Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 19 Pages
Author: Cornelia Weinreich
Subject: Book Science
Details
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Lehrstuhl Buchwissenschaft)
Tags: Philipp, Erasmus, Reich, Reformer, Buchhandel, Hervorragende, Reformer, Buchhandel
Year: 2001
Pages: 19
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-19470-9
ISBN (Book): 978-3-638-75808-6
File size: 465 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Der Leipziger Verleger Philipp Erasmus Reich (1717 – 1787) spielte eine bedeutende Rolle im deutschen Buchwesen. Indem er den Nettohandel im 18. Jahrhundert als neuen Zahlungsverkehr einführte und einen Buchhändlerverein gründete, reformierte er den Buchhandel. Mit dem Nettohandel wurde der Geldhandel gefördert, der bis dato nur selten praktiziert wurde, da immer noch der Tauschhandel die weitverbreitete Art des Handels war. Mit seinen Reformen und Ideen stieß Reich jedoch oft auf Widerstand und war als Karrierist verschrieen. Wie wirkt sich seine Innovation auf die heutige Zeit aus? Dachte Reich schon damals an die Zukunft des Buchhandels oder war er mehr um die gegenwärtige Situation und um das Geschäft bemüht? Sind Titel wie „Fürst der Buchhändler“ oder „erster Buchhändler der Nation“ gerechtfertigt oder passt der Begriff „Dictator“ besser zu ihm? Mittels alter und neuer Quellen sollen beide Seiten beleuchtet werden. Zunächst stehen die gesellschaftliche Situation und die Lage des Buchhandels im 18. Jahrhundert im Mittelpunkt, um dann zur Charakterisierung von Philipp Erasmus Reich zu kommen. Anschließend beschäftigt sich diese Arbeit mit Reichs Innovation und der Bedeutung für den Buchhandel, um eine Antwort auf die Frage, ob es sich um einen Reformer oder Karrieristen handelt, geben zu können.
Excerpt (computer-generated)
Herausragende Reformer des deutschen Buchhandels
Philipp Erasmus Reich (1717 - 1787)
1. Literatur zu Philipp Erasmus Reich 2
2. Gesellschaft und Buchhandel 2
2.1. Gesellschaftliche Situation im 18. Jahrhundert 2
2.2. Allgemeine Lage des Buchwesens 4
3. Leben und Wirken 5
3.1. Darstellung seines Lebens 5
3.2. Reichs Innovation und die Bedeutung für den Buchhandel 9
4. Reformer oder Karrierist ? 13
Bibliographie 16
Anhang 18
1. Literatur zu Philipp Erasmus Reich
"Fürst der Buchhändler" - so lautet der Tenor über Philipp Erasmus Reich und über sein Wirken im Buchhandel. Er wird mehrheitlich positiv gesehen und immer mit dem Kampf gegen den Nachdruck, für den Nettohandel und somit weg vom bis dato üblichen Tauschhandel verbunden. Löffler und viele andere bewerten seine Rolle, die die Organisation und Reformierung des Buchhandels betrifft, als "hervorragend" (LÖFFLER, 1936, S. 97). Lediglich Reinhard Wittmann (Geschichte des deutschen Buchhandels, 1991) geht kritisch mit seinen Geschäftsgebaren und seiner Umgangsweise um. Die Quellenlage ist insofern gut, als daß es sowohl im 19., als auch im 20. Jahr-hundert einige Biographien, Schriften zu seinem Jubiläum oder Aufsätze gegeben hat, wobei in älteren Schriften häufig verklärte oder preisende Aussagen über ihn zu finden sind: "Nehmen wir hier von ihm Abschied mit einer Beobachtung, die unter allen Buchhändlern seiner Zeit nur von ihm gilt und die einzigartige Stellung, die er in seiner Zeit einnahm, ..." (GOLDFRIEDRICH, 1909, S. 474)
