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Die Großstadt Paris in Rainer Maria Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"

Title: Die Großstadt Paris in Rainer Maria Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magistra Artium Bettina Müller (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Fast sechs Jahre dauerte die Arbeit Rainer Maria Rilkes an seinem einzigen Roman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Sein erster Aufenthalt in Paris von August 1902 bis Juni 1903 prägte ihn so nachhaltig, dass er bereits am 8. Februar 1904 in Rom mit seinen Aufzeichnungen begann, die er am 27. Januar 1910 in Leipzig beendete. Zu dieser Zeit sind Rilke und sein Protagonist Malte fast gleich alt, da Rilke 1875 geboren wurde: "Ich bin achtundzwanzig, und es ist so gut wie nichts geschehen." (Rilke, Rainer Maria: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Hamburger Lesehefte Verlag. S.11)
Der Roman beginnt in der Rue de Toullier 11 in einem kleinen Hotel, in dem auch Rilke 1902 nach seiner Ankunft wohnte. Rilke selbst setzte sich während der Arbeit und nach deren Vollendung intensiv in zahlreichen Briefen mit seinem Malte auseinander.
Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge ist der erste moderne Roman. Malte „lernt sehen“ in der Großstadt und das fast zwei Jahrzehnte vor Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz.
Bevor auf die Großstadt Paris und ihr Verhältnis zu Malte unter Zuhilfenahme von Textbelegen im Sinne einer textimmanenten Studie näher eingegangen wird, soll an dieser Stelle kurz der historische Hintergrund rekapituliert werden, in dem Rilke lebte und arbeitete. (Ebd. S161)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Historischer Hintergrund: Situation der Großstadt Paris zur Jahrhundertwende

1.1.1. Umstrukturierung von Paris

1.1.2. Paris zur Zeit der Industrialisierung

2. Rainer Maria Rilke Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

2.1. Biographisches in den Aufzeichnungen und Rilkes Pariser Eindrücke

2.2. Die Großstadt in den Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

2.2.1. Maltes Pariser Eindrücke/ Pariser Standorte und ihre Wirkung auf Malte

2.2.2. Die Menschen in der Großstadt und ihre Wirkung auf Malte

2.2.3. Pariser Standorte und ihre Wirkung auf Malte

3. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Wirkung der Großstadt Paris in Rainer Maria Rilkes Roman „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie die moderne, industrielle Metropole auf das sensible Ich des Protagonisten einwirkt und welche psychologischen Transformationsprozesse – insbesondere das „Sehenlernen“ und die „Ent-Ichung“ – durch die städtische Reizüberflutung ausgelöst werden.

  • Historische Rahmenbedingungen der Metropole Paris um die Jahrhundertwende
  • Biographische Verschränkungen zwischen Rilke und seinem Protagonisten
  • Die Wahrnehmung von Anonymität, Krankheit und Tod in der Großstadt
  • Die Bedeutung von Pariser Schauplätzen wie dem Hôtel Dieu oder der Salpetrière
  • Phänomene der Entfremdung und die Auflösung der Ich-Grenzen

Auszug aus dem Buch

Die Menschen in der Großstadt und ihre Wirkung auf Malte

Malte meidet die Menschen in der Großstadt, er beobachtet sie zwar, weicht jedoch näherem Kontakt aus. Einerseits leidet er trotz der vielen Leute an Einsamkeit, andererseits aber auch gerade wegen ihnen. Malte will nicht an einem Leben in einer anonymisierten Massengesellschaft teilhaben, auch deswegen, weil er weiß, dass er wegen seiner Einzigartigkeit nicht in diese Masse hineinpasst. Maltes Schilderung der Gesichter unterstützt sein Bild des Einzigartigen. Nach seiner Ansicht hat jeder Mensch eine bestimmte Anzahl von Gesichtern zur Verfügung. Viele Menschen nutzen diese Masken jedoch zu schnell ab, wodurch das „Nichtgesicht“ zum Vorschein kommt. Da die Menschen durch das häufige Wechseln der Masken immer eine andere Identität annehmen, vergessen viele, wer sie wirklich sind. Maltes Begegnung mit der Frau deutet ebenfalls auf Maltes Angst hin, in das Innere der Menschen blicken zu müssen.

„Die Frau erschrak und hob sich aus sich ab, zu schnell, zu heftig, sodass das Gesicht in den zwei Händen blieb. (…) Mir graute, ein Gesicht von innen zu sehen, aber ich fürchtete mich noch mehr vor dem bloßen wunden Kopf ohne Gesicht.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte des Romans ein und umreißt das Interesse an der Großstadt Paris als literarischem Schauplatz.

