin Geneviève Beaulieu-Pelletier, Professorin an der Universität von Montréal, erklärt, ,,
Die
emotionale Bindung, die wir zu anderen haben, ist mit der Zuneigung verbunden, die wir von
unseren Eltern während der Kindheit empfangen haben
".2
Diese Eingangsgedanken zur Bindung von Personen in Partnerschaften, lassen sich sehr gut
auf die Bindung der Konsumenten an eine Marke übertragen. Auch bei der Markenführung
ist das oberste Ziel der Aufbau von Präferenzen, um die Marke möglichst attraktiv für den
1 Vgl. FirstAffair.de: Studie 2009 Leidenschaft und Erotische Abenteuer, 2009, S. 1 f.
2 Vgl. www.3sat.de, siehe Internetquellen auf der CD: Internetquelle-Nr.1.
A. EINLEITUNG
Konsumenten zu machen. Zudem ist die ständige Pflege der Beziehung zwischen Marke und
- 2 -
Konsument essentiell, um die freiwillige Bindung aufrecht erhalten zu können. Doch statt
durch Optimierung der Markenstrategien die Markenbindung zu stärken, richtet die Indust-
rie ihre Marketingaktivitäten überwiegend auf die Gewinnung von Neukäufern aus. Mar-
kenbindung wird dabei schlichtweg unterstellt. Hier unterliegen, laut einer Umfrage der
Facit Marketing-Forschung, 80 % der Marketingmanager aus der Fast Moving Consumer
Goods (FMCG)-Industrie der Fehleinschätzung, dass die Markenbindung der Verbraucher in
den letzten Jahren konstant geblieben oder sogar gestiegen ist.3 Betrachtet man diesen
Irrtum im Kontext bestenfalls stagnierender Umsatzentwicklungen der Marken,4 so müss-
ten dabei bereits einige kritische Fragen aufkommen: ,,
Ist das Neukundenmarketing, bei
unterstellter Kundentreue, eigentlich so erfolgreich wie gedacht? Oder steht es um die Mar-
kenbindung doch nicht so gut wie gedacht? Stopfen neue Kunden nur die Löcher, welche die
vermeintlich treuen aber in der Realität umherschweifenden Konsumenten aufreißen?
".5
Von allen Seiten mehren sich die Anzeichen, dass die Markenbindung tendenziell rückläufig
ist. So spricht man in der Literatur, von der zunehmenden Bereitschaft der Konsumenten,
die Marke zu wechseln6 bzw. dass die Kundenloyalität gegenüber Marken stark erodiert.7
Weiter findet man Aussagen, dass die Bindungsbereitschaft der Verbraucher weiter ab-
nimmt8 oder man spricht vom markenilloyalen Verbraucher.9 Dieses Problem wird zudem
durch eine Vielzahl von Studien unterschiedlicher Institute deutlich belegt. So ergab die
Verbraucheranalyse 2001, durchgeführt von der Axel Springer AG, dass die Durchschnitts-
loyalität für eine Marke im FMCG vom Jahr 1993 auf 2001 um ca. 10 % gesunken ist.10 Die
Analyse verdeutlicht, dass die Bereitschaft der Verbraucher, sich an einzelne Marken lang-
fristig zu binden, spürbar abnimmt. Dies wird durch eine Studie der Gesellschaft für Kon-
sumforschung (GfK) aus dem Jahr 2008 bestätigt. Sie ergab, dass sich die Bindung an die
erstpräferierte Marke von 71 % im Jahr 1989 auf 62 % in 2007 dramatisch verschlechtert
hat und sich die aktuelle hohe Erosionsrate der Stammkäufer von ca. 23 % in den nächsten
3 Vgl. Twardawa, W. und R. Wildner: Gibt es Treue für die Marke: Lebenslange Markenbindung - Realität oder
Illusion?, in GfK-Nürnberg e.V. (Hrsg.), Lebenslange Markenbindung: S. 27 - 75, 2008, hier S. 29.
4 Vgl. Twardawa, W.: Consumer Index - Total Grocery, GfK ConsumerScan (3), 2008, S. 7.
5 Vgl. Twardawa, W. und R. Wildner: Gibt es Treue für die Marke: Lebenslange Markenbindung - Realität oder
Illusion?, in GfK-Nürnberg e.V. (Hrsg.), Lebenslange Markenbindung: S. 27 - 75, 2008, hier S. 29.
