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Zukunftsfähigkeit der Rentenversicherung im Rahmen der Social Security in den USA

Scholary Paper (Seminar), 2003, 26 Pages
Author: Peter Tilman Schuessler
Subject: American Studies - Culture and Applied Geography

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 26
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V13828
ISBN (E-book): 978-3-638-19373-3
ISBN (Book): 978-3-638-68171-1
File size: 304 KB

Abstract

Die Sozialsysteme in den Vereinigten Staaten werden oft als beispielhaft dargestellt, als bedrohliche Entwicklung (Amerikanisierung der Verhältnisse) verteufelt oder als Vergleich benutzt. Teil dieses Systems ist die Rentenversicherung und interessanterweise handelt es sich bei diesem System um prinzipiell dasselbe wie in Deutschland: auch in den USA wurde ein Generationenvertrag („pay as you go“) abgeschlossen. Diese Hausarbeit wird zeigen, dass das Amerikanische Rentenversicherungssystem im Rahmen der Social Security (d.h. die Möglichkeiten privater Zusatzvorsorge werden nicht diskutiert) zwar Finanzierungsprobleme bekommen könnte, in der nahen Zukunft jedoch ohne grundlegende Reformen finanzierbar bleibt. Fraglich bleibt dies über einen längeren Zeitraum (75 Jahre). Nach einer kurzen Darstellung der Rentenversicherung beschäftigt sich diese Hausarbeit mit der Zukunftsfähigkeit und den Zeithorizonten der Social Security. Anschließend werden Reformoptionen, die in die daraufhin behandelten Vorschläge und Pläne zum größten Teil einfliessen, dargestellt und bewertet. Unter den weiteren Vorschlägen werden Ideen diskutiert, die das bisherige System verlassen, oder die generelle Notwendigkeit von Reformen in Frage stellen. Diese Arbeit wird sich dem letzten Beitrag insofern anschließen, dass wenn überhaupt, dann nur geringer Reformbedarf zur Verbesserung der zukünftigen Finanzierbarkeit besteht und die bekannten Reformideen meist nicht vernünftig, nicht sozial, nicht praktikabel oder zu riskant sind.


Excerpt (computer-generated)

 

Zukunftsfähigkeit der Rentenversicherung
im Rahmen der Social Security in den USA

 

 

 

„In all likelyhood, these taxes [Social Security Taxes] will have to be raised, or benefits cut, given that the system as a whole is still significantly underfunded“ Alan Greenspan1


1. Einleitung  4

2. Kurze Darstellung der Rentenversicherung (als Teil der Social Security) der USA 4

3. Zukunftsfähigkeit  6

4. Probleme/ Vorteile des jetzigen Systems und Diskussion möglicher Lösungsvorschläge  7

4.1 Reformoptionen 8

a) Reduktion von Leistungen 8
b) Erhöhung der Einnahmen  10
c) Steigerung der Kapitalerträge der Aktiva des Fonds  10

4.2 Reformvorschläge und -pläne  12

a) President Clinton’s Plan  12
b) Die Roth und Kasich Pläne  13
c) Der Ball Plan 13
d) National Commission’s  13
e) Der Moynlhan-Kerrey Plan  14
f) Der Feldstein Plan 14
g) Brookings Scholars‘ Plan  14
h) Advisory Council’s Add-On Accounts 15

4.3 Weitere Vorschläge und Standpunkte  15

a) Advisory Council’s Two-Tiered System  15
b) Vorschlag des Cato Institute  15
c) The Phony Crisis (Baker und Weisbrot)  16

4.4 Fazit  18

5. Schluß  19


 

 

 

