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DIGITAL RADIO in Deutschland - Entwicklungsstand und Perspektiven

Diploma Thesis, 2003, 79 Pages
Author: Mike Schliekau
Subject: Communications: Broadcast and entertainment

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 79
Grade: Sehr gut
Language: German
Archive No.: V14744
ISBN (E-book): 978-3-638-20059-2

File size: 500 KB


Excerpt (computer-generated)

 

"DIGITAL RADIO in Deutschland - Entwicklungsstand und Perspektiven"

eingereicht als

DIPLOMARBEIT

an der

HOCHSCHULE MITTWEIDA (FH)
UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES
Fachbereich Medien

von

Schliekau, Mike

die Arbeit wurde verteidigt am: 17.06.2003

Abkürzungsverzeichnis ... 5

Einleitung ... 7

1 DAB - Das System hinter DIGITAL RADIO ... 10
1.1 Die Entwicklung ... 10
1.2 Das System ... 11
1.2.1 PAD und NPAD Datendienste ... 13
1.2.2 Das Datenreduktionsverfahren MUSICAM ... 14
1.2.3 Das Übertragungsverfahren COFDM ... 16
1.2.4 Programmverbreitung über Gleichwellennetze ... 17
1.3 Zusammenfassender Vergleich von UKW und DAB ... 19

2 Die Einführung von DIGITAL RADIO in Deutschland ... 21
2.1 DAB-Frequenzen im Band III und L-Band ... 21
2.2 Pilotprojekte in Deutschland ... 24
2.2.1 Zielsetzung ... 25
2.2.2 Ergebnisse ... 26
2.3 Die unterschiedlichen Interessengruppen bei der Markteinführung ... 29
2.4 Die "Initiative Digitaler Rundfunk" ... 32

3 Der Entwicklungsstand von DIGITAL RADIO in Deutschland ... 35
3.1 Netzausbau und Frequenzsituation ... 35
3.2 Hörerzahlen ... 38
3.3 Marketingmaßnahmen ... 42
3.4 Kostenentwicklung und Finanzierung ... 44
3.5 Medienpolitischer Entwicklungsstand ... 47
3.6 Einschätzung der aktuellen Situation ... 50

4 Die Perspektiven für DIGITAL RADIO in Deutschland ... 53
4.1 DIGITAL RADIO im Ausland ... 53
4.2 Gibt es Alternativen zu DAB? ... 56
4.2.1 DVB-T ... 57
4.2.2 IBOC ... 58
4.2.3 DRM ... 60
4.3 Ergebnis und Prognose ... 62

Fazit ... 67

Abbildungsverzeichnis ... 71
Tabellenverzeichnis ... 72

Literaturverzeichnis ... 73

 

Einleitung
Radio ist das Massenmedium mit der größten Verbreitung weltweit. In Deutschland erfolgt die Nutzung des Mediums Radio zum überwiegenden Teil über den terrestrischen1 Empfang von Hörfunkprogrammen. Rund 85 Prozent aller Radiogeräte sind somit nicht an eine feste Kabel- oder Satellitenversorgung angeschlossen. Das ist in erster Linie dadurch begründet, weil das Radio als Begleitmedium genutzt und überall über eine Vielzahl verschiedenster Gerätetypen empfangen wird. Die wichtigste Rolle spielt dabei mit mehr als 95 Prozent der Nutzung das analoge Übertragungssystem UKW (Ultrakurzwelle).2

Nach 50 Jahren intensiven Ausbaus ist das UKW-System heute jedoch „ausgereizt“ und am Ende seiner Entwicklungsmöglichkeiten angelangt. Die zur Verfügung stehenden Frequenzressourcen sind im Zuge der Einführung privater Programmanbieter bis an die Grenze des technisch machbaren belegt worden. Es ist abzusehen, dass das vorhandene UKWFrequenzspektrum zukünftig nicht mehr in der Lage ist, eine qualitativ hochwertige Erweiterung des Hörfunkangebotes zu ermöglichen. Schon jetzt ist eine Verschlechterung von neu hinzukommenden Frequenzen gegenüber im Betrieb befindlichen UKW-Frequenzen festzustellen. Diese Entwicklung nimmt seit Jahren immer stärker zu.3

