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Strukturorientierte Clusteransätze unter besonderer Beachtung des Modells des "Porterschen Diamanten"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 25 Pages
Author: Christian Lukas
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 25
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V16520
ISBN (E-book): 978-3-638-21351-6

File size: 260 KB


Excerpt (computer-generated)

Strukturorientierte Clusteransätze unter besonderer
Beachtung des Modells des „Porterschen Diamanten“

 


vorgelegt von: Christian Lukas

Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis 

III Abkürzungsverzeichnis 

1 Die zunehmende Bedeutung des Standortes 1

2 Das Clusterphänomen: Zusammenhang zwischen Wettbewerbsvorteil und Standort 2

2.1 Ein Cluster – Konzentration von einzelnen erfolgreichen Branchen an einem Ort 2
2.2 Unterscheidung zwischen struktur- und interaktionsorientierter Clusteransätze als Ordnungskriterium 4
2.3 Modelle strukturorientierter Clusteransätze 5

3 Der strukturorientierte Clusteransatz des Porterschen Diamanten  7

3.1 Der Diamant als der umfassendste strukturorientierte Ansatz  7
3.2 Entstehung eines Wettbewerbsvorteils durch Faktorbedingungen 9
3.3 Nachfragebedingungen prägen Innovationen und Produktqualität  10
3.4 Verwandte und unterstützende Branchen – Die Bedeutung der Wertschöpfungskette  11
3.5 Wettbewerbsstrukturen – Unternehmensstrategie, Struktur und Konkurrenz 12
3.6 Kritische Betrachtung des Diamanten: Würdigung der Arbeit von Porter 14

4 Trotz Kritik bleibt der Diamant für die Wertschöpfungsforschung bedeutend 16

 

 



1 Die zunehmende Bedeutung des Standortes

Süddeutschland ist weltweit bekannt für erstklassige Automobilbauer. Ähnliches gilt für Norditalien und die Herstellung von Modeschuhen. Die Halbleiterbranche verbindet man allgemein mit der Region Santa Clara County, besser bekannt als Silicon Valley. Diese Beispiele lösen doch eher Verwunderung aus. In der heutigen Zeit, in der offene globale Märkte, schnelle Transportmöglichkeiten und Höchstgeschwindigkeitskommunikation vorherrschen, liegt der Gedanke nahe, dass dem Standort einer Unternehmung keinerlei Bedeutung zukäme. Dieser Gedanke wird gestärkt durch die neue Internettechnologie und der Etablierung des Electronic Business, wodurch Kapital, Güter, Informationen und Technik weltweit zu jeder Zeit an jedem Ort kurzfristig zur Verfügung gestellt werden können.1 Dennoch sind in einer Vielzahl von Gebieten Agglomerationen von Branchen zu beobachten. Eine der bekanntesten Zusammenballungen stellt die Filmindustrie in Hollywood dar.

Wieso kommt es zu solchen Phänomenen? Der Grund liegt im Wettbewerb und den hierfür benötigten Vorteilen. So spielt das Innenleben einer Unternehmung für die Generierung von Wettbewerbsvorteilen zwar keine geringe Rolle, doch die Bedeutung der unmittelbaren wirtschaftlichen Umgebung außerhalb der Unternehmung ist immens und wurde früher oft übersehen.2

Die Bedeutung des Standortes wurde erstmals von Michael E. Porter herausgearbeitet, der sich mit oben beschriebenen Agglomerationen befasste und dabei Wettbewerbsvorteile erkundete. Konzentrationen einzelner Branchen, die einen ungewöhnlich hohen wirtschaftlichen Erfolg aufwiesen, nannte Porter Cluster.3 Der Clusteransatz kann von verschiedenen Seiten betrachtet werden. So gibt es zum einen die interaktionsorientierten Clusteransätze und die strukturorientierten Ansätze. Einer der bedeutendsten strukturorientierten Clusteransätze ist der sogenannte Portersche Diamant. Nachdem in dieser Arbeit im zweiten Abschnitt der Clusterbegriff behandelt und auf verschiedene Ansätze eingegangen wird, beschäftigt sich der dritte Teil detaillierter mit dem Porterschen Diamant und betrachtet diesen nach einer Beschreibung auch kritisch. Ein Fazit über die vorangegangenen Erkenntnisse bildet den Abschluss der Arbeit.

2 Das Clusterphänomen: Zusammenhang zwischen Wettbewerbsvorteil und Standort

2.1 Ein Cluster – Konzentration von einzelnen erfolgreichen Branchen an einem Ort

Um Missverständnisse zu vermeiden, dient dieser Teil der Arbeit dazu, den Begriff Cluster abzugrenzen sowie zu definieren. Missverständnisse könnten dadurch entstehen, dass in der Literatur dieser Begriff unterschiedlich angegangen wird. So gibt es nicht „den“ Cluster-Ansatz, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen und Ansätze. Auf Grund der Individualität eines jeden Clusters ist eine Verallgemeinerung ohnehin sehr schwierig.4 Dennoch soll an dieser Stelle eine Definition angegeben werden. Der Begriff etablierte sich erst seit der Arbeit von Michael E. Porter über die „Competitive Advantages of Nations“ (1990) und der Abhandlung über „Geography and Trade“ von Paul Krugman (1991).5 So beschreibt Porter den Clusterbegriff als „geographic concentrations of interconnected companies and institutions in a particular field. Clusters encompass an array of linked industries and other entities important to competition. They include, for example, suppliers of specialized inputs such as components, machinery, and services, and providers of specialized infrastructure.”6 Diese Definition gibt Porter auch in einer sehr komprimierteren Form an, in der ein Cluster als eine Konzentration von einzelnen Branchen mit einem aussergewöhnlichem wirtschaftlichen Erfolg an einem Ort beschrieben wird.7 An dieser Stelle eignet es sich, nochmals ein bereits oben angeführtes Beispiel zu erwähnen. Eine Person, deren Berufsziel Filmschauspieler ist, hat im Grunde nur zwei Auswahlmöglichkeiten um erfolgreich eine Karriere zu starten, New York oder aber Hollywood. Die geeignetere Wahl wäre wohl Hollywood. Fast mit keinem anderen Beispiel aus einem anderen Industriebereich kann man den wirtschaftlichen Erfolg einer Branche an einem Ort so deutlich machen wie mit Hollywood. Kommt es zu der beschriebenen Anhäufung ähnlicher Unternehmungen, während gleichzeitig isolierte Akteure verschwinden, spricht man vom Prozess der Clusterung.8 In einem lokalen Cluster ergeben sich vielfältige positive Rückkopplungen durch lokale Wechselwirkungen zwischen einzelnen Unternehmen und deren Umfeld, wie bspw. Arbeitsmarkteffekte.9

[...]


1 Vgl. Porter (1999a), S. 51; Porter (1999b), S. 175; Reichart (1999), S. 161ff.; Farinelli (1996), S. 1
2 Vgl. Porter (1998), S. 78f.
3 Vgl. Porter (1998), S. 78
4 Vgl. Jacobs (1997), S. 2
5 Vgl. Meyer-Stamer (2000), S. 3; Jacobs (1997), S. 2
6 Porter (1998), S. 78
7 Vgl. Porter (1999a), S. 51
8 Vgl. Schiele (2001), S. 4
9 Vgl. Witt (2001), S. 822


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