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Die Vitalienbrüder in Nord- und Ostsee

Title: Die Vitalienbrüder in Nord- und Ostsee

Seminar Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Rene Hoffmann (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Jährlich finden in Ralswiek auf der Insel Rügen die Störtebeckerfestspiele statt.
Diese Veranstaltung ist ein Besuchermagnet bei jung und alt. Viele haben von
Störtebecker, dem Seeräuber der Hansezeit, gehört. Er soll die reichen hansischen
Kaufleute ihres Geldes und Goldes „erleichtert“ und dieses dann an die arme
Bevölkerung der Küste verteilt haben.
Bekannt sind die Geschichten des Seeräubernestes auf Helgoland, oder wie
Störtebecker das Gold in den Masten seines Schiffes verstecke, ebenso wie
Störtebeckers Hinrichtung in Hamburg, bei der er sogar noch ohne Kopf
weitergelaufen sein soll, um seine Mannschaft vor dem Tode zu retten. Bringt man
jedoch den Begriff Vitalienbrüder ins Spiel sieht man in fragende Augen. Wer war
nun dieser Störtebecker, was war er, hat es ihn tatsächlich gegeben? Wer waren die
berüchtigten Vitalienbrüder und was hat Klaus Störtebecker damit zu tun?
Auf diese Fragen soll diese Hausarbeit eine Antwort geben. Der Schwerpunkt dieser
Arbeit soll nicht, die im Volk tief verwurzelte Mythen- und Legendenbildung, sondern
die historische Realität sein. Schnell wird deutlich werden, dass Störtebecker zwar
keine Erfindung ist, aber seine historische Bedeutsamkeit weit hinter der allgemein
vertretenen Meinung zurück tritt.
Im Mittelpunkt dieser Seeräuberproblematik steht hier der Konflikt der damaligen
Ostseemächte Dänemark und Mecklenburg.
Ich werde zuerst auf einige materielle Gegebenheiten, wie Schiffe und deren
Bewaffnung eingehen, um ein besseres Verständnis für die Auseinandersetzungen
auf See zu schaffen. Mit diesem Basiswissen im Rahmen der Seekriegführung des
14. – 15. Jahrhunderts wende ich mich dann dem Entstehen der Vitalienbrüder zu.
Es folgt der Konflikt zwischen Dänemark und Mecklenburg zwischen den Jahren
1391-1394 die zum Aufstieg und der Blüte der Vitalienbrüder in der Ostsee führten.
Danach gehe ich auf die veränderte strategische Lage und die weitere Entwicklung
im Ostseeraum bis 1398 ein. Eine weitere Behandlung der Geschichte der
Vitalienbrüder in der Nordsee von 1398 bis 1401 würde den Rahmen dieser
Hausarbeit sprengen. Ich beschränke mich daher auf die Ostsee.
Aufgrund der schwierigen Quellenlage, z.B. ist ein Großteil des Hamburger
Archivbestandes beim Stadtbrand von 1842 vernichtet worden, ist es nicht immer
möglich ein genaues Bild der damaligen Lage darzustellen. Einige Ereignisse werden
wohl für immer im dunkeln bleiben. Zum Abschluss fasse ich die gewonnenen Erkenntnisse zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die wichtigsten Schiffsklassen zur Zeit der Vitalienbrüder

3. Die Bewaffnung hansischer Schiffe in Nord- und Ostseeraum

4. Die Vorgeschichte (1375 – 1389)

5. Die Vitalienbrüder im Dienste Mecklenburgs

6. Die Hauptleute der Vitalienbrüder

7. Kaperkriegführung (1394 – 1395)

8. Folgen des Friedensschlusses zwischen Mecklenburg und Dänemark

9. Operationsbasis Gotland

10. Die Vertreibung der Vitalienbrüder aus der Ostsee

11. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der historischen Realität der Vitalienbrüder während des Konflikts zwischen Dänemark und Mecklenburg im späten 14. Jahrhundert und untersucht deren Entwicklung von einer mecklenburgischen Unterstützungstruppe zu einer unkontrollierten, plündernden Organisation in der Ostsee.

