Autor: Imola Galvacsy
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik
Details
Jahr: 2002
Seiten: 81
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 67 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 273 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-19411-2
- in der Arbeit sind wenige Ausdrucksfehler vorhanden -
Textauszug (computergeneriert)
Babes-Bolyai Universität Cluj-Napoca
Philologische Fakultät
Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Literatur
Die Bedeutung der Fehler und ihrer Korrektur im Fremdsprachenunterricht
Diplomarbeit
vorgelegt von
Galvácsy Imola
Juni 2001
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 4
1.1. Ziel der Arbeit ... 4
2. Fehleranalyse (Zur Theorie des Fremdsprachenerwerbs) ... 6
2.1. Die Kontrastivhypothese ... 6
2.2. Die Identitätshypothese ... 9
2.3. Die Interlanguage*-Hypothese ... 10
3. Fehlerbeschreibung (Zum Begriff des Fehlers) ... 20
3.1. Was kann/soll eigentlich als Fehler bezeichnet werden? ... 20
3.2. Rolle der Fehler im Fremdsprachenerwerb ... 21
3.2.1. Fehler aus der Perspektive des Lehrers ... 24
3.2.2. Fehler aus der Sicht des Lerners ... 28
3.3. Fehlererkennung, Fehleridentifizierung ... 29
3.4. Fehlerklassifikation und -erklärung ... 30
3.5. Mögliche Ursachen für das Entstehen von Fehlern im FSE ... 38
4. Fehlertherapie ... 43
4.1. Zum Korrekturbegriff ... 43
4.2. Argumente für und gegen die Fehlerkorrektur im FSU ... 43
4.3. Das Wann, Wie und Was der Fehlerkorrektur ... 44
4.3.1. Wann ... 45
4.3.2. Was ... 47
4.3.2.1. Schriftliche Korrektur ... 47
4.3.2.2. Mündliche Korrektur ... 51
4.3.2.3. Die sprachliche Realisierung von mündlicher Korrektur ... 55
4.3.2.4. Affektive Dimensionen der Korrektur ... 56
4.3.3. Wie ... 56
4.3.3.1. Zeitpunkt der Korrektur ... 57
4.3.3.2. Formen der Korrektur ... 58
4.3.3.3. Aufforderungsweisen zur Selbstkorrektur ... 65
4.3.3.4. Erklärung und Begründung der Korrektur ... 66
4.3.3.5. Die verwendete Sprache bei der Korrektur ... 67
5. Fehler und Fehlerkorrektur im rumänischen Unterricht - eine Fallstudie ... 69
6. Schlussbemerkungen ... 73
7. Literaturverzeichnis ... 76
8. Anhang ... 80
FRAGEBOGEN ... 80
1. Einleitung
"Irren ist menschlich"
Meine Entscheidung, mich mit der Frage der Fehler zu beschäftigen, wurde sowohl von meiner Zeit als Schülerin, als auch von meiner Erfahrung als Lehrerin beeinflusst. Wie wohl jeder Schüler, war ich oft mit der mündlichen oder schriftlichen Korrektur meiner Lehrer unzufrieden. Sie schien mir oft unverständlich, unsystematisch oder gar ungerecht. Aber als ich meine Tätigkeit als Lehrerin anfing, musste ich erkennen, dass ich vielleicht vorschnell geurteilt habe. Mir ist klar geworden, wie schwierig es ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen, die sowohl aus pädagogischer Sicht befriedigend sind, als auch den Wünschen der Schüler entsprechen. Ich habe erfahren, dass die Einstellung zu Fehlern und Fehlerkorrektur für ein(e) Lehrer(in) nicht von sich selber kommt. Man sich bewusst damit beschäftigt und Korrekturstrategie für sich selbst ausarbeiten.
Also könnte diese Arbeit als mein Versuch, die verschiedenen Aspekte von Fehlern und ihrer Korrektur zu erörtern, betrachtet werden.
