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Maria Montessori - Leben und Werke

Scholary Paper (Seminar), 2003, 27 Pages
Author: Dajana Gleim
Subject: Pedagogy - Reform Pedagogics

Details

Event: Von den Anfängen der Pädagogik bis zur Gegenwart
Institution/College: Karlsruhe University of Education
Tags: Maria, Montessori, Leben, Werke, Anfängen, Pädagogik, Gegenwart
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 27
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V15159
ISBN (E-book): 978-3-638-20357-9

File size: 372 KB
Notes :
Leben und Werk Montessoris werden ausführlich erläutert.



Excerpt (computer-generated)

Seminararbeit
Allgemeine Pädagogik
im Anschluss an das Seminar:
„Von den Anfängen der Pädagogik bis zur Gegenwart“
WS 2002/ 03
Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Maria Montessori
- Leben und Werk -

Dajana Gleim

 

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung  1

II. Biographie  2

III. Der Kampf zwischen Erwachsenem und Kind  6
1. Die Rolle des Erwachsenen 6

2. Das Kind 7
a) Der seelische Bauplan
b) Die Geburt
c) Die Fleischwerdung

3. Die Religion 10

IV. Die Entwicklungsphasen der Kindheit  10
1. Die sensiblen Perioden 11
a) Die erste Phase „Aufbauphase“
b) Die zweite Phase „Ausbauphase“
c) Die dritte Phase „Umbauphase“

V. Grundlegende Elemente der Montessori-Pädagogik  14
1. Die Normalisation 14

2. Die Selbsterziehung des Kindes 14
a) Die vorbereitete Umgebung
b) Die Stellung des Lehrers

3. Die freie Wahl der Arbeit 17

VI. Das Material  19
1. Grundlegende Prinzipien des Materials 20

2. Beispiele für das Material 21
a) Übungen des täglichen Lebens
b) Sinnesmaterial
c) Mathematikmaterial
d) Sprachmaterial

VII. Abschließende Überlegungen  23

VIII. Bibliographie  25

 

I. Einleitung

Erziehung als Heranführen der Kinder an die Werte und die Kultur der Erwachsenenwelt gibt es sicher schon seit der Frühgeschichte der Menschheit. Erziehung als organisierte Vermittlung von Bildungsinhalten gibt es seit der Antike. Wirft man einen Blick in die Geschichte der Pädagogik, gelangt man zu der Feststellung: Erziehung ist schon seit der Antike eine Domäne der Männer. Man begegnet Werken von berühmten Pädagogen wie Rousseau, Pestalozzi, Fröbel und Herbart. Rousseau, der bestimmende Pädagoge des 18. Jahrhunderts, der in seinem Buch „Émile ou l’éducation“ fordert, dass Kinder als Kinder und nicht als kleine Erwachsene behandelt werden sollten und dass die Persönlichkeit des Einzelnen zu entwickeln sei. Pestalozzi, der einflussreichste Schüler Rousseaus, dessen Hauptziel darin bestand, die Lehrmethoden an die natürliche Entwicklung des Kindes anzupassen. Ein weiterer einflussreicher Pädagoge des 19. Jahrhunderts war Fröbel, der Begründer des Kindergartens.1 Im 20. Jahrhundert taucht der Name einer Frau in der Geschichte der Pädagogik auf, der nicht nur für eine Person steht, sondern sinnbildlich für eine Idee, eine Methode, eine Erziehung, man kann sagen für eine Bewegung. Die Rede ist von der Reformpädagogin Maria Montessori. In den 10er Jahren gab es einen Boom ihrer Pädagogik, zwischenzeitlich war die Erinnerung an sie erloschen, nach 1945 befasste man sich wieder mit ihr. Ein wesentlicher Grund für diese Renaissance mag wohl sein, dass es in den letzten Jahrzehnten ersichtliche „Übereinstimmungen der Montessori-Pädagogik mit dem Stand der Wissenschaft und dem aktuellen pädagogischen Problembewusstsein gibt, wie sie früher nicht so bestanden und gesehen worden waren“.2 Auch heute knapp fünfzig Jahre nach ihrem Tod ist ihr Schaffen und Werk weltweit bekannt. Selbst Menschen, die zu Erziehung und Kindern keinen Bezug haben kennen Maria Montessori.

