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Seminararbeit, 2003, 23 Seiten
Autor: Angelina Kalden
Fach: Romanistik - Französisch - Literatur
Details
Institution/Hochschule: Technische Universität Berlin (Geisteswissenschaften)
Tags: Thema, Zerstörung, Todes, Marguerite, Duras, vice-consul, Vize-Konsul, India, Song, Calcutta
Jahr: 2003
Seiten: 23
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-20270-1
ISBN (Buch): 978-3-638-64374-0
Dateigröße: 313 KB
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand. Entspricht etwa 35 Seiten bei normaler Formatierung.
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Zusammenfassung / Abstract
Abstract Diese Arbeit setzt sich mit den Themen der Zerstörung und des Todes bei Marguerite Duras auseinander, die im Roman Le Vice-consul und in den Verfilmungen India Song und Son nom de Venise dans Calcutta désert untersucht werden sollen. Bei genauerer Befassung mit dem Themenbereich kam die Frage auf, in wieweit diese Themen vertreten sind und ob die Zerstörung bei Marguerite Duras gewalttätigen Charakter besitzt. Mit Beachtung dieser Fragestellungen wird zunächst genauer auf den Schreibstil der Autorin und auf ihre Filmarbeit eingegangen werden. Anschließend stelle ich den Stellenwert der Themen des Todes und der Zerstörung allgemein im Werk Duras` dar und werde diese vor allem in den Naturbeschreibungen und in der Darstellung der drei wichtigsten Protagonisten – Anne-Marie Stretters, des Vizekonsuls und der Bettlerin – genauer untersuchen .
Textauszug (computergeneriert)
Das Thema der Zerstörung und des Todes
bei Marguerite Duras in den Werken
Le Vice-consul, India Song und Son nom de Venise dans Calcutta désert
von Angelina Kalden
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Zu Marguerite Duras 3
2.1 Zu ihrem Stil 3
2.2 Zu ihren Filmen 3-4
3 Zu ihren Personen, Orten und Themen 4-5
3.1 Das Thema des Todes 5-7
3.2 Das Thema der Zerstörung 7
4 Le Vice-consul 7-8
4.1 Die Darstellung der Natur 8-9
4.2 Die Bettlerin 9-11
4.3 Der Vize-Konsul 11-14
4.4 Anne-Marie Stretter 14-16
5 India Song 16-19
6 Son nom den Venise dans Calcutta désert 19-20
7 Abschlussbetrachtung 20-21
Literatur 21-22
1 Einleitung
Diese Arbeit setzt sich mit den Themen der Zerstörung und des Todes bei Marguerite Duras auseinander, die anhand der drei Werke Le Vice-consul, India Song und Son nom de Venise dans Calcutta désert untersucht werden sollen. Hinsichtlich dieser Untersuchung stellte sich mir bei genauerer Befassung mit dem Themenbereich die Frage, in wieweit diese Themen vertreten sind und ob die Zerstörung bei Marguerite Duras gewalttätigen Charakter besitzt. Mit Beachtung dieser Fragestellungen werde ich zunächst auf Maguerite Duras` charakteristische Art zu schreiben und auf ihre Filmarbeit eingehen. Anschließend werde ich die Themen des Todes und der Zerstörung darstellen und mich dann den drei Werken mit Berücksichtigung dieser Thematik widmen.
2 Zu Marguerite Duras
Marguerite Duras hat Bücher geschrieben und ist später durch das Missfallen der Filme, die nach ihren Texten gedreht wurden, zu der Filmarbeit gekommen. Madeleine Borgomano bezeichnet Duras` Vorgehensweise mit einem Trieb zu den Filmen und vergleicht diesen mit den großen asiatischen Flüssen, die unaufhörlich alles mit sich fortreißen (vgl. Borgomano 1988: 249). Zu diesem Vergleich ist anzumerken, dass Marguerite Duras in Indochina in einer sehr wasserreichen Umgebung aufgewachsen ist und dass bekannt ist, dass viele Bereiche ihres Lebens sie in ihren Werken beeinflusst haben. In Le vice-consul sind beispielsweise mehrere Flüsse präsent, doch mindestens genauso oft erwähnt sie das Meer. Gisele Bremondy schreibt in ihrem Aufsatz La destruction de la réalité, dass Marguerite Duras große Angst vor dem Meer hatte (vgl. Bremondy, 1985: 52). Marguerite Duras verfolgte die Intention, sich mit ihren Werken von den traditionellen Büchern und Filmen abzusetzen. Dies beabsichtigen auch die Mitglieder des Nouveau Roman, zu der Bewegung sie sich selbst jedoch nicht zählte.
