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Ausländische Direktinvestitionen in Südafrika - Entwicklung des Investitionsklimas und die Investitionstätigkeit deutscher Unternehmen seit dem Ende der Apartheid

Diploma Thesis, 2002, 99 Pages
Author: Anonym
Subject: Geography / Earth Science - Economic Geography

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2002
Pages: 99
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V14302
ISBN (E-book): 978-3-638-19744-1

File size: 716 KB


Excerpt (computer-generated)

Ausländische Direktinvestitionen in Südafrika - 
Entwicklung des Investitionsklimas und die Investitionstätigkeit 
deutscher Unternehmen seit dem Ende der Apartheid

Freie wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des Grades einer Diplom-Geographin
an der Abteilung Wirtschaftsgeographie des Geographischen Instituts
der Universität Hannover

Hannover, im November 2002

INHALTSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG ... 1
1.1 Zielsetzungen und Fragestellungen ... 3
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit ... 3

2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER AUSLÄNDISCHEN DIREKTINVESTITIONEN ... 6
2.1 Untersuchungsgegenstand ausländische Direktinvestitionen (ADI) ... 6
2.1.1 Motive, Typen und Formen von ADI ... 7
2.1.2 Das Auslandsinvestitionsverhalten deutscher Unternehmen ... 9
2.1.3 Bedeutung von ADI im Entwicklungsprozess von Schwellenländern ... 11
2.2 Theoretische Ansätze zur Erklärung von ADI ... 14
2.2.1 Die Eklektische Theorie der Direktinvestitionen (DUNNING) ... 14
2.2.2 Die Produktlebenszyklushypothese (VERNON) ... 18
2.3 Relevanz der vorgestellten Theorien und abgeleitete Hypothesen zu deutschen Investitionen in Südafrika ... 21

3 BETRACHTUNG RELEVANTER DETERMINANTEN DES INVESTITIONSKLIMAS ... 23
3.1 Externe Determinanten ... 24
3.1.1 Reintegration in die internationale und regionale Staatengemeinschaft ... 24
3.1.2 Beziehungen zur Europäischen Union und zu Deutschland ... 29
3.2 Interne Determinanten ... 32
3.2.1 Naturgeographische und infrastrukturelle Rahmenbedingungen ... 32
3.2.1.1 Natürliche Ressourcen, Raumstruktur und Humankapital ... 33
3.2.1.2 Infrastrukturelle Ausstattung ... 36
3.2.2 (Wirtschafts-) Politische Neuorientierung und rechtlicher Rahmen ... 37
3.2.2.1 Politisches System und Stabilität ... 38
3.2.2.2 Wirtschaftspolitik und rechtlicher Investitionsrahmen ... 39
3.2.3 Makroökonomische Situation, Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt ... 40
3.2.3.1 Makroökonomische Entwicklung ... 40
3.2.3.2 Sektorale Wirtschaftsstruktur ... 44
3.2.3.3 Arbeitsmarktentwicklung und -potenziale ... 45
3.2.4 Soziale Aspekte mit besonderem Einfluss auf Investitionsvorhaben ... 47
3.2.4.1 Braindrain, Kriminalität und HIV/AIDS ... 48
3.2.4.2 Zerstörung rechtsstaatlicher Verhältnisse in Simbabwe ... 50
3.3 Zwischenfazit: Stärken-Schwächen-Profil des Standortes Südafrika ... 51

4 DIE INVESTITIONSTÄTIGKEIT AUSLÄNDISCHER UNTERNEHMEN IN SÜDAFRIKA ... 54
4.1 Trends und Entwicklungen im Vergleich zu anderen emerging markets ... 54
4.2 Die vier Phasen der Direktinvestitionen von 1960 bis heute ... 55
4.3 Strukturelle Analyse der ausländischen Direktinvestitionen ... 58
4.3.1 Herkunftsländer der Investoren ... 59
4.3.2 Investitionsform ... 60
4.3.3 Sektorale Struktur und Investitionsmotive ... 61
4.3.4 Regionale Struktur ... 63
4.4 Zusammenfassende Bewertung der ausländischen Direktinvestitionen ... 64

