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Strategien des Intermedialen in The Far Side of the Moon von Robert Lepage

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 19 Pages
Author: Ulrike Decker
Subject: Theater Studies

Details

Event: Global Players II - Robert Wilson und Robert Lepage
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Theaterwissenschaft und kulturelle Komunikation)
Tags: Strategien, Intermedialen, Side, Moon, Robert, Lepage, Global, Players, Robert, Wilson, Robert, Lepage
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 19
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V14204
ISBN (E-book): 978-3-638-19672-7

File size: 194 KB


Excerpt (computer-generated)

 

Berlin, den 5. August 2001


Strategien des Intermedialen in ′The Far Side of the
Moon′ von Robert Lepage


Hausarbeit im Rahmen des Hauptseminars
′Global Player II′
SS 2001
Humboldt-Universität zu Berlin,
Institut für Theaterwissenschaften
Schein: Hauptseminarschein

vorgelegt von
Ulrike Decker

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 3

2.1 Was ist Intermedialität S. 5
2.2 Intermediale Strategien in The Far Side of theMoon S. 8
2.3 Intermedialität als Metapher S. 15

3. Schlußbemerkung S. 17

Bibliographie S. 18

 

 

1. Einleitung

Der kanadische Schauspieler und Regisseur Robert Lepage vollzieht in seinen Stücken bewußte Gratwanderungen zwischen unterschiedlichen Kulturen und den Ausdrucksformen verschiedener Medien. Tatsächlich bezeichnet Lepage Theater als "Journey of Discovery". Seine Produktionen nennt er "Travel Narratives", denn, so Lepage "A successfull production communicates a traveler′s experience."1

Das dem Thema des Reisens inhärente Prinzip der Grenzüberschreitung wird zu einem Grundprinzip von Lepages Werk und findet seinen Ausdruck unter anderem in Lepages Umgang mit unterschiedlichen Medien, die er miteinander in Verbindung bringt, um so deren Grenzen und Möglichkeiten gegenseitiger Befruchtung auszuloten. Aus der immer größeren Bedeutung, die Kino und Fernsehen, bei der Bildung von Rezeptionsgewohnheiten des Publikums erhalten, macht es sich Lepage zur Herausforderung, Konsequenzen für Darstellungsformen des Theaters zu ziehen:

"Mich interessiert es einfach, wie das Theater der Zukunft aussehen kann. Und dabei darf man das Vokabular des Kinos nicht ignorieren – etwa wie man mit den Mitteln des Kinos erzählt: Das Publikum hat dieses Wissen schließlich auch, hat sich durch Musikvideos daran gewöhnt, daß Geschichten sprunghaft erzählt werden. Dieser Stakkato-Rhythmus wird auch das Theater erreichen"2

Lepage stellt sich damit in die Tradition Brechts, der die Herausforderung, die die Entwicklung anderer Medien (in seinem Fall des Films) für die Literatur (bzw. das Theater) bedeutet, bereits 1931 in seinen theoretischen Schriften, erkannte: "Der Filmsehende liest Erzählungen anders. Aber auch der Erzählungen schreibt, ist seinerseits ein Filmsehender. Die Technifizierung der literarischen Produktion ist nicht mehr rückgängig zu machen." Lepage, der sich selbst intensiv mit Bertolt Brecht auseinandersetzte, baut auf dieser Beobachtung auf und appeliert an die plurale Medienkompetenz seiner Zuschauer, deren Sehgewohnheiten unabwendbar von Fernsehen, Film, Video, Internet etc. geprägt sind.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit dem im Februar 2000 im Théatre du Trident, Québec uraufgeführten Stück The Far Side of the Moon, in dem Lepage das Verhältnis zweier ungleicher Brüder und parallel dazu den Konkurrenzkampf zwischen den Weltmächten Amerika und Rußland um die erste Mondlandung zum Thema nimmt und auf vielfältige Weise die Kunstformen Theater und Film durch Techniken der Verknüpfung, Überlagerung und Koppelung miteinander in Beziehung setzt. Am Anfang der Analyse steht zunächst der Versuch der Eingrenzung des Begriffes Intermedialität. Im Folgenden werden Strategien der Intermedialität in The Far Side of the Moon einer genaueren Betrachtung unterzogen. Hierbei sollen die unterschiedlichen Verknüpfungs-, Koppelungs- und Überlagerunsprinzipien an den Schnittstellen zwischen Film und Theater, mit denen Lepage in seinem Werk bevorzugt spielt, herausgearbeitet werden. Inwieweit die intermediale Vermischung theatraler und filmischer Formen bei Lepage ein grundsätzliches Prinzip der Grenzüberschreitung und Vereinigung scheinbar unvereinbarer Gegensätze, das sich auf allen Ebenen seines Werkes widerspiegelt, darstellt wird im Anschluß daran diskutiert.

2.1 Was ist ′Intermedialität′?

[...]


1 Lepage, Robert, Connecting Flights. In Conversation with Remy Charest, 1998, S. 33.

2 Balme, Christopher, Robert Lepage und die Zukunft des Theaters im Medienzeitalter, in: Erika Fischer-Lichte, Doris Kolesch, Christel Weiler (Hrsg.), Transformationen – Theater der Neunziger Jahre, in der Reihe Theater der Zeit 1999, Recherchen 2 (Berlin: 1999), S. 136.


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