1. Einleitung

Die Sozialsysteme in den Vereinigten Staaten werden oft als beispielhaft dargestellt, als bedrohliche Entwicklung (Amerikanisierung der Verhältnisse) verteufelt oder als Vergleich benutzt. Teil dieses Systems ist die Rentenversicherung und interessanterweise handelt es sich bei diesem System um prinzipiell dasselbe wie in Deutschland: auch in den USA wurde ein Generationenvertrag („pay as you go“)2 abgeschlossen. Diese Hausarbeit wird zeigen, dass das Amerikanische Rentenversicherungssystem im Rahmen der Social Security (d.h. die Möglichkeiten privater Zusatzvorsorge werden nicht diskutiert) zwar Finanzierungsprobleme bekommen könnte, in der nahen Zukunft jedoch ohne grundlegende Reformen finanzierbar bleibt. Fraglich bleibt dies über einen längeren Zeitraum (75 Jahre).

Nach einer kurzen Darstellung der Rentenversicherung beschäftigt sich diese Hausarbeit mit der Zukunftsfähigkeit und den Zeithorizonten der Social Security. Anschließend werden Reformoptionen, die in die daraufhin behandelten Vorschläge und Pläne zum größten Teil einfliessen, dargestellt und bewertet. Unter den weiteren Vorschlägen werden Ideen diskutiert, die das bisherige System verlassen, oder die generelle Notwendigkeit von Reformen in Frage stellen.

Diese Arbeit wird sich dem letzten Beitrag insofern anschliessen, dass wenn überhaupt, dann nur geringer Reformbedarf zur Verbesserung der zukünftigen Finanzierbarkeit besteht und die bekannten Reformideen meist nicht vernünftig, nicht sozial, nicht praktikabel oder zu riskant sind.

2. Kurze Darstellung der Rentenversicherung (als Teil der Social Security) der USA

Die Rentenversicherung in den USA ist eine national einheitliche, beitragsbezogene Pflichtversicherung ohne Staatszuschüsse. Sie ist ein Teil der Social Security, die aus den Bereichen Rentenversicherung, Arbeitsunfähigkeitsversicherung, Hinterbliebenenversicherung und der Krankenversicherung für Rentner (Medicare) besteht. National einheitlich bedeutet, dass die Regelungen für alle Bundesstaaten gleich sind und für alle gelten. Es handelt sich zudem um eine beitragsbezogene Pflichtversicherung: Versicherungspflichtig sind grundsätzlich alle Erwerbstätigen, das heisst sowohl abhängig Beschäftigte als auch Selbständige. 96 Prozent aller amerikanischen Erwerbstätigen haben eine Rentenversicherungsmitgliedschaft3. Die Beiträge (Social Security Taxes4) betragen 12,4% (Stand19995) und sie werden bis zu der Beitragsbemessungsgrenze (Social Security Cap) von $70.0006 je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Selbständige zahlen den gesamten Satz. Bei Erreichung des Rentenalters wird eine monatliche Rente bis zum Tod gezahlt die sich aus den Beitragszahlungen und einer Rentenformel ergibt. Für jeweils 870$ Einkommen erwirbt man einen Credit, jedoch maximal 4 Credits pro Jahr. 40 Credits berechtigen zum vollen Anspruch. Die Berechnungsbasis ist der größte Teil des durchschnittlichen Lebenseinkommens. Die prozentuale Höhe der Rente errechnet sich umgekehrt proportional zum Einkommen; das bedeutet ein Niedrigverdiener bekommt einen höheren Prozentsatz seines Durchschnittseinkommens im Alter als ein Besserverdienender. Der Einkommensersatz bei verheirateten Niedrigstverdienern liegt so bei relativ hohen 85% im Vergleich zu nur 38% bei verheirateten Höchstverdienern (wenn bei beiden der Ehegatte nicht gearbeitet hat)7. Ein Durchschnitsverdiener kann ungefähr mit 40% Einkommensersatz rechen8. Fast 44 Millionen Amerikaner beziehen derzeit eine staatliche Rente in Form der so genannten "Social-Security-Schecks". Im Schnitt beträgt die monatliche Rente 780 Dollar, der Höchstbetrag liegt bei 1.373,- Dollar9. Neben des eigenen Anspruchs erwirbt ein Beitragszahler auch gleichzeitig eine Zusatzrente für Familienangehörige. Diese ist in der Höhe durch ein Familienmaximum gedeckelt10. „Seit 1972 besteht eine dynamische Rente, die an den Index der Lebenshaltungskosten gekoppelt ist“11 (Cost of Living Adjustment – COLA). Seit 1983 ist es auch möglich bei schlechter Finanzlage der Rentenversicherung den Anstieg an der Lohnentwicklung zu orientieren12. Mit 65 Jahren können alle vor 1938 Geborenen in Rente gehen, mit 67 Jahren alle Geburtsjahrgänge nach 1960. Die Anhebung der Altersgrenze ist nach Geburtsjahrgängen gestaffelt, sodass z.B. der Geburtsjahrgang 1955 mit 66 Jahren und 2 Monaten das notwendige Alter erreicht hat (genauere Aufstellung in Anhang 1). In Frührente zu gehen ist ab einem Alter von 62 Jahren möglich, es müssen jedoch Abschläge bei der Rentenhöhe in Kauf genommen werden13. Auf der anderen Seite gibt es auch die Option bis 70 gegen Aufschläge zu arbeiten. Die Social Security Taxes werden von der IRS (Internal Revenue Service) gemeldet um die Ansprüche zu errechnen. „Die Beiträge werden vom Lohn einbehalten und mit den Arbeitgeberbeiträgen von der Steuerverwaltung des Bundes eingezogen, die diese an die unabhängigen Bundessozialversicherungsträger (Social Security Trust Funds) weitergeleitet“14. Das Amerikanische System basiert auf einem Generationenvertrag, dem „pay as you go financing“ 15, das System hat sich selbst zu tragen. Staatszuschüsse sind nicht vorgesehen16. Bei der Erwirtschaftung von Überschüssen werden diese in Staatsanleihen angelegt17, eine Renditeerzielung über den übrigen Kapitalmarkt ist nicht vorgesehen.