5 DIE INVESTITIONSTÄTIGKEIT DEUTSCHER UNTERNEHMEN IN SÜDAFRIKA ... 65
5.1 Historische und aktuelle Entwicklung der deutschen Direktinvestitionen ... 65
5.2 Strukturelle Analyse der deutschen Direktinvestitionen ... 69
5.2.1 Unternehmensgröße ... 69
5.2.2 Investitionsform ... 71
5.2.3 Sektorale Struktur und Investitionsmotive ... 73
5.2.4 Regionale Struktur ... 77
5.3 Zusammenfassende Bewertung der deutschen Direktinvestitionen ... 80

6 FAZIT UND AUSBLICK ... 83

LITERATURVERZEICHNIS ... 86

ANHANG ... 94

 

ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 2.1: Das Wasserfallmodell der Internationalisierung von Unternehmen ... 8
Abb. 2.2: Bestand deutscher Direktinvestitionen 1984-2000 ... 9
Abb. 2.3: Die vier Phasen des Produktlebenszyklus ... 19
Abb. 3.1: Determinanten des Investitionsklimas im Neuen Südafrika ... 23
Abb. 3.2: Im- und Exportentwicklung Südafrikas 1980-2001 ... 25
Abb. 3.3: Regionale Zusammenschlüsse im Südlichen Afrika: SACU, CMA und SADC ... 26
Abb. 3.4: Importe und Exporte Deutschlands im Handel mit Südafrika 1985-2001 ... 31
Abb. 3.5: Die wichtigsten Exportgüter Deutschlands nach Südafrika 2000 ... 31
Abb. 3.6: Die wichtigsten Importgüter Deutschlands aus Südafrika 2000 ... 32
Abb. 3.7: Die Raumordnung Südafrikas: Provinzen und Wirtschaftszentren ... 34
Abb. 3.8: Entwicklung des BIP-Wachstums in Südafrika im Vergleich mit ausgewählten Regionen 1990-2002 ... 42
Abb. 3.9: Beitrag zum BIP und Beschäftigte nach Wirtschaftssektoren 1999 bzw. 2000 ... 44
Abb. 4.1: Entwicklung der ADI-Bestände in ausgewählten emerging markets 1980-2001 ... 55
Abb. 4.2: Der ADI-Bestand in Südafrika 1960-2001 : Vier Entwicklungsphasen ... 56
Abb. 4.3: ADI-Bestand in Südafrika 1999: Anteile der Zielbranchen ... 61
Abb. 5.1: Entwicklung des deutschen Engagements in Südafrika 1980-2000 ... 68
Abb. 5.2: Entwicklung der Exporte und des Investitionsbestandes deutscher Unternehmen nach bzw. in Südafrika 1980-2000 ... 72
Abb. 5.3: Regionale Verteilung der Hauptgeschäftsstellen der SAGC-Mitglieder ... 77

TABELLENVERZEICHNIS
Tab. 2.1: Deutsche Direktinvestitionsbestände in ausgewählten Regionen 1980-2000 ... 10
Tab. 2.2: Einfluss der Vorteilsarten auf die Form der Auslandsaktivität ... 16
Tab. 2.3: Interaktion zwischen den branchenspezifischen OLI-Faktoren und dem Investitionsmotiv ... 17
Tab. 3.1: Entwicklung des südafrikanischen Handels mit den SADC-Ländern ... 27
Tab. 3.2: Ausgewählte Daten zum Entwicklungsstand der Mitgliedsländer der SADC ... 28
Tab. 3.3: Die neun Provinzen Südafrikas im Vergleich ... 35
Tab. 3.4: Ökonomische Aspekte der Auswirkungen von HIV/AIDS ... 50
Tab. 3.5: Stärken und Schwächen des Investitionsstandortes Südafrika ... 52
Tab. 4.1: Die wichtigsten ausländischen Direktinvestoren in Südafrika 1994-1999 ... 59
Tab. 5.1: Entwicklung des deutschen Investitionsbestandes und der Beschäftigungs- und Unternehmenszahlen in Südafrika 1976-2000 ... 66
Tab. 5.2: Beschäftigtenstruktur der deutschen Unternehmen in Südafrika ... 69
Tab. 5.3: Investitionen deutscher Großunternehmen (> 500 Mitarbeiter) in Südafrika ... 70
Tab. 5.4: Zielbranchen der deutschen Investitionen in Südafrika 1981, 1990 und 2000 ... 73

