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Referat (Ausarbeitung), 2002, 15 Seiten
Autor: Sigrid Vollmann
Fach: Archäologie
Details
Tags: Leben, Augustus, Sicht, Literaten
Jahr: 2002
Seiten: 15
Note: gut
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-20013-4
ISBN (Buch): 978-3-638-93474-9
Dateigröße: 373 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Was ist Geschichtsschreibung? Welcher Geschichtsschreiber spricht die Wahrheit? Das sind Fragen, sie sich jeder Wissenschaftler stellt. Um dieser Frage nachzugehen, wird das Leben des Augustus von verschiedenen Literaten untersucht. Zum einen gibt es Sueton, der ihn in seiner Biographie beschreibt, zum anderen gibt es natürlich auch Cassius Dio, der einige Jahre nach Augustus gelebt und daher schon das eine oder andere verfälscht haben könnte. Und natürlich gibt es auch Augustus selber, der sich verherrlicht. Anhand dieser Arbeit lassen sich die Unterschiede in der Geschichtsschreibung feststellen und zudem gibt sie auch Auskunft über das Leben des Kaisers Augustus.
Textauszug (computergeneriert)
Das Leben des Augustus -
aus der Sicht verschiedener Literaten
1 Sein Leben 3
2 Allgemeines 7
3 Augustus Tugenden und Ausschweifungen 8
3.1 Augustus Ausschweifungen 9
3.2 Augustus Tugenden 9
4 Augustus Bautätigkeit 12
4.1 was fehlt an Bauwerken 14
5 Literaturverzeichnis 14
1 Sein Leben
63: Augustus wird geboren, er selbst übergeht in seinen „res gestae – Monumentum Ancyranum“ diese Tatsache, deutet sie nicht einmal an, da er annimmt, dass sie Leser Zeitgenossen sind und das alles wissen. Sueton beschreibt zwar nicht die Geburt, aber die Familie sehr genau (4 Kapiteln) und meint, dass die Familie zuerst eine der angesehensten war, dann aber eine Familie zweiten Ranges geworden ist.1 Er schreibt womöglich deswegen so genau darüber, um die Leute zu informieren, dass Augustus eigentlich nicht aus einer adeligen Familie stammte.
44: Cäsars Tod. Augustus geht auf den Tod Cäsars nicht genau ein, erwähnt immer, dass er Sachen auf Wunsche seines Vaters gemacht hat. Sueton schreibt, das Augustus seine Ansprüche geltend gemacht hat und „seine Erbschaft antrat.“2 43: Sieg von Augustus bei Mutina über Marcus Antonis. Das wird bei Sueton bestätigt. Er nennt allerdings auch Gründe: weil sich Marc Anton Augustus in den Weg gestellt hat anstatt ihn zu unterstützen, in zwei Schlachten wurde die Schlacht zugunsten des Augustus entschieden.3
Das Triumvirat erwähnt Augustus in einem Satz, nennt uns aber nicht die Mitregenten und wie lange das Triumvirat gedauert hat. Auf die Proskriptionen geht Augustus auch nicht ein, da es eine schlechte Public Relation für ihn wäre. Sueton schreibt darüber folgendes: „als diese aber begonnen worden waren, übte er sie rücksichtsloser als die anderen beiden.“4 42: Schlacht bei Philippi; 5 Zeilen bei Sueton, in dienern er zwei Schlachten erwähnt, auch bei Augustus nur eine Zeile 40: Aufteilung des Reiches: Sueton schreibt, dass Antonius den Osten bekam, sonst nichts; Augustus übergeht es, wahrscheinlich möchte er die Leute nicht darauf aufmerksam machen, dass er einmal nicht Alleinregent war. 36: Krieg in Sizilien: von Sueton bestätigt. Er beschreibt es sehr genau und nennt uns die Gründe für diesen Krieg. Wir erfahren auch, dass er unterbrochen wurde wegen der Instandsetzung der Flotte und dass der Krieg sich hinzog, aber dass am Ende Pompeius besiegt wurde. Bei Augustus wird dieser Krieg nicht wirklich erwähnt, wobei zu sagen ist, dass Augustus keinen Krieg beschreibt, sondern immer nur allgemein und dabei meint er, dass er immer nur geschont hat.
35-33: Feldzüge in Illyricum und Pannonien. Sueton spricht von einer Unterwerfung, die es ja auch im Jahre 12-9 gegeben hat. Augustus beschreibt die Feldzüge genauer und nennt uns sogar den Feldherren – den spätern Kaiser Tiberius.5 Vielleicht war das ein politischer Schachzug, um den Leuten gleich die Tüchtigkeit des späteren Kaisers vor Augen zu führen. 31: Schlacht bei Actium. Augustus nennt sie in einem Satz. Wahrscheinlich deswegen weil Kleopatra und Marc Anton starben und das für ihn keine gute Werbung gewesen ist. Sueton schildert uns wieder die Gründe: Antonius hatte in seinem Testament Cleopatras Kinder zu Miterben ernannt und wollte in Alexandria begraben werden.6 Er zwang Antonius zum Selbstmord und betrachtet noch dessen Leiche, aber auf der anderen Seite meint Sueton : „nahm er niemals mit einer schweren Strafe Rache.“7 27: Oktavian erhält den Ehrennamen Augustus. Weder bei Augustus noch bei Sueton erwähnt.
