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Strategien der Entlehnung, Wortbildung und Wortschöpfung im norwegischen Computerwortschatz

Magisterarbeit, 2000, 123 Seiten
Autor: Anja Klein
Fach: Skandinavistik

Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2000
Seiten: 123
Note: 1,1
Literaturverzeichnis: ~ 105  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V149
ISBN (E-Book): 978-3-638-10108-0

Dateigröße: 706 KB
Anmerkungen :
Die Arbeit beschäftigt sich mit der norwegischen Computerterminologie vor dem Hintergrund des Sprachkontaktes zwischen dem Norwegischen und dem amerikanischen Englisch. Ausgehend von der Annahme, daß der gesamte norwegische Fachwortschatz der elektronischen Datenverarbeitung und Phänomenen wie dem Internet auf ein amerikanisches Vorbild zurückgeht, wird die Terminologie anhand einer eigenen Lehnwortklassifikation systematisiert und dabei verschiedene Strategien wie Entlehnung, Wortbildung und Wortschöpfung als zentrale Prinzipien untersucht. Zum besseren Verständnis ist dem praktischen Teil ein theoretisch-historischer Abriß des Sprachkontaktes sowie der Datenverarbeitung und ihrer Terminologie vorangestellt.


Zusammenfassung / Abstract

Die Arbeit beschäftigt sich mit der norwegischen Computerterminologie vor dem Hintergrund des Sprachkontaktes zwischen dem Norwegischen und dem amerikanischen Englisch. Ausgehend von der Annahme, daß der gesamte norwegische Fachwortschatz der elektronischen Datenverarbeitung und Phänomenen wie dem Internet auf ein amerikanisches Vorbild zurückgeht, wird die Terminologie anhand einer eigenen Lehnwortklassifikation systematisiert und dabei verschiedene Strategien wie Entlehnung, Wortbildung und Wortschöpfung als zentrale Prinzipien untersucht. Zum besseren Verständnis ist dem praktischen Teil ein theoretisch-historischer Abriß des Sprachkontaktes sowie der Datenverarbeitung und ihrer Terminologie vorangestellt.


Textauszug (computergeneriert)

Strategien der
Entlehnung, Wortbildung und Wortschöpfung 
im norwegischen Computerfachwortschatz

Magisterarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades Magister Artium (M.A.)
im Fach Skandinavistik

eingereicht von
Anja Kirsten Klein

Freie Universität Berlin
Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften
und Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät II
Nordeuropa-Institut
Sommersemester 2000

Berlin, den 8. September 2000

Inhaltsverzeichnis

Einleitendes ... 3

Erster Teil: Theoretischer Rahmen und Hintergründe ... 6

Kapitel 1 Entlehnung - Klassifikation und Terminologie ... 6
1.1 Voraussetzungen und Merkmale ... 6
1.2 Vorgänge und Ergebnisse ... 8

Kapitel 2 Die Kontaktsituation und der englischsprachliche Einfluß auf das Norwegische ... 12
2.1 Die Entwicklung der Kontaktsituation ... 12
2.2 Ursachen für eine veränderte Kontaktsituation ... 14
2.3 Motivationsfaktoren für Entlehnungsvorgänge ... 17
2.4 Bedeutung und Probleme der Entlehnung aus dem Englischen ... 20

Kapitel 3 Die Spracharbeit in Norwegen ... 26
3.1 Das sprachliche Klima ... 26
3.2 Überblick über die Forschung im Bereich Anglizismen ... 28
3.3 Grundlagen und Formen der Spracharbeit ... 30
3.4 Institutionelle Spracharbeit ... 32
3.5 Arbeitsschwerpunkt Lehnmaterial aus dem Englischen ... 36

Kapitel 4 Fachsprachen, Computerfachsprache und Terminologiearbeit.....40
4.1 Fachsprachen ... 40
4.2 Computerfachsprache ... 43
4.3 Terminologiearbeit in Norwegen ... 45

Zweiter Teil: Analyse des Lehnmaterials ... 50

Kapitel 5 Direkte Entlehnungen ... 50
5.1 Lehnwörter ... 51
5.1.1 Substantive ... 51
5.1.1.1 Simplizia ... 51
5.1.1.2 Komposita ... 57
5.1.2 Verbenv60
5.1.3 Adjektive und Adverbien ... 62
5.2 Mehrwortlexeme ... 63
5.3 Akronyme, Kurzwörter und Wortkreuzungen ... 64
5.3.1 Akronyme ... 65
5.3.2 Kurzwörter ... 70
5.3.3 Wortkreuzungen ... 71
5.3.4 Wortbildung mit Kurzformen ... 72

Kapitel 6 Hybridentlehnungen ... 76

Kapitel 7 Indirekte Entlehnungen ... 78
7.1 Lehnbildungen ... 78
7.1.1 Lehnübersetzungen ... 79
7.1.1.1 Substantive ... 79
7.1.1.2 Verben ... 81
7.1.1.3 Adjektive ... 83
7.1.2 Lehnübertragungen ... 84
7.1.3 Lehnschöpfungen ... 86
7.2 Lehnbedeutungen ... 89
7.2.1 Substantive ... 89
7.2.2 Verben ... 93

Abschließendes ... 95
Literaturverzeichnis ... 97
Anhang  ... 104

 

 

