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Der Einfluß immaterieller Arbeit auf die tätige Gesellschaft und die Frage nach dem Widerstand

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 19 Pages
Author: Yvonne Schäfer
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Event: New Economy – Modewort oder neues Entwicklungsmodell
Institution/College: University of Kassel (Politikwissenschaften)
Tags: Einfluß, Arbeit, Gesellschaft, Frage, Widerstand, Economy, Modewort, Entwicklungsmodell
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 19
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V16589
ISBN (E-book): 978-3-638-21393-6

File size: 216 KB
Notes :
sehr aktuelle Debatte!



Excerpt (computer-generated)

Der Einfluß immaterieller Arbeit auf die tätige Gesellschaft
und die Frage nach dem Widerstand

 


vorgelegt von Yvonne Schäfer

Einleitung

1. Der Begriff der immateriellen Arbeit

2. Mehrwertgenerierung

3. Wandel der Arbeit und Anforderungen

4. Auswirkungen von immaterieller Arbeit

5. Wandel der Klassenverhältnisse und Bedingungen für einen Widerstand

Fazit

Literaturliste

 



Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, was immaterielle Arbeit meint, wie groß ihr Einfluß auf die jetzige und künftige Gesellschaft ist und ob sie über ein emanzipatorisches Potenzial verfügt, welches in Widerstand mündet. Der erste Teil entspricht einer begrifflichen Annäherung. Hier soll mit Hilfe einiger Autoren dargestellt werden, welche Rolle neue Informations- und Kommunikationsformen im Kontext immaterieller Arbeit spielen, welche Tätigkeitsfelder betroffen sind und welche Zusammenhänge zwischen immaterieller Arbeit, Kultur, Gesellschaft und Ökonomie zu betrachten sind. Affektive Arbeit als Komponente der immateriellen Arbeit wird hier beschrieben. Der zweite Teil befasst sich mit dem Moment der Mehrwertgenerierung. Welche Werte werden geschaffen und wie werden sie in den Akkumulationsprozess integriert? Warum realisiert immaterielle Arbeit überhaupt einen Mehrwert? Im dritten Teil wird noch einmal der Wandel der postfordistischen Arbeit thematisiert. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf die geforderten Arbeitsqualifikationen. Welche Anforderungen in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen gestellt werden, wird an dieser Stelle dargelegt. Das Verhältnis von Arbeit und Leben steht dabei im Vordergrund.

Auswirkungen, die sich daraus ergeben, werden im vierten Teil beschrieben. Wichtig ist hierbei die Differenzierung zwischen Auswirkungen auf Arbeitnehmer, Unternehmen und auf die Gesellschaft als solche. Der These der Selbstverwertung und ihrer Folgen soll hier nachgegangen werden. Ausgehend davon geht es im letzen Teil um das emanzipatorische Potenzial der immateriellen Arbeit. Möglichkeiten des Widerstandes stehen hier im Mittelpunkt. Kann man noch von einem Klassenverhältnis sprechen? Muß man aus dem Verwertungsprozeß austreten, um sich als immaterieller Arbeiter zu befreien oder bietet er auf seiner jetzigen Stufe schon genug Boden für den Widerstand?

1. Der Begriff der immateriellen Arbeit

In Zeiten der Globalisierung erfahren vor allem Ökonomie und Arbeit einen fortwährenden Wandel. Ein neuer Aspekt tritt hierbei immer mehr in den Vordergrund, eine neue Dominante im Wertschöpfungprozess, die man immaterielle Arbeit nennt. Was sich genau hinter diesem Begriff verbirgt, soll im folgendem geklärt werden. Der Fokus liegt überwiegend auf Tätigkeitsfelder, Arbeitsorganisation, Qualifikationen und Auswirkungen auf das Leben und auf ein kollektives Selbstverständnis sowie Formen eines Widerstandes.1

Wolfgang Fritz Haug beschreibt immaterielle Arbeit als Symbol für die postfordistische Arbeit. Diverse kommunikative und intellektuelle Tätigkeitsaspekte seien hier anzusiedeln. Der Begriff als solcher sei zwar bereits bei Marx aufgetaucht und man könne dort ansetzen, doch die Dimensionen haben sich deutlich verschoben. So habe Marx zwar ansatzweise die materielle Arbeit der immateriellen gegenübergestellt, sprach aber von ideologischen Klassen, die immaterielle Waren produzieren würden. Gemeint seien z.B. Dienstleistungen bei denen der Ausdruck immateriell meint, dass es sich nicht um ein fassbares Ding handele. Doch im Grunde sei bei Marx das Ideelle, das im Menschenkopf umgesetzte und übersetzte Materielle, der Wert als solcher habe hingegen etwas Immaterielles inne. Übersetzt man immateriell also mit nicht-stofflich, wird das Problem des Begriffes deutlich, er meint geistige und intellektuelle Arbeit im Gegensatz zur körperlichen.2

Der Ausdruck immateriell kennzeichnet einerseits den Aspekt der informationellen Seite, sie hat gerade durch neue Kommunikationsformen enorme Veränderungen erfahren, andererseits wird die kulturelle Seite der Arbeit in den Vordergrund gerückt, Tätigkeiten aus den Bereichen Kultur und Kunst die früher nicht als Arbeit anerkannt wurden, sondern einst Privilegien waren und nun als Errungenschaften der sozialen Kämpfe in der Tradition der Massenintellektualität stehen. Seit den 70er Jahren werden intellektuelle Tätigkeiten zunehmend der Arbeit zugeordnet, diese Tätigkeiten konstituieren sich überwiegend durch ihre Selbstverwertung und nicht etwa nur durch die kapitalistische Produktion. Die Diskrepanz zwischen manueller und intellektueller oder materieller und immaterieller Arbeit muß überwunden werden, um neue produktive Tätigkeiten zu integrieren.3

[...]


1 Vgl. Carola Möller in: Immaterielle Arbeit- die neue Dominante in der Wertschöpfungskette, S. 215
2 Vgl. W.F. Haug in: Immaterielle Arbeit, 1.Fassung für die InkriTagung
3 Vgl. Lazzarato in: Umherschweifende Produzenten, Immaterielle Arbeit und Subversion, S. 40


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