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Bachelorarbeit, 2008, 38 Seiten
Autor: BA Mireille Murkowski
Fach: Kunst - Fotografie / Film
Details
Tags: Andreas Gursky, Digitale Fotografie, Digitale Bildbearbeitung, Manipualtion als Gestaltungsmittel, Fotomontage
Jahr: 2008
Seiten: 38
Note: 14
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-46541-5
ISBN (Buch): 978-3-640-46247-6
Die Quellen der Abbildungen sind im Abbildungsverzeichnis des Anhangs benannt, die Abbildungen selbst sind jedoch aus Gründen des Urheberrechts nicht Bestandteil dieses Dokumentes. (Note 13 von Zweitgutachter)
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Zusammenfassung / Abstract
Seit ihrer Entdeckung bzw. Erfindung unterliegt die Fotografie dem Diskurs, ob sie ein Medium der Dokumentation oder der Kunst sei. Auch wenn dieser Diskurs zugunsten beider Aspekte entschieden scheint, so ist die Fotografie als Medium besonders seit Beginn des so genannten digitalen Zeitalters in ihrem dokumentarischen, authentischen Wesen in Frage gestellt. Während die Glaubwürdigkeit und der Authentizitätscharakter von Fotografien allgemein zu schwinden droht, scheinen sich jedoch die künstlerischen Perspektiven mit fortschreitender Technikentwicklung zu potenzieren. Dass dennoch das ursprünglich Fotografische, ein authentischer Charakter mit Verweis auf den Referenten, trotz digitaler Bildmanipulation existent bleibt, zeigen die bearbeiteten Fotografien des ehemaligen Becher-Meisterschülers Andreas Gursky. Ziel dieser Arbeit ist es, die digital manipulierte Fotografie bei Andreas Gursky als künstlerisches Ausdrucksmittel im Hinblick auf ihre gestalterische Bildwirkung zu betrachten. Da Gursky die digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten seit 1991 nutzt, beschränkt sich die Betrachtung auf wenige ausgewählte, seit diesem Zeitpunkt realisierte Werke. Anhand von Eigenaussagen des Fotografen soll dabei auch der künstlerische und gestalterische Arbeitsprozess der Bildfindung berücksichtigt werden, über den sich die manipulativen Veränderungen und Neuinterpretationen von Realität zeigen. Welche exakten technischen Prozesse der digitalen Verfremdung dabei zur Anwendung kommen, lässt sich jedoch ohne konkrete Künstlerangaben nicht ergründen und müsste sich einer weiterführenden Betrachtung unterziehen. Denn die manipulativen Veränderungen innerhalb eines Bildes werden erst über einen direkten visuellen Vergleich mit den Originalaufnahmen augenscheinlich. Die Betrachtungen stützen sich einerseits auf wissenschaftliche Veröffentlichungen, wie die anlässlich realisierter Ausstellungen publizierten Kataloge, sowie Artikel kunsthistorischer Fachzeitschriften. Andererseits werden aber auch Veröffentlichungen aus Tageszeitungen oder Wochenzeitschriften mit weniger wissenschaftlichem, sondern vielmehr journalistischem Anspruch herangezogen, da vorwiegend hier die Positionen des Künstlers zu seinem Werk und seiner Arbeitsweise vorzufinden waren.
Textauszug (computergeneriert)
′Manipulative′ Fotografie
am Beispiel von Andreas Gursky
(evtl. weiter Bsp.)
