Autor: Matthias Melzer
Fach: Wirtschaft - Sonstiges
Details
Institution/Hochschule: Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Jahr: 2003
Seiten: 17
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 188 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-19732-8
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
Textauszug (computergeneriert)
FHTW Berlin
Internationale Medieninformatik
Medienwirtschaft – WS 2002/03
Sex Sells
Das Geschäft mit der Online-Erotik
Matthias Melzer
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Gegensätzliche Meinungen 3
2.1. Das Surf-Verhalten der Deutschen 3
2.2. Suchmaschine Excite 4
3. Sex im Internet und die Möglichkeit viel Geld zu verdienen 4
3.1. Venus 5
3.2. Der Handel mit Domains 6
4. Aufstieg und Niedergang einer Sex-Seite 7
5. Unternehmen 9
5.1. Beate Uhse 9
5.2. Adultshop 10
5.3. Playboy Enterprises 10
5.4. Private Media Group 11
5.5. Orion 12
5.6. Arcor 13
5.7. T-Online 13
5.8. Naked News 14
6. Die Entwicklung kennt keine Grenzen 14
6.1. Cybersex mit Laura 14
6.2. Mobile Sex 15
7. Was erwartet die Cybersex-Branche in der Zukunft? 16
8. Fazit 17
1. Einleitung
Die Sex-Industrie ist die umsatzstärkste Branche des Internets – das ist längst kein Geheimnis mehr. Schon seit Jahren ist kaum ein Online-Businessmodell derart erfolgreich wie das Geschäft mit der virtuellen Erotik. Groben Schätzungen zufolge liegen die Umsätze bei über einer Milliarde US$, einige andere Quellen sprechen sogar von mehreren Milliarden. Sites wie Penthouse.com zählen Monat für Monat rund 2,5 Mio. Besucher.
Solide Zahlen und seriöse Berichte zum Thema Web-Sex-Business sind äußerst rar, was die Recherche zum Thema erschwerte. Die Erotik-Branche meidet in der Regel die Medien und verlässliche Zahlen sind demnach auch nur von den an den Börsen notierten Unternehmen zu erhalten. Selbst Marktforschungsunternehmen wie Emnid erstellen nur sehr zögerlich Studien zum Web-Porno-Genre.
An allen Ecken des Netzes lauern virtuelle Table-Dance-Bars, erotische Chat- Angebote, Cyber-Striplokale, Videotheken, Bildarchive und Sexshops auf ihre Kundschaft.
Doch derzeit klagt auch das erfolgsverwöhnte Boom-Business über rückläufige Umsätze. Branchenriesen wie adultmoneymaker.com verzeichnen längst keine Zuwachsrekorde mehr. Noch vor wenigen Monaten abonnierte jeder hundertste Besucher einen gebührenpflichtigen Premium-Sex-Dienst. Inzwischen liegt die Quote bei jedem Vierhundertsten.
2. Gegensätzliche Meinungen
»Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast«, soll Churchill einmal gesagt haben. So gehen auch die Meinungen bezüglich des Surf-Verhaltens der Internetuser weit auseinander. Natürlich gibt es seriöse Anbieter von Meinungsumfragen, da sei nur das Marktforschungsinstitut Emnid genannt. Aber wie repräsentativ sind diese Umfragen wirklich? Wie kann man das Surfverhalten wirklich in realen Zahlen messen? Willkürlich 5.000 Menschen aus der mittlerweile breiten Masse der Internetnutzer als Durchschnitt heraus zu picken ist wahrlich nicht repräsentativ. Dennoch werden wir immer wieder mit neuen Zahlen konfrontiert. Zwei Umfragen, die lediglich im Abstand von acht Monaten durchgeführt wurden, werden nachfolgend die starke Gegensätzlichkeit dieser vorgelegten Zahlen belegen.
2.1. Das Surf-Verhalten der Deutschen
Lange Zeit war das Wort »Sex« der meistgesuchte Begriff im Internet. Eine Studie des Marktforschungsinstitutes Emnid im Auftrag der Internetzeitschrift gold.de im Oktober 2000 ergab jedoch, dass die Mehrheit der deutschen Nutzer sich jedoch nie eine Seite dieser Art angesehen zu haben. Demnach bekannten sich nur 34,6 Prozent der Befragten dazu, schon eine solche Seite besucht zu haben. 52,6 Prozent aller befragten Männer gaben an, sich noch nie auf einer Erotik-Seite umgesehen zu haben. Von den befragten Frauen erklärten das 78 Prozent. 1
Dagegen bescheinigt ein Artikel des Sterns aus dem Jahre 2001 den »Teutonen«, keine Scheu zu kennen, sobald sie einmal »drin« wären – im Internet. Denn einer Studie von netnalue.com zufolge seien die Deutschen Europameister im Abrufen von Pornosites: Im Juni besuchten demnach 5,3 Mio. Deutsche ein pornografisches Webangebot, verglichen mit 3,8 Mio. Briten, 2,7 Mio. Franzosen und 2,3 Mio. Italienern.
Auch die Dauer des Aufenthaltes wurde ausgewertet. Mit durchschnittlich einer Stunde gönnen sich Surfer hier zu Lande deutlich mehr Zeit in den Rotlichtbezirken des World Wide Web als Surfer anderer Nationen. 2
2.2. Suchmaschine Excite
Repräsentativer sind da schon die Zahlen einer Suchmaschine, die bekanntermaßen direkt mit dem Surfer verbunden ist. Die Anfragen an die Suchmaschine Excite werden seit 1997 von der Pennsylvania State University ausgewertet. Suchten im Jahre 1997 noch 16,8% aller User Sex-Seiten im Netz, so waren es 2001 nur noch halb so viele, nämlich 8,5%. Hingegen konnten interessanterweise seriöse Bereiche wie Reise-, Job- und Business-Seiten im selben Zeitraum, die Anfragen um 11,4% auf 24,7% steigern. 3
Die Studie der Universität hat jedoch auch Kritiker auf den Plan gerufen. So seien die Statistiken einer Suchmaschine wie Excite nicht aussagekräftig, denn wer Sex im Internet wolle, klicke mittlerweile gleich auf die wie Pilze aus dem Boden geschossenen einschlägigen Suchmaschinen für pornografische Inhalte. »Andere Experten sehen den Grund für den Rückgang der Porno-Suche darin, dass man die entsprechenden Seiten nicht mehr suchen müsse. Spam-Mails haben nach deren Ansicht die Rolle der Suchmaschinen längst übernommen.« 4
3. Sex im Internet und die Möglichkeit viel Geld zu verdienen
Die Umsätze mancher Erotikanbieter im Internet lassen angeblich andere vor Neid erblassen. Jedoch ist es ziemlich schwierig sich greifbare Daten zu beschaffen, an dem man diesen Neidfaktor festmachen könnte. Dennoch, im Online-Sex-Business Geld zu verdienen, scheint nicht so schwer, und die jährlich generierten Gesamtumsätze der Branche sind so hoch, dass viele hoffen, sich ein Stück vom Kuchen abschneiden zu können.
[....]
1 http://www.heise.de/newsticker/data/wst – 12.10.00
2 http://www.stern.de/computer-netze/news/topnews/artikel/?id=197664
3 http://www.stern.de/computer-netze/news/topnews/artikel/?id=147740
4 http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,190010,00.html – 03.04.2002
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