27-25: bei Augustus Kapitel 12, er informiert uns über folgendes: „Als ich aus Spanien und Gallien nach glücklich vollbrachten Taten in diesen Provinzen [...] nach Rom zurückkehrte.“8 Die Unterwerfung der Kantabreer und Asturer erwähnt keiner von beiden vielleicht nicht sehr spektakulär. Bei Cassius Dio werden diese beiden Völker allerdings erwähnt. Dazu meint er: „Augustus selbst bekriegte zugleich die Asturer und Cantabrer.“9 Sie ließen sich, da sie zahlenmäßig unterlegen waren, in keinen Nahkampf verwickeln und belegten so die höher gelegenen Punkte. Augustus geriet dadurch in Bedrängnis und erkrankte sogar. Sein Feldherr Gaius Antistius besiegte die Völker dann, die sich – wahrscheinlich aus Geringschätzigkeit – doch noch zu Nahkämpfen hinreißen ließen.10 23: Volkstribun. In einem Satz bei Sueton erwähnt, da Augustus den Tod seines Vaters rächen wollte und er als Volkstribun mehr Möglichkeiten dazu hatte. Sueton schreibt aber auch, dass Augustus damals noch nicht Senator gewesen ist.11 Augustus erwähnt tribunicische Gewalt nur im Zusammenhang mit Entstehung dieses Werkes. 20: Zurückeroberung der Feldzeichen der Parther. Augustus meint dazu: „Mehrere Feldzeichen, die durch andere Feldherren verlorengegangen waren, habe ich nach völliger Besiegung der Feinde zurückgewonnen aus Spanien und Gallien und von den Dalmatiern. Die Parther zwang ich, die Beutestücke und Feldzeichen von drei römischen Heeren mir zurückzugeben und demütigend bittend um die Freundschaft des römischen Volkes nachzusuchen.“12
Sueton hält sich dieses Mal kurz und bündig und meint nur: „Auch die Parther traten ihm ohne weiteres Armenien ab, als er darauf Anspruch erhob, und gaben ihm auf sein Verlangen die Feldzeichen zurück.“13
18: Sitten und Ehegesetze. Augustus schreibt folgendermaßen darüber: „Durch neue, auf meine Veranlassung eingebrachte, Gesetzte, habe ich zahlreiche vorbildliche Sitten der Vorfahren, die schon aus unserem Jahrhundert schwanden, wieder eingeführt und selbst für viele Dinge nachahmenswerte Beispiel der Nachwelt überliefert.“14 Das ist jedoch sehr fragwürdig, da wir noch einiges zur Tugendhaftigkeit des Augustus im nächsten Kapitel erfahren werden. Es ist aber nicht verwunderlich, dass Augustus über dieses Thema so viel schreibt, bringt es ihm doch Pluspunkte und außerdem war er immer sehr stolz auf seine Neuerungen.
Sueton schreibt von Änderungen zum Beispiel im Heerwesen (für verschiedene Arten des Vergehens bestimmte Strafen) oder im Priestertum (erhöhte Zahl) und weiters beschreibt er Bräuche, die Augustus wieder eingeführt hat, nennt uns allerdings nur die Namen (Augurium, Luperkalienfest). Weiters berichtet er uns vom Luxusgesetz und vom Ehegesetz, beschreibt beide aber nicht genauer.15 16-15: Eroberung des Alpenraumes bis zur oberen Donau, Sueton erwähnt eben nur die Eroberung Pannonien und Illyricums, mehr nicht. Augustus beschreibt das ganze folgendermaßen: „Die Alpen habe ich von der dem Adriatischen Meere zunächst liegenden Gegend bis zum Tuscanischen Meer befriedet, wobei ich kein Volk zu Unrecht bekriegte.“16 12-9: Eroberung Pannoniens, bei Sueton in einem Satz erwähnt, Augustus schreibt: „Die Völker der Pannonier, zu denen vor meinem Prinzipat nie ein Heer des römischen Volkes gelangte, besiegte ich völlig durch Tiberius Nero.“17 Hier wieder Propaganda für den nachfolgenden Kaiser.
12: Pontifex Maximus: erwähnt bei Sueton im Kapitel 31. Seine erste Tat als ein solcher war, dass er sämtliche Bücher mit Orakelsprüchen verbrennen ließ. Es fällt auf, dass dieses Motiv beim Antritt von Diktatoren oftmals in der Geschichte verwendet wird. Augustus selber meint dazu: „ich war Pontifex Maximus.“18
[...]
1 Sueton: Augustus, 1988, 1ff.
2 Sueteon, a.O. 8, 2
3 Sueton, a.O. 10, 2
4 Sueton, a.O. 27, 1
5 Augustus: Meine Taten, 30
6 Sueton, a.O. 17, 1
7 Sueton, a.O. 21, 2
8 Augustus, a.O. 21
9 Cassius Dio, Römische Geschichte IV, 53, 25, 5
10 Cassius Dio, 53, 25, 6f.
11 Sueton, a.O. 10, 2
12 Augustus, a.O. 29
13 Sueton, a.O. 21, 3
14 Augustus, a.O. 8
15 Sueton, a.O. 24.ff
16 Augustus, a.O. 26
17 Augustus, a.O. 30
18 Augustus, a.O. 7
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