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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2000, 20 Pages
Author: Wolfram Baier
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Tags: Max Goldt, Kolumne, Titanic - Das endgültige Satiremagazin, Stilelemente, Satire, Journalismus
Year: 2000
Pages: 20
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 27 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-10922-2
ISBN (Book): 978-3-638-83682-1
File size: 121 KB
Merkmale und Stilelemente der Kolumnen von Max Goldt; Kritik und Rezeption in den Medien 185 KB
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Abstract
Max Goldt gehört zu der Autorengeneration, die nach dem 2. Weltkrieg und nach dem Wirtschaftswunder aufgewachsen sind. Von einem Berliner Lokalautor in den 1980er Jahren, mit Texten in der Szenezeitschrift Ich und mein Staubsauger und im Kleinstverlag a-verbal herausgegebenen Büchern, wird er vom Literaturbetrieb seit 1990 zum Kultautor, Helden der Subkultur oder Szeneschriftsteller emporkritisiert und findet Eingang in den Feuilletons und Kulturteilen von FAZ, Die Zeit oder Süddeutsche Zeitung. In dieser Arbeit werden der Kolumnist Max Goldt, seine Kolumnen und die Rezeption vorgestellt. Hauptgegenstand meiner Untersuchung sind seine Titanic-Kolumnen aus den Jahren 1989 bis 1998. Im zweiten Kapitel werde ich die Person Max Goldt kurz vorstellen. Kapitel 3.1. gibt einen Überblick über die Merkmale und Stilelemente seiner Texte, in 3.2. behandele ich die Stellung des Autors und den Gestus des Kolumnisten-Ich. Der Abschnitt 3.3. befaßt sich mit den Absichten Goldts und den Funktionen der Kolumnen. In Kapitel 4 werden chronologisch Auszüge aus ausgesuchten Rezensionen und Kritiken u.a. aus Der Spiegel, taz und Die Zeit angeführt, mit einem besonderen Augenmerk auf die Artikel und Aufsätze, die dem Autor einerseits Risikoscheue, andererseits zu harte Urteile vorwerfen.
Excerpt (computer-generated)
Hauptseminar: Literarische Publizistik von Heine bis heute
WS 1999/2000
Humboldt-Universität zu Berlin
Max Goldt
Der Kolumnist und seine Kolumnen
Verfasser:
Wolfram Baier
5. Fachsemester
Inhalt:
1. Einstieg 3
2. Wer ist Max Goldt? 3
3. Der Kolumnist und seine Kolumnen 5
3.1. Merkmale und Stilelemente 6
3.2. Stellung des Autors und Gestus des Kolumnisten-Ich 9
3.3. Funktionen und Absichten 12
4. Rezeption und Kritik 14
5. Schluß 18
Literaturverzeichnis 19
1. Einstieg
Max Goldt - ,,das soziale Gewissen der Nation"!1. Wenn man den Reaktionen der Leser, der Schriftstellerkollegen und des Literaturbetriebs glauben darf, wird er von den akzeptiert, ja sogar geliebt.2 Die taz schrieb sogar: ,,Sind Max Goldts Texte etwa demnächst schulbuchtauglich?"3 In dieser Arbeit werden der Kolumnist Max Goldt, seine Kolumnen und die Rezeption vorgestellt. Hauptgegenstand meiner Untersuchung sind seine Titanic-Kolumnen aus den Jahren 1989 bis 1998.
Im zweiten Kapitel werde ich die Person Max Goldt kurz vorstellen. Kapitel 3.1. gibt einen Überblick über die Merkmale und Stilelemente seiner Texte, in 3.2. behandele ich die Stellung des Autors und den Gestus des Kolumnisten-Ich. Der Abschnitt 3.3. befaßt sich mit den Absichten Goldts und den Funktionen der Kolumnen. In diesem Teil können wegen der gebotenen Kürze nicht alle wichtigen Aspekte angesprochen werden. In Kapitel 4 werden chronologisch Auszüge aus ausgesuchten Rezensionen und Kritiken u.a. aus Der Spiegel, taz und Die Zeit angeführt, mit einem besonderen Augenmerk auf die Artikel und Aufsätze, die dem Autor einerseits Risikoscheue, andererseits zu harte Urteile vorwerfen.