Einleitendes
Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Annahme, daß die gesamte Terminologie der Computertechnologie zunächst im US-amerikanischen Englisch vorliegt und Sprecher der norwegischen Sprachgemeinschaft zuerst über dieses Medium mit den Begriffen dieses Fachbereichs in Berührung kommen. Daraus ergibt sich die Fragestellung, wie mit den fremdsprachlichen Elementen und den über das Englische transportierten Begriffen umgegangen wird, damit sie den Gegebenheiten der norwegischen Sprache und den Ansprüchen der Sprecher gerecht werden. Welche Strategien der Entlehnung, aber auch der Wortbildung und Wortschöpfung auf der Basis der norwegischen Sprache kommen zur Anwendung, um eine norwegisch Computerfachsprache überhaupt zu schaffen?
Grundlage der Untersuchung sind ausschließlich schriftliche Quellen, die für eine breitere Öffentlichkeit, also für Laien und nicht für Fachleute konzipiert worden sind. Sie setzen wenige bis keine Kenntnisse des Fachgebiets voraus und haben damit den Anspruch, allgemeinverständlich zu sein. Zu den untersuchten Materialien gehören allgemeingehaltene und themenbezogene Lehrbücher aus den Jahren 1995, 1996 und 1998, Zeitschriften aus den Jahren 1994, 1998 und 1999 sowie nur in elektronischer Form im Internet vorliegende Dokumente.
Die zeitliche Beschränkung durch die Auswahl der seit etwa Mitte der 1990er Jahre erschienenen Publikationen ist der Annahme geschuldet, daß die Computerfachsprache spätestens seit dieser Zeit, durch die Verbreitung des Internets beschleunigt, eine Bedeutung für die gesamte Sprachgemeinschaft angenommen, die die einer reinen Fachsprache bei weitem übertrifft.
Aus den untersuchten Quellen wurden lexikalische Elemente gewählt und zu einem Korpus zusammengestellt. Sie bezeichnen Begriffe aus den verschiedensten Bereichen der Computertechnologie, z. B. der «Hardware», also der Geräte u. ä., und der «Software», das heißt der Computerprogramme, aber auch des Internets.
Die Begrenzung auf Beispiele aus dem norwegischen bokmål ist vor allem auf praktische Gründe zurückzuführen, wie ein erschwerter Zugang zu auf nynorsk abgefaßten Materialien und der generell viel geringeren Verbreitung des nynorsk im Vergleich zum bokmål. Die Bezeichnungen norwegisch und das Norwegische beziehen sich daher im Rahmen dieser Arbeit auf die Schriftsprachenform bokmål.
Die Untersuchung erhebt keinen Anspruch auf eine vollständige quantitative, sondern vielmehr auf eine qualitative Erfassung und Beschreibung der norwegischen Computerfachsprache. Es sollen Muster und Mechanismen anhand der belegten Lexeme aufgezeigt werden, die im Idealfall auf alle weiteren, hier jedoch nicht belegten Bezeichnungen der Fachsprache übertragen werden können.
Die Arbeit ist zweigeteilt. Der eigentlichen Untersuchung geht ein theoretischer Teil voran, der Entwicklungslinien der norwegischen Sprachgeschichte, des Sprachkontaktes und des Umgangs mit der Sprache illustrieren soll.
Zunächst wird im ersten Kapitel ein Überblick über die Klassifikation von Entlehnungen und die entsprechende Terminologie gegeben, die das Gerüst der Analyse im zweiten Teil bilden.
Das zweite Kapitel stellt die Kontaktsituation zwischen dem Norwegischen und dem Englischen sowie die Bedingungen dar, die zu Entlehnung führen können. Ergänzend dazu werden Vor- und Nachteile des englischsprachlichen Einflusses thematisiert.
Im dritten Kapitel wird anschließend die Beschäftigung mit der Sprache in Norwegen im allgemeinen und der konkrete Umgang mit dem Englischen behandelt sowie Forschungsarbeiten und Institutionen vorgestellt.
Das vierte Kapitel schließlich betrachtet den Begriff der Fachsprache generell, der Computerfachsprache als eine Realisierung von Fachsprache sowie die Terminologiearbeit, die in Norwegen geleistet wird.
Der zweite Teil folgt wie erwähnt in seinem Aufbau der in Kapitel 1 dargelegten Klassifikation von Entlehnungen. Eine weitere Gliederung erfolgt entlang des Wortaufbaus und der Wortklassen.
Ein Anhang verzeichnet alle der Untersuchung zugrunde gelegten Lexeme in ihren einzelnen Belegformen, so daß Rückschlüsse auf den Ort, den Zeitpunkt und die Häufigkeit des Vorkommens gezogen werden können. Die Lexeme sind um Artikel ergänzt, sofern diese explizit angegeben sind, und um Numerusangaben, wenn diese nur aus dem Zusammenhang ersichtlich sind. Darüber hinaus sind die englischen Entsprechungen aufgeführt, wie sie in entweder in Norsk dataordbok oder im nur im Internet verfügbaren Free On-line Dictionary of Computing verzeichnet sind.
Alle im Laufe der Untersuchung herangezogenen Lexeme werden in der Belegform verwendet, die der Grundform des Lexems, das heißt bei Substantiven die unbestimmte Form im Singular, bei Verben der Infinitiv, bei Adjektiven die ungebeugte Form, am nächsten kommt.


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