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Termpaper, 2003, 23 Pages
Author: Reinhold Ballmann
Subject: Health Science
Details
Tags: Ansätze, Probleme, Verbesserungsmöglichkeiten, Risikokommunikation
Year: 2003
Pages: 23
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 60 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21107-9
ISBN (Book): 978-3-640-15707-5
File size: 193 KB
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
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Abstract
wird prinzipiell von Wissenslücken, von Unglücken, von Katastrophen, vom „Schiefgehen“ begleitet.“ (Obermeier (1999) S. 9) Von Risiko lässt sich nur dann sinnvoll sprechen, wenn Einfluss auf die Ungesichertheit ausgeübt werden kann. Gilt dies nicht, handelt es sich um Bedrohungen bzw. Gefahren, denen man ausgesetzt ist. Das deutet bereits auf den fundamentalen Zwiespalt der Risikokommunikation hin: was die einen nur als „Risiko“ ansehen, stellt sich für die anderen als „reale Gefahr“ dar. Wir unterscheiden zwischen gerichteter Risikokommunikation und „frei floatender“ Risikokommunikation (Krimsky et al. (1988)). Frei floatende Risikokommunikation ist eine Grundvariante der Kommunikation moderner Gesellschaften. Sie tritt in unterschiedlicher Gestalt auf: als Gerücht, Pressebericht, PR-Kampagne oder Unternehmensinformation. Diese Form der Risikokommunikation hat oft keine spezielle Zielgruppe und stammt aus verschiedenen Quellen. Im Unterschied dazu bezieht sich gerichtete Risikokommunikation auf alle Kommunikationsprozesse, die sowohl die Identifikation, Analyse, Bewertung und das Maagement von Risiken als auch die dafür nötigen Voraussetzungen und Beziehungen zwischen den daran beteiligten Personen, Gruppen und Institutionen zum Gegenstand haben. Gerichtete Risikokommunikation ist Teil des Risikomanagements. Sie ist ziel- und zweckbezogen und gemäß dem National Research Council der USA (NRC (1996)) eine Querschnittsfunktion, die den gesamten Managementprozess von der Identifikation und Bewertung der Risiken, über die Entscheidung bis hin zur Risikokontrolle betrifft. [...]
Excerpt (computer-generated)
Universität Bielefeld
Fakultät für Gesundheitswissenschaften
Weiterbildendes Fernstudium Angewandte Gesundheitswissenschaften
Hausarbeit:
Ansätze, Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten der
Risikokommunikation
Reinhold Ballmann
12.01.03
Inhaltsverzeichnis
1. Risikokommunikation und Risikomanagement 2
2. Theorien und Modelle der Kommunikation 2
2.1 Die Informationstheorie von Claude E. Shannon 3
2.2 Die Kybernetik von Norbert Wiener 3
2.3 Die Transaktionstheorie der Kommunikation von Raymond A. Bauer 3
2.4 Die Axiome der Kommunikation von Paul Watzlawick 4
2.5 Die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas 5
2.6 Gerold Ungeheuers anthropologische Kommunikationstheorie 6
2.7 Die sozialbehavioristische Kommunikationstheorie von George Herbert Mead 6
2.8 Die selbstreferentielle Kommunikationstheorie von Niklas Luhmann 7
3. Ursachen und Ziele der Risikokommunikation 8
4. Das Gelingen von Risikokommunikation 8
5. Divergenzen bei der Risikobewertung 9
5.1 Bewertungsdivergenzen zwischen Laien und Experten 9
5.2 Ein allgemeines Modell von Bewertungsdifferenzen 10
6. Gattungen von Risikokommunikation 11
6.1 Koordination von Risikodialogen und –diskursen 12
6.2 Risikoaufklärung 12
7. Ansätze zur Verbesserung der institutionellen Risikokommunikation 13
8. Vorschläge für die Verbesserung der Risikokommunikation 15
8.1 Strukturelle und institutionelle Verbesserungen 15
8.2 Organisatorische Verbesserungen 15
8.3 Forschung und Entwicklung 16
9. Literatur 17
1. Risikokommunikation und Risikomanagement
„Risiko ist die Antwort unserer Kultur auf Ungewissheit und Ungesichertheit. Unser Menschsein wird prinzipiell von Wissenslücken, von Unglücken, von Katastrophen, vom „Schiefgehen“ begleitet.“ (Obermeier (1999) S. 9) Von Risiko lässt sich nur dann sinnvoll sprechen, wenn Einfluss auf die Ungesichertheit ausgeübt werden kann. Gilt dies nicht, handelt es sich um Bedrohungen bzw. Gefahren, denen man ausgesetzt ist. Das deutet bereits auf den fundamentalen Zwiespalt der Risikokommunikation hin: was die einen nur als „Risiko“ ansehen, stellt sich für die anderen als „reale Gefahr“ dar. Wir unterscheiden zwischen gerichteter Risikokommunikation und „frei floatender“ Risikokommunikation (Krimsky et al. (1988)). Frei floatende Risikokommunikation ist eine Grundvariante der Kommunikation moderner Gesellschaften. Sie tritt in unterschiedlicher Gestalt auf: als Gerücht, Pressebericht, PR-Kampagne oder Unternehmensinformation. Diese Form der Risikokommunikation hat oft keine spezielle Zielgruppe und stammt aus verschiedenen Quellen. Im Unterschied dazu bezieht sich gerichtete Risikokommunikation auf alle Kommunikationsprozesse, die sowohl die Identifikation, Analyse, Bewertung und das Maagement von Risiken als auch die dafür nötigen Voraussetzungen und Beziehungen zwischen den daran beteiligten Personen, Gruppen und Institutionen zum Gegenstand haben. Gerichtete Risikokommunikation ist Teil des Risikomanagements. Sie ist ziel- und zweckbezogen und gemäß dem National Research Council der USA (NRC (1996)) eine Querschnittsfunktion, die den gesamten Managementprozess von der Identifikation und Bewertung der Risiken, über die Entscheidung bis hin zur Risikokontrolle betrifft.
