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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1997, 31 Pages
Author: Laura Dahm
Subject: Sociology - Gender Studies
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Institut für Soziologie)
Tags: Familie, Lebensverlauf, Seminar, Einführung, Soziologie, Familie, Lebensführung
Year: 1997
Pages: 31
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-20022-6
ISBN (Book): 978-3-638-68279-4
File size: 186 KB
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Abstract
Der Strukturwandel der Familie in der Moderne ist als Prozeß der Auslagerung von nichtfamilialen und der Spezialisierung der sich herausbildenden Familie als ein Teilsystem der Gesellschaft auf einen nur ihr eigenen Funktions- und Handlungskomplex zu betrachten. Dieser Wandel entstand durch Ereignisse innerhalb und außerhalb der Familie, und es gibt sozial und ethnisch bedingte Unterschiede in Familienbiographien (vgl. Aldous 1996, S. 20). Im Verlauf der Industrialisierung trennte sich Arbeits- und Wohnstätte, und zuerst im wohlhabenden Bürgertum entwickelte sich die bürgerliche Familie als Vorläufermodell der modernen Familienform. Um eine Argumentationsbasis für die empirische Auseinandersetzung zu finden, müssen die spezifischen Handlungsmotive im Zusammenhang mit der Entscheidung zum Eintritt in eine Partnerschaft und zur Gründung einer Familie beleuchtet werden (vgl. Huinink 1995, S. 13-26). Der Lebensverlauf ist abhängig von den individuellen Ressourcen (Bildung, Elternhaus) und Restriktionen (Gesundheit), sowie gesellschaftlichen Institutionen (Schule, Rente), die den Lebensverlauf aufgrund des Alters strukturieren. Auch kumulierte biographische und historische Ereignisse (z.B. Krieg) spielen eine bedeutende Rolle. Aus diesen Faktoren ergibt sich dann das Alter bei einer Erstheirat und Erstgeburt. Der Lebensverlauf besteht außerdem aus verschiedenen ineinander verwobenen Lebensbereichen, die aufeinander abgestimmt werden müssen. In meinem Referat möchte ich nun darauf eingehen, inwieweit Ehe und Familie immer noch ihren Stellenwert im Lebensverlauf eines Individuums haben. Dazu betrachte ich die Übergänge zu Partnerschaft und Elternschaft im Lebensverlauf zunächst theoretisch und dann empirisch. Dabei unterteile ich in Lebensverlaufsstudien zur Gründung partnerschaftlicher Lebensgemeinschaften und Lebensverlaufsstudien zur Geburt des ersten und zweiten Kindes. Ich gehe insbesondere auf die Bildungsbeteiligung und ihre Auswirkungen auf Heirat und Familiengründung sowie auf die Zusammenhänge von Erwerbstätigkeit und Heirat bzw. Familiengründung ein.
Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Soziologie
WS 1996/97
Seminar: Einführung in die Soziologie der Familie und der privaten Lebensführung
Thema:
Familie im Lebensverlauf
Laura Dahm
Inhaltsverzeichnis:
0. EINLEITUNG 1
1. PARTNERSCHAFT UND ELTERNSCHAFT IM LEBENSVERLAUF 2
1.1. Handeln im Lebensverlauf 3
1.2. Familienentwicklung im Lebensverlauf 5
1.2.1. Die partnerschaftliche Lebensgemeinschaft und die Eheschließung im Lebensverlauf 7
1.2.2. Die Familiengründung im Lebensverlauf 8
1.3. Methodische Bemerkungen zur Lebensverlaufsanalyse 10
2. LEBENSVERLAUFSSTUDIEN ZUR GRÜNDUNG PARTNERSCHAFTLICHER LEBENSGEMEINSCHAFTEN 10
2.1. Ausbildungsbeteiligung und Heirat: Der Institutioneneffekt 11
2.2. Erwerbsbeteiligung und Heirat bei Männern und Frauen 15
2.3. Nichteheliches Zusammenleben 16
3. LEBENSVERLAUFSSTUDIEN ZUR GEBURT DES ERSTEN UND ZWEITEN KINDES 17
3.1. Bildungsbeteiligung und die Geburt des ersten Kindes: Der Institutioneneffekt 18
3.2. Die Erwerbstätigkeit und die Familiengründung bei Männern und Frauen 20
3.3. Die Entscheidungssituation beim zweiten Kind 22
4. SCHLUßFOLGERUNG 25
5. LITERATURVERZEICHNIS: 29
0. Einleitung
Der Strukturwandel der Familie in der Moderne ist als Prozeß der Auslagerung von nichtfamilialen und der Spezialisierung der sich herausbildenden Familie als ein Teilsystem der Gesellschaft auf einen nur ihr eigenen Funktions- und Handlungskomplex zu betrachten.
Dieser Wandel entstand durch Ereignisse innerhalb und außerhalb der Familie, und es gibt sozial und ethnisch bedingte Unterschiede in Familienbiographien (vgl. Aldous 1996, S. 20).
Im Verlauf der Industrialisierung trennte sich Arbeits- und Wohnstätte, und zuerst im wohlhabenden Bürgertum entwickelte sich die bürgerliche Familie als Vorläufermodell der modernen Familienform.