1.1. Ziel der Arbeit
Hauptanliegen dieser Arbeit ist es, sich mit einem der häufigsten und wohl auch wichtigsten Phänomene des Fremdsprachenerwerbs zu befassen, nämlich mit Fehlern, und darüber hinaus mit der Art und Weise wie man mit ihnen umgehen sollte. Zu diesem Zweck werde ich Theorien und Einstellungen zu Fehlern und ihrer Korrektur präsentieren, Möglichkeiten der schriftlichen Fehlerkorrektur und konkrete Beispiele des mündlichen Korrekturverhaltens vorführen.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Fehleranalyse und führt verschiedene Theorien zum Fremdsprachenerwerb vor.
Der zweite Teil macht eine Einführung in die Fehlerbeschreibung. Zuerst wird darüber diskutiert, was als Fehler zu bezeichnen ist und welche Rolle sie im Fremdsprachenerwerb spielt. Dann erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Identifizierung der Fehler, Möglichkeiten wie man sie klassifizieren und erklären kann und letztendlich, welche die möglichen Ursachen von Fehlern sein können.
Der dritte und vielleicht wichtigste Teil der Arbeit wendet sich dem Problem der Fehlerkorrektur zu. Hier werden Aspekte wie Zeitpunkt und Formen der Korrektur behandelt, sowie unterschiedliche Verhaltensweisen bei der mündlichen bzw. schriftlichen Fehlerkorrektur besprochen.
Der vierte Teil enthält eine kurze Untersuchung bezüglich Fehler und ihrer Korrektur anhand von einem Fragebogen für Schüler bzw. für Lehrer.
An dieser Stelle möchte ich auf die Geschichte der Fehleranalyse näher eingehen, um aufzuzeigen durch welche Phasen die Einstellung zu Fehlern in den letzten Jahrzehnten gegangen ist.
2. Fehleranalyse (Zur Theorie des Fremdsprachenerwerbs)
Im Rahmen dieser Arbeit ist die Terminologie Fremdsprachenerwerb grundsätzlich als das unterrichtsgesteuerte Lernen einer Fremdsprache, das sich nach dem Grundsprachenerwerb vollzieht, zu verstehen. Das bedeutet aber nicht, dass die verschiedenen Erwerbshypothesen zum Spracherwerb auf andere Situationen (z.B. Erwachsene, die als Immigranten die Sprache des Aufenthaltslandes in der Praxis erwerben) nicht übertragbar sind oder nicht zutreffen. Auch hat die folgende Übersicht nicht den Anspruch, sämtliche Theorien des Fremdsprachenerwerbs zu besprechen. Es werden nur die "Möglichkeiten und Grenzen der großen Hypothesen" (BAUSCH / KASPER, 1979) besprochen, die im Rahmen dieser Arbeit von Bedeutung sein dürften.
2.1. Die Kontrastivhypothese
Den Ausgangspunkt der heutigen Zweitsprachenerwerbforschung repräsentiert die kontrastive Analyse. Sie geht bis zum Jahr 1945 zurück, als FRIES (1945) in seinem Buch Teaching and Learning of English as a Foreign Language unterstrich, wie wichtig seiner Meinung nach der Rolle von kontrastiv begründetem Unterrichtsmaterial sei. Er vertritt die Auffassung, dass das Material am effektivsten ist, wenn es sich "auf einen Vergleich zwischen der wissenschaftlichen Beschreibung der Zielsprache und der wissenschaftlichen Beschreibung der Muttersprache stützen kann." (LINDEMANN, 1995)
"The most efficient materials [to teach languages] are those that are based upon a scientific description of the language to be learned, carefully compared with a parallel description of the native language of the learner" (FRIES, S. 9)
Seine Erkenntnisse brechen mit dem bis dahin stark grammatisch orientierten. Fremdsprachenunterricht und bieten die erste wissenschaftlich begründete Erklärung für Fehler: die Kontrastivhypothese.
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