  • Grundlegende Schiffsklassen und Bewaffnung in der Zeit der Hanse
  • Die politische Vorgeschichte und das Entstehen des Kaperkriegs
  • Die Rolle der Vitalienbrüder in den mecklenburgisch-dänischen Machtkämpfen
  • Strategische Bedeutung von Gotland als Operationsbasis
  • Der Niedergang der Vitalienbrüder durch die Intervention starker Mächte

Auszug aus dem Buch

Die Vitalienbrüder im Dienste Mecklenburgs

Das Haus Mecklenburg, das sich nach dem Tode Albrechts II. damit abgefunden hatte, den dänischen Thron nicht besteigen zu können wurde ab 1389 in neue Schwierigkeiten verwickelt. Seit 1387 führte Königin Margarete von Norwegen Verhandlungen mit Teilen des schwedischen Adels. Der schwedische Adel war mit der Herrschaft ihres Königs Albrecht III. nicht einverstanden und strebte nun eine Vereinigung der Reiche Norwegen, Schweden und Dänemark an. Im März 1388 huldigte dann der schwedische Adel Königin Margarete, worauf der schwedische König, der zugleich Herzog von Mecklenburg war, Bundesgenossen zum Kampf gegen die Norwegische Königin warb. Lediglich Graf Albrecht von Holstein und Markgraf Jobst von Brandenburg schlossen im Herbst Bündnisverträge mit dem Mecklenburger.

Im Dezember 1388 begann der Feldzug gegen Schweden. In der Schlacht von Falköping am 24. Februar 1389 erlitt Albrecht III. jedoch eine vernichtende Niederlage und wurde mit seinem Sohn Erich gefangengenommen. Margarete übte fortan die Kontrolle über Schweden aus. Nur die Festung Stockholm hielt zu Albrecht und konnte von Margarete auch nicht erobert werden.

Nach erfolglosen Verhandlungen begann Mecklenburg mit neuen Kriegsvorbereitungen, diesmal gegen Dänemark. Die neue Kriegstaktik der Mecklenburger folgte zwei operativen Zielen: Die Dänen sollten zum einen durch direkte Angriffe geschwächt werden, zum anderen wollte man durch Kaperkrieg die dänische Wirtschaft schädigen. In dieser zweiten genannten Taktik liegt die Ursache für das Wiederaufleben der Seeräuberei in der Ostsee. Ab 1390 gab es dann auch die ersten Beschwerden über aufgebrachte Schiffe. Das Mecklenburg so schnell Verbände für die Kaperkriegführung gegen Dänemark aufstellen konnte, war ein Zeichen dafür, dass sich die Seeräuberhaufen noch nicht völlig aufgelöst hatten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Mythen um Klaus Störtebeker ein und stellt die Absicht der Arbeit dar, die historische Realität des Konflikts zwischen Dänemark und Mecklenburg zu untersuchen.

2. Die wichtigsten Schiffsklassen zur Zeit der Vitalienbrüder: Das Kapitel beschreibt die materielle Basis der Seekriegführung im 14. und 15. Jahrhundert, insbesondere den Schiffstyp der Kogge.

3. Die Bewaffnung hansischer Schiffe in Nord- und Ostseeraum: Hier werden die eingesetzten Waffen, von Wurfmaschinen bis hin zu ersten Feuergeschützen, erläutert, um das Kampfgeschehen auf See nachvollziehbar zu machen.

4. Die Vorgeschichte (1375 – 1389): Es wird der politische Hintergrund des Konflikts nach dem Tod Waldemars IV. und die Destabilisierung des Ostseeraums dargestellt.

