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Diploma Thesis, 2003, 69 Pages
Author: Joerg Krause
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: MännerInnen, Sozialarbeit
Year: 2003
Pages: 69
Grade: 3,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21191-8
File size: 417 KB
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Excerpt (computer-generated)
MännerInnen in der Sozialarbeit -
Mannsein in einem Frauenberuf
Diplomarbeit zur Erlangung des akademischen Grades
Diplom-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge
an der
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur
Fachbereich Sozialwesen
Leipzig
eingereicht durch: Joerg Krause
Abgabe: 30.04.2003
Essen und Beischlaf sind die beiden großen Begierden des Mannes.
(Konfuzius, chin. Phil. 551-479 v.Chr.)
Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der
weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: ′Was will eine Frau?′
(Sigmund Freud, österr. Psychologe u. Psychiater, 1856-1939)
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort ... 6
2. Begriffsbestimmung
2.1 Mann ... 8
2.2 Mannsein ... 8
2.3 Männliche Sozialisation ... 10
2.4 Initiation ... 11
2.5 Sozialarbeit ... 13
2.6 Gender Mainstream ... 13
2.7. Der neue vs. andere Mann ... 14
3. Befragung/Stichprobenerhebung
3.1 Erhebungsmethode ... 16
3.2 Datenauswertung – methodisch ... 16
3.3 Datengrundlage ... 17
4. Mannsein in der Gesellschaft
4.1. Geschichte des Männerbildes ... 19
4.1.1 Frühgeschichte ... 19
4.1.2 Altertum ... 20
4.1.3 Industrialisierung ... 22
4.1.4 Neuzeit ... 24
4.2 Frauenbewegung vs. Männerbewegung ... 26
4.3 Kommunikation und Mann ... 29
5. Männer in der Sozialarbeit
5.1 Geschichte der Sozialarbeit ... 31
5.2 Männer in der Sozialarbeit ... 33
5.2.1 Der Alte Mann ... 33
5.2.2 Der andere Mann ... 34
5.3 Beziehungsarbeit ... 37
5.4 Der Mann als Vorbild ... 39
5.5 Die männliche Sichtweise ... 42
5.6 Gender Mainstream ... 45
5.7 Authentizität des Sozialarbeiters ... 49
5.7.1 Männliche Sexualität ... 49
5.7.2 Männliche Kommunikation ... 51
5.7.3 Das Frauenbild der Männer ... 52
5.7.4 Männer und Homosexualität ... 53
6. Zusammenfassung ... 56
7. Literaturverzeichnis
Monographien ... 61
Sammelpublikationen ... 62
Aufsätze ... 62
Zeitungsartikel ... 62
Internet ... 63
Anhang
1. Vorwort
Der Titel „MännerInnen in der Sozialarbeit“ war und ist bewußt provokant gewählt, da er in meinen Augen gut die derzeitige Lage der Gleichberechtigung von Mann und Frau beschreibt - im Allgemeinen wie auch in der Sozialarbeit. Formal aufgesetzt und maximal an der Oberfläche wirkend hat eine Gleichberechtigung Einzug gehalten, die suggeriert, die Lösung aller persönlichen, ökologischen, strukturellen und materiellen Konflikte sei die Androgynität. Ungeschlechtlichkeit als Patentrezept zur Lösung der Geschlechterfrage, jedoch in der Wirklichkeit kaum relevant. Nach wie vor bestehen die Ungerechtigkeiten und Ungleichgewichte selbst in den sozialpädagogischen Bereichen. Androgyn zu sein bedeutet neben den psychologischen Folgen (der Ablegung aller gelernten Verhaltens- und Sozialisationsmuster) eben nicht nur die „schlechten“ Seiten abzulegen, sondern alle Seiten seines Geschlechtes zu negieren. Eine Art Uniformierung, kein Individualismus mehr, denn auf die Spitze getrieben heißt das auch keine geschlechtsspezifische Kleidung mehr, keine Unterschiede, denn jeder Unterschied kann die Gleichmacherei schon wieder gefährden.
Mannsein in einem Frauenberuf war nicht nur eine rein hypothetische Frage für mich, sondern ist ein Thema, welches gerade von der Wissenschaft entdeckt wird, aber auch konkret meine Person betrifft.
Die geplante Studie zu diesem Thema, welche sich mit der Datenerhebung bei männlichen Studenten in Mittel- und Ostdeutschland beschäftigen sollte, mußte ich leider abbrechen, da für eine valide Gesamtaussage zu wenig Datenmaterial vorlag. Die gewonnen Ergebnisse werden jedoch auch in diese Betrachtung mit einbezogen.
