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Hausarbeit, 2002, 21 Seiten
Autor: Franziska Sperner
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
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Sommersemester 2002
Einführung in die Literaturwissenschaft
Das Motiv des Todes in Thomas Manns
„Der Tod in Venedig“
Franziska Sperner
Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung 3
2 Der Tod in Thomas Manns Erzählung 4
2.1 Der Titel als Anspielung 4
2.2 Konfiguration des Todes 5
2.2.1 Der Wanderer in München 5
2.2.2 Der Schiffszahlmeister und der Alte 9
2.2.3 Die Gondel und ihr Steuermann 11
2.2.4 Der Straßensänger 13
2.2.5 Tadzio und das Meer 14
2.3 Die Stadt Venedig 17
3 Schlußwort 20
4 Literaturverzeichnis: 21
1 Einleitung
Die Erzählung „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann, im Jahre 1911 entstanden, „so häufig kommentiert, analysiert und polemisch erörtert“ wie kaum ein anderes Werk des Schriftstellers, endet mit dem Tod der Hauptfigur, Gustav von Aschenbach.1 Nach dessen Reise nach Venedig und einem mehrtägigen Aufenthalt in der zuletzt ver-seuchten Stadt, stirbt der erfolgreiche Schriftsteller in fortgeschrittenem Alter. Der Leser wird vom Autor intensiv auf das Ende der Erzählung, den Tod, vorbereitet. Wodurch dies geschieht, soll in dieser Arbeit ausführlich analysiert werden, das Augenmerk soll jedoch im Besonderen auf der von Thomas Mann verwendeten konfigurativen Todessymbolik liegen. So werden schrittweise in der Erzählung erscheinende Personen betrachtet, wie zum Beispiel zu Beginn der Reisende, der Wanderer, dem Aschenbach in München bei einem Spaziergang begegnet, im weiteren die Person des Schiffszahlmeisters auf dem Weg nach Venedig, der ihm den Fahrschein ausstellt, auch der alte Mann auf dem Schiff, welcher sich in die Reihe der Jünglinge eingliedert, die ebenfalls nach Venedig fahren; der Gondoliere, dem Aschenbach in Venedig begegnet, wie auch der Straßensänger, der mit seiner Gruppe von Musikanten in Aschenbachs Feriendomizil auftritt. Der polnische Junge Tadzio nimmt in dieser Betrachtung eine Sonderrolle ein. Auch die von Thomas Mann verwendeten, auf den Tod hinweisenden Mittel, die diese Figuren begleiten, dürfen und werden nicht außer Acht gelassen. Zusätzlich werden die Reaktionen, welche diese Todesfiguren bei der Hauptperson auslösen, dargestellt. Ebenso wird untersucht werden, inwieweit durch den Schauplatz, die Stadt Venedig und deren Zustand zur Zeit von Aschenbachs Besuch, der Leser ebenfalls auf den Tod hingewiesen wird. Um die Betrachtung und Analyse des Themas ab zu schließen, soll das Ergebnis kurz am Ende der Arbeit zusammengefasst werden. Ausgangspunkt der Betrachtung soll nun jedoch zuerst die Wahl des Titels hinsichtlich seiner hinweisenden Funktion auf den Verlauf der Erzählung sein.
2 Der Tod in Thomas Manns Erzählung
2.1 Der Titel als Anspielung
Allein durch den Titel wird dem Leser ein Eindruck vom Ausgang der Erzählung vermittelt. Der Autor erzeugt eine Art Vorahnung, die sich, wenn auch erst am Ende des Stückes, bewahrheitet. Der Tod wird am Anfang genannt und tritt am Ende in Erscheinung, für jeden sichtbar. „Der Tod in Venedig“ –der Tod wird in diesem Titel mit einer Stadt in Verbindung gebracht, die im Laufe der Erzählung auch tatsächlich zum Hauptschauplatz derjenigen wird: Venedig. Es werden für die Erzählung zwei wichtige Elemente kombiniert, die ab diesem Moment nicht mehr zu trennen sind: der Tod, das zerstörende Prinzip und die Stadt, die Wirkungsstätte, ohne die der Tod zwar symbolisch in Erscheinung treten kann, in Thomas Manns Werk seine Mission aber nicht erfüllen könnte. Der Leser erhebt für sich möglicherweise schon zu Beginn der Erzählung, nach dem Lesen des Titels, den Anspruch, daß sich seine Vorahnung bewahrheitet, es ist möglich, daß er damit rechnet. Dies macht ihn demzufolge sehr viel empfindsamer für mögliche Hinweise für den Tod innerhalb der Erzählung, denn er möchte sich in seiner Vermutung, die er zu Beginn des Lesens hatte, bestätigt sehen. Er fragt sich, wessen Tod gemeint ist, wie und vor allem warum der Tod eintritt. Im Titel wird der Tod nicht speziell auf eine Person übertragen, es wird kein Name genannt. Noch kann es sich um jede beliebige Person handeln, um eine einzelne oder um eine Gruppe von Menschen. Zwar kann der Leser im Laufe der Erzählung Vermutungen anstellen, diese werden, wenn die richtigen, aber erst am Ende derselben bestätigt. Der Leser wird behutsam an das Thema heran geführt, es wird Neugier erzeugt. Auch kann durch den mit Artikel versehenen Tod im Titel der Eindruck erweckt werden, es handele sich um eine Person, der Tod wird personifiziert. Man könnte auch „Der Tod ist in Venedig“ anstelle „Der Tod in Venedig“ sagen, er befindet sich in Venedig, wandelt dort wie eine Person umher. Durch diese Personifikation wird ihm schon hier ein noch größerer Spielraum seiner Erscheinungsmöglichkeiten eröffnet, denn diese Person bzw. diese Personen des Todes begegnen der Hauptfigur des Stückes: Aschenbach. Auch wenn die Konfrontation von diesem nicht bewußt erkannt wird, so reagiert er doch immer in unbewußter Weise auf sie. Doch mehr dazu im folgenden.
2.2 Konfiguration des Todes
2.2.1 Der Wanderer in München
[....]
1 Bauer Arnold: Thomas Mann. Berlin 1962 (Köpfe des XX. Jahrhunderts), S. 30
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