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Autoritäre Regime neigen zu Korruption - Ein Versuch der Überprüfung dieser These am Beispiel Singapur

Termpaper, 2001, 15 Pages
Author: Michael Liebe
Subject: Politics - International Politics - Region: Far East

Details

Event: Einführug in die Regierungslehre - Die politischen Systeme Südostasiens
Institution/College: University of Trier (Fachbereich III - Politikwissenschaft)
Tags: Autoritäre, Regime, Korruption, Versuch, These, Beispiel, Singapur, Einführug, Regierungslehre, Systeme, Südostasiens
Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 15
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V15828
ISBN (E-book): 978-3-638-20840-6

File size: 163 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Trier
Einführung in die Regierungslehre
 "Die politischen Systeme der Staaten Südost- und Ostasiens"
SoSe 2001

Autoritäre Regime neigen zu Korruption
 Ein Versuch der Überprüfung dieser These am Beispiel Singapur

Michael Liebe
21.07.2001

 

 

Inhaltsangabe:

1) Einleitung  3

2) Korruption – Eine Einführung  4

3) Singapur – Ein autoritäres Regime  5

4) Korruption in Singapur  6

5) Suche nach Gründen für den geringen Grad an Korruption in Singapur  9

6) Kritik  12

7) Fazit  14

8) Literaturver15
a) Printmedien  15
b) Internet  15

 

1) Einleitung

Beschäftigt man sich etwas intensiver mit Südostasien, hauptsächlich mit den dortigen Entwicklungen während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, werfen sich zwangsläufig einige Fragen auf. Vor allem aus westlich, liberal- demokratischer Sicht sind die Fragen nach der Rolle der Regierung in der wirtschaftlichen Entwicklung eines Staates und den Vor- oder Nachteilen autoritärer Regime besonders interessant.

Nun ist die These weit verbreitet, dass in autoritären Systemen der Nährboden für Korruption besonders fruchtbar sei. Gründe hierfür werde ich im zweiten Kapitel nennen. Anschließend muss klargestellt werden, inwieweit Singapur als autoritäres System gelten kann, damit es als Beispiel in diesem Zusammenhang überhaupt Sinn macht. Im vierten Abschnitt werde ich dann die Korruption in Singapur beschreiben, um im darauf folgenden Teil Gründe für diese zu finden. Dieser fünfte Teil wird den Kern meiner Arbeit bilden.

Abschließend werde ich verschiedene Kritikpunkte von verschiedenen Positionen her anbringen, um zu zeigen, dass man auch im Falle Singapurs auf formale Fakten im Gegensatz zu praktischer Realität achten muss. (Siehe hierzu auch den Unterschied zwischen formaler Verfassung und politischer Praxis in Kapitel 3). Im letzten Kapitel vor den Literaturangaben werde ich das Herausgefundene zusammenfassen und versuchen, einen Ausblick in die Zukunft zu wagen (mit dem Hintergrund interessante Fragen zur weiteren Bearbeitung aufzuwerfen).

Zum besseren Verständnis meiner Aussagen möchte ich an dieser Stelle noch angeben, dass ich die meisten meiner verwendeten Quellen den Internetseiten der Organisation "Transparency International" und deren Partnern – eine weltweit agierende Gruppe, welche sich dem Kampf gegen Korruption verschrieben hat1 – und den offiziellen Seiten des "Corrupt Practices Investigation Bureau" – der staatlichen Organisation zur Bekämpfung von Korruption in Singapur2 – entnommen habe. Die verwendeten Printmedien dienten hauptsächlich der Grundlageninformation.

2) Korruption – Eine Einführung

Korruption besteht schon seit es Staaten gibt (schon Konfuzius beklagte die fehlende Moral korrupter Beamter ...), jedoch macht ohne Markt Korruption keinen Sinn, da nur durch ihn Gewinnorientierung präsent ist.3
Doch was ist Korruption überhaupt, und welche Gründe gibt es für Korruption in einem Staat?

Manfred Schmidt definiert Korruption (von lat. corruptio = Verderbtheit, Bestechung) allgemein als Bestechung oder Bestechlichkeit. Die politische Korruption beschreibt für ihn vor allem den Missbrauch des öffentlichen Amtes und den Normenverstoß unter Inkaufnahme der Schädigung des Kollektivinteresses. Dies geschehe unter Geheimhaltung und zum Zweck der Mehrung des eigenen Nutzens oder der Vorteilserlangung Dritter.4

Schwery geht noch weiter und unterteilt die Korruption in drei Bereiche:

1. "Die Korruption der Machtlosen", als Folge eines mangelnden Sozialstaates, wodurch Korruption zur Überlebensfrage wird;

2. "Die Korruption der Gefälligkeit", als Folge ineffizienter und/ oder übertriebener Bürokratie, wodurch Korruption paradoxerweise die Effizienz steigert (jedoch nur zugunsten der Menschen in Besitz von Bestechungsmitteln);

3. "Die Korruption der Mächtigen", als weltweit auftretendes Phänomen, wobei hier das tiefgreifende Problem liegt, dass die Mächtigen meist über den Gesetzen zu stehen scheinen (oder selbst Gesetzgeber sind).

Bei dieser Einteilung wird deutlich, dass die dritte Art von Korruption die größten negativen Einflüsse bewirken kann und auch am schwierigsten zu bekämpfen ist.5 Dr. Johann Graf Lambsdorff hat in einem ′Working Paper′ für Transparency International Ergebnisse empirischer Studien zu Gründen und Folgen von Korruption gesammelt6. Die für meine Arbeit wichtigsten Punkte werde ich nun kurz darlegen.

[....]


1 Internetpräsenz: http://www.transparency.org, 12.07.01

2 Internetpräsenz: http://www.gov.sg/pmo/cpib/default.htm, 12.07.01

3 Dr. Schwery, Rolf: "Wenn Korrekte zu Korrupten werden – Die Logik von Korruption", Ein Vortrag für die "Swiss Academy for Development" im März 2001; http://www.sad.ch/de/pub/countries/korrupte.html, 12.07.01

4 Schmidt, Manfred G.: "Korruption", in: ders. "Wörterbuch zur Politik", Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1995

5 Dr. Schwery, Rolf, 2001

6 Dr. Graf Lambsdorff, Johann: "Corruption in Empirical Research – A Review", "Transparency International Working Paper", November 1999; http://www.gwdg.de/~uwvw/Research_area/lambsdorff_eresearch.html, 15.07.01


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