Ich verzichte auf eine literaturwissenschaftliche oder -geschichtliche Definition der Begriffe Feuilleton, Kleine Form und Kolumne, weil das den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Im Vordergrund stehen der Kolumnist Max Goldt, seine Kolumnen und die Rezeption.
2. Wer ist Max Goldt?
Max Goldt gehört zu der Autorengeneration, die nach dem 2. Weltkrieg und nach dem Wirtschaftswunder aufgewachsen sind. Von einem Berliner Lokalautor in den 1980er Jahren, mit Texten in der Szenezeitschrift Ich und mein Staubsauger und im Kleinstverlag a-verbal herausgegebenen Büchern, wird er vom Literaturbetrieb seit 1990 zum Kultautor, Helden der Subkultur4 oder Szeneschriftsteller emporkritisiert und findet Eingang in den Feuilletons und Kulturteilen von FAZ, Die Zeit oder Süddeutsche Zeitung.
Seinen Aufstieg haben viele Faktoren begründet. Zum einen natürlich seine Wohn- und Arbeitsstätte (West-)Berlin, die jedem Künstler einen besonderen Ruf vorausschickt. Zum zweiten ist er vielen als Sänger und Texter für die Gruppe Foyer des Arts seit Anfang der 1980er bekannt. Desweiteren ist Goldt, schon lange bevor seine Werke in Buchform oder in Zeitschriften erschienen sind, ein hervorragender, von fast jedem Publikum geschätzter Rezitator. Wie bei Altenberg oder Scheerbart kommen Goldtsche Texte von der gesprochenen Sprache her. Mitte der Achtziger wird er dann von Robert Gernhardt entdeckt, der ihn schließlich zur Titanic-Das endgültige Satiremagazin5 und zum Haffmans Verlag bringt. Als Verfasser von „Onkel Max Kulturtagebuch“ findet er seit 1989 immer größere Beachtung. Sein erstes kommerzielles Buch „Die Radiotrinkerin“ wird ein enormer Erfolg.
Max Goldt bewegt sich also auf vielen künstlerischen Ebenen. Schriftstellerisch hat er schon jetzt mit fast 42 Jahren eine beachtliche und sehr vielseitige Produktion von Texten vorzuweisen: Liedtexte, Gedichte, Aufsätze, Prosadichtungen, Szenen, Dialoge, Monologe (die letzen drei nennt Goldt „Dramatische Miniaturen“) und Kolumnen. Nur ein Roman fehlt noch: „Ich hab zwar mal angekündigt, daß ich mit vierzig meinen ersten Roman schreibe“, sagte er schon 1991, „aber ich will erst mal die kleine Form perfekt hinkriegen.“6
[...]
1 Max Goldt: Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau. Aus Onkel Max´ Kulturtagebuch. Zürich (Haffmans) 1991, S. 53 (zitiert als Goldt: Quitten). Der von Goldt in einer Gaststätte beobachtete Dialog zweier Tischnachbarn ist zwar erstunken und erlogen, wie er selber zugibt, aber spiegelt nichtsdestoweniger die Meinung vieler wieder.
2 Vgl. Erhard Schütz: Tucholskys Erben oder Wiener Wiederkehr? Versuch einer Terrainerkundung zur Literatur von Leben & Stil: Biller, Droste, Goldt und andere. In: Jahrbuch für Internationale Germanistik. 27.Jahrgang/Heft1. Bern, Berlin, Frankfurt/Main, New York, Paris, Wien 1995, S.116.
3 Dirk Knipphals: Demnächst schulbuchtauglich? Kammerspiele: Wer ist Max Goldt? In: taz-Hamburg (1996), 22.Januar, S.23.
4 vgl. Christian Seiler: Spott ohne Rückendeckung. Im Grenzbereich zwischen Pop und Literatur: Der Humorist Max Goldt. In: Die Weltwoche Nr.21 (1991), 23.Mai, S.67. oder Handelsblatt (Autor unbekannt): Zwischen Provokation und Spießertum. Die Textsammlungen von Max Goldt. In: ebd. (1995), 18.Mai, S.41.
5 Erste Kolumne in der Titanic im Februar 1989.
6 Zitiert nach Wolfgang Höbel: Der Humorist Max Goldt. In: Süddeutsche Zeitung (1991), 15./16. Oktober, S.46
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