2. Gesellschaft und Buchhandel
2.1. Gesellschaftliche Situation im 18. Jahrhundert
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation war im 18. Jahrhundert v.a. durch religiöse Konflikte und dem Ringen der Österreicher und Preußen um die Vorherrschaft in Deutschland geprägt. Mit dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) konnte sich Friedrich II. jedoch gegen die antipreußische Übermacht durchsetzen und durch seinen Sieg stieg Preußen zur europäischen Großmacht auf. Dieser Gegensatz zwischen Österreich und Preußen verschärfte sich und bestimmte bis zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 in hohem Maße die deutsche Geschichte. Das geistige Leben war im 18. Jahrhundert von den Ideen der Aufklärung geprägt, die - in den einzelnen deutschen Staaten unterschiedlich - auch auf Gesellschaft und Politik wirkten. In einigen Staaten verbanden sich die Gedanken der Aufklärung mit dem Absolutismus, so etwa im Habsburgerreich Josephs II. (1765-1790) und im Preußen Friedrichs des Großen, die beide als die herausragendsten Vertreter des aufgeklärten Absolutismus im Reich gelten. Die aufgeklärt absolutistischen Staaten zeichneten sich u. a. durch eine Vielzahl innerer, in hohem Maß dem Gemeinwohl verpflichteter Reformen aus, durch den Aufstieg des Bürgertums in der nach wie vor ständisch strukturierten Gesellschaft, durch erste Schritte auf dem Weg zur modernen Rechtsstaatlichkeit sowie durch das allmähliche Verschwinden der konfessionellen Auseinandersetzungen, weshalb das 18. Jahrhundert den Übergang vom Altreich zur Moderne darstellt. Zum Zentrum der deutschen Aufklärung wurde Leipzig und entwickelte sich darüber hinaus zu einem Magneten für viele Verleger, wie z.B. Moritz Georg WEIDMANN (17. Jahrhundert) oder Johann Gottlieb Immanuel BREITKOPF (18. Jahrhundert), da es nirgendwo so viele Autoren und Verlage sowie so viele gefragte Neuerscheinungen gab wie in Leipzig. Deshalb verlagerte sich die Buchmesse von Frankfurt immer mehr nach Leipzig; so wurden im Jahre 1764 in Frankfurt nur noch 34 Firmen, davon elf (32,4 %) heimische gezählt, wogegen in Leipzig 175 Unternehmen präsent waren, von denen lediglich 34 ortsansässige Firmen (19,4 %) vertreten waren. Gründe kann man darin sehen, daß sich Sachsen im Aufschwung befand, liberal ein-gestellt war und weitestgehend auf Zensur verzichtete, indem es sich an Preußen orientierte: "Zum katholischen Absolutismus Österreichs gehörte eine scharfe Zensur, vor deren Hintergrund sich Brandenburg-Preußen als ein Hort geistiger Freiheit ausnahm. Unter Maria Theresia (1740 - 1780) wurde die Zensur zwar entklerikalisiert, aber zugleich systematisiert und bürokratisiert. Der Geist der Aufklärung, der an preußischen Universitäten eine Heimstatt fand, stieß in Österreich auf eine Mauer der Abwehr." (WINKLER, 2000, S. 30) Zudem wirkte in Frankfurt (Main) die "Kaiserliche Bücherkommission", eine von Maximilian II. eingesetzte, katholische Zensurbehörde, die ihre Aufgabe, gegen "ketzerische" Schriften zu wirken, sehr ernst nahm und in die Freiheit des Schreibens eingriff.
