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Jugendliche und Internet-Communities / Chats

Subtitle: Gratifikationen jugendlicher Internetnutzer durch Teilhabe an elektronischen Gemeinschaften

Thesis (M.A.), 2001, 214 Pages
Author: M.A. Patrick Hammer
Subject: Communications: Multimedia, Internet, New Technologies

Details

Category: Thesis (M.A.)
Year: 2001
Pages: 214
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 106  Entries
Language: German
Archive No.: V1387
ISBN (E-book): 978-3-638-10863-8
ISBN (Book): 978-3-638-63078-8
File size: 853 KB
Notes :
Originaltitel: Gratifikationen jugendlicher Internetnutzer durch Teilhabe an elektronischen Gemeinschaften - Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Internet-Community GRIN.de


Abstract

Die Kommunikationswissenschaft hat sich mit dem Thema ′elektronische Gemeinschaften′ nur am Rande auseinandergesetzt - so gibt es bisher lediglich eine Handvoll Studien zur ihrer Nutzung. Welche Gratifikationen die Teilhabe an Internet-Communities liefern kann, wurde in diesen Untersuchungen jedoch nur partiell berücksichtigt. An diesem Punkt setzt die vorliegende Arbeit an. Es sollen die Motive für die Nutzung virtueller Gemeinschaften untersucht werden sowie die Gratifikationen, die sie ihren Mitgliedern bieten. Der Fokus liegt dabei auf der Hauptnutzergruppe - den Jugendlichen. Ziel ist es, den speziellen Nutzen virtueller Gesprächsforen für Teenager aufzuzeigen und einen umfassenden Katalog möglicher Gratifikationsdimensionen zu erstellen, um diesen von der Kommunikationswissenschaft vernachlässigten Forschungsbereich zu erhellen. In drei Online-Gruppendiskussionen im Chat der Schüler- und Studentencommunity ′GRIN′3 sollen die Motive und Gratifikationen von Vielnutzern für die regelmäßige Teilnahme an einer virtuellen Gemeinschaft ermittelt werden. Dabei soll die Betrachtung des Alltags der Jugendlichen nicht vernachlässigt werden, da davon ausgegangen werden kann, dass die spezifischen Lebensumstände Heranwachsender sich gravierend auf deren Bedürfnisse auswirken. In der explorativen, qualitativen Untersuchung wird Wert darauf gelegt, möglichst viele der erdenklichen Gratifikationen zu ermitteln, um einen Gesamtkatalog der Nutzungsmotive aufstellen zu können. In der Konzeptionsphase der vorliegenden Arbeit hat der Kommunikationsforscher Prof. Dr. Höflich von der Universität Erfurt wertvolle Anregungen gegeben, um das Gesamtkonzept der Studie zu optimieren. Im ersten, theoretischen Teil der Arbeit sollen die medienwissenschaftlichen Grundlagen zur empirischen Untersuchung vorgestellt werden. Betrachtet wird die Kommunikation innerhalb elektronischer Gemeinschaften, ebenso Jugendliche und die Lebensphase, in der sie sich befinden und letztendlich die für die Studie relevanten kommunikationswissenschaftlichen Theorien. Im empirischen Teil wird daraufhin die grundlegende Forschungsfrage mit den zugehörigen Untersuchungsfragen vorgestellt. Im Anschluss daran wird die Untersuchungsmethode und die Konzeption der Studie präsentiert. Die Ergebnisse der Auswertung der Online-Gruppendiskussionen sollen letztlich dazu beitragen, die Forschungslücke im Bereich der Nutzung virtueller Communities zu schließen.


Excerpt (computer-generated)

Gratifikationen jugendlicher Internetnutzer
durch Teilhabe an elektronischen Gemeinschaften

Eine empirische Untersuchung am Beispiel
der Internet-Community GRIN.de

Freie wissenschaftliche Arbeit 

zur Erlangung des akademischen Grades eines Magister Artium (M.A.)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft (ZW)

vorgelegt von

Patrick Hammer

München, September 2001

 

Inhaltsverzeichnis Band I:

Abbildungsverzeichnis ...5
Tabellenverzeichnis ...5

I. Theoretischer Teil ...6

1. Einleitung ...6

2. Elektronische Gemeinschaften und ihre Nutzung ...8
2.1 Nutzung des Internet ...8
2.2 Elektronische Gemeinschaften ...9
2.2.1 Der Begriff der Interaktivität ...13
2.2.2 Formen computervermittelter Kommunikatio ...14
2.2.3 Computerrahmen ...16
2.3 Nutzung elektronischer Gemeinschaften ...20
2.3.1 Mediale Kontakte in elektronischen Gemeinschaften ...21
2.3.2 Umgang der Nutzer mit medialen Restriktionen ...24
2.3.3 Veränderung sozialer Beziehungen durch virtuelle Gemeinschaften ...25
2.4 Zusammenfassende Betrachtung ...27

