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Alasdair MacIntyres Gegenkonzept zum Projekt der Aufklärung

Presentation (Elaboration), 2003, 19 Pages
Author: Daniel Brockmeier
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present

Details

Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2003
Pages: 19
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V139370
ISBN (E-book): 978-3-640-46554-5
ISBN (Book): 978-3-640-46295-7
Notes :
Einige Anmerkungen des Dozenten habe ich noch nachträglich eingearbeitet.


Abstract

Dargelegt wird Alasdair MacIntyres Moralphilosophie. MacIntyre betrachtet die Aufklärung nicht nur als gescheitertes Projekt, mitunter sogar als Katastrophe für die Moralphilosophie. In ihrem Ergebnis sei uns, durch die Aufklärer, eine verwahrloste Sprache der Moral hinterlassen worden. Indem sie das Bezugsschema zerstörten, sei eine Bezugnahme auf den Kontext moralischer Überlegungen nicht mehr möglich. Unter Berufung auf Aristoteles' Ethik legt MacIntyre einen Gegenentwurf vor.


Excerpt (computer-generated)

RWTH-Aachen

Philosophisches Institut; Lehrstuhl für Praktische Philosophie

Seminar: Kommunitarismus; Sommersemester 2003; 30.7.2003

Referent: Daniel Brockmeier

Alasdair MacIntyres Gegenkonzept zum Projekt der Aufklärung

Schriftliche Ausarbeitung zum Referat


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung _______________________________________________________________ 3

2 Kommunitarismus _________________________________________________________ 4

3 MacIntyres Kritik _________________________________________________________ 5

4 Aristoteles′ Konzeption _____________________________________________________ 7

5 Die Tugenden ____________________________________________________________ 8

6 Gerechtigkeit als Tugend __________________________________________________ 14

7 MacIntyres Fazit _________________________________________________________ 16

2


1 Einleitung

Gegenüber dem mündlichen Vortrag des Referats wurden in dieser schriftlichen Ausarbeitung

einige Abänderungen und Ergänzungen vorgenommen. Es handelt sich dabei in erster Linie

um Informationen die im Seminar vom Dozenten vorgetragen wurden, aber für das

Verständnis von MacIntyres Theorie nötig sind.

Einleitend werden zunächst einige Informationen zum Kommunitarismus als philosophische

Bewegung gegeben. Dabei wird auch John Rawls Konzeption kurz wiedergegeben. Dies war

von Nöten, da Alasdair MacIntyre sich am Ende seiner Ausführungen explizit auf diese

Theorie bezieht. Im Anschluss ist, die ebenfalls vom Dozenten vorgetragene, Kritik

MacIntyres zur Aufklärung dargelegt. Schließlich kommt die schriftliche Ausarbeitung des

eigentlichen Referats zu den Tugenden des Aristoteles′ und MacIntyres Übertragung auf die

moderne amerikanische Gesellschaft. Das abschließe Fazit MacIntyres wurde durch weitere

Informationen ergänzt.

3


2 Kommunitarismus

Der Kommunitarismus ist eine sehr junge philosophische Strömung. Er bildete sich erst zu

Beginn der 1980er Jahre als Gegenbewegung zum Liberalismus1. Der Liberalismus als

Philosophie wiederum erfuhr eine Renaissance durch John Rawls. 1971 publizierte Rawls

,,Eine Theorie der Gerechtigkeit", indem er eine explizit liberale Gerechtigkeitstheorie

vertrat2. Rawls verstand Gerechtigkeit im Sinne von Fairness, auf der Basis eines Kontrakts3.

Eine zentrale Rolle bei Rawls spielte der sogenannte ,,Schleier des Nichtwissens". Nach

Rawls müssten sich Beteiligte an einer Wahl zu einem gerechten Gesellschaftssystem hinter

einem Schleier des Nichtwissens befinden, um eine gerechte Wahl treffen zu können. Das

hieße, sie wären jeglichen Wissens über ihre Rolle in der Gesellschaft, ihre Erziehung,

Lebensziele, Neigungen, etc. beraubt. Ihnen verbliebe lediglich die Vernunft, ein

Zweckrationalismus und eine elementare Vorstellung von Gerechtigkeit. Wäre eine solche

Wahl möglich, so würden die Wähler nach Auffassung Rawls sich zunächst auf einige

Grundsätze einigen, die individuelle Freiheiten garantieren4. Eine zweite Klasse von

Grundsätzen beträfe die gerechte Güterverteilung. Rawls vertrat die Position, dass die Wähler

eine gleiche Güterverteilung erwählen würden, da niemand im vorneherein wisse, wie viele

der zu verteilenden Güter ihm oder ihr zustehen. Die Beteiligten würden lediglich unter einer

Bedingung ein ungleiches Verteilungssystem wählen. Diese Bedingung besagt, dass bei

ungleicher Verteilung die am schlechtesten Gestellten immer noch mehr bekommen, als bei

einer gleichen Verteilung. Rawls erhob für diese Theorie den Anspruch universeller

Gültigkeit5.

Wie bereits erwähnt bildete der Kommunitarismus einen Gegenpol zur Theorie Rawls. Wenn

es sich auch um keine einheitliche Bewegung handelt und Kommunitarismus sich schwer in

ein politisches links/rechts Schema einordnen lässt, so ist doch die Kritik am Liberalismus,

im besonderen an John Rawls: ,,A Theory of Justice", sowie an Kants deontologischer Ethik

allen Vertretern dieser Strömung gemein. Des weiteren vertreten sie die Auffassung, dass der

gemeinsame historischer Kontext und die Gemeinschaft, die community, die Moral bilden

müssen. Eine universelle Gültigkeit irgendeiner ethischen Theorie lehnen sie ab6.

1 V. Weber: Tugendethik und Kommunitarismus; Würzburg; 2002; S. 34 ff.

2 J. Rawls: A Theory of Justice; Harvard; 1971 (im folgenden: Rawls; 1971).

3 Rawls; 1971; Kapitel 1.

4 Rawls; 1971; S. 81.

5 Rawls; 1971; S. 81 ff.

6 V. Weber: Tugendethik und Kommunitarismus; Würzburg; 2002; S. 34.

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