Zurückblickend betrachtet kann ich sagen, daß die Vermischung Wissenschaft und Persönlichkeit von Vor- und Nachteil war. Auf der einen Seite ein Vorteil, weil Annahmen, Vorstellungen und Zusammenhänge an der eigenen Person überprüft und leichter nachvollzogen werden konnten, was gleichzeitig auch zum Nachteil wurde. Denn das intensive Auseinandersetzen mit der Problematik Mannsein stellte auch meine eigene Person in Frage, da ich eigene Vorstellungen und Meinungen in Frage stellen mußte, was bezüglich der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema nicht immer hilfreich gewesen ist.
Eine Diplomarbeit dient als Nachweis eines Studenten, daß er die Qualifikation besitzt, wissenschaftlich zu arbeiten und diese Arbeit auch nach strengen Gesetzmäßigkeiten verschriftlichen kann. Persönliche Wachstums- bzw. Entwicklungsprozesse sind zwar ein positiver „Nebeneffekt“, aber nicht unbedingt hilfreich bezüglich der Abarbeitung eines Themas.
So wurde dieses Thema zu einer zweigleisigen Sache, erstens die Erlangung einer Qualifikation und zweitens das persönliches Wachsen. Welches das Wichtigere von beiden ist, überlasse ich dem geneigten Leser zu entscheiden, ob es eine einzelne Note ist oder eine persönlicher Reifungsprozeß.
Denn egal welche Note am Ende dieser Arbeit stehen wird, die Überwindung von einigen persönlichen Krisen und die Weiterentwicklung meiner eigenen männlichen Identität wird auf lange Zeit wirken und fortbestehen.
2. Begriffsbestimmung
2.1 Mann
Biologisch gesehen gibt es nicht viel zu definieren. Eine Person, die männlichen Geschlechtsorgane besitzt und keine weiblichen, ist ein Mann. Auch wenn der Fötus erst in der sechsten oder siebten Woche männliche Geschlechtsorgane bildet, so ist die genetische Veranlagung doch von Anfang an gegeben.
Im Gegensatz zum Mannsein, kommt es hierbei nur auf die primär körperlichen Eigenschaften an. Unabhängig davon sind Eigenschaften wie Zeugungsfähigkeit oder psychisches Erleben (Transsexuelle). Auch wenn neuere Studien belegen, daß es schon im Wesen des männlichen bzw. weiblichen Geschlechtes Unterschiede gibt, so dürften diese genetischen Anlagen doch erst durch die Erziehungsarbeit am Kinde verstärkt bzw. negiert werden.
„... bestätigen Experimente der A&M University, Texas und der University of London ... Obwohl die Affen unbeeinflußt waren, entschieden sich die männlichen Tiere häufiger für Autos und Bälle, die weiblichen meist für Puppen und Kochtöpfe ... Auch beim Menschen sind die Spiel-Vorlieben angeboren.“ (Eltern, 3/2003, S.64)
Dies macht aber noch nicht den Mann aus, um den es hier gehen soll. Betrachtet werden soll der Mann in seiner biologischen und psychischen Einheit.
2.2 Mann sein
Weder die Reduzierung auf die eine, noch auf die andere Seite hilft bei der Betrachtung. Biologische Faktoren beeinflussen den psychischen Mann ebenso wie psychische Faktoren die biologischen. Die Impotenz des Mannes kann somit biologische und/oder psychische Ursachen haben, sei es eine körperliche Disposition, Streß im Beruf bzw. in der Beziehung oder einfach nur Versagensängste, die die Potenz des Mannes einschränken.
Wenn man den Mann betrachtet, so kann dies nur in seiner Gesamtheit erfolgen als biologisch-sozial-psychisches Wesen, dessen einzelne Teilbereiche einander bedingen, beeinflussen und verändern.
Die vorherrschenden Männerrollen bzw. Männerbilder an denen sich orientiert wird, sind aber kulturelle und gesellschaftliche Konstrukte, die als Erwartungen der Gesellschaft an die Menschen gerichtet sind, die das biologische männliche Geschlecht haben.
Mannsein im Allgemeinen bedeutet, über die verschiedensten soziokulturellen Regionen und Zeitabschnitte hinweg, der tätig Kulturschaffende zu sein, der Gestaltende und Verändernde zu sein, der Schützende und Ernährende zu sein, angstlos Gefahren meistern zu können, die ständige Suche nach Größerem, nach einem Sinn.
[...]
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