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Scholary Paper (Seminar), 1998, 17 Pages
Author: Gerlinde Weinzierl
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: University of Frankfurt (Main) (Fachbereich Sozialpädagogik)
Tags: Liberalismus, Leitbild, Jahrhunderts, Grundlagenseminar, Staatskurs
Year: 1998
Pages: 17
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-10943-7
File size: 74 KB
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Fachhochschule Frankfurt am Main
Fachbereich Sozialpädagogik
Grundlagenseminar: Staatskurs
HAUSARBEIT
Thema:
Der Liberalismus als Leitbild des frühen 19. Jahrhunderts
Verfasserin: Gerlinde Tom
Wintersemester 1997/98
INHALTSVERZEICHNIS
1. Geschichte des Liberalismus 3
1.1 Ursprünge und Anfänge 3
1.2 Vormärz 5
2. Wilhelm von Humboldt 8
2.1 Biographie 8
2.2 Der staatstheoretische Ansatz 10
2.2.1 Das Individuum 10
2.2.2 Das Individuum und der Staat 11
3. Der Liberalismus als Leitbild 14
4. Nachwort 16
Literaturverzeichnis 17
1. Geschichte des Liberalismus
1.1. Ursprünge und Anfänge
Die Ideen des Liberalismus entwickeln sich als Kritik an den Zuständen des Absolutismus und der fürstlichen Autokratie. Die Kritik gründet sich auf die Weltanschauung, die mit ihrer Entwicklung in der Renaissance, Reformation beginnt und ihren Höhepunkt in der Aufklärung erreicht. Es ist kaum denkbar und höchst unwahrscheinlich, daß der Liberalismus im 18. und 19. Jahrhundert in Europa ohne dem fürstlichen Absolutismus, der das Bild des 17. und 18. Jahrhunderts geprägt hat, entstanden wäre.1
Im Mittelalter hatte der einzelne nur im Kreise der engen Standesgliederung, d. h. der bäuerliche Nachbar, die Universität, der Klerus oder der Adel, persönliche Geltung und Freiheit. Das Denken war an Überlieferungen gebunden. In Anlehnung an Plato gab dieses Denken dem Allgemeinbegriff den Vorrang vor einzelnen Gegenständen der Erfahrungswelt. Der Nominalismus überwand diesen Begriffsrealismus. Die wirkliche, gegenständliche Welt rückt wieder in das Bewußtsein des Menschen; der Mensch erkennt die Möglichkeit, in dieser Welt zu wirken. Er wird sich seiner Persönlichkeit bewußt unter anderem durch die Freiheit des Glaubens und des Intellekts, aber vor allem durch das Streben nach phantasievollem Gestalten und persönlichem Stil auf jedem Gebiet der Kunst.2
In der Politik vollzieht sich ein genau entgegengesetzter Vorgang. Mit dem Untergang des Begriffsrealismus verliert das heilige Römische Reich Deutscher Nation die theoretische Grundlage. Es bilden sich Territorialstaaten, die teilweise zu Nationalstaaten, meistenteils aber zu Monarchien werden. Der mittelalterliche Ständestaat wird zugunsten einer Zentralisation der Macht überwunden. Während der Ständestaat auf dem Boden der Naturalwirtschaft existierte, wird der Beamten- und Militärstaat von der Entwicklung der Geldwirtschaft abhängig. Es entwickelt sich als Folge die Exportindustrie; fremde Schiffe werden zusätzlich besteuert oder von den eigenen Häfen ausgeschlossen, die Ausfuhr von wichtigen Rohstoffen wird verboten. Die Konsequenzen betreffen auch die ehemaligen bürgerlichen Selbstverwaltungen, die zu Steueraufbringungsverbänden degradiert werden. Die Ära des Absolutismus bewirkt, daß das handwerkliche Gewerbe verkümmert, die Bauern verelenden, während die Stärke des Landadels steigt.3
Allgemein wächst nun das Bedürfnis nach Veränderung. Das Gedankengut und die Ziele liefert die Aufklärung. Dabei soll bemerkt werden, daß die Gedanken und Ideen, die für die Entwicklung der Zielsetzung liberaler Bewegungen entscheidend werden, aus England stammen, in dem der Absolutismus keinerlei Chancen hatte, sich durchzusetzen. John Locke verdanken wir nämlich das politische Programm der Aufklärung. Seine Philosophie wurde auf dem Kontinent durch die ,,Philosophischen Briefe" Voltaire`s verbreitet. Daher erhielt auch die französische Revolution ihr politisches Programm. Montesquieu entwickelte John Locke`s Lehre weiter. Die Schriften der großen Philosophen, John Locke`s und Montesquieu`s, haben entscheidenden Einfluß auf das Denken der Zeitgenossen ausgeübt.4
[...]
1 Vgl. Henning, Friedrich: Frühgeschichte des deutschen Liberalismus, in: Geschichte des deutschen Liberalismus, Hrsg.: Wolfram Dorn, Harald Hofmann, liberal-Verlag: Bonn 1976, S. 25
2 Vgl. Reif, Hans: Die geistigen Grundlagen, in: Geschichte des deutschen Liberalismus, Hrsg.: Wolfram Dorn, Harald Hofmann, liberal-Verlag: Bonn 1976, S.11
3 Vgl. Reif, Hans: a.a.O., S. 12
4 Vgl. ebenda, S. 13f
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