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Medien und Politik - Zur Formung und Bedeutung der Öffentlichen Meinung in Niklas Luhmanns Sicht

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 26 Pages
Author: Oliver Klug
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 26
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V15786
ISBN (E-book): 978-3-638-20804-8
ISBN (Book): 978-3-640-38545-4
File size: 282 KB

Abstract

Einleitung Wenn Luhmann von Öffentlichkeit oder öffentlicher Meinung in modernen Gesellschaften spricht, dann meint er damit vor allem eine massenmedial vermittelte Publikumsöffentlichkeit. Beide Termini sind in engen Zusammenhang mit dem Funktionssystem der Massenmedien gerückt und ohne diesen kaum im Luhmannschen Verständnis skizzierbar. In kritischer Abgrenzung zu einem „aufklärerischen“, meist normativen Verständnis von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung, sucht Luhmann das Verständnis beider Termini „systemfunktional“ zu rekonstruieren, und so Öffentlichkeit und öffentliche Meinung innerhalb seiner allgemeinen Gesellschaftstheorie nutzbar zu machen. Mit Blick auf eine zunehmende Medienkritik sollen in dieser Arbeit die nach Luhmann unvermeidbaren Implikationen der strukturelle Kopplung von Parteiendemokratie, Massenmedien und Wählern skizziert werden und ihre Gefahren wie Vorzüge angedeutet werden. Fragestellung Um das Luhmannsche Verständnis von öffentlicher Meinung und Öffentlichkeit zu verdeutlichen, bieten sich folgende Untersuchungsfragen an: 1. Wo sind „Öffentlichkeit“ und „öffentliche Meinung“ in der Luhmannschen Systemtheorie zu verorten? 2. Wie beschreibt Luhmann die Operationsweise der Massenmedien in ihrer Funktion als primärer Formgeber der öffentlichen Meinung? 3. In welcher Beziehung steht die öffentliche Meinung zu psychischen Systemen, zum Gesellschaftssystem und insbesondere zur Politik? Welche Funktionen übernimmt die öffentliche Meinung für diese Systeme? 4. Welche Möglichkeiten und Begrenzungen ergeben sich aus dieser Beziehung für mediale- und für politische Kommunikationen?


Excerpt (computer-generated)

Medien und Politik -
Zur Formung und Bedeutung der
Öffentlichen Meinung in Niklas Luhmanns Sicht





Oliver Klug

INHALTSVERZEICHNIS

Einleitung 3

Fragestellung 3

Vorgehensweise 4

1 Öffentlichkeit 4

2 Die Operationsweise der Massenmedien 6

2.1 Die erste Realität der Massenmedien: Wie Medien operieren 7
2.2 Zweite Realität: Zur Realitätskonstruktion durch Medien 10

2.2.1 Die Formung der öffentlichen Meinung durch Schemata 11
2.2.2 Die Autonomie der Systeme 14
2.2.3 Soziale Funktionen der öffentlichen Meinung 16

3 Öffentliche Meinung und Parteiendemokratie 18

3.1 Die Übertragung der öffentlichen Meinung ins politische System 18
3.2 Formung der öffentlichen Meinung durch politische Akteure? 20

4 Kritische Würdigung 23

5 Literaturverzeichnis 25




EINLEITUNG

Wenn Luhmann von Öffentlichkeit oder öffentlicher Meinung in modernen Gesellschaften spricht, dann meint er damit vor allem eine massenmedial vermittelte Publikumsöffentlichkeit. Beide Termini sind in engen Zusammenhang mit dem Funktionssystem der Massenmedien gerückt und ohne diesen kaum im Luhmannschen Verständnis skizzierbar. In kritischer Abgrenzung zu einem "aufklärerischen", meist normativen Verständnis von Öffentlichkeit und öffentlicher Meinung, sucht Luhmann das Verständnis beider Termini "systemfunktional" zu rekonstruieren, und so Öffentlichkeit und öffentliche Meinung innerhalb seiner allgemeinen Gesellschaftstheorie nutzbar zu machen. Mit Blick auf eine zunehmende Medienkritik sollen in dieser Arbeit die nach Luhmann unvermeidbaren Implikationen der strukturelle Kopplung von Parteiendemokratie, Massenmedien und Wählern skizziert werden und ihre Gefahren wie Vorzüge angedeutet werden.

FRAGESTELLUNG

Um das Luhmannsche Verständnis von öffentlicher Meinung und Öffentlichkeit zu verdeutlichen, bieten sich folgende Untersuchungsfragen an:

1. Wo sind "Öffentlichkeit" und "öffentliche Meinung" in der Luhmannschen Systemtheorie zu verorten?
2. Wie beschreibt Luhmann die Operationsweise der Massenmedien in ihrer Funktion als primärer Formgeber der öffentlichen Meinung?
3. In welcher Beziehung steht die öffentliche Meinung zu psychischen Systemen, zum Gesellschaftssystem und insbesondere zur Politik? Welche Funktionen übernimmt die öffentliche Meinung für diese Systeme?
4. Welche Möglichkeiten und Begrenzungen ergeben sich aus dieser Beziehung für mediale- und für politische Kommunikationen?

VORGEHENSWEISE

Diese Arbeit setzt ein grundlegendes Verständnis von Systemtheorie voraus. Zumal sich die Arbeit weitestgehend auf Luhmannsche Primärliteratur stützt, versuche ich, mit den Begrifflichkeiten ihres Autors zu arbeiten. In Abschnitt 1 werden die Termini "Öffentlichkeit" und "öffentliche Meinung" im Luhmannschen Gesellschaftssystem verortet.

In Abschnitt 2 wird die Operationsweise des Systems der Massenmedien in ihre Funktion als primärer Formgeber der öffentlichen Meinung beschrieben. Um die Konsequenzen dieser Formgebung zu verdeutlichen, soll dabei neben ihrer Operationsweise ("erste Realität der Massenmedien") vor allem ihre gesamtgesellschaftliche Realitätskonstruktion ("zweite Realität der Massenmedien") fokussiert werden. In diesem Zusammenhang spielt das Verhältnis von öffentlicher Meinung und individuellen Meinungen eine zentrale Rolle.

In Abschnitt 3 soll das Luhmannsche Verständnis von massenmedial vermittelter öffentlicher Meinung in seinen Konsequenzen für politische Kommunikationen betrachtet werden. Neben der Bedeutung der öffentlichen Meinung für das politische System sollen dabei die Möglichkeiten wechselseitiger kommunikativer "Irritation" von Medien und Politik durch Themen und Meinungen aufgegriffen werden.

1 ÖFFENTLICHKEIT

[...]


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