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Scholary Paper (Seminar), 2003, 40 Pages
Author: Thomas Förster
Subject: Sociology - Culture, Technology, Peoples / Nations
Details
Institution/College: University of Augsburg (Soziologie)
Tags: Kampf, Kulturen, Neugestaltung, Weltpolitik, Jahrhundert, Samuel, Huntington, Auseinandersetzung, Globaltheorie, Soziologie, Konflikts
Year: 2003
Pages: 40
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-20984-7
File size: 187 KB
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Excerpt (computer-generated)
UNIVERSITÄT AUGSBURG
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl Soziologie
Seminar Soziologie des Konflikts
WS 02/03
„Kampf der Kulturen – Die Neugestaltung
der Weltpolitik im 21. Jahrhundert“
von Samuel P. Huntington –
eine kritische Auseinandersetzung mit der
kulturalistischen Globaltheorie
Thomas Förster
GLIEDERUNG
1. Einleitung 1
2. Huntington und der „Clash of Civilizations“ 1
2.1 Huntingtons weltpolitische Bausteine 1
2.2 Die Verschiebung des weltpolitische Gleichgewichts 5
2.3 Die Kulturkreise der Provokateure 7
2.4 „Kampf der Kulturen“ 9
2.5 Huntingtons Fazit 12
3. Kritik 13
3.1 Mikroskopische Ebene: Bruchlinienkonflikte 13
3.2 Makroskopische Ebene: Kernstaatenkonflikte 16
3.2.1 Kulturkreise und Zivilisation 16
3.2.2 Kritik am „Kampf der Kulturen“ 19
3.3 „Die blutigen Grenzen des Islam“ ? 21
3.3.1 Huntingtons Bild vom Islam – eine Relativierung 22
3.4 Die „konfuzianisch-islamische Schiene“ ? 24
3.5 „Kultureller“ oder „ethnischer Faktor“ ? 25
3.6 Eine Relativierung des Jugoslawienkonflikts – empirische Belege 26
3.7 Huntington und der „kritische Rationalismus“: Bieten wenige Grundannahmen große Erklärungen ? 27
3.8 Erfolg und Missbrauch Huntingon´scher Theorie 30
3.8.1 Exkurs: Huntington und der 11. September 2001 ..32
3.9 Kritik an Huntingtons Schlussplädoyer 34
4. Fazit und Ausblick 35
1. Einleitung
Diese Arbeit hat zum Ziel die Theorie von Samuel P. Huntington (* 18. April 1927, New York) vom „Kampf der Kulturen“ zu kritisieren. Diese Kritik erfüllt nicht den Anspruch der Vollständigkeit, soll aber einen Versuch darstellen, die wichtigsten Kritikpunkte der Huntington´schen Theorie festzuhalten, sie zu beschreiben und zu erklären. Ich werde auf mikroskopische Gesichtpunkte seiner Theorie ebenso eingehen wie auf makroskopische. Zudem versuche ich, das empirische Material zu analysieren und seine Argumentationslogik zu entschlüsseln. Außerdem werde ich mich mit seiner Popularität und der damit verbundenen Gefahr des Missbrauchs seiner Theorie zuwenden und darüber hinaus kurz auf den 11. September 2001 eingehen und versuchen den Terroranschlag mit Huntington in Verbindung zu bringen. Zunächst möchte ich allerdings die wichtigsten Thesen Huntingtons schildern. Im Anschluss daran werden die einzelnen Punkte in der Kritik wieder aufgegriffen und analysiert.
2. Huntington und der „Clash of Civilizations“
Huntingtons Thesen sollen nun komprimiert und vereinfacht dargestellt werden. Samuel P. Huntingtons Theorie vom „Clash of Civilizations“ dient als einführende Darstellung seiner höchst detailreichen aber nicht all zu komplizierten Interpretation der Entwicklung der globalen Weltpolitik des 21. Jahrhunderts nach dem Kalten Krieg. Die Thesen werden nun vorgeführt, kurz erklärt, um im anschließenden Hauptteil dieser Arbeit, der Kritik an den Huntington´schen Ansichten, wieder aufgegriffen zu werden.
2.1 Huntingtons weltpolitische Bausteine1
Huntington geht bei seiner Beschreibung der Weltpolitik von der Ära des Kalten Krieges aus. Zu dieser Zeit, sah sich der sowjetische Block dem amerikanischen Bündnis gegenüber. Nach dem Ende der „kommunistischen Bedrohung“ und dem Zerfall der Sowjetunion wurde die Weltpolitik multipolar und multikulturell, wobei die bedeutsamste Diskrepanz zwischen den Völkern nicht mehr aus Politik, Ideologie oder ökonomischer Herkunft bestand, sondern aus der Kultur. Die Nationalstaaten blieben zwar Hauptakteure der Weltpolitik, allerdings vereinten sich die Nationen zu sieben bzw. acht großen Kulturen. Die Weltpolitik des 21. Jahrhundert war nun eine Politik der Kulturkreise geworden. Diese Kulturkreise, die Huntington in islamische, sinische, japanische, hinduistische, afrikanische, lateinamerikanische und westliche einteilt, waren natürlich weiterhin in Konflikten verstrickt. Allerdings handelte es sich bei diesen Konflikten nicht mehr um zwei ideologisch konkurrierende Supermächte, Ost und West, sondern um Kulturkonflikte verschiedener Gruppen, Staaten oder Nationen. Huntington unterscheidet hier zwischen interkulturellen Konflikten, die sich auf feindlich gesinnte Gruppierungen verschiedener Kulturkreise beziehen und intrakulturellen Konflikten, die Spannungen unterschiedlicher Fraktionen in einem Kulturkreis beschreiben. War es früher die ideologische Diskrepanz, die sich im eiserne Vorhang manifestierte, der die NATO vom Warschauer Pakt trennte, so sind es jetzt kulturelle Unterschiede, gesteigert durch eine Neubelebung der Religion, die zu spalten vermögen und kulturbedingte Konflikte auslösen können. Diese kulturellen Faktoren, wie z.B. Wertvorstellungen, Institutionen, Sitten, soziale Beziehungen oder auch allgemeine Weltanschauungen, sind nicht nur in der Lage Menschen, Gruppen, Völker, Nationen oder Kulturen zu scheiden, sondern können sie auch einen. Huntington bringt hier das Beispiel des Zerfalls von Jugoslawien, um kulturelle Unterschiede und die polarisierende Kraft der Kultur zu demonstrieren, die zu Konflikten angewachsen sind. Ebenso bringt er das Beispiel der Wiedervereinigung Deutschlands, um den Einfluss kultureller Gemeinsamkeiten zu veranschaulichen. Kulturelle Grundlagen sind nach Huntington auch bestimmend für die politische und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes.
Er bietet fünf unterschiedliche Ansätze an, die Welt zu betrachten und beschreibt jeweils eine weltpolitische „Landkarte der Realität“2.
[....]
1 Vgl. Huntington, Samuel P. (2002). Kampf der Kulturen. S. 17- 117
2 Huntington, Samuel P. (2002). Kampf der Kulturen. S. 29 ff
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