Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Stalking. Stalking ist in den letzten Jahren ein immer „größeres“ Problem geworden. Seitdem am 31.03.2007 durch den § 238 StGB ein Gesetz zur Strafbarkeit beharrlicher Nachstellung in Kraft getreten ist, lässt sich der Straftatbestand von Stalking definieren.
Ausgehend von dieser Grundlage, habe ich einen dafür geeigneten Fragebogen konzipiert. Mit Hilfe dieses Fragebogens wurde eine standardisierte Online-Befragung durchgeführt. Die Befragten waren ausschließlich Studenten der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg.
Ziel der Befragung war es, herauszufinden ob und gegebenenfalls in welchem Umfang Stalkinghandlungen bei Studenten der Georg- Simon-Ohm Hochschule stattgefunden haben.
Im Ergebnis wird deutlich, dass jede(r) zehnte Student (in) bereits mit Stalkinghandlungen konfrontiert wurde oder immer noch wird.
In einem Ausblick wird die polizeiliche Kriminalstatistik der Jahre 2007 und 2008 vorgestellt, der Umgang mit Stalking bei der Polizei und eine Handhabe für BeraterInnen in bei Stalking vorgestellt.
Im Anschluss daran beschäftigt sich die Arbeit mit der Frage, ob die Beratung von Stalkingopfern als zukünftige Tätigkeit für Sozialpädagogen in Frage kommen könnte. Optional dazu wurde ein „Leitfaden“ erarbeitet.
Ein abschließendes Resümee über Stalking, in dem unter anderem auch der Umgang mit Stalking in anderen Ländern kurz vorgestellt wird, bildet den Schluss der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
1.1 Der § 238 StGB – Die Entwicklung der Stalking – Gesetzgebung in Deutschland
2.0 Methodenteil
2.1 Grundgesamtheit
2.2 Datenerhebungsverfahren
2.3 Darstellung der wissenschaftlichen Methode
2.4 Die Vor- und Nachteile der quantitativen Methode
2.5 Die Vor- und Nachteile der Online Befragung
2.6 Besonderheiten von Online-Befragungen
3.0 Darstellung der Ergebnisse
3.1 Teil „A“
3.2 Teil „B“
3.3 Teil „C“
3.4 Teil „D“
4.0 (Kurz)-Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse
4.1 Limitationen
4.2 Delimitationen
5.0 Ausblick
5.1 Beratung durch eine „Handreichung zur Beratung“ vom Bundesministerium
5.2 Beratung durch die Polizei
5.3 Beratung durch „Case Management“ von Britta Haye und Heiko Kleve
6.0 Resümee
6.1 Umgang mit Stalking im Ausland
6.2 Studien
6.3 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Phänomen Stalking im Kontext einer empirischen Online-Befragung an der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg, um das Ausmaß, die Formen sowie die Auswirkungen auf die betroffenen Studierenden zu ermitteln. Basierend auf dieser Analyse wird die Rolle der Sozialen Arbeit sowie professioneller Beratungskonzepte im Umgang mit Stalkingopfern kritisch beleuchtet.
- Stalking-Definitionen und die gesetzliche Lage (§ 238 StGB).
- Empirische Analyse des Stalkingverhaltens unter Studierenden.
- Physische und psychische Auswirkungen von Stalking auf Betroffene.
- Beratungsansätze durch Polizei und Case Management.
- Vergleichende Perspektiven zum Umgang mit Stalking international.
Auszug aus dem Buch
1.0 Einleitung
Mit der Frage, was Stalking eigentlich ist, haben sich eine Reihe verschiedener Experten und Fachvertreter beschäftigt. Das Phänomen des Stalkings ist bereits seit längerem bekannt. Seine Vorläufer reichen bis in die Antike zurück. So sind in den Texten von Hippokrates, Plutarch, Cicero und vielen anderen schon Szenen fehlgeleiteter Liebe mit schädlichen Auswirkungen für den Betroffenen zu finden, die wir heute unter den Begriff „Stalking“ fassen würden.1
Ein „aktuellerer“ Beschreibungsversuch ist von Dressing/Kühner/Gass im FPR 2006 zu lesen.
