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Alfons I. von Aragon - El Batallador

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 27 Pages
Author: Thorsten Dollmetsch
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Die iberische Halbinsel als Kulturkontaktzone im 11. und 12. JahrhundertDie iberische Halbinsel als Kulturkontaktzone im 11. und 12. Jahrhundert
Institution/College: University of Frankfurt (Main) (Historisches Seminar)
Tags: Alfons, Aragon, Batallador, Halbinsel, Kulturkontaktzone, JahrhundertDie, Halbinsel, Kulturkontaktzone, Jahrhundert
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 27
Grade: sehr gut (1)
Language: German
Archive No.: V15611
ISBN (E-book): 978-3-638-20673-0

File size: 174 KB


Excerpt (computer-generated)

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Wintersemester 2002/2003
Seminar: Die iberische Halbinsel als Kulturkontaktzone im 11. und 12. Jahrhundert

ALFONS I .. VON ARAGÓN
--EL BATALLADOR--

Thorsten Dollmetsch
April 2003

 

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

2. Das Königreich Aragón im 11. Jahrhundert 5
2.1. Ramiro I. 5
2.2. Sancho I. Ramírez 6
2.3. Pedro I. 7

3. Die Regierung Alfons’ I. von Aragón 9
3.1. Die ersten Jahre 9
3.2. Die Ehe mit Urraca von Kastillien 10
3.3. Die Eroberung des Ebrotals 13
3.4. Die Sicherung der Herrschaft 15
3.5. Der Zug durch Südspanien 18
3.6. Das Ende des Batalladors 19

4. Vom Königreich Aragón zur Krone Aragón 22
4.1. Das Testament Alfons’ I. 22
4.2. Ramiro II., Petronilla und Ramón Berenguer IV. 23

5. Resümee und abschließende Bemerkungen 25

Quellen- und Literaturverzeichnis 26

Anhang: Handout zum Referat vom 25. November 2002 28

 

1. Einleitung

Beschäftigt man sich mit Alfons I. von Aragón, so stößt man sehr schnell auf dessen wohlklingenden Beinamen „El Batallador“. Diesen erhielt er, nachdem er die nördlichste Hauptverteidigungsgrenze des islamischen Spaniens, die Frontera superior, die in etwa das Tal des Ebro1 um Zaragoza und angrenzende Gebiete umfasste, in den Jahren 1118 bis 1120 von den Muslimen erobert hatte.2 „Auch wenn das Königreich von Aragón nicht mehr existiert oder jetzt verborgen erscheint, sind die früheren Ruhmestaten des Reiches immer noch lebendig und werden von den Aragonesen in liebevoller Erinnerung behalten.“3 Das gleiche gilt selbstredend für Alfons, den „vielleicht größten Helden des mittelalterlichen Aragóns“4, so dass ihm zu Ehren 1925 in Zaragoza eine Statue errichtet wurde, die auf dem Deckblatt abgebildet ist.5

Außer Schlachten hat Alfons jedoch noch mehr zu bieten. „Einem Maurenfürsten, der ihn gefragt hatte, wieso er keine Konkubine zu sich nehme, soll er geantwortet haben, ein wirklicher Soldat solle nur mit Männern zusammeleben und nicht mit Frauen.“6 Aufgrund dieser muslimischen Quelle und der Tatsache, dass er nur einmal verheiratet war und keine Kinder zeugte, wurde wiederholt spekuliert, dass er homosexuell oder ein Frauenhasser war.7 Offenbar wird hierbei aber nicht bedacht, dass der Autor der Chronik, aus der dieser Wortwechsel stammt, Ibn el-Athir, von 1166 bis 1234 lebte, also ungefähr 100 Jahre nach Alfons, der um 1073 geboren wurde und 1134 starb.8 Während wir ELENA LOURIES Schlussfolgerung, dass Alfons unfruchtbar war,9 für wahrscheinlich halten, will JOSÉ MARÍA LACARRA Alfons wohl sehr gerne als Miles dei10 sehen, als Verteidiger der Witwen und Waisen, als Kämpfer Gottes gegen die Heiden. Diese Haltung ist auch auf Alfons’ Testament zurückzuführen, in dem er sein Reich den Ritterorden der Templer, der Johanniter und der Chorherren vom Heiligen Grab vererbt hatte.11 Aufgrund seines Testaments wird Alfons jedoch auch als verrückt und blind für politische Realitäten gebrandmarkt.12 CLAY STALLS spricht von Alfons dagegen sehr bewundernd. „Alfonso was that rare man who is a mover and shaker of the time in which he lives.“13 Eine nach unserer Ansicht gute, aber dennoch nicht völlig zutreffende Charakterisierung des Batalladors liefert LUDWIG VONES. Er bezeichnet Alfons als einen „der erfolgreichsten Heerführer der Reconquista“, der „wegen seiner Rücksichtslosigkeit berühmt und gefürchtet“ war und sowohl einen „unbändigen Eroberungsdrang“ als auch einen „wachen Blick für politische Situationen und diplomatische Möglichkeiten“ besaß.14 „Beseelt von der Idee der Reconquista“15 war Alfons in unseren Augen jedoch nicht, sondern er verstand es, diese für seine Zwecke zu gebrauchen. In der vorliegenden Arbeit werden wir daher darlegen, dass Alfons mit allen Mitteln sein Reich vergrößern und gegen äußere Eingriffe absichern wollte und dass religiöse Motive hierbei allenfalls von sekundärer Bedeutung waren. Dazu ist eine Darstellung der Regierungszeit von Alfons (Kapitel 3) ebenso nötig wie ein kurzer Blick auf die Vorgeschichte (Kapitel 2) und folgende Entwicklungen (Kapitel 4). Bei all dem ist es jedoch immer wieder nötig Alfons’ Verhältnis zu Glaubensgenossen und Andersgläubigen im Auge zu behalten. Insbesondere gilt es festzustellen, ob er als Glaubensfanatiker zu charakterisieren ist, der Andersgläubige wegen ihres Glaubens vertreiben, bekehren oder töten wollte.