6 Vgl. Glusac, N.: Der Einfluss von Bonusprogrammen auf das Kaufverhalten und die Kundenbindung, 2005, S. 10
7 Vgl. Antrecht, R. et al: Starke Marken, Capital (7): S. 33 - 46, 1996, hier S. 42
8 Vgl. Esch, F.-R. el al: Herausforderungen und Aufgaben des Markenmanagements, in F.-R. Esch (Hrsg.): Moder-
ne Markenführung: S. 4 - 55, 2005, hier S. 26; Esch, F.-R.: Strategie & Technik der Markenführung, 2005, S. 47.
9 Vgl. Feldmeier, S.: Dickicht der Marken, werben & verkaufen (4): S. 71 - 76, 1997, hier S. 74
10 Vgl. www.new-bussiness.de, siehe Internetquellen auf der CD: Internetquelle-Nr.2.
A. EINLEITUNG
Jahren weiter erhöhen wird.11 Es wird die dringende Aufgabe der Industrie sein, diese Ero-
- 3 -
sion zu stoppen, um die Position der Marke nicht zu gefährden. Für viele Unternehmen
bedeutet dies eine substanzielle Neuausrichtung des Marketings.
Die abnehmende Markenbindung und zunehmende Stammkäufer-Erosion haben dabei
vielerlei Ursachen. Eine davon ist die ständig wachsende Markenvielfalt.12 Dies führt dazu,
dass der Konsument angesichts des unüberschaubaren Angebots die Übersicht verliert, und
er fühlt sich durch ein ,,Information Overload" überfordert.13 Die intensive Bindung des
Verbrauchers an eine Stammmarke wird immer häufiger durch ein ,,Relevant Set",14 wel-
ches eine Auswahl präferierter Marken innerhalb einer Produktgruppe darstellt, die für die
Kaufentscheidung des Verbrauchers prinzipiell in Frage kommen, getauscht.15 Zudem wird
dieser Trend durch die zunehmende Wahl- und Gestaltungsfreiheit, die sich durch die
wachsende Fülle an attraktiven Angeboten bieten, unterstützt.16 Monogame Markentreue
(= eine exklusive Beziehung zu nur einer Marke) gibt es nur noch sehr selten, vielmehr sind
die Verbraucher polygam, d.h. sie haben stabile Beziehungen zu mehreren seriösen Mar-
ken, von denen eine im Allgemeinen häufiger gekauft wird als die andere. In Liebesdingen
wäre dieser Zustand wohl kaum zu akzeptieren, doch in Markendingen entspricht dies heu-
te der Normalität. Ferner beeinflusst der Mangel an klaren Markenprofilen und die damit
einhergehende sinkende Differenzierung zwischen den Marken die Markenbindung, was
insgesamt zu einer sinkenden Bereitschaft führt, Markenartikel zu kaufen.17 Ein weiterer
Einflussfaktor auf die Markenbindung sind die Änderungen in den Konsumgewohnheiten
hin zum hybriden (= gemischten bzw. gegensätzlichen) Kaufverhalten, sowie die steigende
Austauschbarkeit von Markenartikeln, z.B. durch Handelsmarken. Dies wird durch die sin-
kenden Qualitätsunterschiede zwischen den Produkten und das steigende Preisbewusstsein
11 Vgl. Twardawa, W. und R. Wildner: Gibt es Treue für die Marke: Lebenslange Markenbindung - Realität oder
Illusion?, in GfK-Nürnberg e.V. (Hrsg.), Lebenslange Markenbindung: S. 27 - 75, 2008, hier S. 41 f.
12 Vgl. Esch, F.-R.: Strategie & Technik der Markenführung, 2005, S. 27; BBDO Consulting: Brand Parity Studie
2004, 2005, S. 5; www.seminar-shop.com, siehe Internetquellen auf der CD: Internetquelle-Nr.3.
13 Vgl. Fischer, Marc, F. Hieronimus und M. Kranz: Markenrelevanz in der Unternehmensführung, in Marketing
Zentrum Münster und McKinsey (Hrsg.): Arbeitspapier Nr. 1, 2002, S. 23.
14 Ein ,,Relevant Set" (=
Auswahl für den Kauf in Frage kommender Marken
) entspricht einer selektiven Marken-
auswahl aus dem ,,Available Set" (=
überhaupt verfügbare Angebote
) und dem ,,Processed Set" (=
vertraute
Marken
), dem ,,Accept Set" (=
akzeptierte Marken
) und dem ,,Evoked Set" (=
wenige präferierte Marken
). Inner-
halb dieses Selektionsverfahrens gibt es noch den ,,Unawareness Set" (=
nicht zur Kenntnis genommene Mar-
ken
), den ,,Foggy Set" (=
nicht vertraut Marken
) und den ,,Reject Set" (=
nicht akzeptierte Marken
).