1.1. Historischer Hintergrund: Situation der Großstadt Paris zur Jahrhundertwende: Das Kapitel beleuchtet den städtebaulichen und sozioökonomischen Kontext von Paris am Übergang zur Moderne.

1.1.1. Umstrukturierung von Paris: Hier wird der radikale Stadtumbau durch Baron Haussmann und dessen Auswirkungen auf das Stadtbild beschrieben.

1.1.2. Paris zur Zeit der Industrialisierung: Dieses Kapitel thematisiert die sozialen Probleme, das Bevölkerungswachstum und die hygienischen Missstände der Industriemetropole.

2. Rainer Maria Rilke Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge: Einleitende Betrachtung der zentralen Stellung des Romans im Gesamtwerk Rilkes.

2.1. Biographisches in den Aufzeichnungen und Rilkes Pariser Eindrücke: Untersuchung der engen, teils spannungsreichen Parallelen zwischen Rilkes eigenen Erfahrungen in Paris und der Fiktion seines Protagonisten.

2.2. Die Großstadt in den Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge: Analyse der existenziellen Bedrohung des Individuums durch die anonyme Großstadtatmosphäre.

2.2.1. Maltes Pariser Eindrücke/ Pariser Standorte und ihre Wirkung auf Malte: Fokus auf die sensorische Reizüberflutung und die erste, schockartige Begegnung Maltes mit der Stadt.

2.2.2. Die Menschen in der Großstadt und ihre Wirkung auf Malte: Auseinandersetzung mit Maltes Wahrnehmung der Massengesellschaft und seiner Furcht vor dem Verlust der Identität.

2.2.3. Pariser Standorte und ihre Wirkung auf Malte: Betrachtung spezifischer Orte wie Krankenhäuser und Bibliotheken, die als Symbole für Anonymität und Fluchträume dienen.

3. Schlusswort: Das Fazit fasst die zentrale Bedeutung von Rilkes Werk als kulturkritische Bestandsaufnahme der Moderne zusammen.

Schlüsselwörter

Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, Paris, Großstadt, Moderne, Industriezeitalter, Entfremdung, Identität, Ich-Grenzen, Sehenlernen, Belle Époque, Massengesellschaft, Anonymität, Urbanisierung, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der Großstadt Paris in Rilkes Roman und untersucht, wie die städtische Umgebung das psychologische Befinden des Protagonisten Malte beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die soziale Transformation von Paris, das Phänomen der Reizüberflutung, die Angst vor Anonymität und die Entwicklung des „neuen Sehens“ bei Malte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Zerrissenheit des Individuums gegenüber der modernen Metropole aufzuzeigen und die Verbindung zwischen Rilkes eigenen biografischen Erfahrungen und der literarischen Welt Maltes herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine textimmanente Studie unter Einbeziehung des historischen Kontextes sowie biographischer Zeugnisse aus Rilkes Briefwechsel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung von Paris, die biographische Verknüpfung sowie die detaillierte Analyse der Wirkung von Pariser Orten, Menschen und Eindrücken auf Malte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Rilke und seinem Werk sind Begriffe wie Moderne, Großstadt, Entfremdung und Ich-Grenzen für das Verständnis der Analyse essentiell.

Welche Rolle spielt die „Bibliothèque Nationale“ für Malte?

Sie fungiert für Malte als ambivalenter Rückzugsort, an dem er sich einerseits vor den „Fortgeworfenen“ sicher fühlt, andererseits jedoch durch die Anwesenheit anderer Menschen durchschaut und angegriffen wird.

Wie unterscheidet sich Maltes Sicht auf die „Fortgeworfenen“ im Verlauf des Werkes?

Während Malte die „Fortgeworfenen“ anfangs als Bedrohung und als Zeichen sozialer Deklassierung wahrnimmt, entwickelt er im Laufe der Zeit eine Bewunderung für ihre Fähigkeit, ihr Schicksal ungeschminkt und ohne „Masken“ zu akzeptieren.

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Details

Title
Die Großstadt Paris in Rainer Maria Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"
College
University of Regensburg  (Institut für Germanistik)
Course
Hauptseminar Großstadtschilderungen in der Literatur
Grade
1,7
Author
Magistra Artium Bettina Müller (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V155887
ISBN (eBook)
9783640687596
Language
German
Tags
Rainer Maria Rilke Paris Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Bettina Müller (Author), 2006, Die Großstadt Paris in Rainer Maria Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155887
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