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Thirteen Days: Fiktion und Wirklichkeit der Kuba-Krise

Hausarbeit, 2003, 24 Seiten
Autor: Ender Erat
Fach: Amerikanistik - Kultur und Landeskunde

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 24
Note: Sehr gut
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V16360
ISBN (E-Book): 978-3-638-21239-7

Dateigröße: 105 KB


Textauszug (computergeneriert)

Thirteen Days: Fiktion und Wirklichkeit der Kuba-Krise

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Auslandswissenschaften,
insbesondere englischsprachige Gesellschaften

Erat Ender
Sommersemester 2003

 

Gliederung

1. EINLEITUNG  3

2. HISTORISCHER ABRISS DER KUBA-KRISE  4
2.1 DIE VORGESCHICHTE  4
2.2 DIE BEDEUTSAMSTEN OKTOBERTAGE DES JAHRES 1962 IM ÜBERBLICK  7

3. THIRTEEN DAYS: DIE VERFILMUNG DER KUBA-KRISE  11
3.1 FILMOGRAPHISCHER ÜBERBLICK 11
3.2 WAHRUNG DER AUTHENTIZITÄT ALS LEITGEDANKE DER PRODUZENTEN  12

4. FIKTION UND WIRKLICHKEIT: THIRTEEN DAYS UND DIE KUBA-KRISE  15
4.1 ABWEICHUNGEN VON DER REALITÄT – KRITISCHE BETRACHTUNG EINIGER SZENEN  15
4.2 DIE AUSBLENDUNG VON WICHTIGEN HINTERGRÜNDEN  19
4.2.1 Die Kennedy Tapes  19
4.2.2 Die Reaktionen Chruschtschows auf die US-Quarantäne  19
4.2.3 Die Angst der USA um Berlin  20
4.2.4 Der Druck der Republikaner auf Präsident Kennedy  21

5. FAZIT  22

6. LITERATURVERZEICHNIS  23

 

1. Einleitung

Die Kuba-Krise, also jene 13 Tage im Oktober des Jahres 1962, gehört zweifellos zu den bedeutsamen historischen Ereignissen, welche die ganze Epoche des Kalten Kriegs exemplarisch widerspiegeln. Die Kuba-Krise bricht aus, als am 15.10.1962 amerikanische U- 2 Aufklärungsflugzeuge durch Luftaufnahmen über Kuba die Stationierung von sowjetischen Mittelstreckenraketen und von atomwaffenfähigen Bombern des Typs IL-28 bestätigen. Als am 28.10.1962, also 13 Tage nach der Entdeckung der Waffen, die Sowjetunion über Rundfunk den Abzug der Raketen mitteilt, schienen die Unruhen vorerst stillgelegt zu sein. Im allgemeinen bringt diese Krise nicht nur die seit dem Ende des 2. Weltkriegs vorherrschenden Spannungen zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR zum Ausdruck, sondern sie manifestiert auch den ideologischen Kampf zwischen dem Kommunismus und dem Kapitalismus. Ein Kampf der beinahe in einen verheerenden Krieg hätte münden können. Dass dieser Jahrzehnte andauernde Kampf speziell an diesen 13 Oktobertagen nur wenige Opfer gefordert hat, kann wohl darauf zurückgeführt werden, daß die beiden Protagonisten – John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow – es wußten, mit Krisen verantwortungsvoll umzugehen.