15 Vgl. o.V.: Marken-Treue schwindet, Marketing Journal (5), 1996, S. 328.
16 Vgl. Twardawa, W. und R. Wildner: Gibt es Treue für die Marke: Lebenslange Markenbindung - Realität oder
Illusion?, in GfK-Nürnberg e.V. (Hrsg.), Lebenslange Markenbindung: S. 27 - 75, 2008, hier S. 41.
17 Vgl. Tropp, J.: Markenmanagement: Der Brand Management Navigator, 2004, S. 66.
A. EINLEITUNG
der Verbraucher im Kaufentscheidungsprozess zusätzlich noch verstärkt.18 Zudem kann der
- 4 -
Verbraucher heute schon kaum noch zwischen Hersteller- und Handelsmarken unterschei-
den. ,,
Persil, Ariel und Tandil werden heute in einem Atemzug genannt. Von No-Names kann
bei Eigenmarken des Handels vielfach nicht mehr die Rede sein
", so GfK-Experte Wolfgang
Twardawa.19 Weitere Einflussgrößen sind die Änderungen durch die Übergänge zwischen
den Lebenswelten und die frühzeitige Prägung für eine Marke in der Jugend.20 Bedenkt
man, obwohl die Stammkäufer die kleinere Gruppe ist, dass sie im Durchschnitt über alle
Marken 71 % des Umsatzes generieren, d.h. ein Stammkäufer gibt zweimal mehr Geld für
die Marke aus als jeder einzelne Gelegenheitskäufer, dann wird einem die entscheidende
Bedeutung des Themas Markenbindung bewusst. Die wesentliche Herausforderung besteht
darin, die Marke unter den heutigen Rahmenbedingungen im Angebotsmeer zu differenzie-
ren und für den Konsumenten sichtbar zu machen.21 Es gilt die eigene Marke in den Köpfen
der Konsumenten zu platzieren und emotional aufzuladen.22 Denn nur starke Marken er-
möglichen, Vertrauen, Präferenzen und Bindungen aufzubauen.
2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
Das Ziel dieser Arbeit ist es, eine ausführliche Betrachtung der Thematik der Markenbin-
dung zu liefern. Mithilfe theoretischer Erklärungsansätze aus der Konsumverhaltensfor-
schung, der Marketingtheorie, sowie einem kurzen Einblick in die Psychologie als interdis-
ziplinärer Teil, soll das Phänomen der Markenbindung näher analysiert werden. Desweite-
ren sind die ausschlaggebenden Einflussgrößen und Umstände, welche die Markenbindung
entscheidend beeinflussen, herauszustellen und ihre Wirkungen näher zu erläutern. Es sind
die Fragen zu klären: ,,
Wie die Markenbindung entsteht, wie sie aufrechterhalten werden
kann und wie sie sich entwickeln lässt?
", ,,
Was beeinflusst die Markenbindung und was sind
ihre Stützen bzw. Bruchstellen?
", ,,
Welche Bedeutung hat die Markenbindung?
" und ,,
Wie
hat sich die Markenbindung in den letzten Jahren entwickelt?
". Zur Klärung dieser Fragen
und zwecks der Veranschaulichung der Thematik Markenbindung werden sowohl theoreti-
18 Vgl. Esch, F.-R.: Strategie & Technik der Markenführung, 2005, S. 46; Esch, F.-R. el al: Herausforderungen und
Aufgaben des Markenmanagements, in F.-R. Esch (Hrsg.): Moderne Markenführung: S. 4 - 55, 2005, hier S. 27 f.
19 Vgl. Garber, T.: Privat Label vs. Brands, Absatzwirtschaft (Sonderheft): S. S. 14 - 15, 2003, hier S. 15.
20 Vgl. Twardawa, W. und R. Wildner: Gibt es Treue für die Marke: Lebenslange Markenbindung - Realität oder
Illusion?, in GfK-Nürnberg e.V. (Hrsg.), Lebenslange Markenbindung: S. 27 - 75, 2008, hier S. 61.
21 Vgl. Esch, F.-R.: Strategie & Technik der Markenführung, 2003, S. 33 ff.
22 Vgl. Esch, F.- R. und T. Möll: Kognitionspsychologische und neuroökonomische Zugänge zum Phänomen Mar-
ke, in F.-R. Esch (Hrsg.): Moderne Markenführung, S. 61 - 81, 2005, hier S. 70 f.
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