Akteure in diesem Prozess sind sowohl Entscheidungsträger und Wissenschaftler als auch alle interessierten Parteien. Dabei sind bei der Risikoidentifikation, -bewertung, -entscheidung und der Risikokontrolle wissenschaftliche Erkenntnisse mit einem größtmöglichen gesellschaftlichen Wertberücksichtigungspotential (Akademie der Wissenschaften zu Berlin (1992)) zu verknüpfen. Alle Bewertungen – also auch Risikobewertungen - als wesentliche Bestandteile von Managementprozessen stellen einen Vergleich von Soll- und Istwerten dar. Um ein Risiko entweder als ‘nicht erheblich’, ‘akzeptabel’ oder als ‘nicht tragbar’ einstufen zu können, ist ein Maßstab erforderlich. Solche Maßstäbe sind willkürlich. Es wäre also ein Fehler, die Risikobewertung allein auf naturwissenschaftlicher Basis vorzunehmen, die nur das ‘So-Sein’ feststellen kann. Risikokommunikation wird gebraucht, damit Wissenschaft und Werte gleichermaßen Berücksichtigung finden.
2. Theorien und Modelle der Kommunikation
Kommunikation ist der Pulsschlag jeder Gesellschaft. Gleichgültig, welches Medium verwandt wird, bindet Kommunikation die Menschen oder entzweit sie. Selbst der Dissens wird kommuniziert und Zwistigkeiten besonders heftig. Bei dieser elementaren Bedeutung von Kommunikation für unsere Gesellschaft liegt es nahe, sich die einzelnen Modelle der Kommunikation näher zu betrachten. Im Folgenden soll kurz auf verschiedene Theorien und Modelle eingegangen werden.
2.1 Die Informationstheorie von Claude E. Shannon
Basis der Informationstheorie Shannons sind seine frühen Arbeiten auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik um 1930. Der Prozess der linearen Signalübertragung wird von Shannon wie folgt charakterisiert:
Die Nachrichtenquelle wählt aus einem Set möglicher Nachrichten eine gewünschte aus. Bei der Nachrichtenquelle kann es sich sowohl um Maschinen als auch um Lebewesen handeln. Die Art der Nachricht kann ebenfalls unterschiedlicher Natur sein: gesprochene oder geschriebene Wörter, Bilder, Laute etc..
Der Sender transformiert die Nachricht in Signale, die für die Übertragung durch einen Kanal geeignet sind. Man spricht hierbei von der Kodierung der Nachricht. Der Kanal ist das Übertragungsmedium (Schall, Licht, elektromagnetische Wellen etc.), um die Signale vom Sender zum Empfänger zu übermitteln. Während der Übertragung können nicht gewünschte Veränderungen (Störungen) aus einer Störquelle auf das Medium einwirken, die das Signal verrauschen.
Der Empfänger als umgekehrter Sender empfängt das u.U. verrauschte Signal und hat die Aufgabe, aus dem Signal die Nachricht zurückzukonstruieren oder besser gesagt, zu dekodieren und das dekodierte Signal an das Nachrichtenziel weiterzuleiten.
Als Nachrichtenziel können wiederum sowohl Menschen als auch Maschinen fungieren, für die die Nachricht bestimmt war. (Krallmann et al. (2001))
2.2 Die Kybernetik von Norbert Wiener
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