Bachelorarbeit
im Fach
Kunst, Musik und Medien
dem Fachbereich
Germanistik und Kunstwissenschaften
der Philipps-Universität Marburg
vorgelegt von
Mireille Murkowski
Marburg, 2008
1
Einleitung
1
2
Das Medium Fotografie
3
2.1
Authentizitätsanspruch
3
2.2
Künstlerische Fotografie
4
3
Manipulation
6
3.1
Intention
6
3.2
Möglichkeiten der Beeinflussung
8
4
Der Fotograf Andreas Gursky
11
4.1
Themen
11
4.2
Arbeitsweise
14
5
Manipulation als Gestaltungsmittel
17
6
Zusammenfassung
29
7
Literaturverzeichnis
31
8
Abbildungsverzeichnis
35
Einleitung
1 Einleitung
Seit ihrer Entdeckung bzw. Erfindung unterliegt die Fotografie dem Diskurs, ob sie nun ein
Medium der Dokumentation oder der Kunst sei. Auch wenn dieser Diskurs trotz der
vermeintlichen Polarität zugunsten beider Aspekte entschieden scheint, so ist die
Fotografie als Medium besonders seit Beginn des so genannten digitalen Zeitalters in
ihrem dokumentarischen, authentischen Wesen in Frage gestellt. Sie ist somit aufgrund
ihrer veränderten Herstellungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten einer weiteren
ontologischen Grundsatzfrage ausgesetzt.
Während die Glaubwürdigkeit und der Authentizitätscharakter von Fotografien allgemein
zu schwinden droht, einerseits durch die medial bedingte visuelle Reizüberflutung,
andererseits durch das beim Betrachter vorhandene Bewusstsein einer digitalen
Bildbearbeitungsoption, scheinen sich jedoch die künstlerischen Perspektiven mit
fortschreitender Technikentwicklung zu potenzieren.
Dass dennoch das ursprünglich Fotografische, ein authentischer Charakter mit Verweis auf
den Referenten, trotz digitaler Bildmanipulation zugunsten einer künstlerischen, nach
subjektiven Vorstellungen gestalteten Realitätskonstruktion existent bleibt, zeigen die
bearbeiteten Fotografien des ehemaligen Becher-Meisterschülers Andreas Gursky.
In ihrem changierenden Charakter zwischen authentischem Medium und subjektiv
manipuliertem Kunstwerk rufen diese Fotografien beim Betrachter eine paradoxe und
irritierende Wirkung hervor.
Ziel dieser Arbeit ist es, die digital manipulierte1 Fotografie bei Andreas Gursky als
künstlerisches Ausdrucksmittel im Hinblick auf ihre gestalterische Bildwirkung zu
betrachten. Da Gursky die digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten seit 1991 nutzt,
beschränkt sich die Betrachtung auf wenige ausgewählte, seit diesem Zeitpunkt realisierte
Werke. Anhand von Eigenaussagen des Fotografen soll dabei auch der künstlerische und
gestalterische Arbeitsprozess der Bildfindung berücksichtigt werden, über den sich die
manipulativen Veränderungen und Neuinterpretationen von Realität zeigen.
1 Der dabei verwendete Begriff der Manipulation wird hier unter der konstruktiven Prämisse als Kunstgriff
oder Finesse und nicht im Sinne einer negativ konnotierten Beeinflussung verstanden.
1
Einleitung
Welche exakten technischen Prozesse der digitalen Verfremdung dabei im Verlauf des
schöpferischen, die subjektive Wirklichkeit konstruierenden Vorganges zur Anwendung
kommen, lässt sich jedoch ohne konkrete Künstlerangaben nicht ergründen und müsste
sich einer weiterführenden Betrachtung auch unter ontologischen Gesichtspunkten
unterziehen. Denn die manipulativen Veränderungen innerhalb eines Bildes sind aufgrund
der ausgefeilten digitalen Bearbeitung für den ungeübten Betrachter eher latent und ohne
Kenntnis der Originalansichten kaum ersichtlich, werden erst über einen direkten visuellen
Vergleich mit den Originalaufnahmen augenscheinlich.
Hierbei kann auf den aktuellen Ausstellungskatalog2 rekurriert werden, welcher sich zwar
ausschließlich mit den Architektursujets des Fotografen beschäftigt, jedoch diesbezüglich
auch vereinzelt deren konstruierende Aufnahmeprozesse einbezieht, allerdings vertiefende
Betrachtungen zu digitalen Veränderungstechniken ausspart.