3. Jugendliche als Mediennutzer ...28
3.1 Definition des Begriffs ′Jugend′ ...28
3.2 Lebenssituation und Einstellung Jugendlicher ...30
3.3 Mediennutzung - Internetnutzung Jugendlicher ...32

4. Theoretische Grundlagen ...36
4.1 Der Uses and Gratifications Approach ...36
4.1.1 Erweiterungen des Uses and Gratifications Approach ...38
4.1.2 Empirische Befunde ...42
4.1.3 Uses and Gratifications und Internet ...45
4.2 Ethnomethodologischer Ansatz ...48


II. Empirischer Teil ...52

1. Forschungsgegenstand ...52

2. Forschungsfragen ...55

3. Methodenwahl und Untersuchungsdesign ...59
3.1 Gruppendiskussionen - Online-Gruppendiskussionen ...59
3.1.1 Explorative Vorgehensweise ...59
3.1.2 Beschreibung der Methode ...59
3.1.3 Durchführung ...61
3.1.4 Auswertung ...64
3.1.5 Die Besonderheiten der Online-Gruppendiskussion ...64
3.1.6 Kritische Betrachtung ...67
3.2 Durchführung der Studie ...68
3.2.1 Untersuchungsdesign ...68
3.2.2 Rekrutierung der Teilnehmer ...68
3.2.3 Gesprächsleitfaden ...69
3.2.4 Datenerhebung ...70
3.2.5 Datenauswertung ...70

4. Ergebnisse...72
4.1 Soziodemographie der Teilnehmer ...72
4.2 Auswertung der Ergebnisse ...72
4.2.1 Was erwarteten sich die User von der Community vor der ersten Nutzung? ...73
4.2.2 Welche Motive und Bedürfnisse bewegen die User zur Communitynutzung? ...75
4.2.3 Welche der angegebenen Bedürfnisse der User werden durch die Communitynutzung tatsächlich
befriedigt? ...88
4.2.4 Unterscheidet sich der Stellenwert bestimmter Gratifikationen der Communitynutzung von dem der Gratifikationen anderer medialer und nicht-medialer Quellen? ...91
4.2.5 Welche Community-Features sind den Nutzern besonders wichtig, welche nutzen sie am häufigsten
für was? ...95
4.2.6 Durch was zeichnet sich die spezifische Form der Interaktion innerhalb Communities für die Nutzer besonders aus? ...99
4.2.7 Wie stark ist die Verbundenheit zur Community, nutzen die User noch andere Communities? ...102
4.2.8 Wie läuft die Einbindung der Communitynutzung in den Alltag ab und welche Erfahrungen werden ins reale Leben übertragen? ...104
4.2.9 Wie werden Freundschaften und Bekanntschaften gepflegt und sind in der Community entstandene Freundschaften vergleichbar mit ′realen′ Freundschaften? ...106
4.2.10 Wodurch erbringt die Communitynutzung eine Hilfeleistung zur Bewältigung der Jugendphase und wie bedeutsam ist diese? ...110

5. Zusammenfassung und Fazit ...113

6. Literatur ...120


Inhaltsverzeichnis Band II:

1. Rekrutierungsanschreiben und Kurzfragebogen ...130

2. Leitfaden zur Online-Gruppendiskussion ...132
2.1 Begrüßung / Vorstellung ...132
2.2 Einleitungsfragen ...132
2.3 Schlüsselfragen ...133

3. Gesprächsprotokolle ...138
3.1 Online-Gruppendiskussion 1 ...138
3.2 Online-Gruppendiskussion 2 ...164
3.3 Online-Gruppendiskussion 3 ...184

4. Glossar der Chatausdrücke: ...213

 

 