2. Das Königreich Aragón im 11. Jahrhundert

2.1. Ramiro I.

Sancho III. Garcés „el Mayor“, der von 1004 bis 1035 regierte, gewann von den katalanischen Grafschaften abgesehen die Herrschaft über den gesamten nordspanischen Raum.16 Er hatte drei legitime Söhne, García, Ferdinand und Gonzalo, und einen unehelichen Sohn Ramiro, „der als ältester von seinem Vater jedoch voll anerkannt und ebenso wie seine Brüder an der Herrschaftsausübung beteiligt worden war.“17 Sancho schwebte wohl für die Zeit nach seinem Tod eine Samtherrschaft der Brüder, ein corpus fratrum, vor, wobei Ferdinand, Gonzalo und Ramiro in einem Abhängigkeitsverhältnis zu García stehen sollten.18 Dieser sollte mit Pamplona-Navarra das Stammkönigtum erhalten, während Ferdinand die Grafschaft Kastilien, Gonzalo die Grafschaften Sobrarbe und Ribargoza und Ramiro die Grafschaft Aragón bekommen sollten.19

Nach Sanchos Tod am 18. Oktober 103520 zeigte sich jedoch, dass es die Brüder keineswegs bei dieser Regelung belassen wollten, da es nun zu Auseinandersetzungen zwischen ihnen kam.21 Obwohl Ramiro I. von Aragón in der Schlacht von Tafalla 1043 durch García III. Sánchez von Pamplona-Navarra eine Niederlage beigebracht bekam,22 konnte er auf Kosten seiner Halbbrüder beträchtliche Gebietsgewinne vor allem in Richtung Osten für sich verbuchen.23 Nachdem Gonzalo 104624 ermordet worden war, gelang es Ramiro, sich vom Adel zu dessen Nachfolger in Sobrarbe und Ribargoza wählen zu lassen.25 Die wenige Jahre später stattfindende Auseinandersetzung zwischen Kastilien-León und Navarra ermöglichte es Ramiro wiederum Aragóns Grenzen auf Kosten Navarras, wo seit 1054 Sancho IV. Garcés regierte, nach Westen zu verschieben.26

[....]


1 Die meisten Ortschaften und Flüsse können, so weit sie in Aragón liegen, in der Karte im Anhang gefunden werden.

2 STALLS, WILLIAM C. (1995): The Relationship between Conquest and Settlement on the Aragonese Frontier of Alfonso I, in: SIMON, LARRY J. (HG.) (1995): Iberia and the Mediterranean world of the Middle Ages: studies in honor of Robert I. Burns. Vol. 1. Proceedings from Kalamazoo, Leiden, New York, Köln: Brill (The medieval Mediterranean; Vol. 4), Seiten 216-231, hier Seite 221

3 STALLS, CLAY (1995): Possessing the land. Aragon’s Expansion into Islam’s Ebro Frontier under Alfonso the Battler 1104 – 1134, Leiden, New York, Köln: Brill (The medieval Mediterranean; Vol. 7), Seite 316

4 ebd.: Seite 318

5 Das Bild findet sich im Internet unter der URL: http://turismo.ayto-zaragoza.es/sitios/batallador2.htm

6 VONES-LIEBENSTEIN, URSULA (1997): Königin Urraca, in: SCHNITH, KARL (HG.) (1997): Frauen des Mittelalters in Lebensbildern, Graz, Wien, Köln: Verlag Styria, Seiten 174-188, hier Seite 181

7 LOURIE, ELENA (1975): The Will of Alfonso I, „El Batallador“, King of Aragon and Navarre: A Reassessment, in: Speculum 50 (1975), wieder in: LOURIE, ELENA (1990): Crusade an Colonisation. Muslims, christians and Jews in Medieval Aragon, Aldershot: Variorum (Collected Studies 317), Seiten 635-651, hier Seite 639; vgl. VONES-LIEBENSTEIN, URSULA (1997): Seite 181

8 LOURIE, ELENA (1975): Seite 639

9 ebd.: Seite 640

10 zitiert nach VONES-LIEBENSTEIN, URSULA (1997): Seite 181

11 LEMA PUEYO, JOSÉ ANGEL (HG.) (1990): Colección diplomática de Alfonso I de Aragón y Pamplona (1104 – 1134), San Sebastián: Eusko Ikaskuntza (Fuentes documentales medievales del PaísVasco; 27), Seiten 446-448, Nummer 284 (Im Folgenden zitiert als CDA)

12 vgl. LOURIE, ELENA (1975): Seite 636

13 STALLS, CLAY (1995): Seite vii

14 VONES, LUDWIG (1993): Geschichte der Iberischen Halbinsel im Mittelalter (711 – 1480), Reiche – Kronen - Regionen, Sigmaringen: Jan Thorbecke Verlag GmbH & Co., Seite 108

15 ebd.: Seite 108

16 STALLS, CLAY (1995): Seite 12

17 VONES, LUDWIG (1993): Seite 51

18 ebd.: Seite 51

19 ebd.: Seite 51

20 ebd.: Seite 50

21 STALLS, CLAY (1995): Seite 12

22 VONES, LUDWIG (1993): Seite 75

23 STALLS, CLAY (1995): Seite 12

24 VONES, LUDWIG (1993): Seite 51

25 ebd.: Seite 75

26 ebd.: Seite 75


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