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Königin Urraca von Kastilien-León 1109-1126

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 28 Pages
Author: Beate Regina Sturm
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Event: Die iberische Halbinsel als Kulturkontaktzone im 11. und 12. Jahrhundert
Institution/College: University of Frankfurt (Main) (Historisches Seminar)
Tags: Königin, Urraca, Kastilien-León, Halbinsel, Kulturkontaktzone, Jahrhundert
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 28
Grade: 2
Language: German
Archive No.: V15650
ISBN (E-book): 978-3-638-20705-8

File size: 349 KB


Excerpt (computer-generated)

Königin Urraca von
Kastilien-León 1109-1126

 


Inhaltsverzeichnis

Deckblatt 1

Inhaltsverzeichnis 2

1. Einleitung 3

2. Die Vorgeschichte 4

2.1. Urracas Kindheit 4
2.2. Herrscherin über Galicien 5

3. Königin Urraca 8

3.1. Urracas zweite Ehe 8

3.1.1. Die Eheschließung mit Alfons I. von Aragón 9
3.1.2. Alfons I. wird zu einer Gefahr für Urraca 12
3.1.3. Urraca verliert gegen Alfons el Batallador 13
3.1.4. Das Blatt wendet sich 15
3.1.5. Frieden zwischen Urraca und Alfons I. 17

3.2. Das Problem Alfons Raimund 19

3.2.1. Der kleine König neben Urraca 19
3.2.2. Sohn, Gegner und Mitregent 20

3.3. Die „liebe“ Schwester Theresa 21
3.4. Urracas letzte Jahre 22

4. Zusammenfassung, Ausblick und Schlussbemerkung 24

Quellen- und Literaturverzeichnis 27



1. Einleitung

Während des 11. und 12. Jahrhunderts war Kastilien–León das größte christliche Königreich und führend in der Reconquista.1 In dieser Zeit entwickelte sich nach und nach ein eigenständiges Portugal, Aragón konsolidierte seine Macht und einen großen Teil der iberischen Halbinsel eroberten christliche Herrscher vom Islam zurück.2 Königin Urraca war die einzige Frau, die im Mittelalter in Spanien als Königin rechtmäßig und allein herrschte, vergleichbar mit ihr war vielleicht nur ihre Halbschwester Theresa in Portugal.3 Urracas Regierungszeit war im Vergleich zu ihren Vorgängern und Nachfolgern kurz, sie dauerte nur siebzehn Jahre.4 Weil Urraca eine Frau war, eröffnete schon ihr Geschlecht eine eigene Dimension von Problemen in bezug auf ihre Stellung als Herrscherin und ihrer Autorität.5 Sie löste aber dennoch alle aufkommenden Probleme, die ein Mann wahrscheinlich nicht besser bewältigt hätte.

Diese Arbeit soll einen Einblick in Urracas geschickte Vorgehensweise bei der Lösung bedrohlichen Problemen schaffen, indem sie vor allem Urracas Verhältnis zu ihrem zweiten Ehemann Alfons von Aragón, ihrem Sohn aus erster Ehe Alfons Raimund und ihrer Halbschwester Theresa behandelt. Die Machtbestrebungen von Bischof Diego Gelmírez und Graf Pedro Froílaz von Lara in Galicien werden nur am Rand und in Verbindung mit ihrem Sohn thematisiert. Sowohl die innerkirchlichen Streitigkeiten der iberischen Halbinsel als auch die Reconquista, die für Urraca nur ein untergeordnetes Anliegen darstellte, da die innerfamiliären Probleme dominierten und ihre Regierung bedrohten, können nur tangiert werden. Das zentrale Ziel der Arbeit ist also, Urracas außergewöhnliche Leistung als Herrscherin in der damaligen mittelalterlichen Männerwelt zu skizzieren und die Wechselhaftigkeit und Unbeständigkeit dieser Zeit zu zeigen.

2. Die Vorgeschichte

Im 11. Jahrhundert war die Lage auf der iberischen Halbinsel ungewöhnlich.6 Die Muslime hatten Barcelona, Burgos, León, Zamora und sogar Santiago de Compostela und den Rand Galiciens bis zu Beginn des Jahrhunderts erobert.7 Nach dem Tod Abd-al-Malik 1008 baute sich das Fürstentum in León während der nächsten Jahrzehnte wieder auf und eroberte Land zurück.8 In den dreißiger Jahren des 11. Jahrhunderts bildete sich das Königreich Kastilien–León unter der Herrschaft von Navarra.9 Fernando I. vereinte Kastilien–León unter sich.10 Nach seinem Tod wurde das Reich zwischen seinen drei Söhnen aufgeteilt. Alfons VI. erhielt León und Toledo, Sancho II. Kastilien und Zaragoza und der Jüngste Garcia bekam Galicien, Badajoz und Sevilla.11 Alfons VI. vereinte schließlich Kastilien-León und andere Gebiete in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts unter sich.12 Das zweite mächtige christliche Reich auf der Halbinsel war Aragón, das 1094 - 1104 von Pedro I. und dann von dessen jüngerem Bruder Alfons I. regiert wurde.13

2.1. Urracas „Kindheit“

Urraca war die Tochter und das einzige Kind von Alfons VI. und seiner zweiten Ehefrau Konstanze von Burgund, die 1079 geheiratet hatten.14 Die Ehe mit seiner ersten Frau Agnes, Tochter von Herzog Willhelm VIII. von Aquitanien, war kinderlos, genauer gesagt, kein Kind hatte überlebte.15 Urracas Geburt wird aufgrund des Hochzeitsdatums ihrer Eltern in den Jahren 1080 oder 1081 vermutet.16 Ihr genauer Geburtstag wurde in keiner Chronik aufgenommen.17 Über Urracas Kindheit ist nichts bekannt, da man bei ihr von einer Kindheit, wie das Folgende belegt, nicht sprechen kann.

Parallel zu dieser Hochzeit wurde Bernhard von Sauvetot, ein französischer clunazienzer Mönch als Abt ins Kloster Sahagún 1080 eingesetzt.18 Fünf Jahre später wurde Bernhard Erzbischof von Toledo.19 Er war der engste Berater Alfons VI. und auch später von Königin Urraca bis zu seinem Tod im Frühjahr 1125.20

2.2. Herrscherin über Galicien

[...]


1 REILLY, BERNARD F.: The Kingdom Of León-Castilla under Queen Urraca 1109 - 1126, Princeton University Press, Princeton (New Jersey) 1982, Seite viii
2 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite viii
3 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite ix
4 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite ix
5 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite ix
6 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 4
7 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 5
8 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 5
9 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 7
10 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 9
11 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 9
12 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 9
13 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 9
14 VONES-LIEBENSTEIN, URSULA: Königin Urraca, in: SCHNITH, KARL RUDOLF: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern, Verlag Styria, Graz/Wien/Köln 1997, Seite 175
15 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 10 (Anmerkung: Dieses Buch ist die einzige vollständige Biographie Urracas, die auch umstrittenen Wertungen enthält)
16 VONES-LIEBENSTEIN, URSULA: Seite 175
17 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 10
18 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 12
19 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 12
20 REILLY, BERNARD F.: 1982, Seite 12


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