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Rezeptionsgeschichte des Thomas Hobbes - Souveränitätsanspruch und gesellschaftsbildendes Moment am Beginn der Neuzeit und in der Gegenwart

Autor: Jonas Eberle
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

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Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 15
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 193 KB
Archivnummer: V14137
ISBN (E-Book): 978-3-638-19621-5

Textauszug (computergeneriert)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Brsg.
Seminar für Wissenschaftliche Politik
 Politische Theorie und Ideengeschichte. Krieg und Frieden.
WS 2002 / 03

Rezeption des Thomas Hobbes
Souveränitätsanspruch und gesellschaftsbildendes Moment am
Beginn der Neuzeit und in der Gegenwart

Vorgelegt von:
Jonas Eberle

 

Inhaltsverzeichnis

Inhalt 1

I. Einleitung  2

II. 17. und 18. Jahrhundert – Kritik und verdeckte Rezeption  3
II.1. Benedict Baruch Spinoza – rationalistische Bibelkritik  3
II.2. John Locke – das naturrechtliche Eigentum  4
II.3. Jean-Jacques Rousseau – Kritik des negativen Menschenbildes  6

III. 20. Jahrhundert – Erstarken des Kontraktualismus und Entwicklung zweier Hauptinterpretationsstränge   8
III.1. James Buchanan, John Rawls und Robert Nozick – Sozialphilosophie nach Hobbes  8
III.2. Zwei Interpretationsansätze der Hobbes-Rezeption  10

IV. Schluss und Zusammenfassung  12

Literaturverzeichnis  14
Primärliteratur  14
Sekundärliteratur  14

 

I. Einleitung

Diese Arbeit soll anhand einer Auswahl einiger Autoren, die Hobbes direkt oder indirekt rezipierten, zum Verständnis Hobbesscher Ideen beitragen und in einer historisch-kritischen Herangehensweise die Auseinandersetzung mit seinen Werken zu seinen Lebzeiten wie in der jüngeren Vergangenheit untersuchen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit versucht diese Arbeit durch die Beobachtung ebenjener Auseinandersetzung Relevantes zu Tage zu fördern. Das Augenmerk wird dabei auf den Rezeptionslinien liegen, die seine in „De Cive“ und „Leviathan“ erfassten Hauptthesen – das vernunftbasierte Zustandekommen eines gesellschaftsbildenden Moments durch einen violenten Kriegszustand und die Einsetzung eines unumschränkten Souveräns zur Lösung der virulenten Konflikte um Eigentum und Leben und zur Kanalisierung des individuellen Egoismus.

Thomas Hobbes wurde im Jahre 1588 als Sohn eines Geistlichen geboren. Nach dem Besuch der Privatschule, setzte Thomas Hobbes seinen Bildungsweg als Student am Magdalen College fort, welches er 1607 als Baccalaureus artium abschloss.

Ab 1608 arbeitete Thomas Hobbes als Hofmeister beim Hofe des Barons Cavendish, dabei kam es zur ausführlichen Beschäftigung mit der Geschichte der Peleponnesischen Krieges und der Idee, inspiriert von Euklid, die „Menschen wie Geometrie zueinander in Verbindung zu setzen“1. Dies ist der Kern des Hobbesschen Gesellschaftsbildes. Das Individuum als Atom der Gesellschaft zu sehen, begründet das affektionskausale Modell des materialistischen Menschenbildes.

Hobbes beschäftigt sich eingehend mit der klassischen (Moral-) Philosophie und deren Kategorien Gerechtigkeit und Tugend, und versucht sie beständig zu widerlegen. Er publiziert 1640 des Pamphlet “The Elements of Law”. Schon hier ergreift er die absolutistische Option als Lösung des Konflikts konkurriender Gesellschaftsgruppen. Er flieht aus Angst vor dem provozierten Parlament nach Frankreich. Erst 1651, nachdem Cromwell die Macht ergriffen, das Parlament entmachtet und König Karl I hingerichtet hatte, kehrt Hobbes nach England zurück. Das Hauptwerk des Philosophen –der „Leviathan“ – und seine umfassende Abhandlung über den Bürger („De Cive“) erscheinen.

Neun Jahre später kommt es durch Karl II zur Restauration der Monarchie in England. Hobbes steht während dieser Zeit unter heftiger Kritik, die in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss gegen den ‚Atheisten’ Hobbes gipfelt. Hobbes zeigt im Deckblatt des ‚Leviathan’ die Symbole der Kirche in der Hand des absoluten Herrschers. Die Vorstellung der Unterwerfung des kirchlichen Politikeinflusses musste unweigerlich auf erbitterte Widerstände treffen. Die uneingeschränkte Autorität des staatlichen Souveräns gehört zu den Grundgesetzen der politischen Philosophie Hobbes. Seinem neuerlichen Werk, dem ‚Behemoth’, wird die Druckerlaubnis verweigert.

Vier Jahre nach seinem Tod, 1683, werden sämtliche seiner Schriften von der Universität Oxford verurteilt und verbrannt.

II. 17. und 18. Jahrhundert – Kritik und verdeckte Rezeption

II.1. Benedict Baruch Spinoza – rationalistische Bibelkritik

Thomas Hobbes und Baruch de Spinoza (1632-1677) waren Zeitgenossen. Sie erlebten die blutigen, teils religiös motivierten Bürgerkriege und waren ähnlichen politischen und kulturell-philosophischen Einflüssen ausgesetzt. Sie studierten beide die antiken Philosophen. Auch die Faszination an den Ideen René Descartes’2 war beiden gemein. Der wissenschaftliche Versuch, menschliches Handeln und insbesondere die Art und Weise der Gesellschaftsbildung aufgrund natürlicher Gesetze und der idealtypischen gedanklichen Entwicklung eines Naturzustands zu beschreiben, ist auch für Spinoza kennzeichnend. Sein Naturzustand mündet jedoch nicht, wie für Hobbes, in einen „Krieg aller gegen alle“.

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1 Münkler, S.11
2 Herausragend zu nennen sind die Arbeiten Descartes’ über erkenntnistheoretische Grundlagen, z.B. in
„Grundlagen der Philosophie“, 1644

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