Die Renten werden bei Übersteigen eines Freibetrages18 von $32.000(pro Jahr und Rentnerehepaar zu 50% steuerpflichtig19. Dies ist nach europäischen Maßstäben eine geringe Belastung.

3. Zukunftsfähigkeit

[...]


1 Worsham, James, „Small Firms‘ Stake In Social Security Reform“, Nation’s Business (März, 1999), S.1,2
2 More on Social Security reform. (AICPA report)“, Journal of Accountancy (Februar 1999), S.1
3 „USA – Geschichte, Gesellschaft, Wirtschaft“, Informationen zur politischen Bildung 268 (3. Quartal 2000), S. 54
4 „Social Security – „A Snapshot““, SSA Publications No 05-10006 (Social Secuity Administration, Jannuary 2003), S.1
5 Worsham, März 1999, S.1
6 Shlaes, Amity, „Fixing Social Security“, Commentary Magazine (Februar 1999), S.o.A.
7 Adams, Willi Paul und Peter Lösche, Hrsg., Länderbericht USA, Schriftenreihe Band 357,. (Bonn, Bundeszentrale für poltitsche Bildung, 1998), S. 689
8 SSA Publications, 2003, S.1
9 Gesichertes Leben [Online], URL: http://www.gesichertesleben.de/archiv/rente/791971302133923840.html [23.2.2003], „Rentenversicherung im Ausland - USA: Gut vorgesorgt Bill?“ (12.3.2001)
10 Adams, 1998, S. 688
11 Informationen zur politischen Bildung 268, 2000, S. 54
12 Adams, 1998, S. 687
13 SSA Publications, 2003, S.1
14 Adams, 1998, S. 687
15 Ferrara, 1980, S.8
16 Adams, 1998, S. 687
17 Worsham, März 1999, S.15
18 Adams, 1998, S. 688
19 Richter, 1992, S.79


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