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Anorexia nervosa - Symptome, mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Seminararbeit, 2001, 32 Seiten
Autor: Angelika Hahl
Fach: Psychologie - Biologische Psychologie

Details

Veranstaltung: Biopsychologie der Ernährung
Institution/Hochschule: Universität Bremen
Tags: Anorexia, Symptome, Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten, Biopsychologie, Ernährung
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 32
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V14517
ISBN (E-Book): 978-3-638-19894-3
ISBN (Buch): 978-3-638-78776-5
Dateigröße: 313 KB

Zusammenfassung / Abstract

Anorexia nervosa ist eine von drei wesentlichen Krankheitsbildern, die unter dem Begriff Essstörung subsumiert wird. Gemeinsam ist allen Personen mit Essstörungen, dass ihnen aus dem lebensnotwendigen Bedürfnis, der existenzsichernden Funktion „Essen“, ein psychosomatisches Problem mit erheblichen somatischen, psychischen und oft sozialen Konsequenzen erwachsen ist. In der folgenden Arbeit werden die Symptome, Folgeerscheinungen, mögliche Erklärungen und Ursachen, Hilfs- und Behandlungsmöglichkeiten erörtert.


Textauszug (computergeneriert)

HAUSARBEIT
Projekt „Psychologie der Ernährung“
Seminar „Biopsychologie der Ernährung“
Für das Prüfungsfach Biopsychologie

Magersucht – Anorexia Nervosa

Angelika Dubinski

 

INHALTSVERZEICHNIS

1. Definition 5

2. Historische Aspekte 9

3. Symptome und Folgeerscheinungen 11
3.1. Allgemeinmedizinisches Gebiet 11
3.2. Internistisches Gebiet 11
3.3. Dermatologisches Gebiet 12
3.4. Zahnärztliches Gebiet 12
3.5. HNO-ärztliches Gebiet 12
3.6. Endokrinologisches und gynäkologisches Gebiet 12

4. Mögliche Erklärungen und Ursachen 15
4.1. Gesellschaftliche Faktoren 15
4.2. Familiäre Faktoren 15
4.3. Feministische Faktoren 16
4.4. Weitere Faktoren 16

5. Hilfsangebote 17
5.1. Ambulante Beratung 17
5.2. Ambulante Behandlung 18
5.3. Stationäre Behandlung 18
5.4. Selbsthilfegruppen 19

6. Behandlungsangebote und theoretische Orientierungen am Beispiel der Klinik am Korso 21
6.1. Psychoanalytische Ansätze 22
6.2. Familientherapeutische Ansätze 25
6.3. Verhaltenstherapeutische Ansätze 29
6.4. Weitere Ansätze 32
6.5. Ergebnisse der Klinik am Korso 33

7. Fazit 35

Literatur 37

Abbildungsverzeichnis 37

 

1. DEFINITION

Unter dem Begriff Essstörungen werden im wesentlichen 3 Krankheitsbilder subsumiert: Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Adipositas. Die Angehörigen der 3 Krankheitsgruppen unterscheiden sich beträchtlich hinsichtlich Erscheinungsbild und Psychodynamik. Gemeinsam ist aber allen Personen mit Essstörungen, dass ihnen aus dem lebensnotwendigen Bedürfnis, der existenzsichernden Funktion „Essen“, ein psychosomatisches Problem mit erheblichen somatischen, psychischen und oft sozialen Konsequenzen erwachsen ist (Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren [DHS], 1997, S.7). Auf die Magersucht – Anorexia nervosa – gehen wir genauer ein.

„Die Magersucht ist eine psychogene Essstörung mit psychosomatischen Folgeerscheinungen, die vorwiegend bei Mädchen und jungen Frauen auftritt“ (Karren, 1990, S.13). „Zentrales Leitmotiv der anorektischen Personen ist der Wunsch nach extremer Schlankheit, verbunden mit dem Wunsch nach Selbstbestimmung…Typischerweise wird das niedrige Gewicht bei der Anorexia nervosa hauptsächlich durch Hungern und Nahrungsverweigerung herbeigeführt und aufrechterhalten“ (DHS, 1997 S.11–12). „Aufgrund epidemiologischer Untersuchungsergebnisse ist zu vermuten, dass die Entwicklung von Anorexia nervosa durch die besonderen Lebensbedingungen junger Frauen der oberen Mittel- und Oberschicht in urbanisierten, industrialisierten Regionen begünstigt wird“ (Karren, 1990, S.15). „Die Essstörung manifestiert sich in der Regel zwischen dem 13. und 25. Lebensjahr“ (Karren, 1990, S.18). Natürlich gibt es aber auch Fälle, bei denen Frauen anorektisch werden, wenn sie jünger als 13 oder älter als 25 sind. „Anorexia nervosa kommt bei Männern in 5–10% der Fälle vor ...“ (DHS, 1997, S.38). Da die Mehrheit der an Magersucht erkrankten Personen Frauen sind, sprechen wir im Folgenden immer in der weiblichen Form, von der Patientin oder der Anorektikerin.