5. Die Vitalienbrüder im Dienste Mecklenburgs: Dieses Kapitel behandelt das Entstehen und den Einsatz der Vitalienbrüder als Kaperer im mecklenburgischen Interesse.

6. Die Hauptleute der Vitalienbrüder: Es wird untersucht, wer die Anführer der Seeräuber waren und aus welchen sozialen Schichten sie stammten.

7. Kaperkriegführung (1394 – 1395): Hier werden die Auswirkungen des Handelskrieges auf die Schifffahrt und die Handelswege beschrieben.

8. Folgen des Friedensschlusses zwischen Mecklenburg und Dänemark: Das Kapitel thematisiert die Situation der Vitalienbrüder nach dem Entzug der mecklenburgischen Unterstützung und ihre folgende Zersplitterung.

9. Operationsbasis Gotland: Die Bedeutung der Insel Gotland als Rückzugsort und Basis für die Seeräuber nach 1395 wird aufgezeigt.

10. Die Vertreibung der Vitalienbrüder aus der Ostsee: Der Bericht konzentriert sich auf die militärische Intervention, die 1398 zum Ende der Vitalienbrüder-Präsenz in der Ostsee führte.

11. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Vitalienbrüder ein unberechenbares Machtinstrument waren, dessen Einfluss erst durch das Eingreifen starker Mächte wie dem Deutschen Orden beendet wurde.

Schlüsselwörter

Vitalienbrüder, Klaus Störtebeker, Hanse, Ostsee, Kaperkrieg, Mecklenburg, Dänemark, Kogge, Gotland, Piraterie, Seekrieg, Mittelalter, Godeke Michels, Handelswege, Geleitschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung und den Einfluss der sogenannten Vitalienbrüder im Machtkonflikt zwischen Mecklenburg und Dänemark gegen Ende des 14. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der militärischen Ausstattung hansischer Schiffe, den politischen Hintergründen des Kaperkrieges und dem Wandel der Vitalienbrüder von Söldnern hin zu einer autonomen, unkontrollierten Seeräuberorganisation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Mythenbildung um Klaus Störtebeker zu hinterfragen und die historische Rolle der Vitalienbrüder als Instrument mecklenburgischer Kriegführung zu objektivieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf der Analyse zeitgenössischer Chroniken, Hanserezessen und Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Grundlagen der Seekriegführung, die politische Vorgeschichte ab 1375, den Aufstieg und Einsatz der Vitalienbrüder unter mecklenburgischem Schutz sowie deren anschließenden Niedergang nach dem Frieden von 1395.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Vitalienbrüder, Kaperkrieg, Mecklenburg, Ostsee, Hanse und die strategische Rolle der Insel Gotland.

Welche Rolle spielte Gotland für die Vitalienbrüder?

Gotland diente nach 1395 als zentrale Operationsbasis, von der aus die Vitalienbrüder den Handel in der Ostsee störten, bis die Insel 1398 durch den Deutschen Orden zurückerobert wurde.

Warum endete die Geschichte der Vitalienbrüder?

Das Ende wurde durch den Verlust ihrer politischen Rückendeckung und die militärische Intervention durch die Hanse und den Deutschen Orden herbeigeführt, was letztlich 1401 in der Hinrichtung der Anführer endete.

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Details

Title
Die Vitalienbrüder in Nord- und Ostsee
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Fachbereich Geschichte)
Course
Einführung in die Geschichtswissenschaft: Konflikte ohne Ende? Formen der Auseinandersetzung im Mittelalter
Grade
2,3
Author
Rene Hoffmann (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V15703
ISBN (eBook)
9783638207447
ISBN (Book)
9783656902713
Language
German
Tags
Vitalienbrüder Nord- Ostsee Einführung Geschichtswissenschaft Konflikte Ende Formen Auseinandersetzung Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rene Hoffmann (Author), 2002, Die Vitalienbrüder in Nord- und Ostsee, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15703
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