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Scholary Paper (Seminar), 2003, 16 Pages
Author: Angelina Kalden
Subject: Romance Languages - French Literature
Details
Institution/College: Technical University of Berlin (FB Romanistik)
Tags: Stil, Marcel, Proust, Marcel, Proust, Swann
Year: 2003
Pages: 16
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-21212-0
ISBN (Book): 978-3-638-75846-8
File size: 252 KB
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.
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Abstract
Diese Arbeit basiert auf der Beschäftigung mit dem Stil Marcel Prousts und beabsichtigt die eigenwillige, extravagante Form seines Stils darzustellen. Grundlage der Untersuchung bildet die Lektüre des ersten Bandes der Recherche, A la recherche du temps perdu, sowie weiterführende Texte, die dieses Thema bereits behandelt haben. Zunächst werde ich auf die literarische Entwicklung des Autors eingehen, da sie für die Herausbildung seines Stils nicht unmaßgeblich ist. Anschließend widme ich mich seinen Sätzen, Wörtern und ästhetischen Theorien. Marcel Proust wurde schon früh in die Welt der höheren Literatur eingeführt und sein Geschmack nach den Klassikern geformt. Den Weg zum Schriftsteller schlug er über das leidenschaftliche Lesen ein. Er nahm viel am öffentlichen Leben teil, hat Menschen beobachtet und wartete darauf, dass ihm die Erkenntnis über seinen eigenen Stil komme. Zunächst hat er sich an autobiographischen Romanen versucht wie an Jean Santeuil, ein 1000seitiger Roman, den er nach Vollendung zerrissen hat. In diesem Roman sind bereits Themen vorzufinden, die er auch in der Recherche wieder aufgegriffen hat. Themen, die sich wiederholen, ziehen sich durch all seine Texte. Darunter fallen Bereiche wie die Liebe und die Eifersucht, die Kunst und die Architektur. Ab 1905 war er durch das Fortschreiten seiner Krankheit fast durchgehend an sein Zimmer gebunden, in dem er abgeschlossen von der Welt sehr viel schrieb. Er machte sich viele Gedanken über die Werke, die er gelesen hatte, dokumentierte sie und versuchte sie zu imitieren und zu kritisieren, wobei er durch den Kontakt mit den anderen Autoren seinen eigenen Geist vertiefte. Nachdem Proust zunächst unterschätzt wurde, hatte er mit Du côté de chez Swann seinen großen Durchbruch. Er hat die gehobenen Kreise verehrt und selbst in ihnen verkehrt, aber auch ihre Verlogenheit kritisiert, was in der Recherche beispielsweise an der Darstellung der Madame Verdurin, die sehr oberflächlich und hinterhältig ist, deutlich wird.
Excerpt (computer-generated)
Der Stil von Marcel Proust
Seminararbeit im Fachbereich für Romanistik
an der Technischen Universität Berlin
vorgelegt von Angelina Kalden
Berlin, Juli 2003
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Pastiches und Kritiken 3-5
3 Der Stil 5-8
4 Die Komposition 8
4.1 Der Satz 8-10
4.2 Das Wort 10-11
4.3 Stilistische Mittel 11-13
5 Die ästhetischen Theorien Prousts 13-14
6 Die Prinzipien des Proustschen Romans ...14-15
7 Abschlussbetrachtung 15
Literatur 15
1 Einleitung
Diese Arbeit basiert auf der Beschäftigung mit dem Stil Marcel Prousts und beabsichtigt die eigenwillige, extravagante Form seines Stils darzustellen. Grundlage der Untersuchung bildet die Lektüre des ersten Bandes der Recherche, A la recherche du temps perdu, sowie weiterführende Texte, die dieses Thema bereits behandelt haben. Zunächst werde ich auf die literarische Entwicklung des Autors eingehen, da sie für die Herausbildung seines Stils nicht unmaßgeblich ist. Anschließend widme ich mich seinen Sätzen, Wörtern und ästhetischen Theorien. Ich beschränke mich hinsichtlich meiner Beispiele auf das Wesentliche, da andernfalls die Länge der Sätze den Rahmen dieser Seminararbeit sprengen würde. Marcel Proust wurde schon früh in die Welt der höheren Literatur eingeführt und sein Geschmack nach den Klassikern geformt. Für ihn war, eventuell auch dadurch, die Literatur, die man in der Kindheit gelesen hatte, von Wichtigkeit. Den Weg zum Schriftsteller schlug er über das leidenschaftliche Lesen ein. Er interessierte sich sehr für Literatur, Malerei, Architektur und für Musik. Proust mochte es nach Jean Milly seine Entdeckung mit vielen Menschen zu teilen.1896 veröffentlichte er Les plaisirs et les jours, was ihn in den Rang eines Essayisten gehoben hat, obgleich das Buch kaum gekauft wurde. Den Titel des Romanciers hat er erst 1913 zugesprochen bekommen. In der Zwischenzeit von 17 Jahren brachte er Artikel, Pastiches und zwei Übersetzungen von John Ruskin heraus. Des Weiteren nahm er in dieser Zeit am öffentlichen Leben teil, hat Menschen beobachtet, ein Studium begonnen, welches er nicht beendete und darauf gewartet, dass ihm die