 

1 EINLEITUNG
Die Weltwirtschaft erlebte in den vergangenen Jahren einen Prozess struktureller Transformation, durch den der Grad globaler ökonomischer Integration beachtlich erhöht wurde. In der Folge technischer Innovationen, zunehmender zwischenstaatlicher Kooperation sowie des Zusammenbruchs der staatswirtschaftlichen kommunistischen Systeme und der Durchsetzung des neoliberalen Paradigmas in der Wirtschaftspolitik eröffnen sich privatwirtschaftlichen Akteuren insbesondere seit Beginn der 1990er Jahre neue internationale Handlungsspielräume. Ausländische Direktinvestitionen (ADI) stellen in diesem Globalisierungsprozess eine Form der Internationalisierung von großer Bedeutung dar.

Weltweit stiegen die ADI-Flüsse in den 1990er Jahren kontinuierlich von durchschnittlich 225 Mrd. US$ in den Jahren 1990 bis ’95 auf einen Höchstwert von 1,49 Bio. US$ im Jahr 2000 an. Getragen wurde diese Entwicklung maßgeblich durch eine starke Ausweitung von transnationalen Fusionen und Übernahmen (mergers & acquisitions, M&A), die insbesondere in den Jahren 1999 und 2000 eine rasante Zunahme der weltweiten ADI nach sich zog. Im Jahr 2001 normalisierte sich der M&A-Boom und die ADI-Zuflüsse lagen mit 735 Mrd. US$ auf vergleichbarem Niveau wie 1998 (vgl. UNCTAD 2002, S. 4 u. S. 303). Wie in den vergangenen Jahren floss der größte Anteil der ADI - insgesamt 63,4 Prozent - in die Länder der Triade. Der Anteil der Entwicklungs- und Schwellenländer betrug 27,9 Prozent, wobei der Großteil innerhalb dieser Gruppe asiatischen und pazifischen Staaten zufiel. Afrika konnte 2,3 Prozent aller ADI-Zuflüsse auf sich vereinen, was einem Wert von 17,2 Mrd. US$ und dem bisher höchsten Anteil des Kontinents an den weltweiten ADI-Flüssen entspricht (vgl. UNCTAD 2002, S. 7 u. S. 303).

Innerhalb Afrikas stellt die Republik Südafrika mit einem Anteil von 38,8 Prozent an den afrikanischen ADI-Zuflüssen das bei weitem bedeutendste Zielland dar. Weitere Investitionen entfielen in nennenswertem Umfang nur noch auf die Ölproduzenten Nigeria und Angola sowie auf Algerien und - aufgrund umfangreicher M&A im Jahr 2001 - auf Marokko (vgl. UNCTAD 2002, S. 48ff.). Zu 80 Prozent kann das ADI-Wachstum in Afrika nach Aussage der UNCTAD auf den Anstieg der Investitionen in Südafrika zurückgeführt werden. Dieser betrug gegenüber dem Vorjahr 5,8 Mrd. US$, womit Südafrika weltweit nach Mexiko, Frankreich und China an vierter Position der „Top FDI-Winners“ des Jahres 2001 liegt (vgl. ebd. 2002, S. 13 u. 48).

