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Seminararbeit, 2003, 26 Seiten
Autor: Judith Schrauf
Fach: Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
Details
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Germanistisches Seminar Computerlinguistik)
Tags: Eine, Satzsemantikanalyse, Tradition, Montagues, Einführung, Satzsemantik
Jahr: 2003
Seiten: 26
Note: 1
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-21067-6
Dateigröße: 103 KB
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Universität Heidelberg
Computerlinguistik
WS 2002/2003
Satzsemantik:
Eine kompositionelle Semantikanalyse in der
Tradition Montagues
Judith Schrauf
Inhaltsverzeichnis
Theorie: Methoden und semantische Operationen in der logischen Semantik
2.1. Kompositionalitätsprinzip S. 3
2.2. Syntax-Sematik-Schnittstelle S. 4
2.3. Differenzbildung, Funktionalabstraktion und Funktionalapplikation S. 6
2.4. ?.Kalkül S. 8
2.5. Typentheorie S. 11
Praktischer Teil S. 13
3.1. Beispielsatz 1 S. 17
3.2. Beispielsatz 2 S. 18
3.3. Beispielsatz 3 S. 19
3.4. Beispielsatz 4 S. 20
3.5. Beispielsatz 5 S. 22
3.6. Beispielsatz 6 S. 23
I. Einleitung
Ziel dieser Hausarbeit ist es, auf der Grundlage einer Theorie der logischen Semantik im Sinne Montagues, wesentliche Aspekte zusammenzutragen, die helfen sollen, die Bedeutung komplexer Ausdrücke bzw. Sätze zu berechnen. Entscheidend für eine solche Semantikanalyse ist die Verwendung von Konzepten der formalen Logik, d.h. die Einführung einer logischen Kunstsprache, die Montague in seiner gleichnamigen Grammatiktheorie sehr detailliert dargestellt und angewendet hat. Verfechter der Montague-Grammatik gehen davon aus, dass die Grammatik formal derart beschaffen sein sollte, dass auf ihrer Grundlage die Bedeutung von Sätzen angegeben werden kann; deshalb liegt der Schwerpunkt dieser Theorien darauf, „Ausdrücke in Form von hochentwickelten Kunstsprachen der modernen ,mathematischen Logik zu beschreiben, um daraus systematisch Bedeutungen zuordnen zu können.“1 Die dabei angewandte Methode ist das Definieren von Funktionen, deren Werte die Bedeutung des Ausdrucks angeben.
Hinter der Montague-Grammatik verbirgt sich demnach die Annahme, dass wir Menschen nicht nur fähig sind, ständig neue (komplexe) Ausdrücke zu konstruieren, sondern ebenso dazu in der Lage sind, die Bedeutungen dieser Ausdrücke zu interpretieren. Dieser Aspekt der Bedeutungsinterpretation lässt darauf schließen, dass wir bei dem Vorgang Sätze zu deuten eine andere Strategie anwenden als bei dem Verstehen von Wörtern, deren Bedeutungen sozusagen im Lexikon nachgeschlagen werden können. Die Montague-Grammatik zeigt eine mögliche Vorgehensweise einer Semantikanalyse von Sätzen auf, indem in ihr Regeln definiert werden, die Übersetzungsschritte dazu angeben, wie die Bedeutung eines komplexen Ausdrucks „ausgerechnet“ werden kann. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Kompositionalitätsprinzip, das erstmals von Frege aufgegriffen und erläutert wurde und mit dem Frege dem eben skizzierten Phänomen, unendlich viele neue Sätze formulieren und verstehen zu können, nachzugehen versucht.
Sieht man so die Gedanken als zusammengesetzt aus einzelnen Teilen und lässt man diesen wieder einfache Satzteile ent- sprechen, so wird es begreiflich, dass aus wenigen Satzteilen eine große Mannigfaltigkeit von Sätzen gebildet werden kann, denen wieder eine große Mannigfaltigkeit von Gedanken entspricht.
[log. Untersuchungen, Dritter Teil: Gedankengefüge]
Diese sehr kurze und allgemein gehaltene Einführung dient lediglich dem Zweck, einen groben Rahmen anzugeben, innerhalb dessen sich die weiteren Ausführungen bewegen werden.
Meine Arbeit gliedert sich in zwei Teile: einen theoretisch-orientierten ersten Teil und einen praktisch-orientierten zweiten Teil. Ausgangspunkt des ersten Teils bildet das bereits erwähnte Kompositionalitätsprinzip; des weiteren versuche ich wichtige Elemente einer intensionalen Semantik in der Tradition Montagues zu beschreiben; dazu gehören m.E. Erläuterungen zur Syntax- Semantikschnittstelle, zum „möglichen Welten-Modell“, zu Methoden aus dem Bereich der Mathematik wie Differenzmethode – Funktionalabstraktion – Funkionalapplikation, zu dem Lambda Kalkül und zu den Grundlagen der Typentheorie.
Sinn des zweiten Abschnittes soll es vor allem sein, am Ausschnitt einiger Sätze aus dem Deutschen die in der Theorie erarbeiteten Methoden und Konzepte anzuwenden. Neben einem syntaktisch-semantischen Regelwerk wird der Versuch unternommen, Sätzen Bedeutungen zuzordnen, indem die Bedeutung der einzelnen Satzteile – NPn, transitive/intransitive Verben, Quantifikatoren, Determinatoren und Satzkoordinatoren – angegeben und mittels Funktionalapplikation „zusammengebaut“ wird.
Theorie: Methoden und semantische Operationen in der logischen Semantik
2.1. Kompositionalitätsprinzip
[....]
1 vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann S. 55
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