„Stalker verfolgen, belästigen und bedrohen ihre Opfer, unter Umständen kommt es auch zu körperlichen Attacken und Tötungsdelikten. Das Ziel des Stalkers ist es, sein Opfer in Angst zu versetzen(...). Für viele Opfer ist Stalking mit einem chronischen Stresserleben verbunden, das zu einer Beeinträchtigung der seelischen und körperlichen Gesundheit führen kann.“2
Einer der ersten klinisch-wissenschaftlichen Definitionsversuche stammt von dem amerikanischen Wissenschaftler Meloy, der Stalking als ein beabsichtigtes, böswilliges und wiederholtes Verfolgen und Belästigen einer anderen Person bezeichnet.3 Pathe und Mullen definierten Stalking als ein Verhaltensmuster, das sich dadurch auszeichnet, dass der Stalker ein Opfer wiederholt mit unerwünschten Kontaktaufnahmen belästigt.4 In der forensischen Psychologie im Jahr 1993, spricht man von einem obsessiven oder unnormal langen Muster von Bedrohungen oder Belästigung, das gegen ein bestimmtes Individuum gerichtet ist.5
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Beleuchtet die historischen und wissenschaftlichen Grundlagen von Stalking und stellt verschiedene Definitionsansätze vor.
2.0 Methodenteil: Beschreibt das Design der quantitativen Online-Befragung sowie die Vor- und Nachteile der gewählten methodischen Vorgehensweise.
3.0 Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert detailliert die aus der Umfrage gewonnenen Daten unterteilt in soziodemografische Merkmale, gegenwärtiges und vergangenes Stalkingverhalten sowie Auswirkungen auf die Opfer.
4.0 (Kurz)-Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse: Fasst die Kernerkenntnisse der Untersuchung zusammen und setzt sie in Bezug zu anderen Studien.
5.0 Ausblick: Diskutiert Beratungsstrategien durch das Bundesministerium, die Polizei sowie den systemischen Ansatz des Case Managements für Sozialpädagogen.
6.0 Resümee: Zieht ein Fazit über die Entwicklung der Gesetzgebung, den internationalen Umgang mit Stalking und den zukünftigen Bedarf an Sensibilisierung.
Schlüsselwörter
Stalking, § 238 StGB, Nachstellung, empirische Analyse, Online-Befragung, Stalkingopfer, Sozialpädagogik, Case Management, Gefährdungsanalyse, Genogramm, Bedrohung, Gewaltspirale, Opferberatung, Prävention, psychische Folgen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der empirischen Analyse des Phänomens Stalking unter Studierenden der Georg-Simon-Ohm Hochschule Nürnberg und untersucht die Beratungsbedarfe der Betroffenen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Definition von Stalking, der empirischen Erhebung von Stalking-Betroffenheit bei Studierenden, den psychischen Folgen sowie den Interventionsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel war es, herauszufinden, in welchem Umfang Stalking unter Studierenden auftritt und wie Sozialpädagogen oder beratende Institutionen effektiv zur Unterstützung der Opfer beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor führt eine standardisierte quantitative Online-Befragung durch, um Daten bei den Studierenden zu erheben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der erhobenen Umfragedaten zu Stalkinghandlungen und -erfahrungen sowie einen theoretischen Teil, der Beratungsmodelle wie Case Management und polizeiliche Ansätze vorstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Stalking, § 238 StGB, Opferberatung, Case Management, Gefährdungsanalyse und Auswirkungen auf die Lebensgestaltung.
Welche Rolle spielt das „falsche Opfer Syndrom“ in der Beratung?
Der Autor diskutiert die Notwendigkeit, zwischen tatsächlichen Opfern und Personen zu unterscheiden, die Stalking vortäuschen, um die knappen Beratungsressourcen effektiv einzusetzen.
Wie bewertet der Autor die Rolle des „Genogramms“ bei der Beratung von Stalkingopfern?
Das Genogramm wird als hilfreiches Instrument der systemischen Beratung angesehen, um soziale Ressourcen und das familiäre Umfeld des Opfers zu visualisieren und zu verstehen.
- Quote paper
- Thorsten Übel (Author), 2009, Stalking - Eine empirische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143916