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Die Selbstdarstellung Erich Honeckers in verschiedenen Phasen seines Lebens close

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Die Selbstdarstellung Erich Honeckers in verschiedenen Phasen seines Lebens

Scholary Paper (Seminar), 2002, 22 Pages
Author: Volker Tzschucke
Subject: Politics - Political Systems - History

Details

Event: Deutsche Regierungschefs: Persönlichkeit und Regierungsstil
Institution/College: Technical University of Chemnitz (Fachgebiet Politikwissenschaft)
Tags: Selbstdarstellung, Erich, Honeckers, Phasen, Lebens, Deutsche, Regierungschefs, Persönlichkeit, Regierungsstil
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 22
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V13916
ISBN (E-book): 978-3-638-19440-2

File size: 238 KB
Notes :




Excerpt (computer-generated)

Die Selbstdarstellung Erich Honeckers
in verschiedenen Phasen seines Lebens

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung 2

1.1 Problemstellung 2
1.2 Forschungslage 2
1.3 Aufbau der Arbeit 3

2. "Aus meinem Leben": Selbstdarstellung auf dem Höhepunkt der Macht 4

2.1 Autobiographie oder politischer Rechenschaftsbericht 4
2.2 "Arbeiter bin ich" - Einschätzung der politischen Persönlichkeit 6
2.3 "Arbeiter unter Arbeitern" - Politikverständnis 6
2.4 "Ich sah meine Aufgaben..." - Die Kollektivität der Führung 7
2.5 "Die millionste Wohnung" - Entscheidungsprozeß im Beispiel 8

3. "Der Sturz". Selbstdarstellung nach der Niederlage 10

3.1 Entstehungsbedingungen 10
3.2 "Ich war talentiert" - Darstellung der Persönlichkeit 10
3.3 "Gleicher unter Gleichen" - Die Kollektivität der Führung 11
3.4 "Ich werde das befürworten"- Eigene Möglichkeiten und Unmöglichkeiten 12

4. Zusammenfassender Vergleich von "Aus meinem Leben" und "Der Sturz 13

5. Objektivierung der Honeckerschen Selbstdarstellung 15

6. Zusammenfassung 17

Anhang: Literaturverzeichnis 19







1. Einführung

1.1 Problemstellung

Schon die wiederholte vollständige Nennung aller Amtsbezeichnungen könnte einer Seminar-Arbeit zum Thema "Erich Honecker" quantitativ Substanz verleihen. Über 18 Jahre war Honecker führender Mann der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, er wirkte von 1971 an als 1. Sekretär des Zentralkomitees dieser Partei, ab 1976 als Generalsekretär. Er war Mitglied des Politbüros und von 1976 an auch Vor-sitzender des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik. Hinzu kam die Arbeit als Sekretär der Sicherheitskommission des Zentralkomitees und als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR. Zudem war Honecker Abgeordneter der Volkskammer. Er war also ein mächtiger Mann, der Primus in der DDR, dessen vormalige Macht-Position nach seinem Sturz 1989 und dem Zerfall der DDR unzählige und zum Teil umfangreiche Aufarbeitungen von Leistungen und Verfehlungen erforderte. Schon zu DDR-Zeiten kursierten darüber hinaus zahlreiche Witze, die sich mit Honeckers Betriebsblindheit gegenüber Fehlern im real-sozialistischen System oder mit dem zu beobachtenden Personenkult beschäftigten (vgl. Eberle, S. 109ff.).
Honecker war (und ist) ein Ziel von politikwissenschaftlichen Darstellungen, Zeitungsartikeln und Witzen gleichermaßen, die sich mit der Aufdeckung seiner Persönlichkeitsstruktur befaßten. Doch wie sah dieser Mann sich selbst?
Honecker, der am 29. Mai 1994 starb, hat den Nachlaß-Verwaltern einiges an "auto-biographischen" Schriften hinterlassen. Auf dem Höhepunkt seiner Macht in der DDR ließ er 1980 die Biographie "Aus meinem Leben" veröffentlichen. Nach seiner Entmachtung stand er zwei Journalisten ausführlich Rede und Antwort, was zum Interview-Band "Der Sturz" führte. Diese Arbeit soll der Frage nachgehen, wie Erich Honecker sich in diesen beiden Büchern selbst darstellte. Wie sah er zu den sehr unterschiedlichen Zeitpunkten seiner Karriere seine Persönlichkeit, seinen Führungsstil und die Möglichkeiten der Politikgestaltung in der DDR?

1.2 Forschungslage

Momentan existiert keine umfassende Darstellung der Biographie Erich Honeckers, die politikwissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden kann. Die vorhandenen umfassen wie bei Lippmann (1971) entweder nur einen Teil des Honeckerschen Lebens oder verbleiben auf der Ebene der ausführlichen Darstellung seiner Lebensstationen. Diesbezüglich sticht insbesondere Lorenzen heraus, der zur recht platten Einschätzung kommt, Honecker sei "zu einem Sinnbild des kommunistischen Funktionärs geworden [...] - ein zu hoch gestiegener Apparatschik" (Lorenzen 2001, S. 9), auch wenn er anschließend versucht, diesen Eindruck zu revidieren. Eine Aus-nahme bildet Eberle (2000), der Honeckers Biographie vollkommen überblicken kann und sich auch in der Darstellung der Honeckerschen "Herrschaftstechnik" versucht (vgl. Eberle 2000, S. 182ff.).
Andere Arbeiten beschäftigen sich zumeist mit Einzelheiten von Honeckers Politik. Ammer (1994) zum Beispiel beleuchtet die "Strukturen der Macht" und untersucht dabei insbesondere die Rolle der Funktionäre in der DDR. Kaminsky (1999) versucht, die Konsumpolitik in der DDR zu erfassen. Gibas (1999) erklärt, wie die "marxistisch-leninistische Ideologie als Sinnstiftungsangebot" (Gibas 1999, S. 23) für die Werktätigen in der DDR wirksam werden sollte. Schaefgen (1995) beschreibt den Ablauf des bundesdeutschen Prozesses gegen Honecker 1992, der den politischen Anspruch auf Aufarbeitung aus juristischen Gründen nicht erfüllen konnte.
Sucht man nach Arbeiten, die sich mit Honeckers Führungsstil beschäftigen, wird man vor allem auf zahlreiche Zeitzeugen-Dokumente verwiesen. Honeckers persönlicher Mitarbeiter Frank-Joachim Herrmann zeichnet ihn als eine Person, die sich im Politbüro langsam "vom ‚Primus inter pares′ zum ‚Ersten über Gleichen′" (Herrmann 1996, S. 28) verwandelte. Darstellungen der Arbeitsweise des ZK der SED oder des Politbüros sind auch von Egon Krenz (1999), Günter Schabowski (1991) und einigen anderen erhältlich. Für diese Arbeit werden jedoch vornehmlich die Aussagen ehemaliger SED-Größen vor einer Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages verwendet (Enquete-Kommission 1995).
Ausführliche Untersuchungen über die Darstellungsweise politischer Verantwortung durch den (Haupt-)Verantwortlichen selbst, also Erich Honecker, liegen noch nicht vor.

1.3 Aufbau der Arbeit

[...]


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