Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Das Frömmigkeitsideal der Heiligen Elisabeth von Thüringen close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Das Frömmigkeitsideal der Heiligen Elisabeth von Thüringen

Subtitle: Willenslenkung durch Konrad von Marburg?

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 25 Pages
Author: Stephanie Lorenz
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Frauen im europäischen Mittelalter
Institution/College: University of Leipzig (Historisches Seminar)
Tags: Frömmigkeitsideal, Heiligen, Elisabeth, Thüringen, Frauen, Mittelalter
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2002
Pages: 25
Grade: 1,5
Language: German
Archive No.: V14186
ISBN (E-book): 978-3-638-19655-0
ISBN (Book): 978-3-638-64330-6
File size: 118 KB

Abstract

Elisabeth von Thüringen hatte ursprünglich eine weltliche Bestimmung, die sie für den Rest ihres Lebens an einen herrschaftlichen Hof binden sollte. Sie entzog sich diesem Schicksal und richtete ihr Augenmerk auf die Religiösität. Es stellt sich die Frage, warum eine junge Landgräfin, erzogen nach adligen Prämissen, das geistliche Leben bevorzugte und sich auf asketische Weise der vertrauten Welt entsagte. Waren es vielleicht die Einflüsse des Gehörten über die Bettelmönche oder die starke Dominanz eines Konrad von Marburg? Die Ursprünge der tiefen Sehnsucht nach Frömmigkeit liegen im Dunkeln. Zwar ist die Quellenlage zu Elisabeth von Thüringen überaus aufschlussreich, dank ihrer damaligen Dienerinnen und vieler Zeitgenossen, doch sprechen Sekundärliteratur und Quellen immer nur von einer jungen Frau, die wohl plötzlich zur Heiligkeit bestimmt war. Der Weg der Elisabeth war steinig und entbehrungsreich. Viele Konflikte mussten überstanden und gelöst werden. Aber in ihrer Festigkeit im Glauben an den „rechten“ Weg christlichen Lebens blieb sie stets unbeirrt auf der Suche nach den Idealen der Frömmigkeit. Die Frage ist, inwieweit der heilige Franziskus und seine Brüder Einfluss auf die junge Frau nahmen? Oder folgte Elisabeth anderen Leitbildern, vielleicht auch keinen? Elisabeth von Thüringen lebte zweifelsfrei in einer Zeit, in der die Menschen Heilige oder Erscheinungen durchaus als Normalitäten begriffen. Die Religiösität bestimmte das Denken und Handeln. Elisabeth´ s Lebensweg, ihre Sehnsüchte und Handlungsweisen kann man daher nur nachvollziehen, wenn der Leser Kenntnis über die gesellschaftlichen Strukturen des Mittelalters besitzt und das Kirchenverständnis der Menschen begreift. Der Prozess des Aufkeimens Elisabeths Sehnsüchte und die mentale Entwicklung der Fürstin zum angestrebten Frömmigkeitsideal sollen deshalb zentrale Fragestellungen dieser Ausarbeitung sein. Wo lagen die Wurzeln ihrer individuellen Lebensweise? Und hatte die Erziehung des Kindes von der ungemein frommen Landgräfin Sophia einen bleibenden Eindruck hinterlassen?


Excerpt (computer-generated)

Lehramt Gymnasium Geschichte/ Deutsch
Hauptseminar: Frauen im europäischen Mittelalter SS 2002
Historisches Seminar

Das Frömmigkeitsideal der Heiligen Elisabeth von Thüringen.
Willenslenkung durch Konrad von Marburg?