I. Theoretischer Teil

1. Einleitung

Das World Wide Web wird seit seiner Entstehung immer intensiver genutzt - fast jeder will ′online′ sein, um die neuen Möglichkeiten des Internet zu erkunden. Auch wird die Internetnutzung in den herkömmlichen Massenmedien zunehmend propagiert. Dies führt in Verbindung mit den günstiger werdenden Online-Tarifen dazu, dass auch immer mehr Jugendliche im Internet surfen - dabei zählen virtuelle Gemeinschaften, die eine interaktive Kommunikation zu anderen Nutzern über ′Chats′ und Diskussionsforen anbieten, "zu den beliebtesten Adressen europäischer Teenager."1 Weshalb Jugendliche solche Online-Gemeinschaften, meist ′Communities′ genannt, so gerne nutzen, wurde bislang jedoch nicht erforscht. Die Affinität der Heranwachsenden zu interaktiven Web-Anwendungen hebt sich deutlich vom Gesamtdurchschnitt der Internetnutzer ab.2 Dies führt zu der Annahme, dass die Communitynutzung Bedürfnisse befriedigen kann, die spezifisch für die Jugendphase sind. Die Jugend ist geprägt von Orientierungs- und Selbstfindungsprozessen - das ′Erwachsenwerden′ fällt vielen in einer Zeit der vielfältigen Entscheidungsalternativen und Reizüberflutung immer schwerer. Deshalb suchen viele Jugendliche hierbei nach Unterstützung - beispielsweise in Gesprächen mit Gleichaltrigen oder ihren Eltern und in der Mediennutzung. Interessant ist in diesem Zusammenhang, ob auch virtuelle Gemeinschaften spezielle Gratifikationen bieten, die einem Jugendlichen bei der Bewältigung der oft schwierigen Jugendphase weiterhelfen können.

Die Kommunikationswissenschaft hat sich mit dem Thema ′elektronische Gemeinschaften′ nur am Rande auseinandergesetzt - so gibt es bisher lediglich eine Handvoll Studien zur ihrer Nutzung. Welche Gratifikationen die Teilhabe an Internet-Communities liefern kann, wurde in diesen Untersuchungen jedoch nur partiell berücksichtigt. An diesem Punkt setzt die vorliegende Arbeit an. Es sollen die Motive für die Nutzung virtueller Gemeinschaften untersucht werden sowie die Gratifikationen, die sie ihren Mitgliedern bieten. Der Fokus liegt dabei auf der Hauptnutzergruppe - den Jugendlichen. Ziel ist es, den speziellen Nutzen virtueller Gesprächsforen für Teenager aufzuzeigen und einen umfassenden Katalog möglicher Gratifikationsdimensionen zu erstellen, um diesen von der Kommunikationswissenschaft vernachlässigten Forschungsbereich zu erhellen.

In drei Online-Gruppendiskussionen im Chat der Schüler- und Studentencommunity ′GRIN′3 sollen die Motive und Gratifikationen von Vielnutzern für die regelmäßige Teilnahme an einer virtuellen Gemeinschaft ermittelt werden. Dabei soll die Betrachtung des Alltags der Jugendlichen nicht vernachlässigt werden, da davon ausgegangen werden kann, dass die spezifischen Lebensumstände Heranwachsender sich gravierend auf deren Bedürfnisse auswirken. In der explorativen, qualitativen Untersuchung wird Wert darauf gelegt, möglichst viele der erdenklichen Gratifikationen zu ermitteln, um einen Gesamtkatalog der Nutzungsmotive aufstellen zu können.
In der Konzeptionsphase der vorliegenden Arbeit hat der Kommunikationsforscher Prof. Dr. Höflich von der Universität Erfurt wertvolle Anregungen gegeben, um das Gesamtkonzept der Studie zu optimieren.
Im ersten, theoretischen Teil der Arbeit sollen die medienwissenschaftlichen Grundlagen zur empirischen Untersuchung vorgestellt werden. Betrachtet wird die Kommunikation innerhalb elektronischer Gemeinschaften, ebenso Jugendliche und die Lebensphase, in der sie sich befinden und letztendlich die für die Studie relevanten kommunikationswissenschaftlichen Theorien. Im empirischen Teil wird daraufhin die grundlegende Forschungsfrage mit den zugehörigen Untersuchungsfragen vorgestellt. Im Anschluss daran wird die Untersuchungsmethode und die Konzeption der Studie präsentiert. Die Ergebnisse der Auswertung der Online-Gruppendiskussionen sollen letztlich dazu beitragen, die Forschungslücke im Bereich der Nutzung virtueller Communities zu schließen.


2. Elektronische Gemeinschaften und ihre Nutzung

Im Folgenden soll der Begriff "elektronische Gemeinschaften" und dessen Bedeutung innerhalb des Mediums Internet geklärt werden. Es werden Nutzer und Nutzung des Internet und elektronischer Gemeinschaften betrachtet und insbesondere auf den interpersonalen Aspekt computervermittelter Kommunikation eingegangen.

