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Außerweltliche Askese versus Innerweltliche Askese - Zur Typologie des Rationalismus der 'Weltablehnung' unter Berücksichtigung der Genese des sogenannten 'okzidentalen Rationalismus'

Autor: Stefanie Meyer
Fach: Soziologie - Religion

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Details

Veranstaltung: Lektürekurs Max Weber
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Soziologie)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2000
Seiten: 20
Note: 2,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 80 KB
Archivnummer: V16159
ISBN (E-Book): 978-3-638-21084-3

Textauszug (computergeneriert)

Institut für Soziologie
Universität Heidelberg
Proseminar "Max Weber (Religionssoziologie)"
(Lektürekurs, Bereich: GS; „Theoretische Ansätze der Soziologie“)
Sommersemester 2000

„Außerweltliche Askese“ versus „Innerweltliche Askese“ – Zur
Typologie des Rationalismus der „Weltablehnung“ unter
Berücksichtigung der Genese des sogenannten „okzidentalen Rationalismus“

Stefanie Meyer

 

Innerweltliche Askese als Ursprung des modernen Kapitalismus?
Die Entwicklung von außerweltlichen und innerweltlichen Askese hin zum Kapitalismus

1 Inwieweit war die innerweltliche Askese ausschlaggebend für die Genese des Kapitalismus?

2 Rationalisierung als Wegbereiter des ethischen Monotheismus?
2.1 Allgemeine Definition von „okzidentaler Rationalismus“
2.2 Entstehung der innerweltlichen Askese durch Rationalisierung
2.3 Entwicklung der Gotteskonzeption durch Rationalisierung der Weltbilder

3 Katholizismus – erste Zeichen von rationalem Handeln

4 Luthers Reformation als Übergang von außerweltlichen zur innerweltlichen Askese

5 Calvinismus als höchste Form der rationalen methodischen Lebensführung

6 Die Genese des Kapitalismus als direkte und indirekte Folge des Calvinismus

7 Kritische Betrachtungen zu Webers Auffassung, dass der Calvinismus der Wegbereiter des Kapitalismus darstellt

8 Literaturverzeichnis

 

1 Inwieweit war die innerweltliche Askese ausschlaggebend für die Genese des Kapitalismus

Max Weber befasst sich in den >Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie< mit der Thematik der Genese des >kapitalistischen Geistes<.

Anstoß zu diesen Überlegungen gibt ihm eine Studie einer seiner Schüler, die herausfand, dass der Kapitalbesitz hauptsächlich bei den Protestanten vorhanden ist. Anhand dieses Phänomens versucht Weber die Genese des Kapitalismus zu erklären, der als Teilerscheinung der Rationalisierung verstanden werden kann. Als Vergleichsmöglichkeiten beschäftigt er sich mit allen Weltreligionen, um aufzeigen zu können, das die Genese des Kapitalismus und dessen Rationalisierung nur im Okzident möglich war. Nur hier kam es zur Ausbildung einer rationalen Wissenschaft.

Die Rationalisierung der bestehenden Ordnungen der Welt ist ausschlaggebend für die Entwicklung der protestantischen Ethik.
Diese Rationalisierung beeinflusst die gesamte Lebensführung der Menschen. Es entsteht die außerweltliche< und >innerweltliche< Askese, die man mit Katholizismus und Protestantismus in Verbindung setzen kann. Die Weiterentwicklung von Katholizismus über Luthertum zum Calvinismus setzt einen Prozess in Gang, der eine rational methodische Lebensführung hervorbringt.

Da stellen sich die Fragen, inwieweit diese rational methodische Lebensführung mit der gesteigerten Berufspflicht in Verbindung zu bringen ist? Und warum wird gerade im Calvinismus die Berufsarbeit so hoch angesehen? Meine Arbeit wird die Genese des Kapitalismus anhand Webers Gedanken aufzeigen. Wichtige Faktoren sind die Rationalisierung, der Übergang vom Katholizismus zum Calvinismus und die daraus entstehende Entwicklung der Berufsarbeit. Meine Arbeit wird darstellen, inwieweit die >innerweltliche< Askese für die Genese des Kapitalismus ausschlaggebend ist.

2 Rationalisierung als Wegbereiter des ethischen Monotheismus?

2.1 Allgemeine Definition von „okzidentaler Rationalismus“

Okzidentaler Rationalismus ist „ein den modernen abendländischen Kapitalismus hervorbringendes, auf Beherrschung abstellendes Weltverhältnis, das zunächst im ökonomischen Bereich erscheint sowohl in Form einer marktmäßigen, auf rationaler Betriebsorganisation und formell freier Arbeit gründender Kapitalverwertung als auch im Geiste innerweltlicher aktiver Askese auf der Basis der Idee der Berufspflicht, um sodann die übrigen Lebensordnungen wie Politik, Wissenschaft, Kunst, etc. zu durchdringen und nach universeller Bedeutung und Gültigkeit zu streben.“ (Lexikon zur Soziologie 1995: 593)

2.2 Entstehung der innerweltlichen Askese durch Rationalisierung

Als „Rationalismus“ bezeichnet Weber die Entwicklung von bereits im vorkapitalistischen Zeitalter bestehenden kapitalistischen Wirtschaftsformen hin zum modernen Kapitalismus. Der moderne Kapitalismus ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger auf stetigen Gewinn gerichtet, nicht auf Spekulation hoher Gewinne. (vgl. Bosse 1970: 24)

Nach Weber sind vielschichtige Vorgänge dafür verantwortlich, dass sich der Rationalismus als Universalstruktur in der okzidentalen Kultur in allen gesellschaftlichen Bereichen durchsetzt. Es gibt verschiedenen Arten der Rationalisierung, z.B. „>Rationalisierungen< der mystischen Kontemplation (...) ebenso gut wie Rationalisierungen der Wissenschaft, der Technik, des wissenschaftlichen Arbeitens, der Erziehung, des Krieges, der Rechtspflege und der Verwaltung. (...) Rationalisierungen hat es (...) auf den verschiedenen Lebensgebieten in höchst verschiedener Art in allen Kulturkreisen gegeben. Charakteristisch (...) ist erst: welche Sphären und in welcher Richtung sie rationalisiert wurden.“ (Weber 10: 7811f)

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