Weitere Betrachtungen stützen sich einerseits auf wissenschaftliche Veröffentlichungen,
wie die anlässlich realisierter Ausstellungen publizierten Kataloge3, sowie Artikel
kunsthistorischer Fachzeitschriften4. Andererseits werden aber auch Veröffentlichungen
aus Tageszeitungen oder Wochenzeitschriften5 mit weniger wissenschaftlichem, sondern
vielmehr journalistischem Anspruch herangezogen, da vorwiegend hier die Positionen des
Künstlers zu seinem Werk und seiner Arbeitsweise vorzufinden waren.
Zwar widmen sich die wissenschaftlichen Publikationen, u.a. auch bezugnehmend auf die
Malerei, umfangreich den fotografischen Sujets und deren kunsthistorischer Interpretation,
vernachlässigen dabei jedoch die technische Umsetzung, also den hybriden bzw.
mittlerweile auch rein digitalen Herstellungs- und Bearbeitungsprozess, was im Hinblick
auf die sich angesichts der digitalen Aufnahme- und Bearbeitungsmöglichkeiten
verändernde Ontologie der Fotografie von wachsendem Interesse wäre.
Da nicht alle Werkbetrachtungen am ausgestellten Original erfolgen können, müssen diese
anhand der reproduzierten Katalogabbildungen vorgenommen werden, wobei hier in
Anbetracht der starken Verkleinerung der ursprünglich monumentalen Originalgröße6 die
detaillierte Betrachtung eingeschränkt bleibt. Auf eine umfassende Reflexion aller
2 BEIL, Ralf u.a. (Hrsg.):
Andreas Gursky. ArchiTektur. Ostfildern-Ruit 2008.
3 BÜRGI MENDES, Bernhard (Hrsg.):
Andreas Gursky
. Ostfildern-Ruit 2007 oder WESKI, Thomas (Hrsg.):
Andreas Gursky
. Köln 2007 oder GALASSI, Peter (Hrsg.):
Andreas Gursky
. Ostfildern-Ruit 2001.
4 Wie u.a. das Kunstforum International, Das Kunst-Bulletin, Art. Das Kunstmagazin, Fotogeschichte.
5 Wie u.a. die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Focus, Der Stern und Der
Spiegel.
6 Gurskys Werke erreichen mittlerweile Maße von bis zu 300 x 600 cm.
2
Das Medium Fotografie
kunsthistorischen Aspekte des Oeuvres muss jedoch innerhalb dieses begrenzten Rahmens
verzichtet werden, ebenso müssen umfangreichere Ausführungen und Darstellungen zu
den dokumentarischen, künstlerischen und auch ontologischen Aspekten der Fotografie
und ihrer theoretischen Diskurse unberücksichtigt bleiben.
2 Das Medium Fotografie
2.1 Authentizitätsanspruch
Als ,,pencil of nature", Zeichenstift der Natur, bei dem sich das vom Objekt reflektierte
Licht ohne menschliche Beeinflussung auf dem fotografischen, lichtempfindlichen
Aufnahmematerial verewigt und ein wirklichkeitsgetreues Abbild, sozusagen einen Spiegel
der Natur liefert, ist der Fotografie aufgrund ihrer apparativen Herstellung ein
Authentizitätscharakter impliziert. Jener, scheinbar von subjektiver Einflussnahme befreite,
technische Prozess bewirkt beim Betrachter eine Glaubwürdigkeit, die auf einem
indexikalischen Verweis auf den Referenten7, also einer kausalen Beziehung zum
fotografierten Objekt beruht, denn nur das physisch Präsente kann eine Lichtspur auf dem
fotografischen
Aufnahmematerial
hinterlassen.
