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Arnold Schönberg - sein Einfluss auf die künstlerische Moderne Wiens

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 29 Pages
Author: M.A. Uta Ziegler
Subject: German Studies - Literature of History, Eras

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 29
Grade: sehr gut
Language: German
Archive No.: V15651
ISBN (E-book): 978-3-638-20706-5
ISBN (Book): 978-3-638-64407-5
File size: 244 KB

Abstract

Inwiefern hat Arnold Schönberg, als Komponist, Maler und Theoretiker die künstlerische Moderne Wiens beeinflusst? Diese Frage möchte ich als Kernfrage über die folgenden Ausführungen stellen. Der 1874 in Wien geborene Schönberg war ein vielseitiges Genie und dabei in allen Bereichen seiner schöpferischen Aktivität Autodidakt. Neben Gustav Mahler gilt er als die bedeutendste Persönlichkeit im Musikleben der Wiener Moderne. Darüber hinaus zählt er aber auch als Lehrer und Theoretiker zu den einflußreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Besonders interessant ist Schönberg vor dem Hintergrund der Wiener Moderne gerade deshalb, weil er mit der Vielseitigkeit seines schöpferischen Werkes prototypisch für eine Zeit steht, der die akademische und künstlerische Spezialisierung in unserem heutigen Sinn noch weitestgehend fremd war. Was war kennzeichnend für das künstlerische und damit auch musikalische Leben Wiens um 1900? Die Arbeit zahlreicher künstlerischer Vereine wie dem „Verein der schaffenden Tonkünstler“, dessen Mitbegründer Schönberg war, steht neben Isolation und Vereinsamung einzelner Künstler. Bahnbrechende Einzelleistungen wie die von Schönberg entwickelte Zwölftontechnik stehen neben interessanten schöpferischen Beziehungen wie der Schönbergs zu dem Architekten und Stiltheoretiker Loos. Der Begriff der Wiener Moderne, der meist als Epochendefinition benutzt wird, umfaßt eine große Anzahl verschiedener, oft sogar widersprüchlicher Tendenzen. Ältere, eher traditionalistisch orientierte Denk- und Kunstelemente standen neben Konzeptionen und Denkweisen, die wir heute als avantgardistisch bezeichnen. Bei der zeitlichen Festlegung des Begriffs der Wiener Moderne möchte ich die Datierung Wunbergs aufgreifen, die auch Dagmar Lorenz ihren Ausführungen zur Wiener Moderne zugrundegelegt hat. Demnach umfaßt die Wiener Moderne die Jahre zwischen 1890 und 1910.1


Excerpt (computer-generated)

Arnold Schönberg-
sein Einfluss auf die künstlerische Moderne Wiens


Uta Ziegler

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Das musikalische Leben Wiens um 1900 4

2.1 Der „Verein schaffender Tonkünstler“ 7
2.2 Musikkritik 8

3. Schönbergs neue musikalische Wege 10

4. Adolf Loos als Weggefährte 13

5. Schönberg und Karl Kraus 15

6. Der Maler Schönberg 17

6.1 Schönberg und „Der Blaue Reiter“ 20
6.2 Die Freundschaft zu Kandinsky 21

7. Schlußbetrachtung 24

8. Literaturverzeichnis 26

 

 


1. Einleitung

Inwiefern hat Arnold Schönberg, als Komponist, Maler und Theoretiker die künstlerische Moderne Wiens beeinflusst? Diese Frage möchte ich als Kernfrage über die folgenden Ausführungen stellen.

Der 1874 in Wien geborene Schönberg war ein vielseitiges Genie und dabei in allen Bereichen seiner schöpferischen Aktivität Autodidakt. Neben Gustav Mahler gilt er als die bedeutendste Persönlichkeit im Musikleben der Wiener Moderne. Darüber hinaus zählt er aber auch als Lehrer und Theoretiker zu den einflußreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Besonders interessant ist Schönberg vor dem Hintergrund der Wiener Moderne gerade deshalb, weil er mit der Vielseitigkeit seines schöpferischen Werkes prototypisch für eine Zeit steht, der die akademische und künstlerische Spezialisierung in unserem heutigen Sinn noch weitestgehend fremd war. Was war kennzeichnend für das künstlerische und damit auch musikalische Leben Wiens um 1900? Die Arbeit zahlreicher künstlerischer Vereine wie dem „Verein der schaffenden Tonkünstler“, dessen Mitbegründer Schönberg war, steht neben Isolation und Vereinsamung einzelner Künstler. Bahnbrechende Einzelleistungen wie die von Schönberg entwickelte Zwölftontechnik stehen neben interessanten schöpferischen Beziehungen wie der Schönbergs zu dem Architekten und Stiltheoretiker Loos. Der Begriff der Wiener Moderne, der meist als Epochendefinition benutzt wird, umfaßt eine große Anzahl verschiedener, oft sogar widersprüchlicher Tendenzen. Ältere, eher traditionalistisch orientierte Denk- und Kunstelemente standen neben Konzeptionen und Denkweisen, die wir heute als avantgardistisch bezeichnen. Bei der zeitlichen Festlegung des Begriffs der Wiener Moderne möchte ich die Datierung Wunbergs aufgreifen, die auch Dagmar Lorenz ihren Ausführungen zur Wiener Moderne zugrundegelegt hat. Demnach umfaßt die Wiener Moderne die Jahre zwischen 1890 und 1910.1

In diesem zeitgeschichtlichen Rahmen möchte ich Schönbergs Wirken und seinen Einfluß näher untersuchen. Bei der Darstellung von Schönbergs musikalischen Neuerungen habe ich aus Gründen der Bedeutsamkeit und Vollständigkeit die Zwölftonmethode mit einbezogen und damit den zeitgeschichtlichen Rahmen bis in die 20er Jahre hinein erweitert. Andere gesamtbiographisch wichtige Themen wie etwa die Auseinandersetzung mit seiner jüdischen Herkunft, sein Wirken als Lehrer oder die Übersiedlung nach Amerika (1934) müssen unberücksichtigt bleiben. Um Schönbergs Einfluss auf die künstlerische Moderne darzustellen ist es notwendig, seine künstlerische Auffassung und sein Werk in Wechselwirkung mit anderen großen Künstlern seiner Zeit zu betrachten. Von besonderer Bedeutung sind dabei die engen schöpferischen Beziehungen, die Schönberg mit dem Architekten Adolf Loos und dem Literaten Karl Kraus verband. Auch Schönbergs Schaffen als Maler und seine Verbindung zur Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ soll Gegenstand der folgenden Ausführungen sein. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Freundschaft Schönbergs zu Wassily Kandinsky, die in einer der wichtigsten Schaffensperioden Schönbergs um 1910 eine entscheidende Rolle gespielt hat. Bei der Betrachtung dieser Künstlerfreundschaften sollen Parallelen und Zusammmenhänge in den kunsttheoretischen Auffassungen sowie in der künstlerischen Umsetzung dieser Theorien aufgezeigt werden. Erst vor dem Hintergrund dieser künstlerischen Interaktionen kann ein klares Bild vom Standpunkt und Einfluss Schönbergs auf die künstlerische Moderne Wiens entstehen. Interessant ist, dass solche Wechselbeziehungen wie beispielsweise zwischen Schönberg und Loos, keineswegs nur Einzelfälle oder Randerscheinungen dieser Zeit darstellen, vielmehr können diese künstlerischen Interaktionen als typisches Merkmal der Wiener Moderne betrachtet werden.2

2. Das musikalische Leben Wiens um 1900

[...]


1Vgl. Lorenz, (1989) S.2
2Vgl. Timms, (1993) S.129


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