2.2. Allgemeine Lage des Buchwesens
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts herrschte der Tausch- (oder Change-) Handel vor (auch "Stechen" genannt), bei dem gleiche Mengen von Druckbogen gegeneinander getauscht wurden. Das war vor allem dadurch bedingt und sehr beliebt, weil es im deutschsprachigen Gebiet unterschiedliche Münzeinheiten gab, die einen Geldhandel erschwert hätten. Vereinzelt wurde der Konditionshandel praktiziert, der vorsah, daß Bücher bei Nicht-Verkauf an den Verleger zurückgehen (Remission), ohne daß der Sortimenter dadurch Nachteile erhielt. Im Laufe der zweiten Jahrhunderthälfte setzte sich im Norden der Netto- (oder Contant-) Handel durch. Philipp Erasmus Reich, der der Initiator dafür war, gab Bücher nur gegen bares Geld ab oder maximal gegen einen halbjährlichen Kredit, wobei er ihnen nur 16 bis 25 % Rabatt gewährte. Da die Bücher aus Leipzig und Sachsen sehr beliebt waren, wollten die sächsischen Buchhändler keinen unverkäuflichen Ballast eintauschen und auch nicht das Risiko der Remission eingehen, weshalb sie statt des Tausch- und Konditionshandels den Nettohandel präferierten. Die nicht-sächsischen Firmen jedoch mußten, um ihre Kunden zu halten, die teuren Bücher aus Sachsen einkaufen und büßten dadurch z.T. Kunden ein oder gingen sogar bankrott. Viele der nicht-sächsischen Händler wollten aber am Tauschhandel festhalten und nicht akzeptieren, daß Sachsen eine Vorreiterrolle einnimmt. Aus dieser Konkurrenzsituation heraus war der Nachdruck deshalb weit verbreitet, gegen den Reich und viele andere verbissen kämpften. So wurden Nachdrucker z.B. von den Messen aus-geschlossen und mußten ihre Bücher im Umherziehen verkaufen. Ein bekannter Nachdrucker ist der österreichische Buchdrucker und Buchhändler Johann Thomas Edler von TRATTNER, der deshalb mit dem Nachdruck begann, weil ihm statt der von ihm gewünschten 33? % Rabatt nur 16 % Rabatt angeboten wurden. In seiner Rechtfertigung für den Nachdruck erhielt er u.a. Unterstützung von Kaiserin Maria Theresia, die den in einem desolaten Zustand befindlichen österreichischen Buchmarkt retten wollte und den Nachdruck förderte, indem der heimische Buchmarkt geschützt und auswärtiges Monopol nicht geduldet werden sollte. Dieser weit verbreitete und beliebte Nachdruck bewirkte u.a., daß sich der konsequente Nettohandel mit Barzahlung ohne Rückgaberecht bei geringem Rabatt auf die Dauer nicht halten konnte. Einige versuchten sich sogar mit einem Selbstverlag, z.B. Klopstock, Lessing, indem sie die "Dessauer Gelehrtenbuchhandlung" im Jahre 1781 gründeten. Das schlug jedoch fehl, u.a. deshalb, weil Reich gegen sie kämpfte und mittels zweier anonym erschienener Schriften gewann. Der Streit zwischen den Tauschhändlern im Süden und den Nettohändlern im Norden gipfelte 1788 in der "Nürnberger Schlußnahme", in der ein festgelegter Umrechnungskurs, das Remissionsrecht und der Aufbau eines Kommissionshandels festgelegt wurde. Der Konditionshandel (ein Bedingthandel mit Remissionsrecht) stellte sich als der beste Kompromiß dar.
3. Leben und Wirken
3.1. Darstellung seines Lebens
[...]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Ziele und Instrumentarium der Europäischen Zentralbank
Author: Betriebswirt ( VWA ) Kadir DursunEconomics / Business: Political Economics, 2002 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Die Entwicklung und die Auswirkungen der Europäischen Vergaberichtlinien auf die Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland
Author: Björn GlockLaw - European and International Law, Intellectual Properties, 2002 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Handelsrecht
Author: Jan ImgrundLaw - Civil / Private / Trade / Anti Trust Law / Business Law, 2003 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Fertigungssteuerung durch Retrograde Terminierung - Grundlagen und Anwendungsbeispiel
Author: Tina ZirkelOrganisation and Administration, 2004 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Internetbasierte Beschaffungsanwendungen (E-Procurement)
Author: Vera VockerodtComputer Science - Commercial Information Technology, 2001 Download as PDF-file for 6,99 EUR
E-Procurement
Author: Dirk OderComputer Science - Commercial Information Technology, 2002 Download as PDF-file for 8,99 EUR
XML im E-Business - E-Business und Produktkataloge
Author: Wolfgang KrummInformation Management, 2003 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Instrumente des Personalcontrolling
Author: Florian RodersEconomics / Business: Personnel and Organisation, 2003 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Die offene Volkswirtschaft: Geldpolitik als Wechselkurspolitik
Author: Roman DammEconomics / Business: Political Economics, 2002 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Das europäische Vergaberecht und seine Auswirkungen auf den sozialen Sektor der Bundesrepublik Deutschland
Author: Björn GlockLaw - European and International Law, Intellectual Properties, 2001 Download as PDF-file for 13,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: