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Die französisch-deutsche Grenze - Versuch einer Betrachtung der Geschichte vom Westfälischen Frieden bis zum Zweiten Weltkrieg

Seminararbeit, 1998, 33 Seiten
Autor: Matthias Franke
Fach: Politik - Int. Politik - Thema: Geschichte der IB / IP

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1998
Seiten: 33
Note: 2
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V14953
ISBN (E-Book): 978-3-638-20221-3

Dateigröße: 254 KB


Textauszug (computergeneriert)

Die französisch-deutsche Grenze
Versuch einer Betrachtung der Geschichte vom
Westfälischen Frieden bis zum Zweiten Weltkrieg

 


von Matthias Franke

1. Inhalt  1

2. Vorwort  2

3. Historische Entwicklung in der Vormoderne

3.1 Der 30jährige Krieg  2
3.2 Die Streitigkeiten nach der Westfälischen Neuordnung  3
3.3 Die Reunion  4
3.4 Die Zurücknahme der Reunion 5
3.5 Der spanische Erbfolgekrieg  5
3.6 Der polnische Erbfolgekrieg 6
3.7 Der Siebenjährige Krieg  6

4. Vormoderner Charakter der Grenzen im Allgemeinen  7

5. Historische Entwicklung in der Moderne

5.1 Die Modernisierung des Absolutismus 8
5.2 Die Idee von der natürlichen Grenze als Stifter nationaler Identität Frankreichs  9
5.3 Die Rheingrenze und der Franzosenhaß als Stifter deutsch-nationaler Identität 10
5.4 Der Widerstreit zwischen Funktionen der Vormoderne und der Moderne

5.4.1 Die Reaktion des Wiener Kongreß  13
5.4.2 Die Revolution von 1848  14

5.5 Die Grenzdebatte als Stifter deutsch-nationaler Identität und als Instrument der Machtpolitik  15
5.6 Die Annexion Elsaß-Lothringens in ihrer Bedeutung für den Ersten Weltkrieg 17
5.7 Die Grenze vor und nach dem Zweiten Weltkrieg  19
5.8 Die Staatsgrenze mit „schwachem Grenzcharakter“ 21

6. Moderner Charakter der Grenzen im Allgemeinen 21

6.1 Die Entstehung des Nationalstaates  22
6.2 Der Staatscharakter in der Moderne  22
6.3 Die Relevanz des Staatscharakters der Moderne für die Staatsgrenzen  23

7. Grenzen in der Gegenwart und in der Zukunft 24

8. Literatur 27

 


2. Vorwort

In der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, anhand der Betrachtung der Geschichte Entwicklungslinien aufzuzeigen, die für bestimmte Epochen kennzeichnend sind. In Ermangelung einer besseren Alternative werden die festgestellten großen Blöcke historischer Entwicklung in den recht unglücklichen Begriffen der Vormoderne und der Moderne zusammengefaßt. Zur Beschreibung der Äußerungen des Konfliktes, der zwischen den Funktionen von Vormoderne und Moderne bestanden zu haben scheint, ist es nötig, die Entwicklung einer Politik zu beschreiben, die auf den ersten Blick keine direkte Relevanz für die französisch- deutsche Grenze zu haben scheint. Die Entstehung der nationalen Identität in Deutschland, die Reaktion des Wiener Kongreß sowie die Politik Bismarcks werden aus diesem Grunde etwas genauer betrachtet, obwohl all diese Phänomene ihre Bedeutung für die Grenze nur auf indirektem Wege erhalten. Schwerpunkt der Arbeit soll ebendiese Beschreibung der Spannung zwischen Vormoderne und Moderne sein. Anlaß der hierzu angestellten Überlegungen ist das Problem der Grenze. Doch ähnliche Ansätze sind auch für Betrachtungen der Kulturgeschichte oder der Entwicklung des Charakters von Staatlichkeit denkbar. Mag die vorliegende Arbeit auch zu keinem befriedigenden Ergebnis kommen, so sollte doch diese weitreichende Relevanz der Grenzproblematik bei Studierenden und Wissenschaftlern das Interesse an einer erfolgreicheren Beschäftigung mit diesem Themenkreis wecken.

