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Helmut Schmidt: Der Bundeskanzler und die Weltwirtschaft

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 25 Pages
Author: Monika Goerke
Subject: History - Miscellaneous

Details

Event: Die Bundesrepublik Deutschland 1969 - 1982
Institution/College: Ruhr-University of Bochum (Historisches Institut)
Tags: Helmut, Schmidt, Bundeskanzler, Weltwirtschaft, Bundesrepublik, Deutschland
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 25
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V14386
ISBN (E-book): 978-3-638-19802-8

File size: 260 KB


Excerpt (computer-generated)

 

 

Helmut Schmidt:
Der Bundeskanzler und die Weltwirtschaft

 

Seminar im Hauptstudium
„Die Bundesrepublik Deutschland 1969 - 1982“

SoSe 2001
eingereicht der
Ruhr-Universität Bochum

von:
Monika Goerke
Dortmund, im August 2001

 

- INHALTSVERZEICHNIS -

A. EINLEITUNG 1

B. DIE WIRTSCHAFTLICHEN BEDINGUNGEN DER SIEBZIGER JAHRE 2

C. DIE ÖKONOMISCHE KOMPETENZ HELMUT SCHMIDTS 4
I. Kurzvita 5
II. Wirtschaftliche Ausbildung und Ämterlaufbahn 5
III. Ökonomische und politische Grundüberzeugungen 8
IV. Der Bundeskanzler und die Privatwirtschaft 9

D. HELMUT SCHMIDT UND DIE WELTWIRTSCHAFT 10
I. Der Weltwirtschaftsgipfel 12
II. Die EG-Gipfelkonferenz 15
III. Das Europäische Währungssystem (EWS) 16

E. RESÜMEE 18

F. LITERATURVERZEICHNIS 21

 

 

A. Einleitung

In den siebziger Jahren gewannen die wirtschaftspolitischen Fragen für die Bundesrepublik wie auch international stark an Bedeutung1. Infolge des Ölpreisschocks im Jahr 1973 kam es zu einer Phase wirtschaftlicher Rezession, die die westlichen Industrienationen gleichermaßen betraf. Die Bundesrepublik stand 1975 sogar vor dem stärksten konjunkturellen Einbruch nach dem Zweiten Weltkrieg.2 Zum ersten Mal wurde den vom wirtschaftlichen Erfolg verwöhnten Bundesbürgern die Grenze ihres Wohlstands und die Endlichkeit natürlicher Ressourcen bewußt. Die Beendigung der Krise empfanden die Wähler als wichtigste Aufgabe für die nähere Zukunft3. In den Zeitraum dieser Krisenperiode fällt die Kanzlerschaft Helmut Schmidts, der von 1974 bis 1982 die Regierungsgeschäfte der Bundesrepublik Deutschland leitete. Gegenstand der nachfolgenden Ausarbeitung sind das Handeln und Auftreten des zweiten sozialdemokratischen Bundeskanzlers im Bereich der damaligen Weltwirtschaftspolitik.

Helmut Schmidt erkannte in diesem Zusammenhang, daß nationale Wirtschaftspolitik im Umfeld einer Weltrezession nicht den nötigen Erfolg zur Belebung der Konjunktur haben würde und plädierte für konzertiertes Handeln auf internationaler Ebene4. Der deutsche Bundeskanzler konnte sich gegenüber den anderen westlichen Industrienationen als kompetenter Gesprächspartner in wirtschaftlichen Fragen profilieren5. Hierfür brachte er von seinen Begabungen und von seinen persönlichen Leitbildern die entsprechende Eignung mit. Hinzu kam, daß keiner seiner Amtsvorgänger so viele unterschiedliche politische Funktionen ausgeübt hatte wie Helmut Schmidt.6

In der Öffentlichkeit wurde dem deutschen Bundeskanzler der Beiname „Weltökonom“ zuteil. Dieser zeugt auf der einen Seite von dem Anspruch, daß man dem Kanzler zutraute, Antworten auf weltwirtschaftliche Fragen und Problemstellungen zu finden.

Auf der anderen Seite liegt aber auch eine Portion Ironie in diesem Titel, die sicherlich in dem ausgesprochen souveränen Auftreten des vermeintlichen Problemlösers und Krisenmanagers Schmidt begründet ist. So urteilte der deutsche Regierungschef beispielsweise 1980 in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über sich selbst: „Ich war derjenige, der geholfen hat, die ökonomische Führung der westlichen Welt wieder in feste Hände zu nehmen.“7 Ausgehend von zeitgenössischen Presseberichten, biographischen Werken sowie Selbstzeugnissen des ehemaligen Bundeskanzlers wird in den folgenden vier Kapiteln analysiert, inwiefern Helmut Schmidt sein Handeln auf die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abstellte. Kapitel B soll dem Leser als kurze Einführung in die nationalen und internationalen wirtschaftlichen Gegebenheiten zu der Zeit Helmut Schmidts Kanzlerschaft dienen. In Kapitel C werden die persönlichen Voraussetzungen des damaligen Regierungschefs, die ihn zum international angesehenen Ratgeber in wirtschaftlichen Fragen werden ließen, hervorgehoben. Dabei werden insbesondere seine Ausbildung und seine wirtschaftspolitischen Ämter vorgestellt. Kapitel D gibt einen Überblick über die wirtschaftspolitischen Leistungen des Bundeskanzlers auf der internationalen Ebene. Die Ausarbeitung konzentriert sich in diesem Zusammenhang auf die von Helmut Schmidt (mit-)initiierten Institutionen. In Kapitel E erfolgt eine abschließende Würdigung des „Weltökonomen“ Helmut Schmidt.


B. Die wirtschaftlichen Bedingungen der siebziger Jahre

[...]


1 Dönhoff, Gräfin Marion (Von Gestern nach Übermorgen, Hamburg 1981), S. 253

2 Jäger, Wolfgang/Link, Werner (Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 5 Republik im Wandel 1974 – 1982. Die Ära Schmidt, Stuttgart 1987), S. 15/16

3 Jäger/Link (Die Ära Schmidt, 1987), S. 32

4 Kistler, Helmut (Bundesdeutsche Geschichte, Stuttgart 1986), S. 336

5 Ford, Gerald (A Man of and for his Times, in: Lahnstein, Manfred/Matthöfer, Hans (Hrsg): Leidenschaft zur praktischen Vernunft. Helmut Schmidt zum Siebzigsten, Berlin 1989), S. 132

6 Soell, Hartmut (Jahre der Krise. Helmut Schmidts schwierige Kanzlerschaft, in: Kanzler, Krisen, Kontroversen. Die Bundesrepublik wird 50 – eine politische Bilanz, ZeitPunkte 1/1999.), S. 46


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