Als attraktivster Investitionsstandort, wirtschaftlich stärkstes Land und einziger Industriestaat südlich der Sahara nimmt Südafrika auf dem gesamten afrikanischen Kontinent eine Sonderstellung ein (vgl. FAZ-INSTITUT 2000, S. 253). Es gilt heute als eines der weitest entwickelten Schwellenländer, wird von der Weltbank als wenig verschuldetes Upper Middle Income Country1 und vom US-amerikanischen Wirtschaftministerium als einer der führenden zehn Big Emerging Markets eingestuft (vgl. ERTNER 2002, S. 30; WELTBANK 2002a). Die politische Transformation, die nach der Abschaffung der Apartheid2 1990 durch die demokratischen Wahlen im April 1994 und der daraus resultierenden Machtübernahme durch den African National Congress (ANC) offiziell eingeleitet wurde, hat zur Reintegration des ehemaligen Apartheid-Staates in die internationale Staatengemeinschaft und die Weltwirtschaft geführt. Wesentliche Rahmenbedingungen für ausländische Investoren haben sich seitdem verändert. Wirtschaftliche Reformen führten zu einer Liberalisierung der bis dahin durch autozentrierte Entwicklung und Importsubstitutionspolitik geprägten Volkswirtschaft, die nun als marktwirtschaftlich orientiert bezeichnet werden kann. Für Südafrika spielen ausländische Investoren im Transformationsprozess eine wichtige Rolle, da sie mit positiven Impulsen in Bezug auf die Beschäftigung und den Wissens- und Ressourcentransfer einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung leisten. Dieser ist insbesondere vor dem Hintergrund starker sozioökonomischer und regionaler Disparitäten innerhalb des Landes als wesentliche Voraussetzung für die Kontinuität der friedlichen Transformation zu sehen.

Deutsche Unternehmen sind in Südafrika traditionell stark engagiert. Mehr als 370 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung waren 2000 in Südafrika präsent (vgl. DBB 2002).

Gemessen am Anteil der ADI-Bestände lag Deutschland auf dem dritten Platz der Direktinvestoren in Südafrika hinter Großbritannien und den USA (vgl. TISA 2001, S. 40). Etwa zwei Drittel aller von deutschen Unternehmen in Afrika getätigten Direktinvestitionen gehen in die Republik Südafrika, woraus erkennbar wird, dass der Standort auch von deutscher Seite aus eine besondere Stellung innehat.

1.1 Zielsetzungen und Fragestellungen
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Betrachtung der Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen in Südafrika. Einflussfaktoren der internationalen Standortwahl von Investoren und mögliche Motive deutscher Unternehmen für ein Engagement in Südafrika sollen geklärt werden. Der Standort Südafrika wird im Hinblick auf Standortvorteile ebenso wie Investitionshemmnisse betrachtet, wobei die Untersuchung der Entwicklung des Investitionsklimas seit dem Ende der Apartheid einen besonderen Schwerpunkt bildet.

Die seit Anfang bzw. Mitte der 1990er Jahre in Südafrika getätigten Direktinvestitionen ausländischer und insbesondere deutscher Unternehmen werden im Rahmen der Arbeit analysiert. Ziel dieser Analyse ist die Identifikation regionaler und sektoraler Verteilungsmuster der ADI. Zudem sollen Aussagen hinsichtlich vorherrschender Investitionsformen getroffen und theoretische Ansätze auf ihre Anwendbarkeit geprüft werden. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich die Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen seit der Transformation verändert hat und ob bzw. inwiefern sich das Investitionsverhalten deutscher Unternehmen von dem anderer Investoren unterscheidet.

[...]


1 Die Weltbank nimmt eine Einstufung aller Länder in Abhängigkeit vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in drei Klassen vor, namentlich high income, middle income und low income, wobei die middle income countries wiederum in die Unterklassen upper und lower unterteilt werden. Im deutschen Sprachgebrauch entspricht diese Klassifizierung der Einteilung in Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer (vgl. WELTBANK 2002a).

2 Der Begriff „Apartheid“ entstammt dem burischen Ausdruck „apart“(=„besonders“ oder „einzeln“) und wurde in Südafrika durch das South African Bureau for Racial Affairs (SABRA) geprägt (vgl. MUNDORF 1993, S.40). Er bezeichnet das in Südafrika von 1948 bis 1990 herrschende politische System der strikten Rassentrennung und institutionalisierten Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung aus rassenideologischen Gründen.


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