Autor: Julia Hennenberg
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Institution/Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Neuere Deutsche Philologie)
Jahr: 2003
Seiten: 19
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 83 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-20933-5
Die Arbeit bei einem klar gegliederten Aufbau eine interdisziplinäre Darstellung und Analyse der Generationsthematik im Kontext der Werke Illies.
Textauszug (computergeneriert)
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Institut für neuere deutsche Philologie
SS 2002
Proseminar: Jüngste deutschsprachige Literatur
Hausarbeit zu dem Thema:
Die Generation Golf
J.Hennenberg
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung: S.1-2
2. Generation – Begriffsklärung: S. 2
2.1 Die drei Formen der Generationszugehörigkeit: S.2-3
2.2 Die Definition des Generationsbegriffs nach Karl Mannheim: S. 3 - 4
3. Kurze Vorstellung der bearbeiteten Literatur: S. 4-5
3.1 „Woher komme ich. Wohin gehe ich. Und warum weiss mein Golf die Antwort?“: S. 5
4. Lebensphilosophie und Prinzipien der “Generation Golf“: S. 6
4.1 Die Schuldgefühle der “Generation Golf“: S. 6-8
4.2 Das politische Verständnis der “Generation Golf“: S. 8-10
4.3 Die 3-Generationen-Wählertypologie: S. 10-11
4.4 Das Ideal der Ästhetik: S.11-12
4.5 Ästhetik kann Politik ersetzen: S.12
5.Generationsprägung durch die Vorgängergeneration: S. 12
5.1 Die Beziehung zur Vorgängergeneration: S. 12-14
6. Vorläufer der Pop-Literatur: S. 14-15
7. Schluss: S. 15-16
8. Literatur: S. 16-17
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den beiden Debütromanen Florian Illies. “Generation Golf“ und “Anleitung zum Unschuldigsein“, beförderten den F.A.Z Feuilleton Redakteur zum Pop-Literaten. Der neue Archivismus wie ihn Baßler in seinem Buch “Der deutsche Pop-Roman“ beschreibt, hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, alltägliche Erlebnisse durch einen subjektiven Filter gezogen, zu katalogisieren. Florian Illies beschreibt dem Leser (s)eine Generation anhand von prägenden, kollektiven Erlebnissen in Kindheit und Jugend, wobei er den Slogan einer Werbekampagne der Firma Volkswagen als Titel adaptiert. Sein zweites Werk, die in 23 “Übungen“ eingeteilte “Anleitung zum Unschuldigsein“, formuliert die banalen Schulgefühle, unter welchen die “Generation Golf“ tagtäglich leiden muss. In trivialen Beispielen legt der Autor das ganz alltägliche, schlechte Gewissen einer Generation offen um es dann zu perfektionieren. „Wenn Generation Golf das Tagebuch einer vergangenen Kindheit und Jugend war, dann ist Anleitung zum Unschuldigsein, die Reise in unser innerstes Absurdistan, in dem uns Gewissensbisse täglich lustvoll quälen.“1 Die Arbeit soll sich mit der Charakterisierung der, von Illies dargestellten Generation befassen, die sich zwischen Erholungsanspruch und Erledigungsdruck, Entpolitisierung und Entideologisierung bewegt.
Einführend ist es nötig den Begriff Generation soziologisch zu erörtern. Der erste Teil der Arbeit befasst sich somit, mit der Klärung des Begriffs selbst und der Darstellung generationsstiftender Merkmale. Der zweite Teil versucht eine nähere Umschreibung der von Illies dargestellten Generation, anhand der beiden Romane des Autors. Ziel ist, die Grundsätze und Prinzipien heraus zu arbeiten, die für die beschriebene Generation typisch sind. Auf die prägnantesten Merkmale und Symptome, soll im Verlauf der Arbeit näher eingegangen werden. Die beiden zentralen Aspekte, das Verhältnis der “Generation Golf“ zur Ästhetik und zur Politik werden aufgrund ihrer Relevanz gesondert behandelt. Auch das Verhältnis zu der Generation der Eltern ist für die Lebenseinstellung der “Generation Golf“ maßgebend und wird somit in einem eigenen Kapitel erläutert. Illies Generationsdefinition basiert nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Bezeichnung “Generation Golf ist wird subjektiv vom Autor empfunden und ist bisher nicht allgemeingültig etabliert. Demnach kann auch die Interpretation seinerRomane im Bezug auf den Wahrheitsgehalt keinen kontinuierlichen, wissenschaftlichen Anspruch erheben.
2. Generation – Begriffsklärung
Gewöhnlich werden Generationen als Altersgruppen verstanden, die durch kollektive Erfahrungen, meist durch gesellschaftlich-historische Ereignisse entstehen. Um auf die Darstellung einer Generation einzugehen bei der dies nicht zutrifft ist es nötig, die Dimension des Begriffs Generation zu einzugrenzen. Das Wort Generation entstammt dem griechischen “genos“ oder “genesthai“ und bedeutet “ins Leben kommen/ eintreten“. Das aus dem Römischen übernommene Wort “generatio“ bedeutet Zeugungsfähigkeit, Geschlechterfolge. Heute dient der Begriff Generation, wie die Wörter Klasse und Schicht, zur Strukturierung der Gesellschaft. Nach allgemeiner Auffassung umfasst eine Generation einen Zeitraum von circa dreißig Jahren und schließt eine für die Zugehörigen homogene Bewusstseinslage ein. Das heißt, der Begriff Generation „setzt eine Mentalität voraus, aus der sich ein Gefühl der Gleichartigkeit und der Zusammengehörigkeit ergibt.“2 Die hier dargestellte Generation konzentriert sich überwiegend auf die Phase der Jugend. Wobei der Begriff Jugend heute den Zeitraum bis zum 30.Lebensjahr meinen kann.
2.1 Die drei Formen der Generationszugehörigkeit:
In seinem Aufsatz “Generationen, Gedächtnis und Erzählen“ erläutert M.von Engelhardt den Begriff Generation differenzierter, wobei er zwischen drei obligatorischen Generationserfahrungen unterscheidet .
Die familliale Generationszugehörigkeit:
Jedes Individuum wird in eine Generationsfolge hineingeboren, die familliale Folge von Großeltern, Eltern und Kind. Während des Lebens wandelt sich die familliale Generationszugehörigkeit. Die Kinder werden zu Eltern, die Eltern werden zu Großeltern. In Verlauf seiner Jugend und Identitätsbildung gewinnt der Mensch eine charakteristische Beziehung zu der Generation seiner Eltern.
Die gesellschaftliche Generationszugehörigkeit:
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1 Illies, Florian: Anleitung zum Unschuldigsein. Berlin 2002; Künftig zitiert als: “Anleitung zum Unschuldigsein“
2 Lüscher, Kurt: Generationsbeziehungen. In: Schultheis, Franz/ Lüscher, Kurt (Hrsg.): Generationsbeziehungen in “postmodernen“ Gesellschaften. Konstanz 1993. S. 18; Künftig zitiert als: “Generationsbeziehungen“
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