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Scholarly Research Paper, 2003, 18 Pages
Author: Dominik Sommer
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Sozialwissenschaften)
Tags: Zwei, Reisen, Amerika, Alexis, Tocqueville, Weber, Zusammenfassung, Standes, Tocqueville-Weber-Forschung, Seminar, Alexis, Tocqueville, John, Stuart, Mill
Year: 2003
Pages: 18
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-19928-5
File size: 225 KB
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Excerpt (computer-generated)
Humboldt-Universität zu Berlin
Wintersemester 2002/2003
Philosophische Fakultät III
Institut für Sozialwissenschaften
Fachbereich Politische Soziologie
Seminar: Alexis de Tocqueville und John Stuart Mill
Zwei Reisen nach Amerika: Alexis de Tocqueville und Max Weber
Zusammenfassung des aktuellen Standes der Tocqueville-Weber-Forschung
Dominik Sommer
Sozialwissenschaften
Referat: 25.11.02
Abgabe: 01/03
Inhaltsverzeichnis
0. Aufbau/ Einleitung
1. Inhaltliche Zusammenfassung und Kommentierung der Überblicksartikel
1.1 Freund, Dorrit, 1974: Max Weber und Alexis de Tocqueville, in: Archiv für Kulturgeschichte, 56, 457-464
1.2 Diggins, John P., 1996: America′s Two Visitors: Tocqueville and Weber, in: The Tocqueville Review/ Revue Tocqueville, 17, 2, 165-182
1.3 Ulmen, Gary L., 1991: Politischer Mehrwert. Eine Studie über Max Weber und Carl Schmitt, Weinheim, 341-365
1.4 Lassman, Peter, 1993: Democracy and Disenchantment: Weber and Tocqueville on the ‚Road to Servitude′, in: Herminio Martins (Hrsg.): Knowledge and Passion. Essays in Honour of John Rex, 99-118, London; New York
1.5 Hecht Martin, 1998: Modernität und Bürgerlichkeit. Max Webers Freiheitslehre im Vergleich mit den politischen Ideen von Alexis de Tocqueville und Jean-Jacques Rousseau, Berlin
1.6 Schwind, Robert, 1997: Die These vom Freiheitsverlust bei Alexis de Tocqueville und Max Weber. Unveröffentlichte Diplomarbeit aus dem Bereich Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, Lehrbereich politische Soziologie, Prof. Dr. Claus Offe
1.7 Weber, Marianne, 1984: Max Weber. Ein Lebensbild, Tübingen (Amerikareise im Speziellen: 292-317)
2. Anmerkung: Tocqueville und Benjamins Strom der Geschichte
3. Literaturverzeichnis
0. Aufbau/ Einleitung
Diese Arbeit gibt einen Überblick über den Stand der vergleichenden Tocqueville-Weber Forschung. Für das Thema relevante Artikel und Bücher (vgl. Inhaltsverzeichnis) wurden inhaltlich zusammengefasst und in Bezug auf den Forschungsstand kommentiert. Dementsprechend ist auch die Arbeit aufgebaut. Hinzugefügt ist eine ausführliche Literaturliste zur Tocqueville-Weber-Forschung.
1. Inhaltliche Zusammenfassung und Kommentierung der Überblicksartikel
1.1 Freund, Dorrit, 1974: Max Weber und Alexis de Tocqueville, in: Archiv für Kulturgeschichte, 56, 457-464
Dorrit Freund stellt in ihrem Aufsatz als Erste grundlegend und auf konkrete Textpassagen bezogen die Analogien zwischen Weber und AdT. her. Sie konstatiert beiden Denkern eine ähnliche Fragestellung, die sich um die (Un)Möglichkeit der Wahrung der persönlichen Freiheit im Demokratischen Staat dreht. Jedoch ergäben sich aus dem Fortschreiten der historischen Entwicklung und aus der Wissenschaftlichkeit Webers (vgl. auch Lassman 1993) grundlegende Unterschiede in der Art der Behandlung des aufgeworfenen Problems (459). Nach Tocqueville führe die Entwicklung zur Gleichheit, verbunden mit ihrer politischen Form der Entwicklung zur Demokratie, zu einer Nivellierung der Gesellschaft, in der die individualisierten aber monotonen Individuen entweder einem individualistisch-anarchistischen oder kollektivistisch-despotischen Gesellschaftszustand zulaufen (ebd.). Gegenmittel für AdT. sind Dezentralisierung (intermediäre Gewalten) und Förderung des Vereinswesens. Durch die konkrete politische Beteiligung des Bürgers blieben seine liberalen politischen Werte erhalten und er ist in der Lage, seine Freiheit gegenüber dem Staat zu verteidigen. Anders bei Weber: Das Fortschreiten des bürokratischen Rationalismus führe hier zum Verlust der bürgerlichen Freiheiten. Um dieser Bedrohung zu begegnen, fordere Weber "den Ausbau des Parlamentarismus. (...) Parlamentarische Verwaltungskontrolle und gesteigerte politische Verantwortlichkeit sollen die Stellung des Parlaments zu Lasten des Beamtentums stärken" (460). Gleichberechtigt neben diesen Lösungsversuch stellt Freud Webers Konstruktion des plebiszitär legitimierten Führers, der dem sachlichen Rationalismus des Beamtentums eine (charismatische) Personifizierung der politischen Macht entgegenstellt. Zusammenfassend führt Freund die unterschiedlichen Problemlösungen der beiden Autoren, in Bezug auf ihre gleich gestellte Frage nach den Voraussetzungen zur Wahrung der Freiheit, auf deren unterschiedliches Demokratieverständnis zurück. Ihre auf diesen unterschiedlichen Deutungen der Demokratie (resultierend aus der zeitlich-geschichtlichen Differenz zwischen Weber und AdT. und Webers verwissenschaftlichter Perspektivität) aufbauende Schlussfolgerung ist, dass bei Weber der Bürger im massendemokratischen Parteienstaat nicht mehr in der Lage sei, unmittelbar zur Erhaltung der Freiheit beizutragen, wohingegen bei AdT. eine unmittelbare Konfrontation zwischen Bürger und Staat bestehe. Anschließend zählt Freund weitere analoge Problemstellungen bei Weber und AdT. auf, als da seien: - Formen der Vergesellschaftung im politischen Verband mit, auch in Bezug auf das Wechselspiel zwischen politischer und religiöser Ordnung. - Die Wirkung der Institutionen und Herrschaftsformen auf die politische Kultur - Frage nach der politischen Erziehung des Volkes - Gesinnungsethische Parteien und ihre Bedeutung - Stellenjägerei und Ämterpatronage - Methodologische Analogien in Bezug auf die komparative Sozial- und Kulturanalyse beider. Auch die Legitimationslehre Webers sei bei AdT., in dessen Differenzierung der traditionell-personenbezogenen, der charismatischen und der rationalen Legitimation schon angedacht. Darüber hinaus findet Freund Analogien in Webers Religionssoziologie (Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus), die bei AdT. als "Geist der Religion" und "Geist der Freiheit" bezeichnet werden. Um die Frage nach Webers Kenntnis von Tocqueville zu erhärten, führt Freund neben einem Zitat Marianne Webers - es ist sehr wahrscheinlich, dass er ihn gelesen hat, aber nicht beweisbar (aus einem Gespräch mit J.-P.Meyer (1939) - die geistige Bekanntschaft Webers mit Dilthey und Jellinek an.
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