Die Etablierung der modernen bürgerlichen Familie erfolgte dann, begünstigt durch das Wirtschaftswunder, in den 50er Jahren. Seit Mitte der 60er Jahre fand eine zunehmende Pluralisierung der Lebensformen statt. Vor allem die unterschiedlichen Lebens- und Haushaltsformen ohne Kinder haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Es ist allerdings kein Verlust an Gemeinschaft zu verzeichnen, denn kleine nichtfamiliale Haushalte haben neue Formen unabhängiger und freierer Gemeinschaftsbildung hervorgebracht. Die Bildungsexpansion und die qualifizierte Berufsarbeit bei Frauen schuf die Berufskarriere als Konkurrenz zur Familie. Partnerschaften bestehen nun aus zwei selbständigen Individuen, deren Arrangement sich leichter in kinderlosen Ehen oder Single- Haushalten lösen läßt (vgl. Peuckert 1996, S.20-25 und S. 38ff).
Zur Zeit befinden wir uns in einer Phase kritischen Wandels der Muster individueller Lebensgestaltung und ihrer gesellschaftlichen Bedingungen. Die Veränderungen im Geschlechterverhältnis sind mit zahlreichen Konsequenzen auf die internen Beziehungen in Partnerschaft und Familie sowie der Stellung der Frau in der Gesellschaft verbunden. Das Alter der Männer und Frauen bei der Familiengründung erhöht sich ständig und die Anzahl der Ledigen und Kinderlosen steigt. Die Relevanz der Ehe hat sich geändert und die Tabuisierung alternativer Lebensformen ist stark zurückgegangen. Familie ist immer noch zentrales, aber für viele nicht mehr selbstverständliches Ziel.
Um eine Argumentationsbasis für die empirische Auseinandersetzung zu finden, müssen die spezifischen Handlungsmotive im Zusammenhang mit der Entscheidung zum Eintritt in eine Partnerschaft und zur Gründung einer Familie beleuchtet werden (vgl. Huinink 1995, S. 13-26).
Der Lebensverlauf ist abhängig von den individuellen Ressourcen (Bildung, Elternhaus) und Restriktionen (Gesundheit), sowie gesellschaftlichen Institutionen (Schule, Rente), die den Lebensverlauf aufgrund des Alters strukturieren. Auch kumulierte biographische und historische Ereignisse (z.B. Krieg) spielen eine bedeutende Rolle. Aus diesen Faktoren ergibt sich dann das Alter bei einer Erstheirat und Erstgeburt. Der Lebensverlauf besteht außerdem aus verschiedenen ineinander verwobenen Lebensbereichen, die aufeinander abgestimmt werden müssen. In meinem Referat möchte ich nun darauf eingehen, inwieweit Ehe und Familie immer noch ihren Stellenwert im Lebensverlauf eines Individuums haben. Dazu betrachte ich die Übergänge zu Partnerschaft und Elternschaft im Lebensverlauf zunächst theoretisch und dann empirisch. Dabei unterteile ich in Lebensverlaufsstudien zur Gründung partnerschaftlicher Lebensgemeinschaften und Lebensverlaufsstudien zur Geburt des ersten und zweiten Kindes. Ich gehe insbesondere auf die Bildungsbeteiligung und ihre Auswirkungen auf Heirat und Familiengründung sowie auf die Zusammenhänge von Erwerbstätigkeit und Heirat bzw. Familiengründung ein.
1. Partnerschaft und Elternschaft im Lebensverlauf
Partnerschaft und Familie sind wichtige Instrumente für die Befriedigung elementarer menschlicher Bedürfnisse. Sie sind erstrebenswerte Ziele individueller Lebensgestaltung. Familienentwicklung ist als Teil des individuellen Lebensverlaufs zu betrachten, wobei die Entscheidungen von der Phase abhängen, in der sich der Akteur gerade befindet. „ Familienentwicklung ist gesellschaftlichen Bedingungen unterworfen“ (Huinink 1995, S. 149). Sie findet in sozialräumlichen Kontexten statt und ist abhängig von den sozialstrukturell bestimmten Ressourcen und Handlungsbedingungen des einzelnen.
Nun soll der handlungstheoretische Ansatz in ein Konzept der Lebensverlaufsforschung eingebettet werden. In der Lebensverlaufsperspektive werden die jeweils spezifischen individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen erklärt, unter denen sich Akteure im Lebensverlauf für oder gegen partnerschaftliche und familiale Lebensgemeinschaften entscheiden.
In der Lebensverlaufsforschung hat die Zeit eine zentrale Bedeutung, wobei das chronologische Alter den Ausgangspunkt dafür bietet. So kann man den dynamischen Bezug verschiedener Lebensbereiche zueinander und die Einbettung menschlicher Schicksale in den Prozeß des gesellschaftlichen Wandels beschreiben. Die Lebensverlaufsforschung verknüpft theoretische und empirische Modellbildung. Im Zentrum steht dabei der Lebensverlauf als Abfolge von Aktivitäten und Ereignissen in verschiedenen Lebensbereichen, institutionalisierten Handlunsfeldern und historischen Kontexten. Die individuelle Lebenssituation der Mitglieder verschiedener Geburtsjahrgänge und ihre Zuordnung zu den sozialstrukturellen und institutionellen Rahmenbedingungen werden untersucht. Die Familiengründung ist dabei teil des individuellen Lebensverlauf (vgl. Huinink 1995, S. 151-155).
1.1. Handeln im Lebensverlauf
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