2.1 Nutzung des Internet

Das Internet wird laut der ARD/ZDF-Online-Studie 2001 immer mehr zu einem festen Bestandteil des Alltags.4 Wie eine Selbstverständlichkeit wird das Internet von vielen genutzt: zur Informationssuche - egal ob privat oder beruflich, zur Unterhaltung oder um andere Menschen kennen zu lernen. 24,8 Millionen Deutsche ′surfen′ mittlerweile im Internet - sechsmal so viele als noch im Jahre 1997. Immer mehr Nutzer (78%) können auf das Internet von zu Hause aus zugreifen, eine Entwicklung, die auch den immer günstigeren Zugangsmöglichkeiten zum Internet zuzuschreiben ist. Mit ′Flatrates′, also Internetzugängen, für die man nur einen monatlichen Pauschalbetrag zahlen muss, und einer immer größeren Verbreitung von Breitbandzugängen wie ADSL5 oder Glasfaserkabel wird das Internet mit seinen Inhalten für die breite Masse immer attraktiver. Erwachsene, Jugendliche - Männer und Frauen, alle stürmen ins Internet. Mittlerweile sind 41% der Onlinenutzer Frauen und weit über die Hälfte aller Jugendlichen von 14 - 19 Jahren (67,4%) greifen zumindest hin und wieder auf das Internet zu - 1997 waren es nur 6,3%. Die Internetuser nutzen das Netz vor allem zur Informationssuche (Nachrichten, Suchmaschinen, Reiseinfos, etc.), aber auch die Unterhaltungselemente des Web, E-Commerce-Angebote und Homebanking gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Viele User nutzen auch die interpersonalen Kommunikationsmöglichkeiten des Internet wöchentlich, wie E-Mail (80%), Gesprächsforen, Newsgroups und Chats (18%) - wobei letztere vor allem von Jugendlichen genutzt werden, fast die Hälfte aller Teenager hat bereits gechattet (40%). Auf der Nutzung dieser technisch vermittelten interpersonalen Kommunikationsmöglichkeiten, durch die sich elektronische Gemeinschaften bilden können, liegt der Fokus dieser Arbeit.

2.2 Elektronische Gemeinschaften

′Communities′, ′virtuelle Gemeinschaften′, ′elektronische Gemeinschaften′ - all dies sind Bezeichnungen für ein soziales Phänomen, aber auch für eine Marketingstrategie, auf die man im World Wide Web immer häufiger trifft. Das Internet wird bei diesen Gemeinschaften als Medium interpersonaler Kommunikation genutzt. Der User ist im Gegensatz zu den herkömmlichen Massenmedien nicht darauf beschränkt, Informationen zu empfangen, sondern kann umgekehrt auch Informationen an andere Mitnutzer versenden. Bei den traditionellen Massenmedien hingegen hat der Rezipient "kein Gegenüber, dessen Symbolproduktion er beeinflussen kann."6 Dieser einseitige Kommunikationsprozess wird im Zuge der Etablierung interpersonaler Computerkommunikation aufgehoben - die Grenzen zwischen Massen- und Individualkommunikation verschwinden zunehmend: Mediennutzung wird "integraler Bestandteil interpersonaler Kommunikationsaktivitäten."7

[...]


1 <e>MARKET - Das Magazin für Online-Marketing und E-Commerce. Von Teens lernen. Ausgabe vom 17.08.2001. Der Artikel bezieht sich auf eine Studie des Marktforschungsinstitutes von Jupiter MMXI, die das Surfverhalten von 12 - 17-jährigen Internetnutzern untersuchte.

2 Vgl. Eimeren, Birgit van / Gerhard, Heinz: ARD/ZDF-Online-Studie 2000: Gebrauchswert entscheidet über Internetnutzung. In: Media Perspektiven 8/2000. S. 338 - 349. S. 342.

3 http://www.grin.de, 14.09.2001.

4 Vgl. Eimeren, Birgit van / Gerhard, Heinz / Frees, Beate: ARD/ZDF-Online-Studie 2001: Internetnutzung stark zweckgebunden. In: Media Perspektiven 8/2001. S. 382 - 397. S. 382.

5 Asymmetric Digital Suscriber Line: Eine Technik, die es ermöglicht, über das normale Telefonkupferkabel große Datenmengen zu übertragen, wie beispielsweise Live-Fernsehsendungen.

6 Krotz, Friedrich: Handlungsrollen und Fernsehnutzung. Umriß eines theoretischen und empirischen Konzepts. In: Rundfunk und Fernsehen 40, 1992. S. 236. S. 222 - 246.

7 Höflich, Joachim: Vom dispersen Publikum zu "elektronischen Gemeinschaften". Plädoyer für einen erweiterten kommunikationswissenschaftlichen Blickwinkel. In: Rundfunk und Fernsehen, 43. Jg., Heft 4. 1995. S. 518 - 537. S. 518.


Comments

Patrick Hammer
06.04.2009 14:51:33
bla
bla
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