Erkenntnis über seinen eigenen Stil komme. Zunächst hat er sich an autobiographischen Romanen versucht wie an Jean Santeuil, ein 1000seitiger Roman, den er nach Vollendung zerrissen hat. In diesem Roman sind bereits Themen vorzufinden, die er auch in der Recherche wieder aufgegriffen hat. Themen, die sich wiederholen, ziehen sich durch all seine Texte. Darunter fallen Bereiche wie die Liebe und die Eifersucht, die Kunst und die Architektur. Durch die Beschäftigung mit John Ruskin, der seine architektonische Darstellung beeinflusst hat, begann er, über seine ästhetischen Probleme nachzudenken und erweiterte seine künstlerischen Kenntnisse mit Schwerpunkt auf die Malerei und die Architektur. Nach dem Tod seiner Mutter 1905, zu der er eine sehr enge Bindung hatte, die sich in seinen Werken widerspiegelt, beschäftigte er sich wieder mehr mit der Literatur. Ab diesem Zeitpunkt war er durch das Fortschreiten seiner Krankheit fast durchgehend an sein Zimmer gebunden, in dem er abgeschlossen von der Welt sehr viel schrieb. Er machte sich viele Gedanken über die Werke, die er gelesen hatte, dokumentierte sie und versuchte sie zu imitieren und zu kritisieren, wobei er durch den Kontakt mit den anderen Autoren seinen eigenen Geist vertiefte. Er beschäftigte sich noch lange mit Pastiches und Kritiken, die sich später in der Recherche, seinen Briefen und Artikeln wiedertreffen (vgl. Milly, 1970: 10). Nachdem Proust zunächst unterschätzt wurde, hatte er mit Du côté de chez Swann seinen großen Durchbruch. Er hat die gehobenen Kreise verehrt und selbst in ihnen verkehrt, aber auch ihre Verlogenheit kritisiert, was in der Recherche beispielsweise an der Darstellung der Madame Verdurin, die sehr oberflächlich und hinterhältig ist, deutlich wird.
2 Pastiches und Kritiken
1908 hat er erste Pastiches geschrieben. Pastiches sind Nachahmungen von Texten anderer Autoren und werden auch als critique littéraire en action bezeichnet. Er hat sich jahrelang zur eigenen Stilfindung viel mit diesem Bereich des Schreibens beschäftigt und mehrere Pastiches zu Flaubert und Renan geschrieben. In der Recherche sind viele Spuren seiner Beschäftigung mit Pastiches vorzufinden. So sind sie beispielsweise in der Unterhaltung von Personen enthalten. Jede Person, die auftritt, hat ihre eigene charakteristische Sprache, die Rückschlüsse über ihren Ursprung bzw. ihre Herkunft oder ihre charakteristischen Schwächen zulässt. Odette verwendet beispielsweise viele Anglizismen, da das in der Zeit als "schick" galt. Albertine spricht vulgär und die Duchesse du Guermantes verwendet viele abgehobene altfranzösische Begriffe. Es ist ersichtlich, dass Proust sich sehr intensiv mit der Sprache seiner Personen beschäftigt hat. Leo Spitzer schreibt, dass Proust die indirekte Rede in seinen Texten meidet, um die Reden seiner Personen zusammen mit ihrem Laut und ihrer Geste darzustellen. Hinter dieser Intention scheint sich der Drang zur Realitätsnähe zu verbergen. In der Weise, wie die Sinnesgebiete, die Künste und die psychischen Regungen miteinander verbunden sind, verfügt bei Proust das Wort nach Milly über eine Wortseele. Die Kunst dieser Menschendarstellung ist für Spitzer ein Zitieren, ein Schaffen von Pastiches. Weitere Spuren findet man in Le temps retrouvé durch einen fiktiven Zeitungsbericht des Concourt vor und, indem er Albertine bei einer Bestellung eines Nachtisches im Stil des Erzählers sprechen lässt. Proust hat bereits die Arbeiten seiner Schulkameraden, mit denen er gemeinsam eine Zeitschrift herausbrachte, korrigiert und sie versucht nach seinen Vorstellungen zu formen, wobei sich sein Geschmack gegen die Symbolisten richtete. In den Vorworten der Übersetzungen Ruskins sind auch schon viele kritisierende Bemerkungen enthalten (vgl. Milly, 1970: 24). Seine Kritik richtete sich jedoch in erster Linie gegen Sainte-Beuve und den Positivismus. Sainte-Beuve vertrat die Ansicht, dass sich das Werk über den Autor erklären ließe. Proust war gegen diese Theorie und schrieb 1909 den Essay contre Sainte-Beuve, den er nicht vollendete und aus dem sich die Recherche entwickelt hat. Mittels dieses Werkes beabsichtigte er zu beweisen, dass Sainte-Beuves Theorie falsch ist. In der Recherche treten verschiedene Künstler auf wie der Musiker Vinteuil, der Maler Elstir, der Architekt Bergson, die jedoch absichtlich derart dargestellt werden, dass der Leser nicht durch ihr Verhalten oder ähnliches darauf kommt, wer sie sind. So verkennt Swann beispielsweise Vinteuil, da er so klein ist und man annehmen könnte, dass ein guter Musiker auch über körperliche Vorzüge verfügt. Damit bringt Proust seine Kritik an Sainte-Beuve zum Ausdruck.
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