Der
damit
verbundene
Authentizitätsanspruch der Fotografie ist in einigen ihrer funktional variierenden
Aufgabenbereiche8 von existenzieller Bedeutung. Dieser sich als kulturelle Konvention
etablierte Vertrauensvorschuss gegenüber der Fotografie wird einerseits beim Rezipienten
zur Informationsvermittlung vorausgesetzt, andererseits dient er aber auch zur
Manipulation der Wahrnehmung.9
Indem die Fotografie mit ihrem Raum- und Zeitausschnitt der Wirklichkeit in
Wahrnehmungsbereiche vordrang, die dem menschlichen Auge aufgrund seiner Trägheit
oder seines fehlenden Auflösungsvermögens10 verschlossen blieben, das ,,Optisch-
7 Vgl. DUBOIS, Philippe:
Der fotografische Akt. Versuch über ein theoretisches Dispositiv.
Amsterdam u.a.
1998, S.49ff.
8 Dazu zählen neben den reproduzierenden und wissenschaftlichen Aufgabenreichen der Fotografie, vor
allem die Bereiche der Beweis führenden Polizeifotografie und der dokumentarischen Pressefotografie.
Wobei unter differenzierter Betrachtung die absolute Integrität bei Letztgenannter aufgrund technischer
Möglichkeiten und spezifischer verlegerischer Interessen bereits in Frage gestellt ist.
9 Hier lässt sich u.a. auf die ästhetisierende und idealisierende Werbefotografie verweisen.
10 Hier waren u.a. die Bewegungsstudien ab 1870 von E.J.Muybridge und E.J.Marey besonders
aufschlussreich. Vgl. FRIZOT, Michel (Hrsg.):
Neue Geschichte der Fotografie
. Köln 1998, S.243ff,
S.273ff.
3
Das Medium Fotografie
Unbewusste"11 sichtbar machte, eröffnete sie eine neue Seherfahrung und Sichtweise der
Wirklichkeit und veränderte damit die kollektiven Sehgewohnheiten. Gleichzeitig
suggeriert sie aber auch mit ihrer zweidimensionalen Abbildung die Illusion einer
Dreidimensionalität und kann ebenso beispielsweise durch perspektivische Verfremdung
oder Verzerrung des Raumes die visuelle Wahrnehmung irritieren. Weil die optischen
Eindrücke kognitiv über Assoziationen und Erfahrungen verarbeitet und interpretiert
werden, weichen visueller Eindruck des menschlichen Auges und fotografisches Bild der
Kamera voneinander ab. Das daraus resultierende Paradoxon ,,[d]ie Fotografie sieht mehr
und sieht weniger als das Auge"12 lässt sich jedoch hier innerhalb des begrenzten Rahmens
nicht erörtern. Daher kann die Fotografie zum einen aufgrund des vom Fotografen
selektierten Raum- und Zeitausschnittes und zum anderen aufgrund einer sich über die
Generationen verändernden individuellen und kollektiven Sehwahrnehmung13 und damit
auch gesellschaftlichen Interpretation kein tatsächliches Abbild der Wirklichkeit liefern.
2.2 Künstlerische Fotografie
Obwohl die Fotografie aufgrund ihrer apparativen Herstellung und ihrer damit scheinbar
grenzenlosen Reproduzierbarkeit dem Kunstwerkcharakter in seiner Einmaligkeit
widerspricht14, hat sie jenen anerkannten Status trotz eines technisch implizierten
Vervielfältigungscharakters und eines vermeintlichen Mangels an gestalterischer
Einflussnahme spätestens seit ihrer musealen Präsentation erlangt.
Entgegen ihres dokumentarischen und wirklichkeitsabbildenden Gebrauchs, wurde sich der
Fotografie bereits seit ihren Anfängen auch als eines künstlerischen Mediums bedient.
Zunächst noch als Hilfsmittel für die Malerei genutzt und empfohlen, unterlag das neue
Medium ebenso seit Anbeginn ästhetischen Ansprüchen. So strebte man danach, die
fotografische Apparatur einschließlich des Bildherstellungsprozesses nicht nur
handwerklich zu beherrschen, sondern auch deren Lichtbildergebnisse nach künstlerischen
Vorstellungen zielgerichtet gestaltend zu beeinflussen. Als besonders künstlerisch galt in
11 SCHÖTTKER, Detlev (Hrsg.):
Walter Benjamin. Medienästhetische Schriften
. Frankfurt am Main 2002.