Stephanie Lorenz

Gliederung der schriftlichen Ausarbeitung

1. Vorbetrachtungen 3

2. Die Religiösität im Mittelalter
2.1. Der Mönch 4
2.2. Das Streben nach „wahrer“ Christlichkeit 4
2.3. Ketzer und Machtkirche 5

3. Das Leben im Mittelalter
3.1. Frauen 6
3.2. Die Heiligen 6
3.3. Aberglaube und Erscheinungen 7
3.4. Frömmigkeitswandel und reformerische Absichten 8

4. Quellen 9

5. Die heilige Elisabeth von Thüringen
5.1. Die Landgräfin Elisabeth 10
5.2. Von der Adligen zur Heiligen 13
5.3. Die Bindung an Konrad von Marburg 14
5.4. Franziskanische Einflüsse 18
5.5. Einflüsse von Frauenbewegungen und Bettelmönchen 21

6. Schlussbetrachtung 23

7. Literaturverzeichnis 25

 

1. Vorbetrachtung

Elisabeth von Thüringen hatte ursprünglich eine weltliche Bestimmung, die sie für den Rest ihres Lebens an einen herrschaftlichen Hof binden sollte. Sie entzog sich diesem Schicksal und richtete ihr Augenmerk auf die Religiösität. Es stellt sich die Frage, warum eine junge Landgräfin, erzogen nach adligen Prämissen, das geistliche Leben bevorzugte und sich auf asketische Weise der vertrauten Welt entsagte. Waren es vielleicht die Einflüsse des Gehörten über die Bettelmönche oder die starke Dominanz eines Konrad von Marburg?

Die Ursprünge der tiefen Sehnsucht nach Frömmigkeit liegen im Dunkeln. Zwar ist die Quellenlage zu Elisabeth von Thüringen überaus aufschlussreich, dank ihrer damaligen Dienerinnen und vieler Zeitgenossen, doch sprechen Sekundärliteratur und Quellen immer nur von einer jungen Frau, die wohl plötzlich zur Heiligkeit bestimmt war.

Der Weg der Elisabeth war steinig und entbehrungsreich. Viele Konflikte mussten überstanden und gelöst werden. Aber in ihrer Festigkeit im Glauben an den „rechten“ Weg christlichen Lebens blieb sie stets unbeirrt auf der Suche nach den Idealen der Frömmigkeit. Die Frage ist, inwieweit der heilige Franziskus und seine Brüder Einfluss auf die junge Frau nahmen? Oder folgte Elisabeth anderen Leitbildern, vielleicht auch keinen?

Elisabeth von Thüringen lebte zweifelsfrei in einer Zeit, in der die Menschen Heilige oder Erscheinungen durchaus als Normalitäten begriffen. Die Religiösität bestimmte das Denken und Handeln. Elisabeth´ s Lebensweg, ihre Sehnsüchte und Handlungsweisen kann man daher nur nachvollziehen, wenn der Leser Kenntnis über die gesellschaftlichen Strukturen des Mittelalters besitzt und das Kirchenverständnis der Menschen begreift. Der Prozess des Aufkeimens Elisabeths Sehnsüchte und die mentale Entwicklung der Fürstin zum angestrebten Frömmigkeitsideal sollen deshalb zentrale Fragestellungen dieser Ausarbeitung sein. Wo lagen die Wurzeln ihrer individuellen Lebensweise? Und hatte die Erziehung des Kindes von der ungemein frommen Landgräfin Sophia einen bleibenden Eindruck hinterlassen?

2. Die Religiösität im Mittelalter

2.1. Der Mönch

Schon den mittelalterlichen Menschen war es durchaus bewusst, dass der Mönch eine zentrale Figur ihrer Zeit darstellte. Er sonderte sich von der Masse ab, richtete sein Leben nach dem Gebet aus, tat Buße für die Menschen und für sein eigenes Heil. Er allein besaß die gottgegebene geistige Macht, um sein Leben in der Oase des Ordens streng danach auszurichten. Kurz- er befand sich in einem innigen Sonderverhältnis zu Gott. In einer Zeit in der sämtliche gesellschaftliche Strukturen von der Religion definiert wurden, nehmen Theologen, Heilige, Wanderprediger und zeitweise Ketzer gewichtige Rollen für die Menschen ein. Ungläubige, sogenannte Außenseiter, lassen sich daher kaum finden. Moulin definierte das Mittelalter erstmals nicht als ein Zeitalter des Glaubens1, sondern schilderte es als ambivalentes Zeitalter, das sich durch Aberglauben, Pilgerzüge, religiösen Wahn, apokalyptische Erwartungen, Hysterien, Prophezeiungen u. v. m. auszeichnete. Die Mönche selbst sahen sich an der Spitze der sittlichen Hierarchie als die einzig wahren Erben der Urkirche. Die Ideale von Gehorsam und Leibeszucht waren vor allem ihnen zuzuschreiben, die sich nur so auf die Gottessuche begaben und in der Einsamkeit das Heil der Menschheit erbaten. Trotz der ersuchten Einsamkeit war der Mönch in der alltäglichen Lebenswelt stark vertreten. Vor allem bei teuflischen Heimsuchungen wurde seine Hilfe erfordert. Auch hielt er ja die Totenmessen ab und hatte den großen Vorteil, kein Analphabet zu sein, so dass er als kultivierter Mensch oft zu Rate gezogen wurde. Doch den immerfort größer werdenden Städten blieb er fern. Das „Sündenpfuhl“2 der Menschheit, das lasterhafte Treiben störte ihn in seiner heimischen Einsamkeit. Die mittelalterlichen Menschen hatten sehr genaue Vorstellungen von der Lasterhaftigkeit. Die Laster waren die Töchter des Satans. Mit der Hingabe zum lasterhaften Treiben wurden angeblich die Sünden heraufbeschwört. So besagte es die Religion.

