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Blockaden durch den Reformer - Bismarck und das Arbeiterschutzgesetz

Scholary Paper (Seminar), 2003, 16 Pages
Author: Kai Zahrte
Subject: History - Empire, Imperialism

Details

Event: Proseminar: Links und rechts der Mauer – Sozialpolitik vor und nach der Wende und im wiedervereinigten Deutschland im Vergleich
Institution/College: University of Göttingen (FB Politik)
Tags: Blockaden, Reformer, Bismarck, Arbeiterschutzgesetz, Proseminar, Links, Mauer, Sozialpolitik, Wende, Deutschland, Vergleich
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 16
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V13906
ISBN (E-book): 978-3-638-19430-3

File size: 187 KB


Excerpt (computer-generated)

BLOCKADEN DURCH DEN REFORMER
-Bismarck und das Arbeiterschutzgesetz-

 

 

 



vonKai Zahrte

Gliederung

1. Fragestellung 1

2. Einleitung 1

3. Die Entwicklung bis 1881 2

a) Die Vorläufer des Arbeiterschutzgesetzes bis 1881 2
b) Die „Kaiserliche Botschaft von 1881“ 4

4. Der erste Machtkampf: Bismarck und das Parlament 5

a) Die Positionen ab 1881 5

i) Das Parlament 5

1. Die Beweggründe des Zentrums 5
2. Forderungen des Zentrums 1882 6

ii) Otto von Bismarck 7

b) Das Ringen der 80er 8

5. Der zweite Machtkampf: Bismarck und Kaiser Wilhelm II 10

a) Die Februarerlasse 10
b) Die Internationale Arbeiterschutzkonferenz 10
c) Die Gewerbeordnungsnovelle 11

6. Ergebnis dieser Betrachtungen 11

7. Literatur 13

 

 

 


1. Fragestellung

Mitte der 1870er Jahre kam der Vorschlag auf, im Deutschen Reich ein Arbeiterschutzgesetz zu schaffen. Die im Parlament vertretenen Fraktionen –besonders das konservative Lager- brachten nach der „Kaiserlichen Botschaft“ Wilhelms I verschiedene konkrete Umsetzungsvorschläge ein.

Diese lehnte Bismarck energisch ab, so dass das Gesetz erst 1891 –also nach seiner Entlassung- zustande kommen konnte.

Welche der geforderten Maßnahmen enthielt es, wo blieben Lücken bestehen? Diesen Fragen möchte ich in dieser Arbeit nachgehen, vor allem aber interessieren mich die Beweggründe des Reichskanzler für seine Blockadehaltung. Welche Befürchtungen sprach er aus, welche mag er insgeheim gehegt haben?

2. Einleitung

Die Verdienste Bismarcks bei der Etablierung des Sozialversicherungssystems sind unbestritten. Aufgrund der Größe dieses Projektes kommen in der Literatur andere Facetten der bismarckschen Innenpolitik allerdings gelegentlich zu kurz. Der Nationalökonom und Bismarckanalytiker Georg Adler geht sogar soweit, zu schreiben der Eindruck von der Sozialversicherungsgesetzgebung als großem Werk „relativiere sich bei der Betrachtung der sozialpolitischen Projekte, die durch die Prädominanz der Arbeiterversicherungspolitik zurückgeworfen wurden.“1 Daher soll in meiner Arbeit eines dieser „anderen sozialpolitischen Projekte“ im Mittelpunkt stehen, nämlich die 4. Gewerbeordnungsnovelle, besser bekannt als „Arbeiterschutzgesetz“ oder „Lex Berleps“.

Verglichen mit dem bürokratischen Aufwand, den die Etablierung der Sozialversicherungen mit sich brachte, wäre die Einführung des gesetzlich geregelten Arbeiterschutzes vermutlich ein Leichtes gewesen. Die von den unterschiedlichen Parteien geforderten Gesetzesänderungen sind nicht allzu umfangreich, aber die vorgestellten Entwürfe enthalten einige entscheidende Punkte, in denen es nicht zum Konsens zwischen Kanzler und Parlament kommen kann. Auf diese werde ich in meiner Arbeit einzeln eingehen. Hierzu beziehe ich mich zunächst auf eine Grundsatzrede des Abgeordneten von Hertling (Zentrumspartei) aus dem Jahre der 1882. Von Hertling führt hierin präzise die Forderungen seiner Partei nach dem Arbeiterschutzgesetz aus.2

Im Zenit seiner Macht übt Bismarck jedoch Widerstand gegen alle Entwürfe aus. Die offiziellen Gründe werde ich aus seiner Erwiderung auf Hertlings Rede erarbeiten. Die Folge des Grundsatzstreites ist ein fast zehnjähriges Ringen, in dem sich der Reichskanzler zunächst wiederholt gegen das Parlament durchsetzt, schließlich aber gegen Wilhelm II unterliegt: Nur wenige Monate nach seiner Entlassung werden die meisten Vorschläge als geltendes Recht verabschiedet. Die Zuspitzungen und Stationen auf dem Weg dahin möchte ich in dieser Arbeit ebenfalls herausstellen. Dazu bediene ich mich verschiedener Beiträge aus der sozialpolitischen Geschichtsschreibung. Zur besseren Einordnung in den historischen Kontext beginne ich mit einem kurzen Überblick über die Vorläufer des Arbeiterschutzgesetzes.

3. Die Entwicklung bis 1881

a. Die Vorläufer des Arbeiterschutzgesetzes bis 1881

[...]


1 Vgl.: in Lothar Machan (Hg.) 1994: „Bismarcks Sozialstaat – Beiträge zur Geschichte der Sozialpolitik und zur sozialpolitischen Geschichtsschreibung“
2 Vgl. U. Sellier: Die Arbeiterschutzgesetzgebung im 19. Jhd., S.117


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