S.303.
12 STIEGLER, Bernd:
Die Geschichte unseres Auges die Gegenwart der Fotografie in der Fotografie der
Gegenwart
. In: Fotogeschichte, 23 (2003) 88, S. 19.
13 Vgl. Tiedemann, Rolf und Hermann Schweppenhäuser (Hrsg.):
Walter Benjamin. Gesammelte Schriften
.
Frankfurt am Main 1974, S. 478.
14 Vgl. Ebd., S. 475ff.
4
Das Medium Fotografie
ihren Anfängen hierbei, im Gegensatz zu der besonders von der Wissenschaft geschätzten
scharfen und detailreichen Abbildung, das gezielte Ausschalten unerwünschter und
störender Details durch selektive Unschärfe15, wobei man sich an den kompositorischen
Bildwirkungen der Malerei orientierte und zunächst, aufgrund noch mangelnder eigener
künstlerischer Ausdrucksformen, deren Sujets nachahmte.16
Doch erzielten Fotografen wie vor allem Nadar oder David Octavius Hill in der zur
Malerei konkurrierenden Gattung Porträt durch ihren individuellen Stil eine künstlerische
Wirkung, die Walter Benjamin aufgrund ihres ,,auratischen Charakters" als Blütezeit der
Fotografie bezeichnete17. Ebenso konkurrierend zur Malerei, aber auch um sich von der
kommerziellen
Berufsfotografie
abzugrenzen,
setzten
die
Piktorialisten
neue
Edeldrucktechniken, wie Gummi- , Öl- oder Platindrucke ein, um eine Bildwirkung mit
pittoresken Effekten zu erreichen18 und wandten sich dabei den Bildinhalten und ihrer
subjektiven Gestaltung zu. Der manuelle Eingriff in den Bildherstellungsprozess, durch
den selten wiederholbare Ergebnisse entstanden, stützte gleichzeitig den Unikatcharakter
der einzelnen Fotografie und somit ihren Kunstwerkcharakter.
Eigene künstlerische Ausdrucksformen fand in den 1920ern die fotografische Avantgarde,
indem sie sich durch das propagierte ,,Neue Sehen" des Mediums Fotografie und seiner
technischen Möglichkeiten auf neue Sichtweise bediente. Hierbei wurden neben starken
Lichtkontrasten ungewohnte Blickwinkel für die Aufnahmen verwendet, wobei
Perspektiven aus starker Auf-, Unter- oder Schrägsicht unter bewusster Nutzung optischer
Verzerrungen wie stürzender Linien als gestalterische Stilmittel19 galten und dabei die
visuelle Wahrnehmung veränderten. Ebenso entwickelte sich neben der Fotomontage,
welche u.a. durch Kombination von Schrift und Bild das Medium Fotografie als
Kommunikationsmittel nutzte, das Fotogramm, welches als kameralose Fotografie
abstrakte, surrealistische Formen entfaltete. Dabei gewann besonders die gestalterische
Einflussnahme in den fotografischen Entwicklungsprozess an Bedeutung, die grafische
Wirkungen über Mehrfachbelichtungen oder partielle Tonwertumkehrungen durch
Solarisation erzielten20. Diese Experimente betonten die subjektive fotografische Sicht
15 Warstat, Willi:
Die künstlerische Photographie. Ihre Entwicklung, ihre Probleme, ihre Bedeutung
. Leipzig
u.a. 1913, S.35ff.
16 BRAUCHITSCH, Boris v. :
Kleine Geschichte der Fotografie
. Reclam 2002, S. 76ff..
17 SCHÖTTKER, Detlev (Hrsg.):
Walter Benjamin. Medienästhetische Schriften
. Frankfurt am Main, S.
302ff.
18 Vgl. FRIZOT, Michel (Hrsg.):
Neue Geschichte der Fotografie
. Köln 1998, S.293ff.
19 Vgl. Ebd., S.457ff.
20 Vgl. Ebd., S.442ff.
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