3. Historische Entwicklung in der Vormoderne

3.1 Der 30jährige Krieg

Ludwig XII. (1610-1643) baute das System des Absolutismus weiter aus. Als leitender Minister bekämpfte Richelieu (1624-1642) die Opposition. Das außenpolitische Ziel war unterdessen „die Lösung aus der Umklammerung“1 durch Habsburg und die Wiederherstellung der natürlichen Grenzen des Rheins und der Pyrenäen. So wurde Frankreich im 30jährigen Krieg also zur treibenden Kraft im Kampf gegen Habsburg. 1635 trat Frankreich offen in den Krieg ein.2 Seit Dezember 1633 hatten französische Truppen nach und nach das Elsaß besetzt. Rechtlich wurde dies durch einzelne Verträge mit den jeweiligen Territorialherren abgesichert. Innerhalb von drei Jahren wurde auf diese Weise fast das gesamte Elsaß außer Straßburg französisches Schutzgebiet.3

1638 kam es zu einem französisch-schwedischen Bündnis. Der Verbündete Bernhard von Weimar eroberte im gleichen Jahr das Herzogtum Elsaß. Durch den Sieg bei Tuttlingen wurde jedoch 1643 das französische Vordringen durch den bayrischen General Mercy aufgehalten. 1645 kam es zu französich-schwedischen Siegen. Ein Zangenangriff auf Bayern beendete den Krieg, worauf die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden von 1648 folgten.4

3.2 Die Streitigkeiten nach der Westfälischen Neuordnung

Seit 1645 verhandelte man in Münster über das Elsaß.5 Seit 1499 war die Schweiz faktisch schon selbständig, die Niederlande seit 1548. Dies wurde durch die Verhandlungen rechtlich bestätigt. Das französische Verhandlungsziel war seit 1640, die habsburgischen Rechte im Elsaß zurückzudrängen. Breisach wurde wegen der strategisch bedeutsamen Rheinbrücke beansprucht.6 Der Kaiser verzichtete auf den Sungau, die Landvogtei Unterelsaß, das rechtsrheinische Breisach und auf die Landgrafschaften Ober- und Unterelsaß. 7 Mit Ausnahme von Gebieten, in denen Habsburg keine Rechte hatte, wurde damit das Elsaß französisch.

Dabei blieben jedoch die reichsunmittelbaren Stände mit Straßburg, der Dekapolis mit ihren Abteien, Klöstern, Grafen, Freiherren und der Gesamten Ritterschaft bestehen. Das französische Königshaus hatte den Vorrang vor der Reichsunmittelbarkeit. Von französischer Seite wurde dies in dem Sinne interpretiert, daß der oberste Lehnsherr das Königshaus sei. Eine solche Auslegung des Vertrags konnte sich erst nach 25 Jahren durchsetzen. Durch den Krieg mit Spanien, der Devolutionskrieg und den Fronde Aufstand war die militärische Kraft des französischen Königshauses zunächst gebunden, und die elsässischen Stände betonten ihre Reichsunmittelbarkeit. Die Befugnis und Macht der französischen Administration im Elsaß blieb damit eingeschränkt.8 Erst als Frankreich im Krieg mit den Niederlanden die Verteidigungssysteme an Rhein und Mosel aufbaute, erfolgte 1673 die militärische Unterwerfung des Elsaß. Die Dekapolis wurden entwaffnet, die Festungen Colmar, Hagenau und Schlettstadt zerstört. Durch das Kriegsrecht konnte sich die französische Administration endgültig installieren. Da die französische Auffassung Verhandlungen bezüglich des Elsaß ablehnte, wurde im Vertrag von Nimwegen die Vereinbarung von 1648 lediglich wiederholt.9

3.3 Die Reunion

[...]


1 Kinder, H./Hilgemann, W.; Atlas zur Weltgeschichte, Karten und chronologischer Abriß; München; 1991; S. 259
2 Vgl. ebd.; S. 255
3 Vgl. Dickmann F.; Der Westfälische Frieden; Münster; 1965; S. 35
4 Vgl. Kinder, H./Hilgemann, W.; Atlas zur Weltgeschichte, Karten und chronologischer Abriß; München; 1991; S. 255
5 Vgl. Dickmann F.; Der Westfälische Frieden; Münster; 1965; S. 35
6 Vgl. ebd.; S. 229-233
7 Vgl. Mieck Il.; Deutschlands Westgrenze; in: Demandt A. (Hg.); Deutschlands Grenzen in der Geschichte; München; 1990; S. 207
8 Vgl. Zeller G.; Comment s`est faite la réunion de l`Alsace à la France; Paris; 1948; S. 121
9 Vgl. Rönnefarth H.K. (Hg.); Konferenzen und Verträge, Bd. 3: Neuere Zeit 1492-1914; Würzburg, Freiburg; 1979; S. 267-269


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