Diese Arbeit will einen Einblick in die Pädagogik Maria Montessoris geben. Zunächst soll anhand einer Biographie wissenswertes über ihr Leben und zur Entwicklung ihres Schaffens aufgezeigt werden. Danach soll näher auf Montessoris Definition der Begriffe „Erwachsener“ und „Kind“ eingegangen werden. Ein besonderer Blick soll im darauffolgenden Kapitel auf das Kind geworfen werden, das bei Montessori im Mittelpunkt steht. Anschließend sollen einige grundlegende Elemente der Montessori- Pädagogik erörtert werden. Abschließend soll das oft mit Montessori in Verbindung gebrachte und bekannte „Montessori-Material“ vorgestellt werden.

II. Biographie Maria Montessoris

Zunächst empfiehlt es sich auf das Leben Maria Montessoris näher einzugehen, um ihr pädagogisches Werk besser verstehen zu können und um ihren Platz in der Geschichte der Pädagogik zu erkennen.

Maria Montessori wurde am 31. August 1870 in Chiaravalle, bei Ancona/ Italien, geboren. Sie war das einzige Kind des Finanzbeamten Alessandro Montessori (1832- 1915) und seiner Frau Renilde, geborene Stoppani (1840- 1912). Ihr Vater war ein konservativ denkender Mann, ihre Mutter eine Gutsbesitzertochter, die gegenüber Neuem eine interessierte und aufgeschlossene Einstellung hatte. Ihre Mutter unterstützte ihre Tochter immer wieder in ihrem Werdegang.

Die Familie zog 1875 nach Rom. Maria Montessori besuchte im Alter von sechs Jahren die öffentliche Schule. Danach entschloss sie sich zu einem Wechsel auf eine naturwissenschaftlich- technische Schule, denn schon in der Grundschule zeigte sich ihr Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften. Bei ihrem Vater hätte sie mehr Zustimmung bekommen, wenn sie auf das traditionelle Gymnasium gewechselt wäre. Seiner Meinung nach konnte ein Mädchen mehr mit einer Ausbildung in Sprachen, allgemeinen Fächern und Literatur anfangen und später im sozialen Bereich oder als Lehrerin arbeiten.

Montessori setzte ihren Willen mit Hilfe ihrer Mutter durch und studierte zunächst Naturwissenschaften an der Universität Rom. 1892 wandte sie sich aber dem Studium der Medizin zu. Damit stellte sie sich nicht nur gegen den Willen ihres Vaters, sondern auch gegen das Verbot des Studiums der Medizin für Frauen. Obwohl sie zuerst abgelehnt wurde, verfolgte sie mit unvorstellbarer Beharrlichkeit ihren Plan. Nachdem sie sich auch an öffentliche Stellen gewandt hatte, konnte sie doch noch ihren Wunsch erfüllen. Von den Studenten wurde sie nicht erfreut willkommen geheißen, ihr wurde als erste weibliche Medizinstudentin viel Disziplin abverlangt. Man wartete in dieser „Männerdomäne“ nur auf ein Zeichen von Schwäche von ihr. Doch durch ihre auffallende Begabung erobertet sie sich ihren Platz und gewann während des Studiums schon einen Wettbewerb, welcher ihr ermöglichte, praktische Erfahrungen als Assistentin in einem Krankenhaus zu sammeln. Sie richtete ihre Schwerpunkte gegen Ende ihres Studiums auf die Bereiche Kinderheilkunde und Psychiatrie. Mit einem hervorragenden Examen schloss sie im Jahre 1896 ihr Studium ab.


[....]


1 nach Encarta Enzyklopädie Plus 99, Stichwort: Erziehung und Pädagogik
2 nach Hellmich, Achim; Teigeler Peter: Montessori-, Freinet-, Waldorfpädagogik, S. 66


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