Diagnostische Kriterien für Anorexia nervosa nach DSM – IV

DSM steht für „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ und ist ein Handbuch von der Amerikanischen Psychiatrie-Gesellschaft. Es ist ein sehr umfangreiches und differenziertes Klassifikationssystem für psychische Störungen. In diesem Handbuch werden Krite- rien aufgelistet, die erfüllt sein sollen, wenn Magersucht diagnostiziert wird (Pudel und Westenhöfer, 1998, S.219).

Abbildung Nr. 1
[Abb. 1 in Downloaddatei enthalten]

Entnommen aus: Pudel, V., und Westenhöfer, J.:
Ernährungspsychologie.
Göttingen, Hogrefe,1998, 2., überarb. und erw. Aufl., S.220

Neben dem „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ der American Psychiatric Association gibt es noch ein anderes Klassifikationssystem für psychische Störungen, das das gesamte medizinische Feld umfasst. Herausgeber ist die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation WHO), die die International Classification of Diseases ICD publiziert hat.

Abbildung Nr. 2
[Abb. 2 in Downloaddatei enthalten]

Entnommen aus: Pudel, V., und Westenhöfer, J.:
Ernährungspsychologie.
Göttingen, Hogrefe,1998, 2., überarb. und erw. Aufl., S.220

Die Patientinnen haben eine extreme Angst vor einer Gewichtszunahme und eine daraus resultierende Zentrierung auf das Körpergewicht, das in den Mittelpunkt des gesamten Fühlen, Denkens und Handelns rückt (DHS, 1997, S.12).

„Sozial wirkt es störend aus, dass die Betroffenen das Essen im Beisein anderer am liebsten vermeiden. Das führt schließlich zum Rückzug aus weiten Teilen des gesellschaftlichen Lebens, da die meisten Formen geselligen Beisammenseins auch in irgendeiner Weise mit Essen verbunden sind. Das Nichtessen in der Öffentlichkeit geht auch mit dem geheimen Horten oder auch Wegwerfen von Nahrungsmittel einher. Auffällig ist, dass anorektische Frauen und Männer sich gerne mit Nahrungszubereitung befassen, Rezepte sammeln, Kochbücher lesen und für andere üppige Mahlzeiten zubereiten“ (DHS, 1997, S.12).

2. HISTORISCHE ASPEKTE

„In der Literatur wird angenommen, dass die Magersucht seit Jahrhunderten bekannt ist. Es werden Berichte wiedergegeben, die bis in das 2. Jahrhundert u. Z. zurückweisen. Diese Berichte werden jedoch unterschiedlich interpretiert, so dass mit aller Vorsicht nur von Erscheinungsformen gesprochen werden kann, die auch auf Magersucht hindeuten können.

Übereinstimmend wird festgestellt, dass der englische Arzt Morton im 17. Jahrhundert eine Krankheit beschrieb, die wir heute als Magersucht oder Anorexia nervosa bezeichnen. Morton sprach von einer „nervösen Schwindsucht“ und nannte die Hauptsymptome Appetitlosigkeit, Verstopfung, Ausbleiben der Menstruation, extreme Abmagerung und Ruhelosigkeit. Es bleibt aber unklar, welche Ursachen Morton letztlich für die Entstehung dieser Krankheit annahm. Erst der englische Chirurg Gull verwendete um 1880 die Bezeichnung „Anorexia nervosa“ für eine Erkrankung, die er auf psychopathologische Faktoren zurückführte. Etwa zur selben Zeit berichtete der französische Mediziner Lasègue von einer Krankheit psychischen Ursprungs, die er als „hysterische Anorexie“ bezeichnete. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen insbesondere im anglo-amerikanischen Raum und in Frankreich, in denen die bereits von Morton genannten Hauptsymptome im wesentlichen bestätigt wurden. Um 1900 herrschte weitgehende Einigkeit darüber, dass die Anorexia nervosa eine klar abgrenzbare psychische Erkrankung ist.

Etwa 1914 gab es in weitem Ausmaß Verwechslungen mit der sogenannten „Simmondsschen Krankheit“, einer Hypophysenschwäche. Eindeutige Magersuchterkrankungen wurden als Drüsenkrankheit diagnostiziert. Bis Ende der 30er Jahre wurden Magersüchtige nunmehr medizinisch behandelt – unter anderem mit der Übertragung von Hypophysengewebe. Mara Selvini Palazzoli äußert ihr Befremden darüber, „dass ein Zustand, der so offensichtlich auf absichtliches Fasten … zurückzuführen ist, jemals als endokrinologisch bedingt angesehen werden konnte“ (Selvini Palazzoli 1982, S.22). Sie legt dar, dass die Verwechslung der beiden Erkrankungen auf der falschen Annahme beruhte, dass die Hypophysenschwäche ursächlich zur Abmagerung führe.

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