Fast 40 Jahre nach dem Ende dieser politischen, diplomatischen und teilweise auch militärischen Konfrontation zwischen der USA und der UdSSR, greift der Regisseur Roger Donaldson die Kuba-Krise auf, indem er in seinem Film Thirteen Days versucht die Dramatik und Hektik dieser 13 kritischen Tage nachzubilden.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die tatsächlichen Vorgänge im Rahmen der Kuba-Krise mit den Darstellungen im Film von Roger Donaldson zu vergleichen und potentielle Erklärungsansätze für Abweichungen zwischen der Realität und der Fiktion zu liefern, ohne dabei allerdings den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Im ersten Abschnitt dieser Seminararbeit wird der historische Ablauf der Kuba-Krise umrissen und anschließend ein filmographischer Überblick zum Film Thirteen Days verschaffen. Darauf aufbauend werden im zweiten Teil schließlich exemplarisch einige Schlüsselszenen aus dem Film entnommen, um diese mit den tatsächlichen Vorgängen zu vergleichen und die daraus resultierenden Abweichungen begründend zu erschließen. Dabei sollte vor allem verdeutlicht werden, dass Facetten der amerikanischen Politik fast unverfälscht - also authentisch und auf gelungener Weise - zum Gegenstand des amerikanischen Spielfilms werden können.

2. Historischer Abriss der Kuba-Krise

2.1 Die Vorgeschichte

Bei der Kuba-Krise geht es nicht primär um einen Konflikt zwischen den USA und Kuba, sondern vielmehr um die Zuspitzung des Kalten Kriegs zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion auf kubanischem Boden. Nach dem am Ende des 2. Weltkriegs die geographischen Grenzen zwischen dem Kommunismus und dem Kapitalismus in Europa mehr oder weniger friedlich gezogen wurden, begann ab den 50er Jahren der Kampf um die ideologische Vorherrschaft in den Entwicklungsländern.1 Das Hauptaugenmerk der USA unter dem Präsidenten John F. Kennedy war dabei auf Vietnam und Kuba gerichtet.2 Es wäre also sehr kurzsichtig, wenn man die Kuba-Krise lediglich auf die 13 Oktobertage des Jahres 1962 festnagelt bzw. aus dem Kontext des Kalten Kriegs wegreißt, und wenn man die historischen Entwicklungen in Kuba ausblendet. Blickt man nämlich weit in die Geschichte der amerikanisch-kubanischen Beziehungen zurück, insbesondere auf das Jahr 1898, so wird man sich dessen bewusst, dass das Verhältnis zwischen den USA und Kuba freundschaftliche Wurzeln hat.3 Schon lange vor der sowjetisch-kubanischen Annäherung, pflegten Kuba und die Vereinigte Staaten ein gutes Verhältnis zueinander. Denn die Befreiung Kubas von der spanischen Kolonialmacht im Unabhängigkeitskrieg von 1898 konnte nur durch das Eingreifen der USA Wirklichkeit werden.4 Deshalb verwundert es nicht, dass sich infolge dieser amerikanischen Intervention fast bis Ende der 1950er Jahre die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Kuba maßgeblich von den USA - und nicht von der UdSSR - beeinflusst und teilweise mitgestaltet wurden.5 Man stellt sich nun berechtigterweise die Frage, wie es zum Bruch der Beziehungen zwischen Kuba und der USA kam bzw. worauf der Anstieg des sowjetischen Einflusses in Kuba zurückzuführen ist. Mit der Machtübernahme Fidel Castros in Kuba bzw. mit der Flucht Fulgencio Batistas ins Ausland ging eine kontinuierliche Orientierung Kubas an der marxistisch-leninistischen Staatsphilosophie einher.6

[....]


1 Morley, H. Morris. Imperial State and Revolution. The United States and Cuba, 1952-1986 (Cambridge: Cambridge University Press, 1987) 5.

2 Greiner, Bernd. Kuba-Krise. 13 Tage im Oktober: Analyse, Dokumente, Zeitzeuge (Nördlingen: Delphi Politik, 1988) 15.

3 Mazaar, Michael. Semper Fidel. America & Cuba 1776 – 1988 (Baltimore: The Nautical and Aviation Publishing, 1988) 91-131.

4 Mazaar, Semper Fidel. America & Cuba 1776 – 1988, 113 – 122.

5 Packenham, “Cuba and the USSR since 1959: What kind of dependency“, 135 – 142.

6 Morley, Imperial State and Revolution. The United States and Cuba, 1952-1986, 81 – 88.


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