2.2. Das Streben nach „wahrer“ Christlichkeit

Die christliche Gesellschaft strebte also je nachdem, welches Bild der Menschheit zu Gott aktuell war, nach der Erfüllung des perfekten Christenlebens. Dabei musste die hierarchische Ordnung korrekt eingehalten werden, denn Gott wies jedem Menschen die rechte Stellung zu, die er gehorsam einnimmt und nie wieder verlässt.

Im 12. und 13. Jahrhundert3 bedeutete dies, das Menschsein nach Gottes Ebenbild zu befolgen und auf das Engste mit der Schöpfung in Verbindung zu treten. In Bildern fand erstmals der leidende Mensch als Jesus Christus seine Gestalt. Fortan prägten die Bilder der Geißelung, der Kastei oder der Kreuzigung die Kunst des Mittelalters. Der leidende Mensch wurde zum Gott der Menschwerdung.4

Die Buße ist eines der zentralsten Schlagwörter der Zeit. In dieser christlich durchstrukturierten mittelalterlichen Welt war der Mensch ein Büßer. Die eingetrichterten Vorstellungen von der Sünde, ließen ihn nicht mehr los. Täglich unterlag er dem Zwang, in der Arbeit Buße zu tun, die ihn von den Sünden der Welt reinwäscht und beschützt. Ständig befürchteten die Menschen Böses würde sich ereignen und ein schreckliches Los des Elends würde über sie hereinbrechen, so dass vor allem die Bußtätigkeit zur Pflicht eines jeden Christen wurde, um das bittere Schicksal erwartungsgemäß zu ertragen.

2.3. Ketzer und Machtkirche

Besondere Aufmerksamkeit erhalten aber die Ketzer des Mittelalters. Sie traten seit dem Jahre 10005 punktuell stark in unterschiedlicher Breite und Heftigkeit in der mittelalterlichen Welt auf. Die Kirche verabscheute diese Gruppierungen. Ihre Anklage, nämlich die Unterstellung, Ketzer untergraben die ideologische, institutionelle und gesellschaftliche Substanz der herrschenden Religion, hatte grauenvoll blutige Folgen.

[....]


1 Vgl. Werner / Erbstößer: Ketzer und Heilige, S. 9
2 Vgl. Le Goff, J.: Der Mensch des Mittelalters, S. 25
3 Vgl. Le Goff, J.: Der Mensch des Mittelalters, S. 11
4 Id., S. 13
5 Id., S. 23


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

REITs und Offene Immobilienfonds

Author: Sebastian Ehrhardt
Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting, 2006 Download as PDF-file for 7,99 EUR

Kognitiv-aktivierende Unterrichtsformen

Authors: E. Böttcher, M. Sauer, S. Rodeck
Pedagogy - The Teacher, 2005 Download as PDF-file for 13,99 EUR

Der Genozid in Ruanda

Author: Jakob Kolleck
Politics - International Politics - Region: Africa, 2002 Download as PDF-file for 7,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/14186/das-froemmigkeitsideal-der-heiligen-elisabeth-von-thueringen
please wait Please wait