Um diesen Engpass zu beseitigen, soll auch der Hörfunk in Deutschland digitalisiert werden. Die Digitalisierung hat sich bereits in anderen Bereichen der Telekommunikation als ökonomisch überzeugender Weg zur besseren Nutzung der Ressourcen erwiesen. Neben der effizienteren Ausnutzung der Frequenzkapazitäten werden mit einer Digitalisierung der Hörfunkübertragung die folgenden Ziele verfolgt:

  • Eine bessere Klang- und Empfangsqualität
  • Die Senkung der Verbreitungskosten
  • Die Übertragung von Zusatzdiensten
  • Die Integration in andere digitale Kommunikationsangebote 4

In Deutschland wird hierzu gegenwärtig mit DIGITAL RADIO ein neues System zur digitalen terrestrischen Übertragung von Radioprogrammen eingeführt. Nach Plänen der Bundesregierung soll DIGITAL RADIO den analogen UKW-Hörfunk bis zum Jahr 2015 vollständig ablösen.5 Da beide Systeme jedoch nicht kompatibel zueinander sind, müssen sowohl neue Sendernetze aufgebaut als auch die vorhandenen UKWRadios durch neue Empfangsgeräte ersetzt werden. Eine Markteinführung von DIGITAL RADIO gestaltet sich aus diesem Grund als kompliziert und teuer.6

Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es daher, den bisherigen Markteinführungsprozess von DIGITAL RADIO in Deutschland zu analysieren, den aktuellen Entwicklungsstand aufzuzeigen und auf dieser Grundlage die weiteren Perspektiven für das System auf dem deutschen Markt zu bewerten. Zudem soll die folgende Fragestellung im Mittelpunkt der Betrachtung stehen:

Kann DIGITAL RADIO den UKW-Hörfunk in Deutschland ablösen?

Eine nähere Auseinandersetzung mit dem System DIGITAL RADIO unter technischen, wirtschaftlichen und medienpolitischen Gesichtspunkten soll im Verlauf der Arbeit zur Klärung dieser Frage führen.

1 DAB - Das System hinter DIGITAL RADIO
DAB steht für Digital Audio Broadcasting und ist das technische Übertragungssystem, das sich hinter der Bezeichnung DIGITAL RADIO verbirgt. DIGITAL RADIO wurde als weltweit gültiger Markenname für die Hörfunkübertragung nach dem DAB-Verfahren eingeführt.7 Neben der Marke DIGITAL RADIO wird jedoch DAB als Bezeichnung für das technische System weiter genutzt.8 Die Begriffe DIGITAL RADIO und DAB werden daher im weiteren Verlauf dieser Arbeit synonym verwendet. Im nachfolgenden Kapitel wird die technische Funktionsweise von DAB erläutert und die wichtigsten Unterschiede zum analogen UKW-System herausgearbeitet.

[...]


1 terrestrisch = erdgebundene Übertragung von Rundfunkprogrammen und deren Empfang über Antenne

2 vgl. Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) (Hrsg.) „Digitalisierung der Terrestrik“ Stuttgart 2001, S. 16 f.

3 vgl. Initiative Digitaler Rundfunk (IDR) - Arbeitsgruppe Digital Radio (Hrsg.) „Sachstandsbericht Digital Radio in Deutschland“ München 2002, S. 3

4 vgl. ebd., S. 4

5 vgl. Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. (VPRT) (Hrsg.) „Digital Radio in Deutschland - Facts and Figures“ Berlin 2002, S. 3

6 vgl. Heinrich, J. „Medienökonomie“ (Band 2: Hörfunk und Fernsehen) Wiesbaden 1999, S. 74

7 vgl. DAB-Glossar, <http://www.digitalradio-info.de/background/glossar.php>, verfügbar am 05.11.2002

8 vgl. Grundig AG (Hrsg.) „DAB. Das digitale Rundfunksystem der Zukunft“ Fürth 1999, S. 8


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