2.1 Zu ihrem Stil
Marguerite Duras schreibt recht einfach. Youssef Ishaghpour spricht von einer "simplicité apparente" (Ishaghpour, 1985: 101). Ihr Stil ist nüchtern und knapp und trotzdem inhaltsreich, tiefgründig und geheimnisvoll. Noël Carruggi bezeichnet dieses Phänomen folgendermaßen: "(...) [D]ans l`écriture durassienne transparence et obstacle vont ensemble. (...) Le vice-consul présente (...) une dimension cryptique, un noyau caché qui se rélève progressivement par la découverte d`analogies secrètes." (Carruggi, 1995: 147). In ihren Büchern verbirgt sich häufig wesentlich mehr hinter dem bloßen geschriebenen Wort, was der Rezipient zu entschlüsseln hat. So werden die Personen nicht einführend dargestellt sondern bleiben dem Leser bis zum Ende des Textes eher fremd. Gisele Bremondy bezeichnet Marguerite Duras` Erzählvorgehensweise als eine "dé-réalis[ation de] la narration" (Bremondy, 1985: 55). Sie gibt an, dass Duras gleichzeitig das Präsens, das Imparfait und das Passé Simple verwendet, um den Leser zu verwirren und dass sie mit der Verwendung des Konditional den Leser zu verhöhnen scheint. Bremondy legt sich letztendlich darauf fest, dass Duras die Zeit, den Ort und die Erinnerung nicht derealisiert, sondern diese in ihren eigenen Blickwinkel mit einbeziehen möchte, wobei sie darauf bedacht ist, dass ihre Erzählung authentisch ist. Sie verwendet sehr häufig das Präsens, da sie das Schreiben an sich als einen Prozess betrachtet, der genau in dem Augenblick, in dem sie schreibt, stattfindet. Zwischen 1967-68 hatte sie eine Schreibkrise, die sie zusätzlich darin bestärkte, selbst Filme zu drehen.
2.2 Zu ihren Filmen
Mit Hilfe ihrer Filmarbeit, in der sie sich mit der Frage beschäftigte, wie Menschen denken und wahrnehmen, grenzt sei sich deutlich vom traditionellen Film ab. Besonders auffällig an ihren Filmen ist die Unbeweglichkeit, die Borgomano als eine der Hauptzüge des Durasschen Stils bezeichnet. Ishaghpour schreibt in seinem Aufsatz La voix et le miroir : "[L]e monde du cinéma ordinaire [est un] monde de "suspense" [et] celui de Duras, un monde de suspense en suspension." (Ishaghpour,1985 : 100). Des Öfteren folgen mehrere längere feste Einstellungen aufeinander, die abrupt geschnitten werden (vgl. Borgomano, 1988: 249). Treten Personen in ihren Filmen auf, was nicht immer der Fall ist, bewegen sie sich kaum. Oft erstarren sie im Sitzen und werden dem Zuschauer in Form einer Nahaufnahme präsentiert. Dabei regen sich lediglich ihre Gesichter. Diese erstarrte Darstellungsweise erzeugt teilweise die Wirkung eines Gemäldes statt eines Films, worauf ich in 5 genauer zurückkommen werde. Marguerite Duras versucht ihre Arbeit beispielsweise in Form von längeren Schwarzpassagen für den Zuschauer ersichtlich zu machen. Die Schnitte sollen sinnlich wahrnehmbar werden. Dabei schwört sie eine Welt herauf, in der die Kontinuität eine Täuschung ist und in der es zu Lücken kommt. "Der Film wird [dadurch] wirklich zur Schrift." (Borgomano, 1988: 251). Et si la lecture fait voir, ce n`est certes pas l`image du film qu`elle rélève mais bien l`écriture du texte. (...) Nous avons vu qu`elle avait d`abord écrit "pour" le cinéma et qu`ensuite elle était rapidement arrivée à écrire "avec" le cinéma, justement parce qu`elle avait vu que le film ne pouvait pas traduire le tout du texte et que, par conséquent, il opérait une certaine "mise à mort" (...) de l`écrit par l`image qu`elle essaiera de repenser, étant persuadée que si le cinéma arrête le texte il ne le clôt pas. (Raynauld, 1985: 85) Marguerite Duras a vu que l`image au cinéma "massacrait" le texte en le faisant taire car le cinéma affirme : il ne faut pas dire, avec les mots, ce que l`image peut dire à leur place. (Raynauld, 1985: 86). Bei ihren Filmen sollte der Zuschauer sich auf die ungewohnte Darstellungsweise einlassen, sehr genau auf die Bilder achten und ihnen folgen. Darüber hinaus kommt es oft zu einer Trennung zwischen Bild und Ton, die sie zum ersten Mal in La femme du Gange durch die Stimmen im Off realisiert hat. Zunächst traten mehrere Stimmen in ihren Filmen auf, wobei sie eine Polyphonie von Stimmen erzeugte. Später drehte sie Filme, in denen nur noch sie selbst aus dem Off sprach. Diese "unbeweglichen, unzusammenhängenden, uneinheitlichen Filme (…) [wollen] weder darstellend, noch erzählend sein. Sie wollen nur zeigen." (Borgomano, 1988: 252). Damit verfolgt Marguerite Duras Intentionen, die dem traditionellen Kino völlig entgegengesetzt sind. Ihre Filme verfolgen trotzdem eine erzählende Absicht. In India Song z.B. wird die Handlung dem Zuschauer über vier Stimmen, die einen Dialog führen, näher gebracht, indem sie sich zurückerinnern. Die eine Stimme kann sich besser als die anderen erinnern und so kommt es zu einem "unzusammenhängenden, zerfahrenen, uneinheitlichen Bericht" (Borgomano, 1988: 252). In den Durasschen Filmen wird dem Publikum der Sinn nicht mitgeteilt, sondern er muss, wie bei ihren Texten, erschlossen werden. Dadurch wird die Imaginationskraft des Zuschauers stärker als in traditionellen Filmen benötigt und gefördert.
3 Zu ihren Personen, Orten und Themen
[...]
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